Rainer Gebhardt

Geboren 1953 in Annaberg-Buchholz. Studium an der Technischen Hochschule Karl-Marx-Stadt (Diplom-Mathematiker). Assistent an der Sektion Mathematik, Wahrscheinlichkeitsrechnung und Statistik. 1980 Promotion zum Dr. rer. nat. mit dem Thema „Untersuchungen zur Konstruktion von Strategien der sequentiellen Versuchsplanung“. Von 1980 bis 1991 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Forschungsinstitut für Textiltechnologie Karl-Marx-Stadt (jetzt Chemnitz) in der Abteilung Mathematische Statistik/Rechenzentrum mit den Arbeitsgebieten Versuchsplanung und -auswertung, Prozessanalyse und mathematische Modellierung. Programmierung eines Systems zur rechnergestützten automatisierten Textilprüfung. Entwicklung von IT-Konzepten für Textil- und Bekleidungsunternehmen. Daneben von 1983 bis 1990 Dozent an der Ingenieurschule für Textiltechnik Reichenbach, Außenstelle Chemnitz im Fach Statistik für Wirtschaftswissenschaften. Von 1992 bis 2021 Leiter Transferzentrum Textiltechnologie und Leiter Kommunikation /Prozessmanagement am Sächsischen Textilforschungsinstitut e. V., An-Institut der TU Chemnitz. Projektleiter und Koordinator zahlreicher nationaler und internationaler Projekte.
Seit der Gründung des Adam-Ries-Bundes e. V. 1991 ist Rainer Gebhardt dessen Vorsitzender. Aufgabe des Vereins ist u. a. die Erschließung, Bewahrung und Vermittlung des kulturellen Erbes des Rechenmeisters und Bergbeamten Adam Ries, der im 16. Jahrhundert in Annaberg lebte und wirkte. Rainer Gebhardt ist Nachfahre des Rechenmeisters in der 15. Generation. Ab 1992 betreibt er umfangreiche Forschungen zu Adam Ries sowie den Rechenmeistern der frühen Neuzeit und organisiert dazu regelmäßig wissenschaftliche Tagungen in Annaberg-Buchholz.
Neben zahlreichen Vorträgen und Artikeln zur Informatik, zur Modellierung textiler Prozesse und zu den Rechenmeistern der frühen Neuzeit publizierte Rainer Gebhardt „Friedrich Saalborn – Vom Arbeiten mit Holz und Farbe“ (2015), „Die gedruckten Bücher von Adam und Isaak Ries“ (2017), „25 Jahre Annaberger Rechenmeister-Kolloquien 1992-2017“ (mit Menso Folkerts, 2017), „Der Freiberger Notar Johan Otto und sein Rechenbuch von 1579“ (2020) und „Adam Ries Coß 1“ (mit Bernd Rüdiger, Menso Folkerts und Martin Hellmann, 2023). Er ist Herausgeber der „Schriften des Adam-Ries-Bundes“ (32 Bände) und „Quellen zum Leben und Wirken Adam Ries’ und seiner Söhne“ (6 Bände). Mitherausgeber von „Der Rechenmeister – Schriften des Adam-Ries-Museums“ (31 Hefte), „Erzgebirgische Genealogien“ (19 Hefte), „Quellen zur Orts- und Familiengeschichte“ (70 Hefte) und „Jahrbuch des Adam-Ries-Bundes“ (16 Bände).
Stadtpreis für Publikation von Annaberg-Buchholz für „Das Neue Adam-Ries-Nachfahrenbuch“ (mit Georg Gehler und Wolfgang Lorenz, 1998). Preis für „verdienstvolle ehrenamtliche Arbeit zur Förderung des sächsischen Museumswesens“ durch das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst (2008). Sachsen-Ass in der Kategorie „Kunst und Kultur“ (2010). Ernennung zum Honorarprofessor für die Geschichte der Mathematik an der TU Dresden (2010). Ernennung zum Botschafter des Erzgebirges (2011). Eintrag in das Goldene Buch der Stadt Annaberg-Buchholz (2018). Bundesverdienstkreuz am Bande durch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (2019).
Stand: 12.2.2026

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