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Aufenanger, Georg

Georg Aufenanger

Georg Aufenanger
Fotografie (in Privatbesitz).

© Gaby Reichardt, Hochheim-Massenheim.
Aufenanger, Georg. Theaterleiter, Regisseur und Schauspieler. * 27.10.1913 Ffm., † 14.1.2012 Mainz.
Abitur an der Klinger-Oberrealschule in Ffm. Beginn einer Ingenieursausbildung mit einem praktischen Jahr bei der Maschinenfabrik Walther & Co. in Oberrad. Von 1934 bis 1937 Schauspielstudium an der Hochschule für Theater der Stadt Ffm. Daneben Mitwirken in kleinen Rollen an den Städtischen Bühnen, insbesondere am Kleinen Haus (ehem. Neuen Theater) und bei den Römerbergfestspielen, u. a. als Schüler in „Faust I“ (Regie: Hans Meissner, 30.7.1935). Erste Engagements als Schauspieler in Schwerin (1937/38), Elbing (1938/39) und Leipzig (1939/40). Kriegsdienst. Rückkehr nach Ffm. Tätigkeit als freier Mitarbeiter bei Radio Fft. Seit 1947/48 arbeitete A. wieder als Schauspieler, zunächst bei Fritz Rémond am Kleinen Theater im Zoo, dann auch bei den Städtischen Bühnen und am Theater am Roßmarkt. Seit 1950 widmete sich A., inzwischen auch als Regisseur tätig, verstärkt der Wanderbühnenbewegung. Für die neu gegründete Hessische Volksbühne inszenierte er 1951 die musikalische Komödie „Der Mann mit dem Zylinder“ von Scheu/Nebhut mit Liesel Christ und Wolfgang Bieger in den Hauptrollen, die nach der erfolgreichen Premiere in Bad Orb insgesamt 80 Vorstellungen im Rhein-Main-Gebiet erlebte. Kurzzeitig leitete A. selbst ein privates Theaterunternehmen, die Hessischen Kammerspiele, die er jedoch zugunsten der Arbeit für die neue Landesbühne Rhein-Main unter der Trägerschaft des Ffter Bunds für Volksbildung auflöste. Bei der Eröffnungspremiere der Landesbühne mit Lessings „Minna von Barnhelm“ (30.10.1953) spielte A. nur eine kleine Rolle (als Bedienter). Im Hintergrund war er jedoch als Organisationsleiter unter der Direktion von Carl Tesch und Intendanz von Siegfried Nürnberger wesentlich am Aufbau der Landesbühne beteiligt, die im volksbildenden Auftrag gute Theatervorstellungen in kleinere Städte und ländliche Gebiete des Rhein-Main-Gebiets bringen sollte. Neben seinen organisatorischen Aufgaben wirkte A. bei der Landesbühne weiterhin als Darsteller, oft in besseren Nebenrollen (u. a. als Dr. Kegel in „Die Ratten“, Regie: Karl Striebeck, 1955, als Verteidiger in dem Kriminalstück „Der Prozeß Mary Dugan“, Regie: Willi Drost, 1957, als Schreiber Licht in „Der zerbrochne Krug“, Regie: Siegfried Nürnberger, 1957, und als Dr. Fleischer in „Der Biberpelz“, Regie: Kurt Heinz Welke, 1958), bald als Regisseur, gelegentlich von Klassikern (wie Lessings „Emilia Galotti“, 1956), vor allem aber von Lokalstücken und Schwänken (wie Malss’ „Der alte Bürgercapitain“, 1955, und Scheu/Nebhuts „66 oder Die Preußen kommen“, 1958, für das Fernsehen aufgezeichnet vom HR 1959), sowie später auch als Dramaturg; außerdem trat er gelegentlich bei Ffter Mundartlesungen auf, u. a. zum 140. Geburtstag von Friedrich Stoltze (mit Liesel Christ und Willi Drost, 1956). Nachdem er bereits während der anhaltenden „Intendantenkrise“ seit Nürnbergers Wechsel nach Mainz 1955 zeitweise weitergehende Leitungsfunktionen übernommen hatte, stieg A. am 1.4.1959 zum Intendanten der Landesbühne Rhein-Main auf. Sein erklärtes Ziel war es, „die Landesbühne zu einem wahren Theater des Volkes zu machen“. Dabei stand zunächst die volksbildende Wanderbühnenarbeit weiterhin im Mittelpunkt. Noch während A.s Amtszeit wurde allerdings mit der Planung und dem Bau eines eigenen Theaters als fester Spielstätte für die Landesbühne am Eschenheimer Turm begonnen. Zur Spielzeit 1961/62 ging A., der einen finanziell wie personell konsolidierten Theaterbetrieb hinterließ, in der Nachfolge Nürnbergers als Intendant an das Städtische Theater Mainz (bis 1973). Die Intendanz der Landesbühne Rhein-Main übernahm der bisherige Oberspielleiter Kurt Heinz Welke.

