Salomon, Ernst von

Salomon, Ernst Friedrich Karl von. Schriftsteller. * 25.9.1902 Kiel, † 9.8.1972 (Winsen/Luhe-)Stöckte.
S., dessen Vater Felix Karl Anton von S. (1875-1920) Kriminalrat in Ffm. war, verbrachte seine Kindheit in Ffm. Seit 1912 Schüler des Lessing-Gymnasiums. Weil er unter schlecht ausgefallenen Lateinarbeiten die Unterschrift seiner Mutter gefälscht hatte, musste er die Schule bald wieder verlassen und wurde in die Kadettenkorps in Berlin und Karlsruhe geschickt. S. schloss sich der radikalen Rechten an, kämpfte als Freiwilliger in Freikorps im Baltikum und war am Kapp-Putsch beteiligt. Zu Beginn der 1920er Jahre lebte S. wieder in Ffm., wo er bei einer Versicherungsgesellschaft angestellt war. Damals war er im rechtsradikalen Feme-Terror aktiv. Insbesondere war er in den Bad Nauheimer „Fememord” (4.3.1922) verwickelt, bei dem Mitglieder der rechtsradikalen Organisation „Consul”, darunter S., ein ehemaliges Mitglied umzubringen versuchten. Wegen seiner Beteiligung am Rathenau-Mord (24.6.1922) wurde S. zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt. Im „Nauheimer Mordversuchsprozess” vor dem Gießener Landgericht (22.-31.3.1927) wurde diese Zuchthausstrafe auf insgesamt sechs Jahre und drei Monate erhöht.
Erst nach seiner Entlassung aus dem Zuchthaus (1928) wurde S. schriftstellerisch tätig („Die Geächteten”, 1930).
Seine Ffter Kindheitserinnerungen schildert er in seinem äußerst erfolgreichen wie heftig umstrittenen Roman „Der Fragebogen” (1951), einem autobiographischen Bericht, der wie der Fragebogen der amerikanischen Militärregierung in 131 Fragen zur Person gegliedert ist und als S.s sarkastische Abrechnung mit den Entnazifizierungsmethoden der Besatzungsmächte gedeutet wurde.

Artikel aus: Frankfurter Biographie 2 (1996), S. 237, verfasst von: Sabine Hock.
Dieser Artikel wurde noch nicht abschließend für das Frankfurter Personenlexikon überarbeitet.
Array
(
    [de] => Array
        (
            [0] => Array
                (
                    [value] => literfasst
                )

        )

)

Lexika: Franz, Eckhart G. (Hg.): Die Chronik Hessens. [Ffm./]Dortmund 1991.Franz (Hg.): Chronik Hessens 1991, S. 342, 354. | Harenberg, Bodo (Hg.): Chronik des 20. Jahrhunderts. 13., erg. u. aktualisierte Aufl. Dortmund 1993.Harenberg (Hg.): Chronik d. 20. Jh. 1993, S. 39, 756, 1052, 1053. | Harenberg Schlüsseldaten 20. Jahrhundert. Das Lexikon über unser Jahrhundert. Hg.: Bodo Harenberg. Dortmund 1993.Harenberg Schlüsseldaten 20. Jh. 1993, S. 435. | Harenbergs Lexikon der Weltliteratur. Autoren – Werke – Begriffe. Kuratorium: François Bondy, Ivo Frenzel, Joachim Kaiser, Lew Kopelew, Hilde Spiel. 5 Bde. Dortmund 1989.Harenbergs Lex. d. Weltliteratur 4, S. 2544. | Kürschners Deutscher Literatur-Kalender. Hg. v. Joseph Kürschner u. a. Berlin/Leipzig 1905-1973.Kürschner: Lit. 1958; 1973 (Nekr.). | Wilpert, Gero von: Deutsches Dichterlexikon. Biographisch-bibliographisches Handwörterbuch zur deutschen Literaturgeschichte. 3., erw. Aufl. Stuttgart 1988. (Kröners Taschenausgabe, Bd. 288).Wilpert: Dt. Dichterlex., S. 683f.
Literatur:
                        
Wer ist’s? Titel auch: Degener’s Wer ist’s? Titel ab 1923: Wer ist wer? Wechselnde Untertitel: Zeitgenossenlexikon. / Unsere Zeitgenossen. / Das deutsche Who’s who. Leipzig, ab 1928 Berlin 1905-93.Wer ist wer? 1969/70; 1971/73 (Nekr.).
Quellen: ISG, Einwohnermeldekartei („Nullkartei“), ca. 1870-1930.ISG, Nullkartei. | ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).ISG, S2/4.464.

GND: 118605151 (Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek).

© 2020 Frankfurter Bürgerstiftung und bei dem Autor/den Autoren
Empfohlene Zitierweise: Hock, Sabine: Salomon, Ernst von. Artikel aus der Frankfurter Biographie (1994/96) in: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), http://frankfurter-personenlexikon.de/node/985

Stand des Artikels: 23.11.1994