Weber-Andreae, Eduard

Weber-Andreae (bis 1920: Weber), Eduard. Kaufmann. Diese Angaben konnten anhand von Dokumenten zweifelsfrei bestätigt werden.* 23.2.1876 Duisburg, Diese Angaben konnten anhand von Dokumenten zweifelsfrei bestätigt werden.† 26.10.1943 Ffm.
Verheiratet (seit 1906) mit Helene Emma Andreae (1884-1970), der Tochter des Bankiers Rudolf Victor (auch: Viktor) Andreae(-Majer; 1853-1929), Teilhaber der Bankfirma J. Maggi-Minoprio, und dessen Ehefrau Cäcilie Charlotte, geb. Majer (1857-1942). Kinder: Helmuth Ernst Viktor Adolf W.(-A.; 1909-1994), Maler, Grafiker und Illustrator; Herbert W.(-A.); Lily Helene Charlotte Marie W.(-A.; 1916-2006), verheiratet (seit 1939) mit Felix Prentzel, dem späteren Vorstandsvorsitzenden der Degussa.
Schulbesuch in Duisburg. Kaufmännische Lehre in Hamburg. Verkaufstätigkeit in England, Indien und Peru. 1904 Eintritt in die Verkaufsabteilung der Chemischen Fabrik Griesheim-Elektron, wo er u. a. die Markteinführung der Naphthol-AS-Farbstoffe aus der 1905 erworbenen Anilinfabrik K. Oehler in Offenbach förderte. Enger Mitarbeiter von Theodor Plieninger. Seit 1905 Prokurist, dann seit 1910 stellvertretendes Vorstandsmitglied und Gesamtverkaufsleiter, schließlich seit 1915 ordentliches Vorstandsmitglied der Chemischen Fabrik Griesheim-Elektron. Von 1926 bis 1943 ordentliches Vorstandsmitglied der IG Farben. Dort Leiter der Verkaufsgemeinschaft (VG) Chemikalien sowie Vorsitzender im Chemikalien-Ausschuss, Mitglied im Arbeitsausschuss und im 1928 neu gebildeten Kaufmännischen Ausschuss des Vorstands. Verdient um das weltweite Chemikaliengeschäft der IG Farben.
Zahlreiche Aufsichtsratsmandate, u. a. bei der Deutschen Edelsteingesellschaft (als Vorsitzender), der AG für Chemische Industrie Schalke, der AG für Stickstoffdünger Knapsack, bei Kalle und Dynamit Nobel Preßburg. Mitglied im Arbeitsauschuss des Vereins zur Wahrung der Interessen der chemischen Industrie Deutschlands und im Industriellen Ausschuss für den Geschäftsverkehr mit den übrigen Wirtschaftszweigen der Reichsgruppe Industrie.
Erster Vorsitzender der Ffter Rudergesellschaft Germania.
Familiengrabstätte auf dem Ffter Hauptfriedhof (Gewann A 286).
Die Angaben zur Karriere von W.-A. im internationalen Chemikalienhandel bei der Chemischen Fabrik Griesheim-Elektron bzw. nach der Fusion ab 1926 bei der IG Farben richten sich weitgehend nach der Kurzbiographie von Jens Ulrich Heine (Heine: IG Farben, S. 150-152, Nr. V 77). Es sind bisher keine detaillierten biographischen Forschungen und Darstellungen von W.-A.s Tätigkeit und Rolle bei der IG Farben, auch in der NS-Zeit, bekannt.

Artikel aus: Frankfurter Personenlexikon, verfasst von Sabine Hock.

Lexika: Heine, Jens Ulrich: Verstand und Schicksal. Die Männer der I. G. Farbenindustrie A. G. (1925-1945) in 161 Kurzbiographien. Weinheim/New York/Basel/Cambridge 1990.Heine: IG Farben, S. 150-152, Nr. V 77.
Literatur:
                        
Die bildenden Künstler in Ffm. Hg. v. d. Stadt Ffm., Dezernat für Kultur und Freizeit, Amt für Wissenschaft und Kunst. Bearb. v. Kurt Lotz u. Rudi Seitz. Ffm. 1982, 2. Aufl. 1989.Kurzbiographie des Sohnes Helmuth Weber-Andreae in: Die bildenden Künstler in Ffm. 1982; 1989. | Dietz, Alexander: Geschichte der Familie Andreae, Ffter Zweig. Ffm. 1923. Zur Verbindung mit der Familie Andreae: Dietz: Geschichte der Familie Andreae 1923, S. 210. | Kiefer, Karl: Stammtafeln zur Geschichte der Familie Andreae, Ffter Zweig. Ffm. 1923.Kiefer: Stammtafeln zur Gesch. d. Familie Andreae 1923, Tafel VIIIa.
Quellen: ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).ISG, S2/14.043. | Frdl. Mitteilungen an d. Verf.Zur Familiengrabstätte auf dem Ffter Hauptfriedhof: Mitteilungen von Dieter Georg, Ffm., per E-Mail vom 15.4.2019.

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Empfohlene Zitierweise: Hock, Sabine: Weber-Andreae, Eduard. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), http://frankfurter-personenlexikon.de/node/8073

Stand des Artikels: 3.5.2019
Erstmals erschienen in Monatslieferung: 05.2019.