Andreae, Familie

Ursprünglich Buchdruckerfamilie aus Straßburg. 1653 ließ sich der Buchdrucker Johann A. d. J. in Ffm. nieder. Hier wirkten auch seine Nachkommen erfolgreich als Buchdrucker, Verleger und Buchhändler. Als der letzte Buchhändler der Familie starb 1793 Johann Benjamin A. d. J. (1735-1793), der die A.’sche Buchdruckerei und Verlagsbuchhandlung seinem Adoptivsohn Johann Georg Augustin Krebs (1755-1793) und dessen Nachfahren vermachte. Während die Buchhandlung nach mehreren Besitzerwechseln 1892 erlosch, bestanden Buchdruckerei (zuletzt unter der Firma „August Weisbrod Nachf.“, wohl mindestens bis 1953) und Schriftgießerei (zuletzt unter der Firma „Benjamin Krebs Nachf.“, bis 1933) bis ins 20. Jahrhundert fort.
Ein Zweig der Familie widmete sich seit 1762 dem Spezerei- und Farbwarenhandel, nachdem die Brüder Christof (auch: Christoph) A. (1736-1789) und Johann Matthias A. (1737-1806) die bedeutende Farbwarenhandlung von Ehrenfried Klotz († 1763) übernehmen konnten; von dessen Witwe erwarben sie 1765 auch das Geschäftshaus der Firma in der Töngesgasse 57 [Zur Weis(s)enau] nahe dem Liebfrauenberg. Als angesehene Kaufleute, die später zunehmend im Bankgeschäft tätig waren, etablierten sich die A. in der Ffter Stadtgesellschaft – nicht zuletzt dank einer vorteilhaften Heiratsstrategie (unter Einheirat in die Familien Bansa, Goll, de/von Neufville, Passavant, Schmidt-Polex, Willemer, Winckler u. a.). Seit dem 19. Jahrhundert profilierten sich einzelne Vertreter der Familie als vielseitige Gelehrte (wie der Jurist, homöopathische Arzt, Theologe und Sprachforscher Hermann Victor A.), innovative Unternehmer (wie der Ingenieur Abraham, gen. Brami, A.), begabte Künstler (wie der Maler Tobias, gen. Toby, A.) und renommierte Wissenschaftler (wie der Geologe und Paläontologe Achilles A.). Als Stifterin trat Magdalena Margaretha A., verw. Klotz, hervor, die ihr ansehnliches Vermögen der Niederländischen Gemeinde Augsburger Confession zu wohltätigen Zwecken vermachte. Nach ihr ist die A.straße in Bornheim benannt.
Haus zum Rosengarten in der Fahrgasse 89 als Stammhaus der Familie seit 1671 (abgerissen um 1900). Stammhaus der Buchdruckerei in der Alten Mainzer Gasse 39 (nicht erhalten). Stammhaus der Farbwarenhandlung „Gebr. Andreae“ und damit der heutigen Familie A. in der Töngesgasse 57 (nach alter Nummerierung; nicht erhalten). Villa A. am Schaumainkai 29 (1904; erhalten); das Gebäude gehört heute als Haupt- und Ausstellungshaus zum Komplex des Weltkulturen Museums. Villa A., erbaut als Sommersitz für den Bankier Albert A.-von Neufville (1854-1940), in Königstein/Taunus (Architekt: Franz von Hoven, 1891; erhalten); nach dem Verkauf durch den Erbauer Albert A.-von Neufville 1927 diente das Anwesen u. a. als Schülerheim des Vereins für Innere Mission (1946-87) und als Firmensitz des Immobilienunternehmers Jürgen Schneider (1987/89 bis zu dessen aufsehenerregender Pleite 1994).
Grabstätten der Familie auf dem Ffter Hauptfriedhof (u. a. Gewann A 286-290, C 89, D an der Mauer 179, D an der Mauer 202 und II GG 74-75).
Eine direkte Beziehung zu der württembergischen Theologenfamilie A. ist nicht nachzuweisen.

Artikel aus: Frankfurter Personenlexikon, verfasst von Sabine Hock.
Artikel in: Frankfurter Biographie 1 (1994), S. 24, verfasst von: Sabine Hock.

Lexika: Erche, Bettina: Der Ffter Hauptfriedhof. Hg. v. Ffter Denkmalforum, den Freunden Fft.s [u.] der Müller-Klein-Rogge-Stiftung. Supplementband zur Denkmaltopographie Stadt Ffm. Hg. v. Denkmalamt der Stadt Ffm. in Zusammenarb. m. d. Landesamt für Denkmalpflege in Hessen. Ffm. [Copyright 1999]. (Beiträge zum Denkmalschutz in Ffm., Bd. 11; / Teil der Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland).Denkmaltop. Hauptfriedhof, S. 102, 104f., 155, 192, 210, 223, 406. | Neue Deutsche Biographie. Hg. v. d. Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Bisher 26 Bde. (bis Vocke). Berlin 1953-2016.NDB 1 (1953), S. 278f. | Richel, Arthur: Katalog der Abteilung Fft. [der Ffter Stadtbibliothek]. Bd. 2: Literatur zur Familien- und Personengeschichte. Ffm. 1929.Richel, S. 8-11.
Literatur:
                        
Achterberg, Erich: Ffter Bankherren. Ffm. 1956, 2. Aufl. 1971.Achterberg: Ffter Bankherren 1956, 2. Aufl. 1971, S. 23-36. | Andreae, Wilhelm (unter Mitarb. v. Otto und Paul Andreae u. a.): Beiträge zur Genealogie und Geschichte der Familien Andreae. Als Manuskript gedruckt. Bd. I, H. I-III. Köln 1902.Andreae: Genealogie u. Geschichte d. Familien Andreae 1902, bes. S. 8-19. | Dietz, Alexander: Geschichte der Familie Andreae, Ffter Zweig. Ffm. 1923. Dietz: Geschichte der Familie Andreae 1923. | Dietz, Alexander: Ffter Handelsgeschichte. 4 Bde. Ffm. 1910-25, Neudr. 1970-74.Dietz: Handelsgesch. IV.2, S. 587f. | Genealogie. Deutsche Zeitschrift für Familienkunde. Jahrgänge 11/12-67. Göttingen, später Neustadt/Aisch, dann Insingen 1962/63-2018.Ziegler, Dieter/Köhler, Ingo: Heirats- und Verkehrskreise als Instrumente wirtschaftsbürgerlichen Aufstiegs: die Familie Andreae. In: Genealogie, Sonderheft 1998, S. 18-35. | Kiefer, Karl: Stammtafeln zur Geschichte der Familie Andreae, Ffter Zweig. Ffm. 1923.Kiefer: Stammtafeln zur Gesch. d. Familie Andreae 1923. | Lübbecke, Fried: Fünfhundert Jahre Buch und Druck in Ffm. Ffm. 1948.Lübbecke: Buch u. Druck 1948, S. 89-92, 223-227. | Paquet, Alfons: Die Ffterin. Ffm. 1947, Neuaufl. 1970.Porträt von Maria (eigentl.: Marie) Auguste Andreae, geb. Schmidt-Polex (1825-1857): Paquet: Die Ffterin 1947, Neuaufl. 1970, Abb. Nr. 44 m. Erläuterungen auf S. 125. | Wörner, Birgit: Ffter Bankiers, Kaufleute und Industrielle. Werte, Lebensstil und Lebenspraxis 1870 bis 1930. Wiesbaden/Ffm. [2011]. („Mäzene, Stifter, Stadtkultur“, Schriften der Ffter Bürgerstiftung und der Ernst Max von Grunelius-Stiftung, hg. v. Clemens Greve, Bd. 9).Wörner: Ffter Bankiers, Kaufleute u. Industrielle 2011.
Quellen: Ffter Allgemeine Zeitung. Ffm. 1949-heute.Alte Ffter Familien. Die Andreae. In: FAZ, 26.7.1950. | ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).ISG, S2/146 (Familie Andreae). | ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).ISG, S2/12.825 (Albert Andreae, Bankier, 1854-1940). | ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).ISG, S2/4.735 (Conrad Andreae, Bankier, 1862-?). | ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).ISG, S2/6.866 (Helmut Andreae, Journalist, Rundfunksprecher und -programmgestalter, 1901-1960). | ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).ISG, S2/1.912 (Carl Andreae-Schmidt, Bankier, Mitbegründer, Aufsichtsrats- und Vorstandsmitglied der „Elektrizitäts-AG vormals W. Lahmeyer & Co.“, 1845-1923).
Internet: Hessische Biografie, ein Kooperationsprojekt des Instituts für Personengeschichte in Bensheim und des Hessischen Landesamts für geschichtliche Landeskunde in Marburg zur Erstellung einer umfassenden personengeschichtlichen Dokumentation des Landes Hessen. https://www.lagis-hessen.de/pnd/1080843213Hess. Biografie, 12.1.2019. | Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. https://de.wikipedia.org/wiki/Albert_Andreae_de_Neufville
Hinweis: Artikel über Albert Andreae-von Neufville (1854-1940).
Wikipedia, 16.10.2019.


GND: 1080843213 (Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek).
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14 herausragende Vertreter der Familie in Ffm.

Andreae, Abraham, gen. Brami

Abraham, gen. Brami, Andreae

Abraham, gen. Brami, Andreae
Fotografie (aus Dietz: Geschichte der Familie Andreae 1923, Tafel vor S. 147).

© unbekannt. Das Foto wurde spätestens 1875 aufgenommen und in dem o. g. Buch ohne Angabe des Fotografen 1923 publiziert.
Andreae, Abraham Maria, gen. Brami. Ingenieur. Diese Angaben konnten anhand von Dokumenten zweifelsfrei bestätigt werden.* 9.11.1819 Ffm., † 6.5.1875 (Magdeburg-)Buckau.
Sohn des Großkaufmanns Johannes, gen. Jean, A. (1780-1850) und dessen Ehefrau Caroline Maximiliane A., geb. Willemer (1792-1871), der jüngsten Tochter von Johann Jakob (von) Willemer. Sechstes von 15 Kindern. Bruder des Malers Tobias, gen. Toby, A.
Besuch einer technischen Bildungsanstalt in Weinheim. Von 1837 bis 1840 Maschinenbaustudium am Polytechnikum in Karlsruhe. Erste praktische Tätigkeit in der Gutehoffnungshütte in Sterkrade. Längere Studienreisen in Deutschland und England. Seit 1843 Chefkonstrukteur der Maschinenfabrik der Vereinigten Hamburg-Magdeburger Dampfschiffahrts-Compagnie in Buckau bei Magdeburg, zu deren Mitbegründern 1838 der Reeder Johann Friedrich A. (1785-1856) gehört hatte. Bei dem kurz „Maschinenfabrik Buckau“ genannten Unternehmen, um 1847 angeblich der zweitgrößten deutschen Maschinenfabrik, war A. insbesondere im Schiffs- und im Großmaschinenbau tätig. Während einer Unternehmenskrise um 1848/49 Ausscheiden aus der dortigen Stellung und Beginn einer längeren Studienreise durch Nordamerika. Anschließend mehrjährige Tätigkeit als Ingenieur bei der Einrichtung von Fabriken für die Zuckerindustrie in Mexiko, dann (seit 1854) als Zivil-Ingenieur in Havanna auf Kuba und in St. Louis in den USA. Wahrscheinlich kurz vor seiner Heirat mit Emilie Marianne Hennige (1834-1907), der Tochter eines Magdeburger Zuckerfabrikanten, 1856 wurde A. zum technischen Direktor der Maschinenfabrik Buckau bei Magdeburg berufen, die unter seiner Leitung wieder zu einem führenden Unternehmen in Deutschland aufstieg. So entwickelte er dort, nach erheblicher Vergrößerung der Fabrikanlagen und verbesserter Ausstattung der Werkstätten, den Bau von Dampfmaschinen aufgrund seiner in Amerika gesammelten Erfahrungen weiter. Er führte technische Neuerungen (wie die Corliss-Dampfmaschine) in Europa ein, begann mit der Produktion von Lokomobilen, konstruierte große Dampfpumpen (u. a. für das Magdeburger städtische Wasserwerk, 1858) und Heißluftmaschinen. Auch setzte er sich ab 1864 erfolgreich für die Einführung der Kettenschifffahrt auf der Elbe ein. Unter seiner Regie entstand das wohl erste in Deutschland gebaute Kettenschiff.
Eine von A. konstruierte Heißluftmaschine (1860) befindet sich im Deutschen Museum in München.

