Pritius, Johann Georg

Pritius, Johann Georg. Eigentl. Nachname: Priz. Prof. Dr. theol. Evangelischer Pfarrer. Theologe. ~ 22.9.1662 Leipzig, † 24.8.1732 Ffm.
Theologisches Studium in Leipzig. 1685 Magister. Seit 1690 Pfarrer, zunächst an der Leipziger Nikolaikirche, 1699 in Zerbst, 1701 in Schleiz. Unter dem Einfluss Speners Hinwendung zum Pietismus. 1708 Theologieprofessor in Greifswald. 1710 wurde P. als Senior und Pfarrer an die Ffter Barfüßerkirche berufen, wo er – wenn auch nicht dogmatisch – im Sinne Speners wirkte. Zwischen P. als Vorsteher des lutherischen Kirchenwesens in Ffm. und den Ffter reformierten Gemeinden sowie dem Rat kam es zu Auseinandersetzungen, besonders nach der Gründung des lutherischen Konsistoriums (als evangelischer Ffter Kirchenverwaltung) im Jahr 1728. P. kritisierte das Konsistorium in vielen Punkten und blieb ihm nach der ersten Sitzung fern.
P. stiftete mehrere Stipendien und vermachte über 300 Bände seiner Büchersammlung der Ffter Stadtbibliothek.
Als Pfarrer und Theologe verfasste P. zahlreiche Schriften, u. a. eine „Geistliche Tugend- und Sittenlehre“ (1721). Gegen den Widerstand des Ffter Rats brachte er 1717 – zur 200-Jahr-Feier der Reformation – eine Reformationsgeschichte heraus. Der Rat hatte dies aus Rücksicht auf die zu gleicher Zeit in Ffm. tagende (katholische) kaiserliche Kommission verhindern wollen.
Besondere Verdienste erwarb sich P. um die Ffter Nikolaikirche, die er nach jahrzehntelanger profaner Nutzung als Warenlager wieder ihrer Bestimmung als Gotteshaus zuführte. Dort wurde P. nach seinem Tod auch beigesetzt (Grabplatte aus Sandstein erhalten).

Artikel aus: Frankfurter Biographie 2 (1996), S. 155f., verfasst von: Reinhard Frost.
Dieser Artikel wurde noch nicht abschließend für das Frankfurter Personenlexikon überarbeitet.
Array
(
    [de] => Array
        (
            [0] => Array
                (
                    [value] => literfasst
                )

        )

)

Lexika: Allgemeine Deutsche Biographie. Hg. durch die Historische Commission bei der Königlichen Akademie der Wissenschaften. 56 Bde. München/Leipzig 1875-1912.Hermann Dechent in: ADB 26 (1888), S. 602-604.
Quellen: ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).ISG, S2/567.

GND: 10434444X (Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek).

© 2020 Frankfurter Bürgerstiftung und bei dem Autor/den Autoren
Empfohlene Zitierweise: Frost, Reinhard: Pritius, Johann Georg. Artikel aus der Frankfurter Biographie (1994/96) in: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), http://frankfurter-personenlexikon.de/node/799

Stand des Artikels: 16.12.1994