Freund, Robert

Freund, Robert. Maler, Bildhauer und Grafiker. * 2.4.1929 Ffm., † 7.3.1990 Ffm.
1949 Abitur. Von 1953 bis 1956 Schüler von Theo Garve an der Städelabendschule in Ffm. 1957/58 Studienaufenthalte in Moskau, Paris und München. 1959 Lehrtätigkeit in Malkursen an der Volkshochschule in Ffm. 1960 Übersiedlung nach Paris. Seit den 1960er Jahren bis 1980 Beschäftigung als Kunsterzieher an der Wöhler- und an der Ziehenschule in Ffm. Studienaufenthalte in Frankreich (1970) und auf Malta (1984). 1987 gründete F. die „Ffter Malakademie“, deren Kurse zunächst in seinem Atelier in der Schulstraße in Sachsenhausen stattfanden.
1957 erste Einzelausstellung (in Mannheim). Seitdem zahlreiche Ausstellungen und internationale Ausstellungsbeteiligungen, oft ausgezeichnet mit Diplomen und Preisen. Einzelausstellungen in Ffm. im Nebbien’schen Gartenhaus (1959, 1960), im Volksbildungsheim (1961), im Haus Dornbusch (1970), in der Nordweststadtbücherei (1974), in der Deutschen Bundesbank (1977), im Refektorium des Karmeliterklosters (als die bisher umfangreichste Einzelpräsentation, 1979), im Liberalen Zentrum Fft. (1981), der Saalbau GmbH im Haus Dornbusch („Menschenbilder 1969-1989“, 1989) u. a.; außerdem nahm F. häufig an den Jahresausstellungen der Ffter Künstler teil.
Mitglied des BBK Fft. und der International Art Guild (I. A. G.) in Monte-Carlo. 1985/86 Mitglied der Ffter Künstlergesellschaft.
Künstlerische Arbeiten von F. für öffentliche Bauten und im öffentlichen Raum in Ffm.: Mosaik im Saunabereich des neu errichteten Stadtbads Mitte (erster Preis im Wettbewerb und Auftrag 1959, Ausführung bis 1960; abgerissen 1995), Wandgestaltung in der Pausenhalle der Staatsbauschule (erster Preis im Wettbewerb 1961), Mosaik „Die Familie“ im Haus Dornbusch (1961), Mosaik „Die Familie“ im Haus Ronneburg in Eckenheim (1962), Betonplastik „Die Familie“ vor dem Haus Nidda in Bonames (1962; vor Ort erhalten), Kupferplastik für die Dankeskirche in Goldstein (1968).
Nach Anfängen mit Tierdarstellungen wurde in den 1960er Jahren die Suche nach dem Menschenbild zum zentralen Thema in F.s Werk. Nur in Ausnahmen, etwa in der Mosaikgestaltung im Stadtbad Mitte, fand F. zu einer rein abstrakten, formalen Bildkomposition. Nicht zuletzt in der politischen und gesellschaftlichen Situation der 1970er und 1980er Jahre durchzog er seine Figuren von Liniengeflechten, die den anonymen Menschengruppen einen melancholischen und tragischen Charakter verleihen. Im Angesicht dieser Bilder findet Günther Vogt „ein tiefes Humanum in diesem Werk“. Erst seit den 1980er Jahren setzte F. seine schließlich stark abstrahierten Paare in eine weite, lichtdurchflutete Meerlandschaft und schenkte ihnen im Blick auf die Weite des Horizonts einen romantisch anmutenden Hoffnungsschimmer. In diesen letzten Bildern zeigte der Maler sein großes koloristisches und kompositorisches Gespür. Sein Thema aber blieb jener „Irrgarten menschlicher Regungen“ (Günther Vogt), in dem F. zusammen mit vielen seiner Generation der deutschen Nachkriegskünstler so nachhaltig gefangen war.
1962 „Prix Roger Dilon“ im Grand Prix International de Peinture in Vichy. 1975 „Prix Spéciale de la Palme d’Or des Beaux-Arts“ in Monte-Carlo. 1984 Studienpreis der Heussenstamm-Stiftung.

Artikel aus: Frankfurter Personenlexikon, verfasst von Stephan Mann.

Lexika: Allgemeines Künstlerlexikon (AKL). Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker. Bisher 87 Bde. Berlin 1992-2015.Dankmar Trier in: Allg. Künstlerlex. | Vollmer, Hans: Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler des XX. Jahrhunderts. 6 Bde. Leipzig 1953-62.Vollmer 5 (1961), S. 495.
Literatur:
                        
Die bildenden Künstler in Ffm. Hg. v. d. Stadt Ffm., Dezernat für Kultur und Freizeit, Amt für Wissenschaft und Kunst. Bearb. v. Kurt Lotz u. Rudi Seitz. Ffm. 1982, 2. Aufl. 1989.Die bildenden Künstler in Ffm. 1982; 1989. | Begegnung mit dem Menschen. Ölbilder, Zeichnungen und Grafiken von Robert Freund. Hg. v. Internationalen Kultur- und Austauschzentrum e. V. Ffm. – Paris. [Ausstellungskatalog.] Ffm. 1969.Kat. Begegnung mit dem Menschen. Robert Freund 1969. | Robert Freund im Haus Dornbusch 1989. [Ausstellungskatalog.] Ffm. 1989.Kat. Robert Freund im Haus Dornbusch 1989. | Lohne, Hans: Mit offenen Augen durch Fft. Handbuch der Ffter Brunnen, Denkmäler und der Kunst am Bau. 2., erw. Aufl. Ffm. 1982.Lohne: Mit offenen Augen durch Fft. 1982, S. 188f. | Opalla, Jeannette: 150 Jahre Ffter Künstlergesellschaft [1857-2007]. Mit Beiträgen von Edelgard Bogner-Wende und Klaus-Ludwig Schulz. Hg. v. der 1822 Stiftung der Ffter Sparkasse (...). Ffm. 2007.Opalla: Ffter Künstlergesellschaft 2007, S. 163. | Robert Freund. [Ausstellung] im Refektorium des Karmeliterklosters vom 5. Oktober bis 4. November [1979]. [Ausstellungskatalog. Text: Günther Vogt. Ffm. 1979.]Vogt: Kat. Robert Freund 1979.
Quellen: ISG, Autograph im Bestand S4b (Autographen, 1683-1994).Einladung von Robert Freund an Kulturdezernent Hilmar Hoffmann, Ffm., 28.10.1974, zur Eröffnung von Freunds Ausstellung in der Nordweststadtbücherei: ISG, Autographensammlung, S4b/343. | ISG, Archiv der Ffter Künstlergesellschaft (mit dem Nachlass von deren langjährigem Vorsitzenden Heinrich Schopp), 1874-2006.ISG, Ffter Künstlergesellschaft, V2/286 (biographische Mappe mit Plakat). | ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).ISG, S2/10.521. | ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S3 (mit Kleinschriften, bes. Zeitungsausschnitten, zur Ortsgeschichte).ISG, S3/K 27.425 (Die Familie, Skulpturengruppe von Robert Freund am Bürgerhaus Nidda, Harheimer Weg).

GND: 141206020 (Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek).
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Empfohlene Zitierweise: Mann, Stephan: Freund, Robert. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), http://frankfurter-personenlexikon.de/node/3419

Stand des Artikels: 9.9.2020
Erstmals erschienen in Monatslieferung: 09.2020.