Lexika: Neue Deutsche Biographie. Hg. v. d. Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Bisher 26 Bde. (bis Vocke). Berlin 1953-2016.Friedrich Klemm in: NDB 1 (1953), S. 279.
Literatur:
                        
Dietz, Alexander: Geschichte der Familie Andreae, Ffter Zweig. Ffm. 1923. Dietz: Geschichte der Familie Andreae 1923, S. 146f. (mit beigehefteter Anlage von Max P. Andreae über seinen Großvater Brami Andreae). | Geschichte der Handelskammer zu Ffm. 1707-1908. Beiträge zur Ffter Handelsgeschichte. Ffm. 1908.Über den Vater Joh. Andreae-Willemer (1780-1850): Gesch. d. Handelskammer 1908, S. 1060. | Kiefer, Karl: Stammtafeln zur Geschichte der Familie Andreae, Ffter Zweig. Ffm. 1923.Kiefer: Stammtafeln zur Gesch. d. Familie Andreae 1923, Tafel IV.
Quellen: Volksstimme. Magdeburg 1890-heute.Beckert, Manfred: 150 Jahre Magdeburger Maschinenbau (3). Buckau wurde bald zum Begriff. In: Volksstimme, Magdeburg, 13.5.1988.
Internet: Hessische Biografie, ein Kooperationsprojekt des Instituts für Personengeschichte in Bensheim und des Hessischen Landesamts für geschichtliche Landeskunde in Marburg zur Erstellung einer umfassenden personengeschichtlichen Dokumentation des Landes Hessen. https://www.lagis-hessen.de/pnd/138677298Hess. Biografie, 3.12.2018. | Magdeburger Biographisches Lexikon (MBL), ein Projekt der Universität Magdeburg, 2002-07. http://www.uni-magdeburg.de/mbl/Biografien/0391.htm
Hinweis: Artikel von Manfred Beckert.
Magdeburger Biographisches Lexikon, 3.12.2018.
| Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. https://de.wikipedia.org/wiki/Maschinenfabrik_Buckau_R._Wolf
Hinweis: Artikel über die Maschinenfabrik Buckau R. Wolf.
Wikipedia, 3.12.2018.

Andreae, Achilles

Andreae, Philipp Victor Achilles, auch gen. Achill. Prof. Dr. phil. Geologe und Paläontologe. Diese Angaben konnten anhand von Dokumenten zweifelsfrei bestätigt werden.* 14.11.1859 Ffm., Diese Angaben konnten anhand von Dokumenten zweifelsfrei bestätigt werden.† 17.1.1905 Hildesheim.
Sohn des Bankiers Achilles A. (1820-1888), eines Teilhabers des Bankhauses Phil. Nic. Schmidt, und dessen zweiter Ehefrau Alharda Alexandrine A., geb. Freiin von der Borch (1836-1917). Neffe des Sprach- und Religionsforschers Hermann Victor A. Zwei Halbgeschwister aus erster Ehe des Vaters, vier jüngere Geschwister (drei Brüder, eine Schwester) aus der Ehe der Eltern.
Verheiratet (seit 1896) mit Margarethe von Wasmer (1874-?). Zwei Söhne: Manfred A. (1897-?) und Hans Wolfgang Valentin A. (1898-?).
Schon als Schüler der Musterschule bekam A. erste Anregungen zur naturwissenschaftlichen Arbeit durch den Besuch zoologischer und geologischer Vorlesungen am Senckenbergischen Institut. Damals begann er seine rege Sammeltätigkeit, die vor allem Versteinerungen und lebenden Mollusken galt. Seit 1879 Studium der Geologie, Paläontologie und Mineralogie in Straßburg, Berlin, Bonn und wieder in Straßburg; daneben private Kunststudien. 1883 Promotion in Straßburg. 1883 Volontär bei der geologischen Landesaufnahme in Straßburg. 1884 Habilitation an der Universität Heidelberg. Zunächst Privatdozent, von 1887 bis 1894 außerordentlicher Professor für Paläontologie und Geologie in Heidelberg. Seit 1894 Direktor des Roemer-Museums in Hildesheim.
A. beherrschte vier Sprachen (Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch) und unternahm ausgedehnte Reisen zur naturwissenschaftlichen Forschung wie zum kunsthistorischen Studium in Frankreich, Italien, England, Russland, Griechenland, der Türkei, Nordafrika und Nordamerika.
Der SNG in Ffm. blieb A. zeitlebens eng verbunden.
Verfasser geologischer und paläontologischer Arbeiten, insbesondere zum Tertiär des Elsasses und Oberschlesiens, womit er „als einer der wenigen neueren deutschen Geohistoriker diesen jüngsten Zeitabschnitt der Erdgeschichte zu seinem Hauptstudium gemacht“ hat (Werner Quenstedt). Außerdem publizierte A. u. a. geologische Studien über Geysire und zoologische Beiträge zur Molluskenforschung sowie eine Reihe von naturwissenschaftlichen und kunsthistorischen Führern durch die Sammlungen des von ihm geleiteten Roemer-Museums.

Lexika: Drüll, Dagmar: Heidelberger Gelehrtenlexikon 1802-1932. Berlin/Heidelberg/New York/Tokyo 1986.Drüll: Heidelberger Gelehrtenlexikon 1802-1932, S. 3. | Neue Deutsche Biographie. Hg. v. d. Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Bisher 26 Bde. (bis Vocke). Berlin 1953-2016.Werner Quenstedt in: NDB 1 (1953), S. 281f.
Literatur:
                        
Bericht über die [seit 1896: der] SNG in Ffm. Ffm. 1850-1921.Nekrolog in: Bericht der SNG 1905, S. 11*-13*. | Dietz, Alexander: Geschichte der Familie Andreae, Ffter Zweig. Ffm. 1923. Dietz: Geschichte der Familie Andreae 1923, S. 216f. | Biographisches Jahrbuch und Deutscher Nekrolog. Hg. v. Anton Bettelheim u. a. 16 Bde. Berlin 1897-1913.Dt. Nekr. 10 (1905), Totenliste 1905, Sp. 139*. | Geschichte der Handelskammer zu Ffm. 1707-1908. Beiträge zur Ffter Handelsgeschichte. Ffm. 1908.Über den Vater Achilles Andreae (1820-1888): Gesch. d. Handelskammer 1908, S. 1069. | Kiefer, Karl: Stammtafeln zur Geschichte der Familie Andreae, Ffter Zweig. Ffm. 1923.Kiefer: Stammtafeln zur Gesch. d. Familie Andreae 1923, Tafel VIIIb.
Quellen: Ffter Nachrichten. Ffm. 1855-1934. [Zunächst als Nachrichtenbeilage des Intelligenzblatts, dann ab 1910 als Zeitung unter dem Titel „Ffter Nachrichten und Intelligenzblatt“ erschienen.]Nachruf in: FN, 18.1.1905. | ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).ISG, S2/1.910.
Internet: Hessische Biografie, ein Kooperationsprojekt des Instituts für Personengeschichte in Bensheim und des Hessischen Landesamts für geschichtliche Landeskunde in Marburg zur Erstellung einer umfassenden personengeschichtlichen Dokumentation des Landes Hessen. <https://www.lagis-hessen.de/pnd/116309415Hess. Biografie, 7.3.2019. | Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. https://de.wikipedia.org/wiki/Achilles_AndreaeWikipedia, 7.3.2019.

Andreae, Edgar

Andreae (auch: A.-Grumbach), Arthur Conrad Edgar. Kaufmann. Jäger und Jagdschriftsteller. Diese Angaben konnten anhand von Dokumenten zweifelsfrei bestätigt werden.* 14.8.1849 Ffm., Diese Angaben konnten anhand von Dokumenten zweifelsfrei bestätigt werden.† 29.12.1922 Ffm.
Sohn des Advokaten, Arztes und Theologen Hermann Victor A. und dessen Ehefrau Marie Gertraude Emilie A., geb. Habel (1822-1880). Verheiratet (seit 1872) mit der Kaufmannstochter Maria Dolorita Grumbach (1854-?). Fünf Töchter und zwei Söhne, von denen eine Tochter als Säugling und ein Sohn im Kindesalter starben.
Inhaber der Ffter Firma Jacob Sackreuter, Waffen (Gewehrfabrik), Jägerei- und Fischerei-Utensilien, Weißadlergasse 16, und bekannter Sachverständiger in Fragen der Jagd und Fischerei.
Verfasser von „Die Geschichte der Jagd im Taunus mit besonderer Berücksichtigung des Rotwildbestandes“ (1894, Nachdruck 1981).

Literatur:
                        
Dietz, Alexander: Geschichte der Familie Andreae, Ffter Zweig. Ffm. 1923. Dietz: Geschichte der Familie Andreae 1923, S. 214. | Wolfart, Elmar: Conrad Binding 1846-1933. Ein Ffter Unternehmer der Gründerzeit. Mit zehn stadthistorischen Zwischenbemerkungen von Sabine Hock. Ffm. 2001.Hock, Sabine: Im Kreis von Künstlern, Schriftstellern und Architekten. Ffter Persönlichkeiten um Conrad Binding. In: Wolfart: Conrad Binding 2001, S. 104.
Quellen: Adressbuch der Stadt Ffm., 1832-2003.Adr. 1877, S. 9 u. 353.
Internet: Hessische Biografie, ein Kooperationsprojekt des Instituts für Personengeschichte in Bensheim und des Hessischen Landesamts für geschichtliche Landeskunde in Marburg zur Erstellung einer umfassenden personengeschichtlichen Dokumentation des Landes Hessen. http://www.lagis-hessen.de/pnd/1111666091Hess. Biografie, 10.1.2017.

