Fehlermeldung

Deprecated function: The each() function is deprecated. This message will be suppressed on further calls in FieldCollectionItemEntity->fetchHostDetails() (Zeile 378 von /var/www/vhosts/bec2659.online-server.cloud/frankfurter-personenlexikon.de/sites/all/modules/field_collection/field_collection.module).

Küsel, Herbert

Küsel, Herbert Otto Fritz. Signum: h. k. (auch: k., hk.). Journalist. Schriftsteller. Diese Angaben konnten anhand von Dokumenten zweifelsfrei bestätigt werden.* 29.6.1904 Berlin, Diese Angaben konnten anhand von Dokumenten zweifelsfrei bestätigt werden.† 4.6.1969 Ffm.
Seit 1934 Redakteur der Ffter Zeitung. Auf Reifenbergs Wunsch wurde K. „interner Zensor“ der FZ. Er redigierte das Blatt in zweifacher Hinsicht. Jeden Beitrag, der das nationalsozialistische Regime kritisieren konnte, las er mit den Augen der Machthaber unter dem Aspekt, was sie sich gerade noch an Kritik gefallen lassen würden, ohne gegen die Zeitung oder einzelne Redakteure vorzugehen. Jeden Beitrag, der auf Geheiß der Regierung geschrieben werden musste, las er im Hinblick auf die Gesinnung der Redaktion unter der Fragestellung, ob die missbilligende Haltung der FZ deutlich würde. Erst 1942, infolge des Personalmangels der Kriegsjahre, begann K., eigene Artikel zu veröffentlichen (zum 80. Geburtstag von Friedrich Meinecke, 30.10.1942; zum zehnten Jahrestag der Errichtung des Propagandaministeriums, 13.3.1943). Sein Artikel zum 75. Geburtstag von Dietrich Eckart am 23.3.1943 bewirkte die Schließung der FZ zum 31.8.1943. K. wurde vorgeworfen, er habe Eckart als „Phantasten, Morphinisten und Säufer“ dargestellt und den „Barden der Bewegung“ dadurch entmythisiert. Er wurde in „Schutzhaft“ genommen und Mitte April 1943 zum Kriegsdienst „entlassen“. Ende April 1943 beschwerte sich Gerdy Troost, die Witwe des Staatsarchitekten Paul Ludwig Troost, während eines Mittagessens in der Münchener „Osteria Bavaria“ bei Hitler über ein ihr missfallendes Feuilleton in der FZ, den besagten Artikel von K. über Dietrich Eckart. Daraufhin erteilte Hitler an Bormann spontan den Befehl, die FZ einstellen zu lassen. K. lebte nach der Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft wieder in Ffm. und wurde Mitherausgeber der Zeitschrift „Die Gegenwart“ (bis 1958). Seit 1959 war er Redakteur der FAZ.
Ein Sammelband „Zeitungs-Artikel“ von K. wurde 1973 von Dolf Sternberger herausgegeben.

Artikel aus: Frankfurter Biographie 1 (1994), S. 432f., verfasst von: Sabine Hock.
Dieser Artikel wurde noch nicht abschließend für das Frankfurter Personenlexikon überarbeitet.
Array
(
    [de] => Array
        (
            [0] => Array
                (
                    [value] => literfasst
                )

        )

)

Lexika: Kosch, Wilhelm: Biographisches Staatshandbuch. Lexikon der Politik, Presse und Publizistik. 2 Bde. Bern/München 1963.Kosch: Staatshdb., Bd. 2, S. 720.
Literatur:
                        
Gillessen, Günther: Auf verlorenem Posten. Die Ffter Zeitung im Dritten Reich. Berlin 1986.Gillessen: FZ im Dritten Reich 1986.
Quellen: ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).ISG, S2/3.454.

GND: 116592400 (Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek).
© 2024 Frankfurter Bürgerstiftung und bei dem Autor/den Autoren
Empfohlene Zitierweise: Hock, Sabine: Küsel, Herbert. Artikel aus der Frankfurter Biographie (1994/96) in: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/3003

Stand des Artikels: 10.8.1990