Schatzki, Walter

Schatzki, Walter (eigentl.: Walther). Buchhändler. Diese Angaben konnten anhand von Dokumenten zweifelsfrei bestätigt werden.* 26.8.1899 (Siegen-)Klafeld/Westfalen, † 29.1.1983 New York.
Kaufmännische Lehre (1915-17). Kriegsdienst (1917-19). Kurze Ausbildung in einer Jenaer Buchhandlung. Seit 1919 Studium an den Handelshochschulen in München und Ffm. Mitgliedschaft im Wandervogel und Tätigkeit als „fahrender Buchhändler mit Rucksack und Geige” für die Deutsche Wanderbuchhandlung. 1920 gründete Sch. aus den Mitteln der Erbschaft seiner Großmutter die „Jugendbücherstube” in der Biebergasse 13/Ecke Rathenauplatz in Ffm., der er 1923 ein Antiquariat anschloss. Er spezialisierte sich auf alte Kinderbücher und war bald als hervorragender Kenner auf diesem Fachgebiet geschätzt. Unter verändertem Firmennamen „Bücherstube Walter Schatzki, Jugendbücherstube” erweiterte Sch. dann das Geschäft zur allgemeinen Buchhandlung für Literatur und Geisteswissenschaften und verlegte es 1927 in einen größeren Ladenraum in der Börsenstraße/Ecke Börsenplatz. 1932 Verkauf seiner ersten Kinderbüchersammlung (Sch.-Sammlung) an die New York Public Library. Am 1.4.1933, beim ersten nationalsozialistischen Boykott gegen jüdische Geschäfte, wurde Sch. von pöbelnden Studenten aus seiner Buchhandlung vertrieben. Unter verstärktem nationalsozialistischem Druck musste er die Firma 1936 abgeben; sie wurde von seinen Mitarbeitern Richard Schumann und zunächst Gerhard Dross, dann seit 1939 Heinrich Cobet übernommen und als „Ffter Bücherstube Schumann & Cobet GmbH“ in seinem Sinne weitergeführt. Im Dezember 1937 in die USA emigriert, gründete und leitete Sch. in New York das berühmt gewordene Antiquariat „Walter Schatzki, Old and Rare Books, Prints and Autographs” unter Spezialisierung auf Musikautographen, Grafiken und Kinderbücher (1938-76).
Mitglied von Buchhändlervereinigungen sowie des Rotary Clubs (1929-34) in Ffm. Gründer (1949) und Präsident (1962-64) der „Antiquarian Booksellers Association of America”.
Verfasser von Spezialkatalogen und zahlreichen Artikeln in Fachzeitschriften.

Artikel aus: Frankfurter Biographie 2 (1996), S. 263, verfasst von: Sabine Hock.
Dieser Artikel wurde noch nicht abschließend für das Frankfurter Personenlexikon überarbeitet.
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Lexika: Biographisches Handbuch der deutschsprachigen Emigration nach 1933 / International Biographical Dictionary of Central European Emigrés 1933-1945. 3 Bde. München/New York/London/Paris 1980-83.Emigrantenlex. I, S. 641. | Fischer, Ernst: Verleger, Buchhändler & Antiquare aus Deutschland und Österreich in der Emigration nach 1933. Ein biographisches Handbuch. Elbingen 2011.Fischer: Verleger, Buchhändler u. Antiquare in der Emigration 2011, S. 284f.
Literatur:
                        
Gazzetti, Maria (Hg.): Fft. Literarische Spaziergänge. Mit (...) einer literarischen Spurensuche von Renate Chotjewitz Häfner. Ffm. 2005. (Fischer Taschenbuch 16935).Gazzetti (Hg.): Lit. Spaziergänge 2005, S. 50.
Quellen: ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).ISG, S2/9.169.

GND: 117110981 (Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek).

© 2021 Frankfurter Bürgerstiftung und bei dem Autor/den Autoren
Empfohlene Zitierweise: Hock, Sabine: Schatzki, Walter. Artikel aus der Frankfurter Biographie (1994/96) in: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/1023

Stand des Artikels: 20.3.1995