Andreae, Fritz

Andreae, Franz Friedrich, gen. Fritz. Bankier. * 21.2.1873 Ffm., † 30.1.1950 Zürich.
Einziger Sohn des Kaufmanns Karl Louis A. (1839-1878), eines Teilhabers der Farbwarenhandlung „Bernhard Andreae & Söhne“ in Ffm., und dessen Ehefrau Bertha, geb. Holland, in 2. Ehe verh. Giesenberg, in 3. Ehe verh. von Arnswaldt (1850-1919). Die Mutter stammte mütterlicherseits aus der jüdischen Kaufmannsfamilie Gerson, die mit führenden Ffter Familien verschwägert war. Der Stiefvater, der Berliner Architekt Edgar Hermann Giesenberg (1851-1892), war unter Richard Lucae am Bau des Ffter Opernhauses beteiligt, den er nach Lucaes Tod 1877 zusammen mit Johann Albrecht Becker vollendete; insbesondere war Giesenberg für die Innenausstattung des 1880 eröffneten Hauses (der heutigen Alten Oper) zuständig. Zwei Schwestern aus der Ehe der Eltern, eine Halbschwester aus der zweiten Ehe der Mutter.
Verheiratet (seit 1902) mit Edith Rathenau (1883-1952), der Tochter von Emil Rathenau (1838-1915), dem Gründer und Generaldirektor der Allgemeinen Elektricitäts-Gesellschaft (AEG) in Berlin, und dessen Ehefrau Sabine Mathilde, geb. Nachmann (1845-1926), die aus einer jüdischen Ffter Bankiersfamilie stammte; älterer Bruder von Edith Rathenau war der Industrielle Walther Rathenau (1867-1922), der spätere Außenminister der Weimarer Republik. Vier Töchter: Maria Elisabeth A. (später verh. Holzhausen, 1902-?); Ursula Ruth A. (seit 1927 verh. von Mangoldt-Reiboldt, 1904-1987), Theologin, Schriftstellerin und Verlegerin; Barbara A. (später verh. Fürth, 1909-?), Pianistin; Veronika Ingeborg A. (später verh. Schnewlin-A., 1915-1985), Psychologin und Graphologin.
Nach dem frühen Tod des Vaters kam A. durch die erneute Verheiratung der Mutter 1882 nach Berlin. Dort Besuch des Joachimsthalschen Gymnasiums, abgeschlossen mit dem Abitur 1891. Kaufmännische Ausbildung bei dem Berliner Privatbankhaus Hardy & Co. mit längeren Aufenthalten in der französischen Schweiz, in Frankreich und England, seit 1895 in Südafrika und danach in den USA. Bei Umwandlung des Bankhauses Hardy & Co. in eine GmbH 1899 übernahm A. den Posten des Geschäftsführers. Durch seine Heirat mit Edith Rathenau 1902 konnte er weitreichende Kontakte zur (Berliner) Wirtschaftselite knüpfen und zog bis 1906 als Vertreter der Bank Hardy & Co. in zahlreiche Aufsichtsräte deutscher Unternehmen ein; zudem war er seit 1913 Deputierter im Zentralausschuss der Reichsbank und im Aktionärsausschuss des Berliner Cassen-Vereins. Als die Dresdner Bank 1917 die Anteilsmehrheit an Hardy & Co. übernahm, erhielt auch A. einen Kapitalanteil an dem Bankgeschäft und wurde in der Folge in den Aufsichtsrat der Dresdner Bank und der AEG berufen. In den 1920er Jahren stieg Hardy & Co. zu einer der führenden deutschen Privatbanken auf. Mit rund 30 Aufsichtsratsmandaten bei verschiedenen Großbanken und Unternehmen, u. a. als Aufsichtsratsvorsitzender der Dresdner Bank (seit 1926) und der AEG (zunächst kommissarisch seit 1930), war A. ein einflussreicher „Big Linker“ in der deutschen Wirtschaft, insbesondere im Bankwesen und in der Industrie. Auch nach seinem Ausscheiden als Geschäftsführer bei Hardy & Co. 1931 blieb er Generalbevollmächtigter bei diesem Bankhaus, und noch 1932 hatte er einen Sitz in 22 Aufsichtsräten. Seit 1933, nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten, wurde A. als „Halbjude“ zur Aufgabe aller seiner Posten gezwungen, zuletzt auch bei der Dresdner Bank (1936). 1939 emigrierte er mit seiner Frau nach Zürich, wo er seitdem als Privatier lebte.
Seit 1897 Mitglied, später Vorstandsmitglied und Mitglied der Aufnahmekommission des exklusiven „Clubs von Berlin“.
A. besaß eine umfangreiche Goethebibliothek und galt als ausgezeichneter Goethekenner. Er förderte die schönen Künste, insbesondere Max Reinhardt (1873-1943) und dessen Deutsches Theater in Berlin, und war vielen Künstlern freundschaftlich verbunden, u. a. Gerhart Hauptmann, Hugo von Hofmannsthal (1874-1929) und Max Liebermann (1847-1935). A.s Gattin Edith, „die intellektuellste Frau Berlins“ (so die Schriftstellerin Marie von Bunsen), war seit ihrer Jugend mit Katia Pringsheim (1883-1980), der späteren Ehefrau von Thomas Mann, befreundet. In ihrem Salon in der Villa A. (Architekten: Alfred Breslauer und Paul Salinger, 1913/14; später Villa Paicos, erhalten) in Grunewald empfingen Edith und Fritz A. jeden Sonntagnachmittag Bankiers und Industrielle, Politiker und Diplomaten, Wissenschaftler und Schriftsteller, Musiker und bildende Künstler, u. a. Ferruccio Busoni, Lovis Corinth, Friedrich Ebert, Albert Einstein, Leo Frobenius, Wilhelm Furtwängler, André Gide, Olaf Gulbransson, Georg Kolbe, Fritzi Massary, Max Planck, Rainer Maria Rilke, Fritz von Unruh, Karl Vollmoeller und Karl Wolfskehl. Nach der Ermordung ihres Bruders Walther R. bei einem Attentat in Berlin am 24.6.1922 verwaltete Edith A. dessen politischen und literarischen Nachlass.

Lexika: Biographisches Handbuch der deutschsprachigen Emigration nach 1933 / International Biographical Dictionary of Central European Emigrés 1933-1945. 3 Bde. München/New York/London/Paris 1980-83.Emigrantenlex. I, S. 15. | Neue Deutsche Biographie. Hg. v. d. Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Bisher 26 Bde. (bis Vocke). Berlin 1953-2016.Otto Hintner in: NDB 1 (1953), S. 279f. | Reichshandbuch der deutschen Gesellschaft. 2 Bde. Berlin 1930/31.Reichshdb. 1930/31, S. 26.
Literatur:
                        
Achterberg, Erich: Ffter Bankherren. Ffm. 1956, 2. Aufl. 1971.Achterberg: Ffter Bankherren 1956, 2. Aufl. 1971, S. 27-32. | Dietz, Alexander: Geschichte der Familie Andreae, Ffter Zweig. Ffm. 1923. Dietz: Geschichte der Familie Andreae 1923, S. 164. | Erbe, Günter: Das vornehme Berlin. Fürstin Marie Radziwill und die großen Damen der Gesellschaft 1871-1918. Köln/Weimar/Wien 2015.Erbe: Das vornehme Berlin 2015, digitale Ausgabe, S. 237f. | Genealogie. Deutsche Zeitschrift für Familienkunde. Jahrgänge 11/12-67. Göttingen, später Neustadt/Aisch, dann Insingen 1962/63-2018.Ziegler, Dieter/Köhler, Ingo: Heirats- und Verkehrskreise als Instrumente wirtschaftsbürgerlichen Aufstiegs: die Familie Andreae. In: Genealogie, Sonderheft 1998, S. 18-35, hier S. 25-31 (mit Anmerkungen auf S. 33-35). | Kiefer, Karl: Stammtafeln zur Geschichte der Familie Andreae, Ffter Zweig. Ffm. 1923.Kiefer: Stammtafeln zur Gesch. d. Familie Andreae 1923, Tafel V. | Wilhelmy, Petra: Der Berliner Salon im 19. Jahrhundert (1780-1914). Berlin/New York 1989. (Veröffentlichungen der Historischen Kommission zu Berlin 73).Über die Mutter Bertha von Arnswaldt, in 1. Ehe verw. Andreae, und deren bedeutenden Berliner Salon: Wilhelmy: Der Berliner Salon im 19. Jh. 1989, digitale Ausgabe 2011, S. 592.
Quellen: ISG, Kirchen- bzw. Standesbücher: Heiratsbücher, Ffm., 1533-1848/1849-1935.Zur Heirat der Mutter Bertha Andreae in zweiter Ehe mit dem Architekten Edgar Giesenberg: ISG, Kirchen- bzw. Standesbücher: Heiratsbuch, Heiratsurkunde 1882/I/1313 vom 27.12.1882.
Internet: Hessische Biografie, ein Kooperationsprojekt des Instituts für Personengeschichte in Bensheim und des Hessischen Landesamts für geschichtliche Landeskunde in Marburg zur Erstellung einer umfassenden personengeschichtlichen Dokumentation des Landes Hessen. https://www.lagis-hessen.de/pnd/116309210Hess. Biografie, 7.3.2019. | Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. https://de.wikipedia.org/wiki/Fritz_Andreae - https://de.wikipedia.org/wiki/Bertha_von_Arnswaldt - https://de.wikipedia.org/wiki/Edith_Andreae - https://de.wikipedia.org/wiki/Ursula_von_Mangoldt-Reiboldt -
Hinweis: Artikel über Fritz Andreae, dessen Mutter Bertha von Arnswaldt, Ehefrau Edith Andreae und Tochter Ursula von Mangoldt-Reiboldt.
Wikipedia, 7.3.2019.

Andreae, Hermann

Andreae, Georg Achill Hermann. Bankdirektor. * 13.3.1846 Ffm., Diese Angaben konnten anhand von Dokumenten zweifelsfrei bestätigt werden.† 2.10.1925 Ffm.
Vierter Sohn des Bankiers Johann Carl (auch: Karl) August A. (1816-1889), Teilhaber des Bankhauses Johann Goll & Söhne in der Münzgasse 1/Ecke Buchgasse in Ffm. und späteren Mitbegründers der Ffter Bank (1855), und dessen Ehefrau Johanna Magdalena Amalie A., geb. Goll(-Platzmann, 1819-1903). Sechs Brüder: Philipp Heinrich A.(-Lemmé, 1839-1873), Carl Oscar A. (1841-1916), Johann Rudolf A. (1844-1913), Philipp Richard A.(-Petsch, 1848-1921), Rudolf Victor A.(-Majer, 1853-1929) und August Willy A. (1858-1894). Vier seiner Brüder waren wie A. im Bankgeschäft tätig; andere Berufe hatten Oscar A. (Kaufmann) und Willy A. (Ingenieur). Vier Brüder, darunter A., schlossen ihre Ehen innerhalb der Familie A.
Verheiratet (seit 1871) mit Sofie Friederike Antonie, gen. Toni, A. (1848-1927), der Tochter des Bankiers Achilles A. (1820-1888) und dessen erster Ehefrau Marie Auguste, geb. Schmidt-Polex (1825-1857). Zwei Töchter: Sofie Alharde A. (seit 1911 verh. Gräfin von Üxküll, 1875-?) und Elisabeth Johanna A. (seit 1902 verh. von Schmeling, 1879-1943).
Wohl erste Berufsjahre im Ausland, nachweislich als Kommis beim Bankhaus Andreae, Metzler & Wachter in Paris (um 1865/67). Rückkehr nach Ffm. Zunächst Direktor des Ffter Bankvereins. Von 1873 bis 1912 Direktor, dann Aufsichtsratsvorsitzender der Ffter Bank. Mitglied im Aufsichtsrat der Ffter Hypothekenbank.
Vom 1.1.1881 bis Oktober 1882 Mitglied der Stadtverordnetenversammlung in Ffm. Obwohl bis 1886 gewählt, bat A. bereits am 12.10.1882 um seine Entlassung aus dem Amt als Stadtverordneter.
Bei Parzellierung des Bansa’schen Gartens in Sachsenhausen 1884 erwarb A. ein Grundstück auf diesem Gelände und ließ sich dort ein Wohnhaus bauen (Gartenstraße 7; wohl verändert erhalten).