Artikel aus: Frankfurter Personenlexikon, verfasst von Sabine Hock.

Literatur:
                        
Bayerl, Sabine/Braun, Karlheinz/Schiedermair, Ulrike [Hg.]: Das TAT. Das legendäre Ffter Theaterlabor. Leipzig 2016.Hock, Sabine: Vier Theaterdirektoren und eine Volksschauspielerin. Die Anfangsjahre [der Landesbühne Rhein-Main, des späteren Theaters am Turm]. In: Bayerl/Braun/Schiedermair [Hg.]: TAT 2016, S. 54f. | Devaux, Danielo: 90 Jahre – Ein Leben in Stichworten (1921-2012). Norderstedt [2012].Devaux: Ein Leben in Stichworten 2012, S. 125, 137, 148, 150f., 154. | Hock, Sabine: Liesel Christ / Volksschauspielerin. Eine Biographie. Ffm. 2004.Hock: Liesel Christ 2004, S. 40f., 44, 86, 95f., 101f., 106f. | Meissner, Hans: Die Hochschule für Theater der Stadt des deutschen Handwerks Ffm. in den Jahren 1933-1940. Ffm. 1940.Meissner: Hochschule für Theater 1940, S. 16. | Mohr, Albert Richard (Hg.): Die Römerberg-Festspiele Ffm. 1932-1939. Ein Beitrag zur Theatergeschichte in Bildern und zeitgenössischen Berichten. Ffm. [1968].Mohr: Römerberg-Fsp. 1968, S. 82, 144, 162. | Mohr, Albert Richard: Das Ffter Schauspiel 1929-1944. Eine Dokumentation zur Theatergeschichte mit zeitgenössischen Berichten und Bildern. Ffm. [Copyright 1974].Mohr: Schausp. 1974, S. 183. | Wer ist’s? Titel auch: Degener’s Wer ist’s? Titel ab 1923: Wer ist wer? Wechselnde Untertitel: Zeitgenossenlexikon. / Unsere Zeitgenossen. / Das deutsche Who’s who. Leipzig, ab 1928 Berlin 1905-93.Wer ist wer? 1969/70, S. 27; 1992/93, S. 35.
Quellen: Die Volksbühne. Zeitschrift der Volksbühne Ffm. Hg.: Ffter Bund für Volksbildung, Abt.: Volksbühne. Ffm. 1951-69.Georg Aufenanger. Neuer Intendant der Landesbühne Rhein-Main. In: Die Volksbühne 8 (1958/59), H. 9, Mai 1959, S. 162f. | Die Volksbühne. Zeitschrift der Volksbühne Ffm. Hg.: Ffter Bund für Volksbildung, Abt.: Volksbühne. Ffm. 1951-69.[Zum Abschied des Intendanten Georg Aufenanger von der Landesbühne Rhein-Main.] In: Die Volksbühne 10 (1960/61), H. 9, Mai 1961, S. 193f. (m. Abb. auf dem Titelblatt des Hefts). | Ffter Allgemeine Zeitung. Ffm. 1949-heute.Meldung über die Wahl von Georg Aufenanger zum Intendanten des Städtischen Theaters in Mainz: FAZ, 1.10.1960. | Landesbühne Rhein-Main, Spielplanvorschauen, Programmhefte u. ä., Ffm., 1953-ca. 1965/66.Kurzbiographie in: Landesbühne Rhein-Main, Spielplan 1956/57, o. S. | Frdl. Mitteilungen an d. Verf.Mitteilungen von Georg Aufenanger und Gaby Reichardt, Hochheim-Massenheim, 29.3.2003. | Frdl. Mitteilungen an d. Verf.Mitteilungen von Gaby Reichardt, Hochheim-Massenheim, 15.12.2015.

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Empfohlene Zitierweise: Hock, Sabine: Aufenanger, Georg. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), http://frankfurter-personenlexikon.de/node/9250

Stand des Artikels: 7.1.2016
Erstmals erschienen in Monatslieferung: 01.2016.