Günderrode, Friedrich Maximilian von

Günderrode, Friedrich Maximilian Freiherr von. Kaiserlicher Stadtschultheiß. Geheimer Rat. Jurist. Stadtpolitiker. Diese Angaben konnten anhand von Dokumenten zweifelsfrei bestätigt werden.* 14.12.1753 Ffm., Diese Angaben konnten anhand von Dokumenten zweifelsfrei bestätigt werden.† 9.5.1824 Ffm.
Drittes Kind des Ratsherrn und Schöffen Justinian von G. (1721-1802) und dessen Ehefrau Elisabetha Charlotta von G., geb. von Schneider (1735-1817). Verheiratet (seit 1796) mit Friederike Wilhelmine von G., geb. von Ketelhodt (1777-1827).
Gymnasium in Hanau und Karlsruhe. 1771 Studium der Rechte in Göttingen. 1773 Ausbildung am Reichskammergericht in Wetzlar. Seit 1775 Hofgerichtsassessor des Fürsten von Nassau-Usingen in Wiesbaden.
Seit 1785 Ratsherr, seit 1787 Schöffe in Ffm. Von 1789 bis 1803 vertrat G. die Stadt beim Oberrheinischen Kreis. Während der Revolutionskriege gehörte er 1792 und 1806 zu den diplomatischen Gesandtschaften Fft.s, die mit Frankreich wegen der Kriegskontributionen verhandelten. 1796 wurde er als Geisel für die Sicherheit einer Kontributionszahlung in Charlemont und Givet in Belgien gefangengehalten. 1797 vertrat er die Interessen Fft.s auf dem Rastatter Kongress. 1806 erlebte G. bei den Verhandlungen in Paris, wie sich die Nachbarstaaten Fft.s um die Annektierung der Reichsstadt bemühten. Daher erschien ihm die Herrschaft Dalbergs als das kleinere Übel. 1807 Stadtschultheiß und Geheimer Rat. 1810 Präfekt des Großherzogtums. Seit 1816 Präsident des Appellationsgerichts und der Gesetzgebenden Versammlung.
Das besondere Verdienst G.s lag in der Reform des städtischen Bildungswesens. Als Direktor des Konsistoriums (seit 1790) unterstanden ihm die Leitung des Kirchen- und Schulwesens sowie die Stadtbibliothek. Mit der Unterstützung des 1791 nach Ffm. berufenen Theologen Wilhelm Friedrich Hufnagel gründete er 1803 die Musterschule. Die privaten Quartiersschulen wurden abgeschafft und das städtische Gymnasium reformiert. 1813 wurde die erste städtische Volksschule eröffnet. Das Schulgesetz von 1812 war Grundlage des Ffter Volks- und Mittelschulwesens.
Den Titel eines kaiserlichen Stadtschultheißen durfte G. ehrenhalber führen.
Porträt (Kupferstich von Christophe Guérin nach einer Zeichnung von D. Bojanus) im HMF.
G.schule, eine Grundschule, im Gallusviertel.

Artikel aus: Frankfurter Biographie 1 (1994), S. 284f., verfasst von: Christina Klausmann.
Dieser Artikel wurde noch nicht abschließend für das Frankfurter Personenlexikon überarbeitet.
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Lexika: Allgemeine Deutsche Biographie. Hg. durch die Historische Commission bei der Königlichen Akademie der Wissenschaften. 56 Bde. München/Leipzig 1875-1912.Rudolf Jung in: ADB 49 (1904), S. 631f. | Neue Deutsche Biographie. Hg. v. d. Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Bisher 27 Bde. (bis Wettiner). Berlin 1953-2020.Dietrich Andernacht in: NDB 7 (1966), S. 260f.
Literatur:
                        
Mieles, Bernhard/Ritter, Carolin/Wolf, Christoph (Hg.): „Nachforschung der Wahrheit“. Von der alten Lateinschule zum Lessing-Gymnasium in Ffm. Festschrift zum 500-jährigen Jubiläum der Schule. Ffm. [Copyright 2020].Picard, Tobias: „...in demselben Institut eine höhere Real- und eine gelehrte Schule zu vereinigen suchen.“ Das städtische Gymnasium und die Ffter Schulreformen 1790-1820. In: Mieles u. a. (Hg.): FS Lessing-Gymnasium 2020, S. 199-228.
Quellen: ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).ISG, S2/1.388.
Internet: Das Ffter Patriziat, Seite mit Informationen (u. a. genealogische Datenbank) zum Ffter Patriziat, ein Projekt der Cronstett- und Hynspergischen evangelischen Stiftung Ffm., bearb. v. Andreas Hansert. http://www.frankfurter-patriziat.de/node/61885
Hinweis: Artikel über Friedrich Maximilian von Günderrode.
Ffter Patriziat, 5.2.2013.


GND: 11691033X (Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek).

© 2021 Frankfurter Bürgerstiftung und bei dem Autor/den Autoren
Empfohlene Zitierweise: Klausmann, Christina: Günderrode, Friedrich Maximilian von. Artikel aus der Frankfurter Biographie (1994/96) in: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/2682

Stand des Artikels: 30.9.1994