Lexika: Richel, Arthur: Katalog der Abteilung Fft. [der Ffter Stadtbibliothek]. Bd. 2: Literatur zur Familien- und Personengeschichte. Ffm. 1929.Richel, S. 9.
Literatur:
                        
Achterberg, Erich: Ffter Bankherren. Ffm. 1956, 2. Aufl. 1971.Achterberg: Ffter Bankherren 1956, 2. Aufl. 1971, S. 34f. | Dietz, Alexander: Geschichte der Familie Andreae, Ffter Zweig. Ffm. 1923. Dietz: Geschichte der Familie Andreae 1923, S. 209, 216; zu Eltern und Brüdern vgl. S. 203, 206-210 (m. den entspr. Bildtafeln). | Genealogie. Deutsche Zeitschrift für Familienkunde. Jahrgänge 11/12-67. Göttingen, später Neustadt/Aisch, dann Insingen 1962/63-2018.Ziegler, Dieter/Köhler, Ingo: Heirats- und Verkehrskreise als Instrumente wirtschaftsbürgerlichen Aufstiegs: die Familie Andreae. In: Genealogie, Sonderheft 1998, S. 18-35, hier S. 22. | Kiefer, Karl: Stammtafeln zur Geschichte der Familie Andreae, Ffter Zweig. Ffm. 1923.Kiefer: Stammtafeln zur Gesch. d. Familie Andreae 1923, Tafel VIIIa. | Maly, Karl: Die Macht der Honoratioren. Geschichte der Ffter Stadtverordnetenversammlung, Bd. I: 1867-1900. Ffm. 1992. (Veröffentlichungen der Ffter Historischen Kommission, Bd. XVIII/1).Maly: Stvv. I 1992, S. 160, 179, 182, 202, 468.
Quellen: ISG, Bestand Senatssupplikationen, 1814-68.ISG, Senatssuppl. 899/2 (Gesuch des Bankiers Johann Carl August Andreae um Entlassung aus dem preußischen Staatsverband und Ffter Bürgerverband für seinen Sohn Georg Achill Hermann Andreae wegen dessen Auswanderung nach Paris und Tätigkeit als Commis beim dortigen Bankhaus Andreae, Metzler & Wachter, 1865-67).
Internet: Hessische Biografie, ein Kooperationsprojekt des Instituts für Personengeschichte in Bensheim und des Hessischen Landesamts für geschichtliche Landeskunde in Marburg zur Erstellung einer umfassenden personengeschichtlichen Dokumentation des Landes Hessen. https://www.lagis-hessen.de/pnd/103226537XHess. Biografie, 13.2.2019.

Andreae (auch: A.-Passavant), Jean

Jean Andreae(-Passavant)

Jean Andreae(-Passavant)
Fotografie.

© Institut für Stadtgeschichte, Ffm. (Sign. ISG_S7P1998_00266).
Andreae (auch: A.-Passavant), Johann Valentin, gen. Jean. Geheimer Kommerzienrat. Königlich Rumänischer Generalkonsul. Bankier. Diese Angaben konnten anhand von Dokumenten zweifelsfrei bestätigt werden.* 17.10.1841 Ffm., Diese Angaben konnten anhand von Dokumenten zweifelsfrei bestätigt werden.† 10.2.1915 Ffm.
Sohn des Kaufmanns Johann Heinrich Abraham, gen. Jean, A. (1816-1889) und dessen Ehefrau Louise Philippine Christine A., geb. Winckler (1819-1901). Urenkel von Johann Jacob (von) Willemer. Verheiratet (seit 1869) mit Maria Helene Passavant (1847-1920), Tochter von Philipp Hermann Passavant (1819-1889), dem Seniorchef der Seidenhandlung Gebr. Passavant am Roßmarkt in Ffm. Zwei Söhne und zwei Töchter.
Kaufmännische Tätigkeit zunächst im väterlichen Geschäft, der Farbwarenhandlung „Johannes A. senior“ in Ffm., dann für längere Zeit im Ausland. Seit 1862 Direktor und Vorstandsmitglied der Bank für Handel und Industrie (Darmstädter Bank). A. galt, nicht zuletzt aufgrund seiner weitreichenden internationalen Verbindungen, als ein „Bankmann von modernem Zuschnitt“. 1910 trat er von der aktiven Leitung der Darmstädter Bank zurück und wechselte in deren Aufsichtsrat.
Mitglied im Aufsichtsrat zahlreicher deutscher Unternehmen und einiger ausländischer Banken, u. a. als Vorsitzender bei der Chemischen Fabrik Griesheim-Elektron, der Degussa und der Ffter Lokalbahn-AG, als stellvertretender Vorsitzender bei der Ffter Gasgesellschaft sowie als Mitglied bei den Main-Kraft-Werken, der Chemischen Fabrik Kalle & Co. in Biebrich und der Metallbank und Metallurgischen Gesellschaft (1910-15). Mitglied im Verwaltungsausschuss der Zentrale für Bergwesen.
Als Vertreter der Nationalliberalen Partei gehörte A. von 1885 bis 1904 der Ffter Stadtverordnetenversammlung an.
1888 wurde A. in die Ffter Handelskammer gewählt, der er, nach einer kurzen Zeit als Vizepräsident (seit 1899), von 1900 bis 1915 als Präsident vorstand. In dieser Funktion eröffnete er 1902 den ersten Deutschen Bankiertag in Ffm. Mitglied des Börsenausschusses und der Berufungskammer in Börsen- und Ehrengerichtssachen.
A. engagierte sich für die Gründung der Akademie für Sozial- und Handelswissenschaften, deren Großem Rat er angehörte. Seit der Gründung der aus der Akademie hervorgegangenen Universität, die er mit einer großzügigen Schenkung unterstützt hatte (1912/13), saß er in deren Großem Rat und Kuratorium.
Verdienste um die Luftfahrt, u. a. als Vorsitzender des Ffter Vereins für Luftschiffahrt (später: Ffter Verein für Luftfahrt), als Mitglied des Vorstands sowie Vorsitzender und Ehrenmitglied des Großen Ausschusses der Internationalen Luftschiffahrt-Ausstellung (Ila) in Ffm. 1909 und als stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Luftschiffahrts-AG (Delag). Mitwirkung bei der Organisation des von 1911 bis 1914 veranstalteten „Zuverlässigkeitsflugs am Oberrhein“, eines Zuverlässigkeitswettbewerbs für deutsche Flugzeuge, seit 1913 nach dem Schirmherrn auch „Prinz-Heinrich-Flug“ genannt, dessen Strecke 1911, 1912 und 1914 auch über Ffm. führte.
Der Briefwechsel zwischen Marianne von Willemer und Goethe, den nach Mariannes Tod zunächst A. im Namen der Erben in einem Schließfach der Darmstädter Bank aufbewahrte, konnte nicht zuletzt dank seiner Unterstützung in einer ersten kommentierten Ausgabe (hg. v. Theodor Creizenach, 1877, 2. Aufl. 1878) erscheinen. Auch war A. Mitglied und Förderer des Freien Deutschen Hochstifts, dessen Verwaltungsausschuss er, zuletzt (1914/15) als Vorsitzender, angehörte. Er unterstützte das Hochstift beim Erwerb wichtiger Handschriften und stiftete die Büste von Marianne von Willemer (von Carl Rumpf, 1904) für das Goethe-Museum.
Mitglied der Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft und des Ffter Vereins für Geographie und Statistik. Mitstifter eines 972-teiligen Tafelbestecks für das Ratssilber (1906).
Grabstätte auf dem Ffter Hauptfriedhof (Gewann II GG 74-75).
Der ältere Sohn, Johann, gen. Jean, Valentin Oscar A. (1870-1925), folgte dem Vater in der Stellung als Direktor der Darmstädter Bank nach und lebte dauerhaft an deren nunmehrigem Hauptsitz (seit 1873) in Berlin. Die jüngere Tochter Anna Luise Justine A. (1873-1956) war seit 1895 verheiratet mit Karl Kotzenberg, dem Teilhaber der Seidenhandlung Gebr. Passavant.

Lexika: Müller, Bruno: Stiftungen in Ffm. Geschichte und Wirkung. Neubearb. u. fortgesetzt durch Hans-Otto Schembs. Ffm. [Copyright 2006]. („Mäzene, Stifter, Stadtkultur“, Schriften der Ffter Bügerstiftung und der Ernst Max von Grunelius-Stiftung, hg. v. Clemens Greve, Bd. 7).Müller/Schembs: Stiftungen 2006, S. 153. | Richel, Arthur: Katalog der Abteilung Fft. [der Ffter Stadtbibliothek]. Bd. 2: Literatur zur Familien- und Personengeschichte. Ffm. 1929.Richel, S. 9.
Literatur:
                        
Achinger, Hans: Wilhelm Merton in seiner Zeit. Ffm. 1965.Achinger: Wilhelm Merton 1965, S. 146, 375, 383. | Achterberg, Erich: Ffter Bankherren. Ffm. 1956, 2. Aufl. 1971.Achterberg: Ffter Bankherren 1956, 2. Aufl. 1971, S. 25-27. | Adler, Fritz: Freies Deutsches Hochstift. Seine Geschichte 1859-1885. Ffm. 1959.Adler: Freies Deutsches Hochstift 1959, S. 272. | Creizenach, Theodor (Hg.): Briefwechsel zwischen Goethe und Marianne von Willemer (Suleika). Hg. mit Lebensnachrichten und Erläuterungen (...). Stuttgart 1877. 2., verm. Aufl. Stuttgart 1878.Creizenach (Hg.): Briefwechsel Goethe – Willemer 1877, S. VIIIf.; 2. Aufl. 1878, S. XIIIf. | Dietz, Alexander: Geschichte der Familie Andreae, Ffter Zweig. Ffm. 1923. Dietz: Geschichte der Familie Andreae 1923, S. 139-143. | Genealogie. Deutsche Zeitschrift für Familienkunde. Jahrgänge 11/12-67. Göttingen, später Neustadt/Aisch, dann Insingen 1962/63-2018.Ziegler, Dieter/Köhler, Ingo: Heirats- und Verkehrskreise als Instrumente wirtschaftsbürgerlichen Aufstiegs: die Familie Andreae. In: Genealogie, Sonderheft 1998, S. 18-35, hier S. 20. | Geschichte der Handelskammer zu Ffm. 1707-1908. Beiträge zur Ffter Handelsgeschichte. Ffm. 1908.Gesch. d. Handelskammer 1908, S. 1075, 1081. | Jahrbuch des Freien Deutschen Hochstifts. Ffm., später Tübingen (bis 2010) und Göttingen 1902-40, Neue Folge seit 1962.Heuer, Otto: Die Büste Mariannens von Willemer. In: Jb. d. Freien Deutschen Hochstifts 1904, S. 374f. | Lepsius, Bernhard/Wachsmuth, Richard (Hg.): Denkschrift der Ersten Internationalen Luftschiffahrts-Ausstellung (Ila) zu Ffm. 1909. Offizieller Bericht. Bd. I: Wissenschaftliche Vorträge. Bd. II: Ergebnisse. Berlin 1910/11.Lepsius/Wachsmuth (Hg.): Denkschrift d. Ersten Internat. Luftschiffahrts-Ausstellung (Ila) zu Ffm. 2 (1911), S. 4f. | Maly, Karl: Die Macht der Honoratioren. Geschichte der Ffter Stadtverordnetenversammlung, Bd. I: 1867-1900. Ffm. 1992. (Veröffentlichungen der Ffter Historischen Kommission, Bd. XVIII/1).Maly: Stvv. I 1992, S. 209, 229, 308, 373, 431 Anm. 294. | Maly, Karl: Das Regiment der Parteien. Geschichte der Ffter Stadtverordnetenversammlung, Bd. II: 1901-1933. Ffm. 1995. (Veröffentlichungen der Ffter Historischen Kommission, Bd. XVIII/2).Maly: Stvv. II 1995, S. 562 Anm. 238. | Plumpe, Werner/Rebentisch, Dieter (Hg.): „Dem Flor der hiesigen Handlung“. 200 Jahre Industrie- und Handelskammer Ffm. Ffm. 2008.Plumpe/Rebentisch: IHK 2008, S. 154. | Seng, Joachim: Goethe-Enthusiasmus und Bürgersinn. Das Freie Deutsche Hochstift – Ffter Goethe-Museum 1881-1960. Göttingen 2009.Seng: Freies Deutsches Hochstift 2009, S. 139, 174.
Quellen: Ffter Nachrichten. Ffm. 1855-1934. [Zunächst als Nachrichtenbeilage des Intelligenzblatts, dann ab 1910 als Zeitung unter dem Titel „Ffter Nachrichten und Intelligenzblatt“ erschienen.]Nachruf in: FN, 11.2.1915. | ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).ISG, S2/1.913.
Internet: Hessische Biografie, ein Kooperationsprojekt des Instituts für Personengeschichte in Bensheim und des Hessischen Landesamts für geschichtliche Landeskunde in Marburg zur Erstellung einer umfassenden personengeschichtlichen Dokumentation des Landes Hessen. http://www.lagis-hessen.de/pnd/116309504Hess. Biografie, 8.5.2017.

