Schumann, Albert

Schumann, Albert. Zirkusdirektor. Diese Angaben konnten anhand von Dokumenten zweifelsfrei bestätigt werden.* 22.1.1858 Wien, Diese Angaben konnten anhand von Dokumenten zweifelsfrei bestätigt werden.† 15.8.1939 Neuenhagen bei Berlin.
Bereits seit den 1890er Jahren war Sch. mit seinem Zirkus in Ffm. bekannt geworden. Er gastierte 1893/94 in einem provisorischen Zirkusgebäude am noch unbebauten Straßenkarree der Kaiser-, Weser-, Taunus- und Elbestraße. Der große Erfolg dieses Gastspiels gab Sch. den Anlass zu ersten Plänen (ab 1896) für einen festen Zirkusbau in Ffm. Zur Finanzierung des Projekts gründete er schließlich die „Aktien-Gesellschaft für Zirkus- und Theaterbau” mit Sitz in Berlin und Ffm., die ein etwa 5.300 Quadratmeter großes Baugrundstück am Ffter Bahnhofsplatz erwarb und darauf 1904/05 ein Theater- und Zirkusgebäude nach den Plänen der Berliner Architekten Friedrich Kristeller und Hugo Sonnenthal errichten ließ. Das aufsehenerregende Gebäude war – nach dem Zirkus Renz in Berlin – der zweite feste Zirkusbau in Deutschland. Am 5.12.1905 wurde das „Albert-Sch.-Theater” eröffnet. Die Direktion übernahm der Raubtierdompteur Julius Seeth, dem als Geschäftsführer Victor Bressler zur Seite stand. Der Theatergründer Sch. selbst blieb Aufsichtsratsmitglied der „Aktien-Gesellschaft für Zirkus- und Theaterbau” und kam zu Gastspielen, bei denen er mit seinen berühmten Pferdedressurakten auftrat, häufig nach Ffm. (1906, 1907, 1908, 1910, 1912, 1913, 1926).
Das Sch.theater entwickelte sich zu einer weithin bekannten und beliebten Unterhaltungsbühne, wobei es seinen Schwerpunkt immer mehr vom Zirkus zum Varieté verlagerte. Neben Gastspielen international anerkannter Künstler und Artisten (u. a. Grock, Anna Pawlowa, Otto Reutter, Claire Waldoff sowie den Codonas, Fratellinis, Rastellis und Rivels) wurden Operetten und Revuen, aber auch Box- und Ringkampfveranstaltungen geboten. Am 22.3.1944 wurde der hintere Gebäudeteil des Sch.theaters mit der Bühne und dem Zuschauerraum zerstört. Die erhaltenen Restaurationsräume übernahmen 1945 die US-Streitkräfte (bis 1958). 1960 wurde der komplette Abriss des Sch.theaters beschlossen. Es wurde 1965 durch ein Bürohaus ersetzt.

Artikel aus: Frankfurter Biographie 2 (1996), S. 351f., verfasst von: Sabine Hock.
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Literatur:
                        
Rödel, Volker: Ingenieurbaukunst in Ffm. 1806-1914. Ffm. 1983. (Ffm. – Beiträge zur Stadtentwicklung).Rödel: Ing. 1983, S. 339-342.
Quellen: Ffter Zeitung. Ffm. (1856) 1866-1943.FZ, Stadtblatt, 18.8.1939. | ISG, Einwohnermeldekartei („Nullkartei“), ca. 1870-1930.ISG, Nullkartei, Mappe: Schumann II. | ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).ISG, S2/12.112. | ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S3 (mit Kleinschriften, bes. Zeitungsausschnitten, zur Ortsgeschichte).ISG, S3/2.536. | ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S3 (mit Kleinschriften, bes. Zeitungsausschnitten, zur Ortsgeschichte).ISG, S3/18.639. | ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S3 (mit Kleinschriften, bes. Zeitungsausschnitten, zur Ortsgeschichte).ISG, S3/18.640.

GND: 1050552865 (Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek).
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© 2021 Frankfurter Bürgerstiftung und bei dem Autor/den Autoren
Empfohlene Zitierweise: Hock, Sabine: Schumann, Albert. Artikel aus der Frankfurter Biographie (1994/96) in: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), http://frankfurter-personenlexikon.de/node/1182

Stand des Artikels: 19.9.1995