Vogt, Günther

Vogt, Günther. Dr. phil. Journalist. Lokalhistoriker. * 13.3.1925 Heistenbach bei Diez/Lahn, † 19.12.1985 Poissy bei Paris (Frankreich), begraben in Ffm.-Nieder-Eschbach.
Sohn eines Lehrers.
V. kam 1929 mit seinen Eltern nach Ffm. Besuch der Wöhlerschule. 1943 Abitur. Kriegsdienst und Gefangenschaft. Studium der Germanistik, Volkskunde und Kunstgeschichte an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Ffm. 1953 Promotion mit einer Arbeit über die Ironie in der romantischen Komödie. In der Folgezeit arbeitete V. für verschiedene Ffter Zeitungen und war bei Funk, Film und Fernsehen beschäftigt. Von 1961 bis 1966 Feuilletonredakteur im Stadtblatt der FAZ. Danach wirkte er als freier Publizist und widmete sich vor allem lokalhistorischen und kunstgeschichtlichen Ffter Themen. Große Beachtung fand die 1970 erschienene architektur- und kulturgeschichtliche Dokumentation „Ffter Bürgerhäuser des 19. Jahrhunderts” (aufgrund von Fotografien von Paul Wolff, 1942).
Als ausgesprochener „Berufsfrankfurter” trug V. seit den Sechzigerjahren viel zu einer geschichtsbewussteren Haltung in Ffm. bei. Von 1975 bis zu seinem Tod war er Geschäftsführer der „Freunde Fft.s”. Er gehörte zu den maßgeblichen Initiatoren bei der Gründung der „Vereinigung der Freunde und Förderer des Stoltze-Museums“. Seit 1978 war er Mitarbeiter am Ffter Wörterbuch. Großes Engagement entwickelte V. für die Städtepartnerschaft zwischen Nieder-Eschbach (wo er seit 1964 wohnte) und der französischen Stadt Deuil-la-Barre bei Paris, die 1967 zustandekam. Bei der Eingemeindung Nieder-Eschbachs nach Ffm. 1972 wurde die Verbindung beibehalten und somit ist Deuil-la-Barre heute eine Partnerstadt Fft.s. In diesen Zusammenhang fiel auch V.s Vorsitz im Förderkreis für Europäische Partnerschaft. Bei einem offiziellen Freundschaftsbesuch in Deuil-la-Barre erlitt V. einen Herzinfarkt, an dessen Folgen er kurz darauf starb.
Weitere Veröffentlichungen, u. a. „Genius loci” (1966), „Fft. wie es lacht” (1972), „1200 Jahre Nieder-Eschbach” (1972), „Rund um den Stoltze-Turm und Ffm. historisch” (1979), „100 Jahre Freiwillige Feuerwehr Nieder-Eschbach” (1971 und 1981) sowie eine Reihe von Ausstellungskatalogen und Jubiläumsschriften. Zahlreiche Beiträge für das seit 1983 erscheinende „Fft.-Archiv“.
1986 (posthum) Stoltze-Preis der Freunde Fft.s.
Günther-V.-Ring in Nieder-Eschbach. Seit 1992 Place du Dr. V. in Deuil-la-Barre.

Artikel aus: Frankfurter Biographie 2 (1996), S. 515f., verfasst von: Reinhard Frost.
Dieser Artikel wurde noch nicht abschließend für das Frankfurter Personenlexikon überarbeitet.
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Quellen: ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).ISG, S2/1.090. | ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S3 (mit Kleinschriften, bes. Zeitungsausschnitten, zur Ortsgeschichte).ISG, S3/10.796 (Deuil-la-Barre).

GND: 1214246877 (Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek).
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Empfohlene Zitierweise: Frost, Reinhard: Vogt, Günther. Artikel aus der Frankfurter Biographie (1994/96) in: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/1607

Stand des Artikels: 3.7.1995