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Panhuys, Louise von

Panhuys, Louise Friederica Augusta von, geb. (seit 1789: Freiin) von Barckhaus gen. von Wiesenhütten (abgekürzt auch: von Barckhaus-Wiesenhütten, von Barckhausen-Wiesenhütten). Malerin. Naturforscherin. Diese Angaben konnten anhand von Dokumenten zweifelsfrei bestätigt werden.* 10.10.1763 Ffm., Diese Angaben konnten anhand von Dokumenten zweifelsfrei bestätigt werden.† 18.10.1844 Ffm.
Unter der Anleitung ihrer Mutter Helene Elisabeth Charlotte (seit 1789: Freifrau) von Barckhaus gen. von Wiesenhütten, geb. von Veltheim auf Destedt (1736-1804), genoss Louise eine umfassende Erziehung. Sie erhielt eine künstlerische Ausbildung bei ihrer Mutter, die sich selbst als Malerin und Radiererin versuchte, und bei ihrem Vetter, dem Ffter Landschaftsmaler und Aquarellisten Christian Georg Schütz. Konzentration auf die Landschaftsmalerei. 1793 Übersiedlung nach Darmstadt, wo sie den Haushalt ihres Bruders, des späteren hessen-darmstädtischen Staatsministers Carl Ludwig (seit 1789: Freiherr) von Barckhaus gen. von Wiesenhütten (1761-1823), führte. In den Jahren 1802 bis 1805 begleitete sie ihren Bruder auf zwei längeren Aufenthalten in diplomatischer Mission nach England. Dort weitere Beschäftigung mit Landschaftsmalerei. Kontakte mit englischen Naturalisten und botanischen Illustratoren. Nach ihrer Rückkehr lernte sie – bis dahin noch ledig – den in kurhessischen Diensten stehenden Holländer Willem Benjamin von (eigentl.: van) P. (1764-1816) kennen. Heirat im November 1805. Als ihr Mann 1811 zum Generalgouverneur der holländischen Kolonie Surinam ernannt wurde, übersiedelte Louise von P. mit ihm nach Südamerika. Ihre zahlreichen dort entstandenen Landschaftsbilder und botanischen Abbildungen weisen sie als hervorragende Aquarellistin aus, die ihre künstlerische Begabung mit naturwissenschaftlicher Präzision verband und damit in der Tradition der Ffter Malerin und Naturforscherin Maria Sibylla Merian steht. So gelten P.’ botanische Abbildungen aufgrund ihres ästhetischen Reizes wie ihrer Exaktheit bis heute als vorbildliche Studien. Vermutlich plante P., eine Pflanzengeografie über die Flora Surinams anzufertigen. Der gewaltsame Tod ihres Mannes während eines Sklavenaufstands zwang sie jedoch im August 1816 zur Rückkehr nach Europa. Ende 1816 bezog sie ihr Elternhaus auf der Zeil, das sie bis zu ihrem Tod bewohnte.
1827 Teilnahme an einer Gemäldeausstellung Ffter Künstler im Katharinenkloster.
Bereits 1824 schenkte P. ihre in Surinam entstandenen Arbeiten der SNG, in deren Obhut sich die Gemälde bis heute befinden. Weitere Landschaftszeichnungen in Privatbesitz.
Briefe im Wiesenhüttenarchiv im ISG.
Ausstellungen 1898 im Vogelsaal des Senckenbergmuseums, 1991 in der Stadt- und Universitätsbibliothek und 2009 im Museum Giersch in Ffm.

Artikel aus: Frankfurter Biographie 2 (1996), S. 115f., verfasst von: Reinhard Frost.
Dieser Artikel wurde noch nicht abschließend für das Frankfurter Personenlexikon überarbeitet.
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Lexika: Dessoff, Albert: Kunst und Künstler in Ffm. im 19. Jahrhundert. 2. Bd.: Biographisches Lexikon der Ffter Künstler im 19. Jahrhundert. Ffm. 1909.Dessoff, S. 105. | Thieme, Ulrich/Becker, Felix: Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. 37 Bde. Leipzig 1907-50.Über die Mutter Charlotte von Barckhaus-Wiesenhütten als Malerin und Radiererin: Thieme/Becker 2 (1908), S. 504.
Literatur:
                        
Das Stammbuch der Marianne von Willemer. Hg. v. Kurt Andreae unter Mitarb. v. Marianne Küffner. Kunsthistorische Bearbeitung: Gerhard Kölsch. Ffm./Leipzig 2006.Andreae (Hg.): Stammbuch der Marianne v. Willemer 2006, Bl. 14, S. 50f. | Burkhardt, Helmut (Hg.): Reise nach Surinam. Pflanzen- und Landschaftsbilder der Louise von Panhuys 1763-1844. Ffm. 1991.Burkhardt (Hg.): Reise nach Surinam. Louise von Panhuys 1991. | Kern, Ursula (Hg.): Blickwechsel. Ffter Frauenzimmer um 1800. Historisches Museum, Ffm. Ffm. 2007.Kern (Hg.): Blickwechsel 2007, S. 146f., 152-157. | Pinien, Palmen, Pomeranzen. Exotische Gartenwelten in FrankfurtRheinMain. Ffm. 2012. (Hier ist es schön! KulturLandschaft FrankfurtRheinMain).Hücking, Renate: Surinam am Main. Die Landschafts- und Pflanzenmalerin Louise von Panhuys. In: Pinien, Palmen, Pomeranzen 2012, S. 102-111.
Quellen: ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).ISG, S2/2.899.
Internet: Ffter Frauenzimmer – eine Spurensuche, Website des Historischen Museums Fft., Konzeption und Redaktion: Ursula Kern, Ffm. http://frankfurterfrauenzimmer.de/cp10-detail.html?bio=br
Hinweis: Artikel über Louise van Panhuys von Ursula Kern.
Ffter Frauenzimmer, 10.8.2021.


GND: 11908967X (Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek).
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    © 2022 Frankfurter Bürgerstiftung und bei dem Autor/den Autoren
    Empfohlene Zitierweise: Frost, Reinhard: Panhuys, Louise von. Artikel aus der Frankfurter Biographie (1994/96) in: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/718

    Stand des Artikels: 2.9.1994