Sterling, Eleonore

Sterling, Eleonore, geb. Oppenheimer. Prof. Dr. phil. Soziologin. Politologin. * 10.3.1925 Heidelberg, † 27.12.1968 (Baden-Baden-)Ebersteinburg.
Das Kind jüdischer Eltern fand 1938 Aufnahme bei Verwandten in den USA. Die zurückgebliebenen Eltern wurden im Konzentrationslager Gurs/Südfrankreich ermordet.
Studium an der Columbia-Universität und an der New School for Social Research in New York. Bachelor und Master of Arts. 1953 Rückkehr nach Deutschland. Fortsetzung des Studiums in Ffm. bei Theodor W. Adorno, Max Horkheimer, Carlo Schmid und Otto Vossler. 1955 Promotion. Assistentin Carlo Schmids am Institut für politische Wissenschaft der Ffter Universität. Seit 1962 Dozentin für politische Bildung an der Hochschule für Erziehung in Ffm. 1968 Ruf als Professorin für politische Wissenschaft an die Pädagogische Hochschule Osnabrück. Noch im selben Jahr verstarb S. 43-jährig an einer schweren Krankheit.
Mit ihrer wissenschaftlichen und publizistischen Tätigkeit hat S. zu einem neuen Verständnis für das Judentum in Deutschland und zu einer christlich-jüdischen Verständigung nach 1945 beigetragen. Zu ihren wichtigsten Veröffentlichungen gehören „Er ist wie Du. Aus der Frühgeschichte des Antisemitismus in Deutschland“ (Phil. Diss., 1956; Neuaufl. u. d. T. „Judenhaß“, 1969 posthum), „Der unvollkommene Staat. Studien über Diktatur und Demokratie“ (1965) sowie „Kulturelle Entwicklung im Judentum von der Aufklärung bis zur Gegenwart“ (1969 posthum). Bearbeiterin der Neufassung von Ismar Elbogens „Geschichte der Juden in Deutschland“ (1966). Freie Mitarbeiterin der jüdischen Presse in Deutschland und im Ausland.
Mitherausgeberin der „Dokumente zur Geschichte der Ffter Juden 1933-1945“ (1963) und der Referatesammlung „Das gespaltene Gottesvolk“ (1966).
1959 Leo-Baeck-Preis des Zentralrats und der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland.
Eleonore-S.-Straße in Eschersheim.

Artikel aus: Frankfurter Biographie 2 (1996), S. 431, verfasst von: Birgit Weyel.
Dieser Artikel wurde noch nicht abschließend für das Frankfurter Personenlexikon überarbeitet.
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Literatur:
                        
Einzeln & Gemeinsam. 100 Jahre starke Frauen an der Goethe-Universität. Hg. v. Helma Lutz, Marianne Schmidbaur, Verena Specht-Ronique u. Anja Wolde zum 100-jährigen Bestehen der Goethe-Universität Ffm. Ffm. 2014.Hundert Jahre starke Frauen a. d. Goethe-Univ. 2014, S. 104f. | Kasper, Birgit/Schubert, Steffi: Nach Frauen benannt. 127 Straßen in Ffm. Hg. v. Frauenreferat der Stadt Ffm. Ffm. 2013.Kasper/Schubert: Nach Frauen benannt 2013, S. 36.
Quellen: ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).ISG, S2/4.721.

GND: 117273716 (Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek).

© 2021 Frankfurter Bürgerstiftung und bei dem Autor/den Autoren
Empfohlene Zitierweise: Weyel, Birgit: Sterling, Eleonore. Artikel aus der Frankfurter Biographie (1994/96) in: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/1332

Stand des Artikels: 15.8.1995