Schiller, Benedict

Schiller, Benedict. Lehrer. Zeitungsherausgeber. Diese Angaben konnten anhand von Dokumenten zweifelsfrei bestätigt werden.~ 16.5.1734 Ffm., Diese Angaben konnten anhand von Dokumenten zweifelsfrei bestätigt werden.† 31.1.1809 Ffm.
Studium in Jena, Göttingen und Gießen. Gelehrte Reise durch die Pfalz, das Elsass und die Schweiz. Seit 1759 Lehrer am Ffter Gymnasium. Bereits 1760 vergebliche Bemühungen um die Konzession zur Herausgabe einer Zeitung. Gründer (1772) und Herausgeber des „Ffter Staats-Ristretto oder kurzgefasste Erzählung der neuesten und merkwürdigsten Nachrichten und Begebenheiten der Europäischen Staaten wie auch der Wissenschaften, der Künste und nützlichen Erfindungen”, einer viermal wöchentlich erscheinenden „politischen Gelehrten Zeitung” (Johann Georg Schlosser, 3.5.1772), für deren Herausgabe Sch. auf sein Gesuch vom 2.12.1771 hin das kaiserliche Privileg am 7.4.1772 (verlängert 1781 und 1791 auf jeweils weitere zehn Jahre) erhalten hatte. Den Verlag des Blattes übertrug Sch. allerdings seiner Ehefrau und seinen Erben, da das Konsistorium die Zeitungsgeschäfte des Lehrers nicht billigte. Seine Zusage an das Konsistorium, selbst nicht für die Zeitung zu schreiben, hielt Sch. nicht und wurde deshalb wiederholt mit Geldbußen bestraft. 1775 wurde sein Redakteur, der Sprachlehrer Beyer, wegen eines anstößigen Artikels über Papst Clemens IV. auf der Mehlwaage in Haft gesetzt und später der Stadt verwiesen. Ansonsten avancierte das „Ffter Staats-Ristretto” aufgrund seiner vorzüglich knappen und klaren Berichterstattung mit einer Auflage von fast 4.000 Exemplaren bald zur gelesensten Ffter Zeitung, wobei es vor allem wegen seiner protestantischen Tendenz auch in den nordischen Hauptstädten geschätzt und sogar nach Amerika verbreitet wurde.
1787 übernahm Sch.s Sohn, der Hessen-Darmstädtische Rat Dr. jur. Georg Ludwig Sch. († 1812), die Zeitung, deren Nachfolgeblatt „Zeitung der freyen Stadt Ffm.” 1819 von Ludwig Börne redigiert wurde.

Artikel aus: Frankfurter Biographie 2 (1996), S. 280f., verfasst von: Sabine Hock.
Dieser Artikel wurde noch nicht abschließend für das Frankfurter Personenlexikon überarbeitet.
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Lexika: Schrotzenberger, Robert: Francofurtensia. Aufzeichnungen zur Geschichte von Ffm. Ffm. 1884.Über den Sohn Georg Ludwig Schiller: Schrotzenberger, S. 217.
Literatur:
                        
Bräuning-Oktavio, Hermann: Herausgeber und Mitarbeiter der Ffter Gelehrten Anzeigen 1772. Tübingen 1966. (Freies Deutsches Hochstift Ffm., Reihe der Schriften 20).Bräuning-Oktavio: Herausgeber u. Mitarbeiter d. Ffter Gelehrten Anzeigen 1966, S. 716-718. | Dietz, Alexander: Ffter Nachrichten und Intelligenz-Blatt. Festschrift zur Feier ihres 200jährigen Bestehens 1722/1922. Ffm. 1922.Dietz: Ffter Nachrichten 1922, S. 76. | Voelcker, Heinrich (Hg.): Die Stadt Goethes. Ffm. im 18. Jahrhundert. Hg. v. d. Stadt Ffm. (...) im Goethejahr 1932. Ffm. 1932. Unveränderter Nachdr. Würzburg 1982.Arthur Richel in: Voelcker (Hg.): Die Stadt Goethes 1932, S. 253f. | Zeitungsstadt Ffm. Zur Geschichte der Ffter Presse in fünf Jahrhunderten. Hg. v. Alfred Estermann im Auftrag der Ffter Sparkasse. Ffm. 1994.Zum Ffter Staats-Ristretto: Zeitungsstadt Ffm. 1994, S. 53, 62, 64, 166.

GND: 1236299752 (Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek).
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    Empfohlene Zitierweise: Hock, Sabine: Schiller, Benedict. Artikel aus der Frankfurter Biographie (1994/96) in: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), http://frankfurter-personenlexikon.de/node/1054

    Stand des Artikels: 19.4.1995