Stierle, Georg

Stierle, Georg. Kaufmann. Politiker. Diese Angaben konnten anhand von Dokumenten zweifelsfrei bestätigt werden.* 22.12.1897 Ffm., Diese Angaben konnten anhand von Dokumenten zweifelsfrei bestätigt werden.† 26.5.1979 Lich.
Sohn eines Bauschreiners.
Ausbildung als technischer Zeichner, abgebrochen infolge der Teilnahme am Ersten Weltkrieg (bis 1916). Bis 1933 arbeitete S. als kaufmännischer Angestellter der AG für kleine Wohnungen, zuletzt als Verwalter in der Römerstadt. Bereits 1913 hatte sich S. der Sozialistischen Arbeiterjugend angeschlossen. 1916 trat er der SPD bei. Während der Weimarer Republik wurde er Mitglied des Internationalen Sozialistischen Kampfbunds. 1931 trat er aus der SPD aus und war Mitbegründer der Sozialistischen Arbeiterpartei. Nach 1933 als Verwaltungsangestellter entlassen, betrieb S. ein Lebensmittel-Einzelhandelsgeschäft. 1936 wurde er wegen illegaler politischer Arbeit verhaftet und zu zehn Monaten Gefängnis verurteilt. Bis April 1939 war er in den Konzentrationslagern Lichtenberg und Sachsenhausen inhaftiert. Seit 1943 nahm er als Soldat am Zweiten Weltkrieg teil. 1945 Kriegsgefangenschaft. Wieder in Ffm., wurde S. Geschäftsführendes Vorstandsmitglied (1945-65) des Volks-Bau- und Spar-Vereins, einer Ffter Wohnungsbaugenossenschaft. Vorsitzender des Verbands der Südwestdeutschen Wohnungsunternehmen.
Nach 1945 erneut in die SPD eingetreten, initiierte S. in Bornheim die erste Stadtteilorganisation der Partei. 1946 Mitglied der Verfassungberatenden Versammlung des Landes Hessen. Von 1947 bis 1957 Vorsitzender des SPD-Unterbezirks Ffm. Mitglied des Bezirksvorstands Hessen-Süd und des SPD-Landesausschusses. Von 1949 bis 1961 Mitglied des Bundestags als Abgeordneter des Wahlkreises Ffm.-Ost. Mitglied der Ausschüsse für Bau- und Bodenrecht sowie für Wohnungsbau und Siedlungswesen. Nach 1961 Delegierter des SPD-Unterbezirks Ffm. und Stadtteilarbeit im Distrikt Ostend. S. galt als maßgeblicher Förderer des späteren Ffter Oberbürgermeisters Walter Möller, dessen Schwager er war.
Seine letzten Lebensjahre widmete S. der Geschichte der Arbeiterjugendbewegung in Ffm., u. a. als Mitgestalter einer Ausstellung.
1957 Ehrenplakette der Stadt Ffm. (überreicht 1958).

Artikel aus: Frankfurter Biographie 2 (1996), S. 437, verfasst von: Felix Blömeke.
Dieser Artikel wurde noch nicht abschließend für das Frankfurter Personenlexikon überarbeitet.
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Lexika: Lengemann, Jochen: Das Hessen-Parlament 1946-1986. Biographisches Handbuch des Beratenden Landesausschusses, der Verfassungberatenden Landesversammlung Groß-Hessen und des Hessischen Landtags. 1.-11. Wahlperiode. Ffm. 1986. (Die Hessen-Bibliothek im Insel Verlag).Lengemann: Hessen-Parlament, S. 401.
Literatur:
                        
Beier, Gerhard: Arbeiterbewegung in Hessen. Zur Geschichte der hessischen Arbeiterbewegung durch 150 Jahre (1834-1984). Ffm. 1984. (Die Hessen-Bibliothek im Insel Verlag).Beier: Arbeiterbewegung 1984, S. 571f. | Bromberger, Barbara: Nieder mit Hitler! Ffter Arbeiterbewegung im Widerstand gegen den Faschismus 1933-1945. Hg. v. Barbara Bromberger u. dem Verein für Ffter Arbeitergeschichte. 2., überarb. u. erw. Aufl. Ffm. 2004.Bromberger: Arbeiterbewegung im Widerstand 2004, S. 79, 85, 88, 180, 281. | Ulrich, Axel: Politischer Widerstand gegen das „Dritte Reich“ im Rhein-Main-Gebiet. 3., unveränderte Aufl. Wiesbaden 2008.Ulrich: Polit. Widerstand im Rhein-Main-Gebiet 2005, 3. Aufl. 2008, S. 54.
Quellen: ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).ISG, S2/1.332.

GND: 1132830966 (Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek).
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© 2021 Frankfurter Bürgerstiftung und bei dem Autor/den Autoren
Empfohlene Zitierweise: Blömeke, Felix: Stierle, Georg. Artikel aus der Frankfurter Biographie (1994/96) in: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/1348

Stand des Artikels: 22.3.1995