Andreae, Johann, gen. d. J.

Signet von Johann Andreae d. J.

Signet von Johann Andreae d. J.
Grafik (um 1680; aus Lübbecke: 500 Jahre Buch u. Druck in Ffm. 1948, S. 408).

© entfällt. Diese Abbildung ist gemeinfrei.
Andreae (bis 1675 auch: Andreas), Johann, gen. d. J. Buchdrucker. ~ 18.7.1626 Straßburg, Diese Angaben konnten anhand von Dokumenten zweifelsfrei bestätigt werden.▭ 5.12.1693 Ffm.
Fünftes von neun Kindern des aus Würzburg stammenden Straßburger Buchdruckers Johann A. (auch: Andres; † 1647) und dessen Ehefrau Anna Maria, geb. Han (auch: Hahn).
A. erlernte das Buchdruckerhandwerk bei seinem Vater in Straßburg. Zusammen mit seinem älteren Bruder Johann Nikolaus A. (1624-?) führte er anfangs die väterliche Offizin fort. Nach seiner Heirat mit Christine Fievet (1634-1693), einer Tochter des Schriftgießereibesitzers und Buchdruckers Philipp Fievet († 1649), erwarb A. am 1.11.1653 das Ffter Bürgerrecht. Er versuchte jedoch zunächst, sich als Buchdrucker in Herborn anzusiedeln, kehrte aber bald nach Ffm. zurück, das auch in den Zeiten des Dreißigjährigen Kriegs seine Metropolstellung im deutschen Buchhandel behauptete. Seit 1656 arbeitete er hier als Faktor des Bibeldruckers Balthasar Christoph Wust (1630-1704). Infolge einer (zwar vorübergehenden) Schließung der Wust’schen Druckerei 1666 machte sich A. mit einem eigenen Betrieb selbstständig, wofür ihm seine Schwiegermutter Dorothea Fievet, geb. Palthenius (1601-1669), eine der vier ihr zugeschriebenen Druckerpressen mit Genehmigung des Rats der Stadt überließ (19.6.1666). In seiner Druckerei arbeitete A. meist nicht im Eigenverlag, sondern im Auftrag für andere Verlage, vor allem für Merian Erben unter Christoph Le Blon, aber auch für seinen früheren Arbeitgeber Balthasar Christoph Wust sowie die Verleger Caspar Wächtler und Johann David Zunner. Im Oktober 1671 erwarb A. das Haus zum Rosengarten in der Fahrgasse, das seitdem als Stammhaus der Familie galt (für einen Neubau der Konfektionsfirma Fuhrländer niedergelegt um 1900). Um seinem ältesten Sohn Johann Philipp A. bei dessen Verheiratung zu einer eigenen Existenz zu verhelfen, kaufte er 1681 eine zweite Druckerei in der Neugasse hinzu. Bei seinem Tod 1693 hinterließ A. ein Vermögen von 4.000 Gulden.
Von seinen 14 Kindern, von denen fünf Söhne und zwei Töchter den Vater überlebten, übernahm der älteste Sohn Johann Philipp A. das Geschäft. Zwei weitere Söhne waren ebenfalls als Buchdrucker tätig, Johann Nikolaus A. (1664-1729) in Herborn und Matthias A. (1679-1721) in Ffm.

Lexika: Neue Deutsche Biographie. Hg. v. d. Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Bisher 26 Bde. (bis Vocke). Berlin 1953-2016.Josef Benzing in: NDB 1 (1953), S. 280. | Richel, Arthur: Katalog der Abteilung Fft. [der Ffter Stadtbibliothek]. Bd. 2: Literatur zur Familien- und Personengeschichte. Ffm. 1929.Richel, S. 9.
Literatur:
                        
Andreae, Wilhelm (unter Mitarb. v. Otto und Paul Andreae u. a.): Beiträge zur Genealogie und Geschichte der Familien Andreae. Als Manuskript gedruckt. Bd. I, H. I-III. Köln 1902.Andreae: Genealogie u. Geschichte d. Familien Andreae 1902, S. 8f. | Dietz, Alexander: Geschichte der Familie Andreae, Ffter Zweig. Ffm. 1923. Dietz: Geschichte der Familie Andreae 1923, S. 25-35. | Dietz, Alexander: Ffter Handelsgeschichte. 4 Bde. Ffm. 1910-25, Neudr. 1970-74.Dietz: Handelsgesch. III, S. 173-175. | Kiefer, Karl: Stammtafeln zur Geschichte der Familie Andreae, Ffter Zweig. Ffm. 1923.Kiefer: Stammtafeln zur Gesch. d. Familie Andreae 1923, Tafel I. | Lübbecke, Fried: Fünfhundert Jahre Buch und Druck in Ffm. Ffm. 1948.Signet von Johann Andreae, um 1680, in: Lübbecke: Buch u. Druck 1948, S. 408; vgl. auch S. 89. | Mori, Gustav: Die Schriftgießerei Benjamin Krebs Nachf. Ffm. Ein Beitrag zur Geschichte des Ffter Schriftgießer-Gewerbes. Hg. zur Feier des 100jährigen Bestehens der Schriftgießerei Benjamin Krebs (...). Ffm. 1916.Mori: Schriftgießerei Benjamin Krebs Nachf. 1916, S. 13-18. | Naumann, Rudolf: Die Ffter Zeitschriften von ihrer Entstehung (um 1700) bis zum Jahre 1750. Offenbach 1936. (Zeitung und Leben 25).Naumann: Ffter Zeitschriften 1936, S. 99.
Internet: Hessische Biografie, ein Kooperationsprojekt des Instituts für Personengeschichte in Bensheim und des Hessischen Landesamts für geschichtliche Landeskunde in Marburg zur Erstellung einer umfassenden personengeschichtlichen Dokumentation des Landes Hessen. https://www.lagis-hessen.de/pnd/135718341Hess. Biografie, 30.11.2018.

Andreae, Johann Benjamin, gen. d. Ä.

Andreae, Johann Benjamin, gen. d. Ä. Drucker und Verleger. Diese Angaben konnten anhand von Dokumenten zweifelsfrei bestätigt werden.~ 6.8.1705 Ffm., Diese Angaben konnten anhand von Dokumenten zweifelsfrei bestätigt werden.▭ 8.4.1778 Ffm.
Sohn des Verlagsdruckers und Buchhändlers Johann Philipp A. und dessen Ehefrau Catharina, geb. von der Lahr (1661/62-1717). Verheiratet in erster Ehe (seit 1726) mit Elisabeth(a) Dorothea Holzhausen (1706-1761), in zweiter Ehe (seit 1765) mit Magdalena Margaretha Klotz, geb. Burgk (1707-1787). Zehn Kinder aus erster Ehe, von denen sechs Söhne und wahrscheinlich auch die beiden Töchter früh starben.
Johann Benjamin A. war das jüngste von zwölf Kindern und der einzige von fünf Brüdern, der das Erwachsenenalter erreichte. Da er beim Tod seines Vaters 1722 erst 17 Jahre alt war, leitete der aus Prenzlau stammende Buchhändler Paul Henrich Hort († 1733) vorübergehend die Ffter Druckerei und Handlung. Wohl seit der Heirat Horts mit A.s Schwester Elisabeth Dorothea A. (1697-1732) im Jahr 1724, spätestens aber seit A.s Aufnahme in das Bürgerrecht und eigener Heirat mit der Pfarrerstochter Elisabeth Dorothea Holzhausen 1726 führten die beiden Schwäger das Geschäft gemeinsam und nahmen die seit einiger Zeit ruhende Verlagstätigkeit wieder auf. Auch nach dem Tod Horts lautete die Bezeichnung der in der Alten Mainzer Gasse 39 ansässigen Firma noch „Andreae & Hort“ (bis 1747). Unter diesem Namen erschienen insgesamt rund 200 Verlagstitel. Schwerpunkte des Verlags waren Rechtswissenschaft (u. a. Werke des Staatsrechtlers Johann Jacob Moser), Geschichte und Theologie (u. a. das Ffter Gesangbuch und das „Große Gesang-Buch“ von Ambrosius Lobwasser); kurzzeitig versuchte sich A. auch als Zeitungsherausgeber („Teutsche Zeitung“, 1737) und Zeitschriftenverleger [„Neueste Reichs-Handlungen und Staats-Geschichte (...)“, 1745]. A. war erster Vorsteher der Ffter Buchdruckergesellschaft und leitete 1740 in Ffm. die 300-Jahr-Feier der Erfindung der Buchdruckerkunst.
Seit 1754 gehörte A. dem Rat der Stadt an, zunächst in der Handwerkerbank, seit 1759 in der zweiten Bank. 1764 gab er, der auch die offiziellen Bekanntmachungen des Rats druckte, die Leitung seines Geschäfts an seine Söhne Johann Benjamin A. d. J. (1735-1793) und Dr. jur. Johann Jacob A. (1741-1819) weiter und widmete sich fortan nur noch städtischen Angelegenheiten. Er amtierte 1765, 1767 und 1769 als Jüngerer Bürgermeister und stieg 1771 zum Schöffen auf.
Im Alter von fast 60 Jahren hatte der mittlerweile verwitwete A. 1765 die sehr wohlhabende Witwe Magdalena Margaretha Klotz, geb. Burgk, geheiratet, mit der er nach eigenen Angaben „eine sehr vergnügte Ehe“ führte. „Dagegen“, so schreibt Alexander Dietz, „entfremdete er sich immer mehr seinen Söhnen, welche ihm nicht die verabredeten Zinsen von dem überlassenen Geschäft und Haus zahlten und bald selbst untereinander in heftige Streitigkeiten gerieten.“ (Dietz: Geschichte der Familie Andreae 1923, S. 76.) In seinem Testament von 1776 setzte A. seine Söhne zu gleichen Teilen mit seiner zweiten Ehefrau als Erben ein, woraufhin es nach seinem Tod 1778 wiederum zu Streitigkeiten der Söhne mit der Witwe im Zuge der Erbauseinandersetzung kam.
Bestattet in der Katharinenkirche, wo ihm seine Witwe Magdalena Margaretha A. ein Grabmal [von Johann Michael Datzerat („Johann Tatzrad“), 1778/79] errichten ließ.
Durch ihr Testament von 1778 begründete Magdalena Margaretha A., die nachgelassene zweite Ehefrau, die A.’sche Stiftung zur Waisenfürsorge in der Niederländischen Gemeinde Augsburger Confession in Ffm.

