Zuckmayer, Carl

Goethepreisträger 1952.

Zuckmayer, Carl. Dramatiker. Schriftsteller. * 27.12.1896 Nackenheim/Rheinhessen, † 18.1.1977 Visp/Wallis.
Der Rheinhesse Z. kannte das nahe Ffm. bereits aus seinen Kinder- und Jugendjahren. Kurz nach Ende des Ersten Weltkriegs schrieb sich Z. als Jurastudent an der Ffter Universität ein, wo er im Wintersemester 1918/19 dem „Revolutionären Studentenrat” angehörte. Als er auf einer Studentenversammlung in der Aula der Universität das Verhalten streikender Arbeiter und Revolutionsführer verteidigte, wurde er von national gesinnten Studenten verprügelt. In Ffm. schloss er Freundschaft mit dem späteren SPD-Politiker und Widerstandskämpfer Carlo Mierendorff. In seiner Sachsenhäuser Studentenwohnung arbeitete Z., der das Jurastudium nur seinem Vater zuliebe aufgenommen hatte, an ersten dramatischen Versuchen. 1920 ging Z. nach Heidelberg, wo er bald darauf sein Studium abbrach, um sich ganz der Schriftstellerei zu widmen. Sein erster Bühnenerfolg, das Lustspiel „Der fröhliche Weinberg”, hatte am 23.12.1925, einen Tag nach der Berliner Uraufführung, im Ffter Schauspielhaus Premiere (unter der Regie von Heinz Hilpert). In Ffm. fand das Stück, genau wie in Berlin, begeisterte Zustimmung, während es in der Provinz in unzähligen Fällen für Theaterskandale sorgte. Für Z., der 1933 zunächst nach Österreich, 1938 in die Schweiz und schließlich in die USA auswanderte, war Ffm. im Oktober 1946 die erste deutsche Stadt, in der er sich nach dem Zweiten Weltkrieg bei einem Zwischenstopp aufhielt. Über seine Eindrücke aus dem schwer zerstörten Ffm. berichtet Z. in seiner 1966 erschienenen Autobiographie „Als wär’s ein Stück von mir”. Am 25.11.1947 fand in Ffm. die deutsche Erstaufführung von Z.s zwischen 1943 und 1945 entstandenem Drama „Des Teufels General” statt (UA: Zürich, 1946). In diesem Stück, einer kritischen Auseinandersetzung mit dem nationalsozialistischen Deutschland, verarbeitete Z. das Schicksal des aus Ffm. stammenden Fliegers Ernst Udet in der Figur des Generals Harras. Z. war seit dem Ersten Weltkrieg mit Udet befreundet gewesen.
1952 Goethepreis der Stadt Ffm.
Anlässlich seines 80. Geburtstags 1976 wurde Z. mit einer Ausstellung in der Deutschen Bibliothek in Ffm. geehrt.

Artikel aus: Frankfurter Biographie 2 (1996), S. 584, verfasst von: Reinhard Frost.
Dieser Artikel wurde noch nicht abschließend für das Frankfurter Personenlexikon überarbeitet.
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Lexika: Spiess, Volker (Hg.): Berliner Biographisches Lexikon. 2., überarb. u. erw. Aufl. Berlin 2003.Berliner Biogr. Lex., S. 469.
Literatur:
                        
Beier, Gerhard: Arbeiterbewegung in Hessen. Zur Geschichte der hessischen Arbeiterbewegung durch 150 Jahre (1834-1984). Ffm. 1984. (Die Hessen-Bibliothek im Insel Verlag).Beier: Arbeiterbewegung 1984, S. 614f. | Ulrich, Axel: Carlo Mierendorff kontra Hitler. Ein enger Mitstreiter Wilhelm Leuschners im Widerstand gegen das NS-Regime. Zum 75. Todestag Carlo Mierendorffs gemeinsam hg. v. den Landeszentralen für politische Bildung in Hessen und Rheinland-Pfalz. Unter Mitarbeit von Angelika Arenz-Morch. Mit einem Vorwort von Peter Steinbach. Wiesbaden 2018.Ulrich: Carlo Mierendorff kontra Hitler 2018. | Zuckmayer, Carl: Als wär’s ein Stück von mir. Horen der Freundschaft. Ffm. 1966.Zuckmayer: Als wär’s ein Stück von mir 1966.
Quellen: ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).ISG, S2/520.

GND: 118637304 (Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek).
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Die hier genannten Verweise wurden mit Hilfe des frei verfügbaren Datendienstes http://beacon.findbuch.de (Thomas Berger) erstellt.


© 2022 Frankfurter Bürgerstiftung und bei dem Autor/den Autoren
Empfohlene Zitierweise: Frost, Reinhard: Zuckmayer, Carl. Artikel aus der Frankfurter Biographie (1994/96) in: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/1807

Stand des Artikels: 15.8.1995