Tiedemann, Friedrich (von)

Tiedemann, Friedrich (seit 1832: von). Geheimer Rat. Prof. Dr. med. Mediziner. Anatom. Physiologe. Zoologe. * 23.8.1781 Kassel, † 22.1.1861 München.
Von 1798 bis 1804 Studium der Naturwissenschaften und der Medizin in Marburg, Bamberg und Würzburg. Promotion. Zunächst Privatdozent in Marburg. 1804/05 Studienreisen nach Würzburg und Paris. Von 1805 bis 1816 Professor für Anatomie und Zoologie an der Universität Landshut. 1816 folgte T. einem Ruf an die Universität Heidelberg, wo er zeitweise der medizinischen Fakultät als Dekan vorstand. Aufgrund einer Augenerkrankung zog er sich seit 1835 von der Lehrtätigkeit zurück. 1849 siedelte T. nach Ffm. über, wo ihm anlässlich seines 50. Doktorjubiläums am 22.1.1854 eine Erinnerungsmedaille mit seinem Porträt überreicht wurde. 1856 zog er nach München.
Mitglied der Akademien der Wissenschaften in München (1812), Göttingen (1816) und Berlin (1856).
Zahlreiche Fachveröffentlichungen, u. a. „Anatomie und Naturgeschichte der Vögel“ (1812), „Anatomie und Bildungsgeschichte des Gehirns im Fötus des Menschen nebst einer vergleichenden Darstellung des Hirnbaus von Tieren“ (1825), „Physiologie des Menschen“ (1830-36) und „Geschichte des Tabaks und anderer ähnlicher Genußmittel“ (1854).
1832 Ritter des Verdienstordens der bayerischen Krone. 1833 Ehrenbürger der Stadt Heidelberg. 1851 Orden Pour le Mérite.
Die Porträtmedaille (von Eduard Schmidt von der Launitz, 1854), die T. zu seinem 50. Doktorjubiläum erhielt, befindet sich seit 1880 im Besitz des HMF.

Artikel aus: Frankfurter Biographie 2 (1996), S. 480, verfasst von: Fritz Koch.
Dieser Artikel wurde noch nicht abschließend für das Frankfurter Personenlexikon überarbeitet.
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Lexika: Allgemeine Deutsche Biographie. Hg. durch die Historische Commission bei der Königlichen Akademie der Wissenschaften. 56 Bde. München/Leipzig 1875-1912.Julius Leopold Pagel in: ADB 38 (1894), S. 277f. | Drüll, Dagmar: Heidelberger Gelehrtenlexikon 1802-1932. Berlin/Heidelberg/New York/Tokyo 1986.Drüll: Heidelberger Gelehrtenlexikon 1802-1932, S. 269f. | Das gelehrte Teutschland oder Lexikon der jetzt lebenden teutschen Schriftsteller. Angefangen von Georg Christoph Hamberger, fortgeführt von Johann Georg Meusel. 23 Bde. Reprografischer Nachdr. d. 5. Aufl. [von 1796-1834]. Hildesheim 1965-66.Hamberger/Meusel XXI, S. 74f. | Meyers Großes Konversations-Lexikon. Ein Nachschlagewerk des allgemeinen Wissens. 6., gänzlich neubearb. u. verm. Aufl. 20 Bde. mit 1 Ergänzungsband u. 3 Jahres-Supplementbänden. Leipzig/Wien 1905-09/13.Meyers Großes Konversations-Lex. 1905-09, Bd. 19 (1909), S. 528.
Literatur:
                        
Archiv für Fft.s Geschichte und Kunst. Bisher 78 Bde. Ffm. 1839-2019.Beschreibung der Jubiläumsmedaille (von Eduard Schmidt von der Launitz/Carl Friedrich Voigt, 1854): AFGK 7 (1855), S. 80-82. | Joseph, Paul/Fellner, Eduard: Die Münzen von Ffm. nebst einer münzgeschichtlichen Einleitung und mehreren Anhängen. 3 Bde. Ffm. 1896/1903. Neudr. Ffm. 1973.Joseph/Fellner: Die Münzen von Ffm. 1896. | Schmidt, Isolde: Eduard Schmidt von der Launitz 1797-1869. Ein Beitrag zur Skulptur des 19. Jahrhunderts in Ffm. Ffm. 1992. (Studien zur Ffter Geschichte 29).Schmidt: Eduard Schmidt von der Launitz 1992, S. 205, Kat. Nr. 100.
Internet: Hessische Biografie, ein Kooperationsprojekt des Instituts für Personengeschichte in Bensheim und des Hessischen Landesamts für geschichtliche Landeskunde in Marburg zur Erstellung einer umfassenden personengeschichtlichen Dokumentation des Landes Hessen. https://www.lagis-hessen.de/pnd/118867733Hess. Biografie, 23.9.2021.

GND: 118867733 (Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek).
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© 2021 Frankfurter Bürgerstiftung und bei dem Autor/den Autoren
Empfohlene Zitierweise: Koch, Fritz: Tiedemann, Friedrich (von). Artikel aus der Frankfurter Biographie (1994/96) in: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/1497

Stand des Artikels: 31.3.1996