Lexika: Neue Deutsche Biographie. Hg. v. d. Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Bisher 26 Bde. (bis Vocke). Berlin 1953-2016.Josef Benzing in: NDB 1 (1953), S. 281. | Richel, Arthur: Katalog der Abteilung Fft. [der Ffter Stadtbibliothek]. Bd. 2: Literatur zur Familien- und Personengeschichte. Ffm. 1929.Richel, S. 10.
Literatur:
                        
Andreae, Wilhelm (unter Mitarb. v. Otto und Paul Andreae u. a.): Beiträge zur Genealogie und Geschichte der Familien Andreae. Als Manuskript gedruckt. Bd. I, H. I-III. Köln 1902.Andreae: Genealogie u. Geschichte d. Familien Andreae 1902, S. 16-19. | Dietz, Alexander: Geschichte der Familie Andreae, Ffter Zweig. Ffm. 1923. Dietz: Geschichte der Familie Andreae 1923, S. 67-78. | Dietz, Alexander: Ffter Handelsgeschichte. 4 Bde. Ffm. 1910-25, Neudr. 1970-74.Dietz: Handelsgesch. IV.2, S. 499-501. | Kiefer, Karl: Stammtafeln zur Geschichte der Familie Andreae, Ffter Zweig. Ffm. 1923.Kiefer: Stammtafeln zur Gesch. d. Familie Andreae 1923, Tafel I. | Lübbecke, Fried: Fünfhundert Jahre Buch und Druck in Ffm. Ffm. 1948.Lübbecke: Buch u. Druck 1948, S. 89-91. | Mori, Gustav: Die Schriftgießerei Benjamin Krebs Nachf. Ffm. Ein Beitrag zur Geschichte des Ffter Schriftgießer-Gewerbes. Hg. zur Feier des 100jährigen Bestehens der Schriftgießerei Benjamin Krebs (...). Ffm. 1916.Mori: Schriftgießerei Benjamin Krebs Nachf. 1916, S. 20-22. | Naumann, Rudolf: Die Ffter Zeitschriften von ihrer Entstehung (um 1700) bis zum Jahre 1750. Offenbach 1936. (Zeitung und Leben 25).Naumann: Ffter Zeitschriften 1936, S. 99-106.
Quellen: ISG, Bestand Niederländische Gemeinde Augsburger Confession I, 1585-1985; dazu Rep. 645 (auch im Druck, 1988).ISG, NGAC I, Sign. 720.
Internet: Hessische Biografie, ein Kooperationsprojekt des Instituts für Personengeschichte in Bensheim und des Hessischen Landesamts für geschichtliche Landeskunde in Marburg zur Erstellung einer umfassenden personengeschichtlichen Dokumentation des Landes Hessen. https://www.lagis-hessen.de/pnd/137537875Hess. Biografie, 8.5.2018.

Andreae, Johann Matthias

Andreae (auch: A.-Binder), Johann Matthias (eigentl.: Matthäus) Julius, gen. Jean Mathieu. Material- und Farbwarenhändler. * 10.6.1816 Ffm., Diese Angaben konnten anhand von Dokumenten zweifelsfrei bestätigt werden.† 17.4.1892 Ffm.
Drittes Kind des Spezerei- und Farbwarenhändlers Ferdinand A. (1787-1857) und dessen Ehefrau Anna Elisabeth(e), geb. Hebenstreit (1792-1843). Drei Brüder, fünf Schwestern. Verheiratet (seit 1841) mit Maria (auch: Marie) Elisabethe (auch gen.: Elise) Binder (1823-1895), Tochter eines Weingutsbesitzers aus Worms. Eine Tochter, drei Söhne.
1841 gründete A. die Material- und Farbwarenhandlung „J. M. Andreae“ im Haus zum Eßlinger (kriegszerstört 1944, Reste abgerissen 1950, rekonstruiert 2012-18) am Hühnermarkt, in dem seit dem Mittelalter traditionell eine Materialwarenhandlung ansässig war, zuletzt im Besitz der Familie Melber. Von den Erben von Johanna Melber, Goethes Tante, hatte A. das Haus zum Preis von 27.000 Gulden erworben, um in den Handel mit pharmazeutischen Präparaten und Farben unter eigener Firma einzusteigen. 1878 nahm er seine Söhne Ferdinand Philipp A.-Haring (1850-?) und Philipp Hermann A.-Engelhard (1854-1911) als Teilhaber auf, die das Geschäft nach A.s Tod 1892 weiterführten.
Seit dem Ausscheiden seines Bruders 1904 leitete Philipp A.-Engelhard allein die Handlung in „Drogen und Chemikalien en gros“, der er bald zahlreiche Filialen anschloss und ein neues Geschäftshaus (1905) in der Hohenstaufenstraße 27 errichten ließ; dort blieb, unter stetigen Erweiterungen des Gebäudekomplexes, der Hauptsitz der Firma bis 1990. Nach dem Tod von Philipp A.-Engelhard wurde das Unternehmen zunächst (1911) in eine GmbH umgewandelt und schließlich (1922) in eine AG überführt, nachdem der einzige männliche Erbe von Philipp A.-Engelhard, der Sohn Walter Oscar Wilhelm A. (1892-1916), im Ersten Weltkrieg gefallen war. 1923 fusionierte die Ffter Firma „J. M. Andreae“ mit der 1855 in Nürnberg gegründeten Handelsgesellschaft „Noris Zahn & Cie.“ zur „Andreae-Noris Zahn Aktiengesellschaft“ (ANZAG), die sich zu einer der bedeutendsten deutschen Pharmagroßhandlungen entwickelte. Das Unternehmen führte noch bis 2013 den Namen seines Gründers in der Firmenbezeichnung weiter. Erst nach der vollständigen Übernahme durch den englischen Pharmagroßhändler „Alliance Boots“ wurde die Firma in „Alliance Healthcare Deutschland AG“ umbenannt (ab 1.4.2013). Seit 2015 zu dem US-amerikanischen Konzern „Walgreens Boots Alliance“ gehörend, hat sie als dessen Tochterunternehmen ihren Hauptsitz weiterhin in Ffm.

Literatur:
                        
Dietz, Alexander: Geschichte der Familie Andreae, Ffter Zweig. Ffm. 1923. Dietz: Geschichte der Familie Andreae 1923, S. 191f. | 125 Jahre Andreas-Noris Zahn Aktiengesellschaft. Hg. v. d. Andreas-Noris Zahn Aktiengesellschaft zum 125jährigen Jubiläum im Jahre 1966. Archivalische Vorarbeiten: Viktoria Fischer. Text: Eckhard Schmidt-Dubro. Fotos: Willi Klar und Firmenarchiv. Darmstadt 1966.FS Andreae-Noris Zahn AG 1966. | Genealogie. Deutsche Zeitschrift für Familienkunde. Jahrgänge 11/12-67. Göttingen, später Neustadt/Aisch, dann Insingen 1962/63-2018.Ziegler, Dieter/Köhler, Ingo: Heirats- und Verkehrskreise als Instrumente wirtschaftsbürgerlichen Aufstiegs: die Familie Andreae. In: Genealogie, Sonderheft 1998, S. 18-35, hier S. 21. | Kiefer, Karl: Stammtafeln zur Geschichte der Familie Andreae, Ffter Zweig. Ffm. 1923.Kiefer: Stammtafeln zur Gesch. d. Familie Andreae 1923, Tafel VII.
Quellen: Adressbuch der Stadt Ffm., 1832-2003.Anschrift der Firma „J. M. Andreae“ im neuen Geschäftshaus ab 1905: Adr. 1906, T. I, S. 6. | ISG, Kirchen- bzw. Standesbücher: Toten-/Sterbebücher (Beerdigungs- bzw. Sterbebücher), Ffm., 1565-1850/1851-1985.Sterbeurkunde der Ehefrau Maria Elisabethe Andreae, geb. Binder († 11.3.1895): ISG, Kirchen- bzw. Standesbücher: Toten-/Sterbebuch, Standesamt Ffm., Sterbeurkunde 1895/I/746 (Bd. 2, S. 146) vom 12.3.1895. | ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).ISG, S2/2.019. | ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S3 (mit Kleinschriften, bes. Zeitungsausschnitten, zur Ortsgeschichte).ISG, S3/R 1.058 (Firma Andreae-Noris Zahn).
Internet: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. https://de.wikipedia.org/wiki/Alliance_Healthcare_Deutschland
Hinweis: Artikel über das Unternehmen Alliance Healthcare Deutschland AG (vormals Andreae-Noris Zahn AG).
Wikipedia, 5.4.2019.

Andreae, Johann Philipp

Johann Philipp Andreae

Johann Philipp Andreae
Kupferstich von Johann Martin Bernigeroth (im Besitz der UB Ffm.).

© Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg Ffm. (Porträtsammlung Holzhausen, Nr. 15, URN: urn:nbn:de:hebis:30:2-323926).
Andreae, Johann Philipp. Drucker, Verleger und Buchhändler. * 4.9.1654 Herborn, Diese Angaben konnten anhand von Dokumenten zweifelsfrei bestätigt werden.† 25.12.1722 wahrscheinlich Ffm.
Sohn von Johann A. d. J. und dessen Ehefrau Christine, geb. Fievet (1634-1693).
Ursprünglich (1679) wollte sich A. als Buchdrucker in Herborn niederlassen, was ihm jedoch nicht genehmigt wurde. Er erwarb daraufhin 1681 das Ffter Bürgerrecht, heiratete Catharina von der Lahr (1661/62-1717), die einer wohlhabenden Kaufmannsfamilie aus der niederländischen Flüchtlingsgemeinde in Ffm. entstammte, und begründete seine hiesige Existenz mit Hilfe seines Vaters, der eine Druckerei in der Neugasse für ihn erwarb. Mit seinem Bruder Johann Nikolaus A. (1664-1729), der seit 1685 eine Druckerei in Herborn führte, arbeitete er erfolgreich zusammen. Nach dem Tod des Vaters 1693 übernahm A. als ältester Sohn dessen Ffter Druckerei und brachte das Unternehmen zu hoher Blüte. Zunächst profilierte sich A. als Bibeldrucker. Neben der fortgesetzten Auftragsarbeit für Merian (u. a. Nachdruck der Merian’schen Bibel, 1704), Zunner und andere Verlage hatte er bereits seit 1682 auch eine eigene Verlagstätigkeit entwickelt. Insgesamt verlegte er über 200 Werke, meist theologischen Inhalts, oft in Kooperation mit seinem Bruder Johann Nikolaus A., u. a. Bibelausgaben [vor allem „Poli Synopsis bibliorum criticorum“ (kurz: „Biblia critica sacra“), 7 Bände, 1695, 2 Supplementbände, 1701, sowie zwei hebräische Bibelausgaben, 1694 (in Zusammenarbeit mit dem Leipziger Buchhändler Johann Friedrich Gleditsch) und 1701], Predigtsammlungen (u. a. von Philipp Jakob Spener), Erbauungsschriften und Gesangbücher, aber auch wissenschaftliche Werke von Hiob Ludolf und mindestens ein Musikstück von Georg Philipp Telemann („Der für die Sünde der Welt leidende und sterbende Jesus“, Passionsoratorium auf Worte von Barthold Heinrich Brockes, 1716; Exemplar des Originaldrucks im Besitz der UB Ffm.); zahlreiche der Verlagswerke waren allerdings nur Neudrucke früherer Ausgaben seiner inzwischen verstorbenen Konkurrenten Balthasar Christoph Wust (1630-1704) und Johann David Zunner (1641-1704). Zudem gab A. einen Hofkalender „Das jetzt-lebende Durchlauchtige Europa“ heraus, den sein Sohn und Nachfolger fortsetzte (nachgewiesen 1716-29). Einer der letzten Lehrlinge A.s soll der spätere Verleger Heinrich Ludwig Brönner gewesen sein (1717-21). A.s Nachlass, der u. a. die Druckerei mit vier Pressen und eine Schriftgießerei umfasste, hatte angeblich einen Wert von 35.000-40.000 Gulden.
Als bedeutendster Ffter Drucker stand A. lange der Ffter Buchdruckergesellschaft vor. Wiederholt soll er als Wortführer der christlichen Buchhändlerschaft gegen jüdische Konkurrenten aufgetreten sein (vgl. Dietz: Handelsgesch. III, S. 175; Dietz: Geschichte der Familie Andreae 1923, S. 47).
Aus der Ehe von Johann Philipp und Catharina A. stammten zwölf Kinder, von denen fünf Töchter und der jüngste Sohn Johann Benjamin A. d. Ä. das Erwachsenenalter erreichten. Nach Johann Philipp A.s Tod führte der Sohn, zunächst zusammen mit seinem späteren Schwager Paul Henrich Hort († 1733), die Ffter Druckerei und Buchhandlung fort. Mindestens drei der Töchter von Johann Philipp A. heirateten in Buchhändler- und Verlegerfamilien (u. a. Fleischer und Hort) ein.
Am Ffter Gutenberg-Denkmal (von Eduard Schmidt von der Launitz, 1840/58) auf dem Roßmarkt ist Johann Philipp A. als einer von 14 bedeutenden Druckern, deren Bildnisköpfe unter dem Hauptgesims am Sockel angebracht sind, dargestellt.

Lexika: Renkhoff, Otto: Nassauische Biographie. Kurzbiographien aus 13 Jahrhunderten. Wiesbaden 1985, 2., überarb. Aufl. 1992. (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Nassau XXXIX).NB 1992, S. 14, Nr. 73. | Neue Deutsche Biographie. Hg. v. d. Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Bisher 26 Bde. (bis Vocke). Berlin 1953-2016.Josef Benzing in: NDB 1 (1953), S. 281. | Richel, Arthur: Katalog der Abteilung Fft. [der Ffter Stadtbibliothek]. Bd. 2: Literatur zur Familien- und Personengeschichte. Ffm. 1929.Richel, S. 10. | Schrotzenberger, Robert: Francofurtensia. Aufzeichnungen zur Geschichte von Ffm. Ffm. 1884.Schrotzenberger, S. 6.
Literatur:
                        
Andreae, Wilhelm (unter Mitarb. v. Otto und Paul Andreae u. a.): Beiträge zur Genealogie und Geschichte der Familien Andreae. Als Manuskript gedruckt. Bd. I, H. I-III. Köln 1902.Andreae: Genealogie u. Geschichte d. Familien Andreae 1902, S. 10-13. | Dietz, Alexander: Geschichte der Familie Andreae, Ffter Zweig. Ffm. 1923. Dietz: Geschichte der Familie Andreae 1923, S. 37-51. | Dietz, Alexander: Ffter Handelsgeschichte. 4 Bde. Ffm. 1910-25, Neudr. 1970-74.Dietz: Handelsgesch. III, S. 175-178. | Kiefer, Karl: Stammtafeln zur Geschichte der Familie Andreae, Ffter Zweig. Ffm. 1923.Kiefer: Stammtafeln zur Gesch. d. Familie Andreae 1923, Tafel I. | Lübbecke, Fried: Fünfhundert Jahre Buch und Druck in Ffm. Ffm. 1948.Lübbecke: Buch u. Druck 1948, S. 89-91, 225. | Mori, Gustav: Die Schriftgießerei Benjamin Krebs Nachf. Ffm. Ein Beitrag zur Geschichte des Ffter Schriftgießer-Gewerbes. Hg. zur Feier des 100jährigen Bestehens der Schriftgießerei Benjamin Krebs (...). Ffm. 1916.Mori: Schriftgießerei Benjamin Krebs Nachf. 1916, S. 18-20. | Schmidt, Isolde: Eduard Schmidt von der Launitz 1797-1869. Ein Beitrag zur Skulptur des 19. Jahrhunderts in Ffm. Ffm. 1992. (Studien zur Ffter Geschichte 29).Schmidt: Eduard Schmidt von der Launitz 1992, S. 91f., 114f.; vgl. auch S. 244-247, Abb. 59-72. Aufgrund der Porträtähnlichkeit könnte der Druckerkopf VIII (Abb. 66) am Gutenberg-Denkmal die Darstellung Andreaes sein, wobei Isolde Schmidt jedoch vermutet, dass dieser Kopf das Porträt Brönners sei.
Internet: Hessische Biografie, ein Kooperationsprojekt des Instituts für Personengeschichte in Bensheim und des Hessischen Landesamts für geschichtliche Landeskunde in Marburg zur Erstellung einer umfassenden personengeschichtlichen Dokumentation des Landes Hessen. https://www.lagis-hessen.de/pnd/100758541Hess. Biografie, 4.1.2019.

Andreae, Magdalena Margaretha

Andreae, Magdalena Margaretha, geb. Burgk, verw. Klotz. Stifterin. Diese Angaben konnten anhand von Dokumenten zweifelsfrei bestätigt werden.~ 11.9.1707 Ffm., Diese Angaben konnten anhand von Dokumenten zweifelsfrei bestätigt werden.▭ 29.1.1787 Ffm.
Aus wohlhabendem Haus. Tochter des in der Töngesgasse ansässigen Goldarbeiters und Juweliers Martin Burgk (auch: Burck; † 1725) und dessen Ehefrau Maria Philippina, geb. Merian (1674-1733), die aus der berühmten Kupferstecher- und Kunsthändlerfamilie stammte. Schwester des Pfarrers Johann Matthäus Burgk (1712-1778). Verheiratet in erster Ehe (seit 1744) mit ihrem Cousin Ehrenfried Klotz (1685-1763), in zweiter Ehe (seit 1765) mit Johann Benjamin A. d. Ä.
Nach dem Tod ihres ersten Mannes, eines reichen Farbwarenhändlers, mit dem sie im Haus zur Grünen Hand im Großen Hirschgraben Lit. F 68 (später Nr. 13) gelebt hatte, verfügte Magdalena Margaretha über ein beachtliches Vermögen, das u. a. aus dem Haus und einem großen Kapital an Schuldverschreibungen bestand. Im Alter von 58 Jahren verheiratete sie sich wieder, mit dem Buchdrucker und Verleger Johann Benjamin A. d. Ä., der sich kurz zuvor aus seinem Geschäft zurückgezogen hatte, um sich künftig als Ratsherr und späterer Schöffe ganz der Stadtpolitik zu widmen. 1778 erneut verwitwet, legte A. ihr Vermögen im Wert von circa 280.000 Gulden testamentarisch etwa zur Hälfte in Vermächtnissen fest, zugunsten ihrer eigenen Familie (während die Verwandten aus der Familie Klotz und ihre Stiefsöhne Johann Benjamin und Johann Jacob A. fast leer ausgingen) und insbesondere für wohltätige Zwecke in der Niederländischen Gemeinde Augsburger Confession, und setzte schließlich diese Gemeinde zu ihrer Universalerbin ein. Ebenfalls 1778 gehörte die „Frau Schöff A.“, u. a. zusammen mit dem Kaiserlichen Rat Johann Caspar Goethe, Goethes Vater, zu den Verkäufern des Porzellanhofs auf dem Klapperfeld.
Porträt (Pastellzeichnung) als Schenkung der Niederländischen Gemeinde Augsburger Confession im HMF.
Zahlreiche Dokumente zu Vermögen, Nachlass und Stiftung von A. sind im Archiv der Niederländischen Gemeinde Augsburger Confession (als Depositum im ISG) überliefert.
Mit ihrem Testament von 1778 (mit einem Nachtrag von 1786) stiftete A. ein Waisenhaus zur Betreuung, Bildung und Förderung elternloser unbemittelter Kinder aus der Niederländischen Gemeinde Augsburger Confession (NGAC), das in ihrem Wohnhaus im Großen Hirschgraben 13 eingerichtet werden und mit einem Kapital von 100.000 Gulden aus ihrem Vermächtnis unterhalten werden sollte (daher auch: „A.’sche Stiftung“ oder „A.’sche Waisenhausstiftung“); zudem vermachte sie der NGAC einen Betrag von 10.000 Gulden für Stipendien. Noch in A.s Sterbejahr (1787) zogen die ersten Waisenkinder, Mädchen und Jungen, in das Haus ein. Während die Mädchen später in Kost und Logis zu Familien gegeben wurden, diente das Haus im Großen Hirschgraben, zusammen mit dem hinzuerworbenen Nachbargebäude (Lit. F 69, später Nr. 15), weiterhin als Heim für bis zu 20 Knaben. Nach dem Verkauf der baufällig gewordenen Immobilie 1865 übersiedelte das Waisenhaus in die Seilerstraße 18, wo seitdem auch die NGAC selbst ihren Sitz hatte. Das Waisenhaus wurde hier mindestens bis 1923 fortgeführt. Aus dem Gebäude in der Seilerstraße, das 1965 an die Stadt verkauft und abgerissen wurde, nahm die NGAC einen Portikus von 1799 mit und ließ ihn im Eingang ihres neuen Hauses im Oberweg 16 anbringen. Dort soll er an Magdalena Margaretha A. als die große Wohltäterin der Gemeinde erinnern.
A.straße in Bornheim.

Lexika: Meidinger, Heinrich: Fft.’s gemeinnützige Anstalten. 2 Teile. Ffm. 1845/56.Meidinger 1 (1845), S. 76f., 128. | Müller, Bruno: Stiftungen in Ffm. Geschichte und Wirkung. Neubearb. u. fortgesetzt durch Hans-Otto Schembs. Ffm. [Copyright 2006]. („Mäzene, Stifter, Stadtkultur“, Schriften der Ffter Bügerstiftung und der Ernst Max von Grunelius-Stiftung, hg. v. Clemens Greve, Bd. 7).Müller/Schembs: Stiftungen 2006, S. 43. | Müller, Bruno: Stiftungen für Ffm. Ffm. 1958.Müller: Stiftungen 1958, S. 36. | Richel, Arthur: Katalog der Abteilung Fft. [der Ffter Stadtbibliothek]. Bd. 2: Literatur zur Familien- und Personengeschichte. Ffm. 1929.Richel, S. 10f., 311. | Schrotzenberger, Robert: Francofurtensia. Aufzeichnungen zur Geschichte von Ffm. Ffm. 1884.Schrotzenberger, S. 6. | Wahlig, Kurt: Das Ffter Straßennamen-Büchlein. Ffm. 1963, 2. Aufl. 1981.Wahlig: Straßennamen, S. 20.
Literatur:
                        
Dietz, Alexander: Geschichte der Familie Andreae, Ffter Zweig. Ffm. 1923. Dietz: Geschichte der Familie Andreae 1923, S. 75-80. | Dietz, Alexander: Ffter Handelsgeschichte. 4 Bde. Ffm. 1910-25, Neudr. 1970-74.Dietz: Handelsgesch. IV.2, S. 588. | Kasper, Birgit/Schubert, Steffi: Nach Frauen benannt. 127 Straßen in Ffm. Hg. v. Frauenreferat der Stadt Ffm. Ffm. 2013.Kasper/Schubert: Nach Frauen benannt 2013, S. 8f. | Kern, Ursula (Hg.): Blickwechsel. Ffter Frauenzimmer um 1800. Historisches Museum, Ffm. Ffm. 2007.Kern (Hg.): Blickwechsel 2007, S. 188f.
Internet: Ffter Frauenzimmer – eine Spurensuche, Website des Historischen Museums Fft., Konzeption und Redaktion: Ursula Kern, Ffm. http://www.frankfurterfrauenzimmer.de/bp10-detail.html?bio=aa
Hinweis: Artikel über Magdalena Margaretha Andreae von Ursula Kern.
Ffter Frauenzimmer, 10.5.2018.
| Website der Niederländischen Gemeinde Augsburger Confession (NGAC) zu Ffm. http://www.ngac.de/gemeinde/geschichte-der-ngac/teil-3-von-der-kultusgemeinde-zur-privatgesellschaft-lutherischer-glaubensgenossen/ - http://www.ngac.de/gemeinde/geschichte-der-ngac/anhang-1-gebaeude-mobiliar-und-archiv-der-ngac/ - Niederländische Gemeinde Augsburger Confession, 10.5.2018.

Andreae, Tobias

Andreae, Tobias, gen. Toby. Maler. Diese Angaben konnten anhand von Dokumenten zweifelsfrei bestätigt werden.* 6.3.1823 Ffm., Diese Angaben konnten anhand von Dokumenten zweifelsfrei bestätigt werden.† 22.4.1873 München.
Sohn des Großkaufmanns Johannes, gen. Jean, A. (1780-1850) und dessen Ehefrau Caroline Maximiliane, geb. Willemer (1792-1871), der jüngsten Tochter von Johann Jakob (von) Willemer. Achtes von 15 Kindern. Bruder des Ingenieurs Abraham Maria, gen. Brami, A.
Von 1842 bis 1848 Studium am Städelschen Kunstinstitut als Schüler von Jakob Becker, Veit und Steinle. Bekanntschaft mit Moritz von Schwind, dem er zusammen mit Otto Donner[-von Richter] Ende 1848 nach München folgte. Unter dem Eindruck der älteren Malerkollegen Carl Rahl (1812-1865) und Bonaventura Genelli (1798-1868) versuchte sich A. zunächst in der Historien- und Genremalerei. Infolge einer Preisaufgabe von Bologna malte er in München 1852 das Bild „Saul bei der Hexe von Endor“, das er bald der Hamburger Kunsthalle schenkte. Erst nach einer Italienreise (wohl 1852-54; Ende 1852 Bekanntschaft mit Victor Scheffel in Rom) wandte sich A. allmählich, ab 1860 völlig der Landschaftsmalerei zu. Im künstlerischen Dialog mit Eduard Schleich (1812-1874) und Anton Teichlein (1820-1879) gab er seinen Landschaften eine eher melancholische Stimmung; gerne schuf er Ansichten von Seen und Meer (aus dem Süden wie aus dem Norden), später auch aus dem Gebirge, und seine besondere Vorliebe waren Nacht- und Mondscheinlandschaften, gelegentlich Nebellandschaften. Für die Münchner internationale Ausstellung 1869 lieferte er zwei Gemälde: „Venedig bei Nacht“ und „Capri bei Nacht“. A. lebte bis zuletzt, abgesehen von häufigen Besuchen in seiner Heimatstadt und einigen kürzeren Studienreisen (Frankreich), dauerhaft in München. Nach einem erneuten Italienaufenthalt (um 1872) und der Heirat mit Anna Bayer († 1911), der Tochter des prominenten Heldentenors Aloys Bayer (1802-1863), plante A. eigentlich eine Weltreise, zumindest bis nach Indien, als er sich, für seine Freunde plötzlich und unerwartet, das Leben nahm. Die Sektion ergab eine fortgeschrittene Erkankung des Gehirns, weshalb er bei seinem Suizid „in völlig unzurechnungsfähigen [sic!] Zustande“ gewesen sein soll (Passauer Tagblatt, 29.4.1873).
Zahlreiche Bilder von A. in Ffter Familienbesitz.

Lexika: Allgemeine Deutsche Biographie. Hg. durch die Historische Commission bei der Königlichen Akademie der Wissenschaften. 56 Bde. München/Leipzig 1875-1912.Hyacinth Holland in: ADB 46 (1902), S. 11f. | Dessoff, Albert: Kunst und Künstler in Ffm. im 19. Jahrhundert. 2. Bd.: Biographisches Lexikon der Ffter Künstler im 19. Jahrhundert. Ffm. 1909.Dessoff, S. 3. | Meyer, Julius (Hg.): Allgemeines Künstler-Lexikon. 2., gänzlich neubearb. Aufl. von Nagler’s Künstler-Lexikon. 3 Bde. (bis Bezzuoli). Leipzig 1872-85.Anton Teichlein in: Nagler/Meyer: Künstler-Lex. 1 (1872), S. 714f. | Schrotzenberger, Robert: Francofurtensia. Aufzeichnungen zur Geschichte von Ffm. Ffm. 1884.Schrotzenberger, S. 6. | Thieme, Ulrich/Becker, Felix: Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. 37 Bde. Leipzig 1907-50.Thieme/Becker 1 (1907), S. 468.
Literatur:
                        
Das Stammbuch der Marianne von Willemer. Hg. v. Kurt Andreae unter Mitarb. v. Marianne Küffner. Kunsthistorische Bearbeitung: Gerhard Kölsch. Ffm./Leipzig 2006.Andreae (Hg.): Stammbuch der Marianne v. Willemer 2006, Bl. 1, S. 20f. | Dietz, Alexander: Geschichte der Familie Andreae, Ffter Zweig. Ffm. 1923. Dietz: Geschichte der Familie Andreae 1923, S. 148-150; darin u. a. auszugsweiser Nachdruck eines Berichts von Victor Scheffel über eine Wanderung mit Tobias Andreae und zwei weiteren Gefährten über das Sabinergebirge nach Tivoli zu Silvester 1852, S. 149f. | Geschichte der Handelskammer zu Ffm. 1707-1908. Beiträge zur Ffter Handelsgeschichte. Ffm. 1908.Über den Vater Joh. Andreae-Willemer (1780-1850): Gesch. d. Handelskammer 1908, S. 1060. | Kiefer, Karl: Stammtafeln zur Geschichte der Familie Andreae, Ffter Zweig. Ffm. 1923.Kiefer: Stammtafeln zur Gesch. d. Familie Andreae 1923, Tafel IV.
Internet: Hessische Biografie, ein Kooperationsprojekt des Instituts für Personengeschichte in Bensheim und des Hessischen Landesamts für geschichtliche Landeskunde in Marburg zur Erstellung einer umfassenden personengeschichtlichen Dokumentation des Landes Hessen. http://www.lagis-hessen.de/pnd/135718414Hess. Biografie, 7.3.2017.

Andreae, Victor

Andreae (auch: Andreä), Hermann Victor. Dr. jur. Dr. med. Dr. phil. h. c. Lic. theol. Advokat. Homöopathischer Arzt. Evangelischer Theologe. Sprach- und Religionsforscher. Diese Angaben konnten anhand von Dokumenten zweifelsfrei bestätigt werden.* 10.6.1817 Ffm., Diese Angaben konnten anhand von Dokumenten zweifelsfrei bestätigt werden.† 8.9.1889 Ffm.
Sohn des Kaufmanns Johann Carl A. (1789-1843) und dessen Ehefrau Maria Sophie, geb. Bansa-Streiber (1798-1854), einer Tochter des Bankiers Johann Matthias Bansa (1758-1802) und dessen Ehefrau Marie Sophie, geb. Streiber (1762-1842).
Seit Herbst 1837 Studium der Rechtswissenschaften in Göttingen (1837/38), Berlin (1838) und Bonn (1838-40), abgeschlossen mit der Promotion zum Dr. jur. in Heidelberg (1840) und der staatlichen Prüfung in Ffm. (1841). 1841 Niederlassung als Advokat in Ffm. Unbefriedigt von diesem Brotberuf, widmete sich A. nebenbei seinem eigentlichen Interessensgebiet, der Theologie, und gab einige theologische Schriften heraus (u. a. „Die Kämpfe des christlichen Herkules“, Übersetzung eines Werks von seinem vermuteten und verehrten Vorfahren Johann Valentin A. aus dem Lateinischen, 1845, und „Lebensfragen der Kirche Christi. Zehn Betrachtungen veranlaßt durch das Auftauchen des sogenannten Irvingismus in Deutschland“, 1848). Ab Ostern 1850 absolvierte A. ein Medizinstudium in Bonn (1850-51) und Heidelberg (1851), promovierte mit einer Arbeit „Ueber den Zusammenhang zwischen Medicin und Philosophie“ (im Druck 1852) zum Doktor der Medizin und war anderthalb Jahre lang am Senckenbergischen Bürgerhospital tätig. 1852 eröffnete er eine eigene Arztpraxis in Ffm., wobei er sich auf die Homöopathie spezialisierte und auch psychische Aspekte bei der Heilung betrachtete. Als damals einziger homöopathischer Arzt in Ffm. soll er besonders von den Familien der Bundestagsgesandten gesucht gewesen sein. In späteren Jahren beschäftigte sich A. wieder intensiver mit der Theologie. 1869 verlieh ihm die Universität Marburg den Grad eines theologischen Lizentiaten. Daraufhin gab er seine Arztpraxis 1870 an seinen Schwiegersohn Dr. med. Caspar Simrock (1842-1897) ab und widmete sich fortan ganz religionsgeschichtlichen und sprachlichen Studien. Neben Latein, Griechisch, Französisch, Englisch, Italienisch und Chinesisch beherrschte A. vor allem das Hebräische, das er in einem ständigen Kränzchen mit den Ffter Rabbinern pflegte. Zu seinen langjährigen Freunden gehörten der baptistische Theologe August Rauschenbusch (1816-1899), der Arzt Louis Appia (1818-1898) und der Kaufmann Georg Seufferheld (1813-1874).
A.s späte theologische Werke dienten „dem Zweck (...), die heilige Schrift den Gebildeten durch sorgfältige Uebersetzung und erbauliche Auslegung ohne Eingehen auf kritische Fragen näher zu bringen“ (Hermann Dechent). Insbesondere seine Übersetzungen und Erläuterungen der Propheten Hiob (1870) und Jesaja (1892 posthum) sowie seine Vorlesungen über „Ursprung und erste Entwicklung der Kirche Christi in der Apostelgeschichte des Lukas“ (1877) fanden seinerzeit breite Anerkennung. Weitere theologische Schriften, u. a. „Die Weltanschauung des Glaubens in einer praktischen Auslegung des Hebräerbriefes“ (1866) und „Die Psalmen“ (Übersetzung und Kommentar, gedacht für den erbaulichen Hausgebrauch, 1885).
Mitverfasser des Werks „Bibliotheca sinologica. Uebersichtliche Zusammenstellungen als Wegweiser durch das Gebiet der sinologischen Literatur“ (mit John Geiger, 1864).
1870 Ehrendoktorwürde der Philosophischen Fakultät der Universität Straßburg.
Grabstätte innerhalb des Familiengrabs A.-Simrock auf dem Ffter Südfriedhof (Gewann A/169-170).
Aus der 1842 geschlossenen Ehe mit Marie Gertraude Emilie Habel (1822-1880) stammten drei Söhne, u. a. der Kaufmann und Jäger Edgar A., und fünf Töchter; nur vier Kinder überlebten den Vater. Die älteste Tochter, Susanna Emilie Pauline A. (1843-1914), heiratete 1870 den Arzt Caspar Simrock (1842-1897), den Sohn des Bonner Germanisten Karl Simrock (1802-1876); dieser Schwiegersohn, ebenfalls Homöopath, führte die Arztpraxis A.s fort. Für den familiären Gebrauch schrieb A. viele Gedichte und einige Lieder, u. a. einen Gedichtzyklus zum Tod des im Alter von zwei Jahren verstorbenen jüngsten Sohns Johann Valentin Georg A. (1861-1863) als Trost für seine Frau zu Weihnachten 1863.
Aus dem Nachlass von A. befinden sich 15 Bände mit chinesisch-deutschen Lehr- und Übungsmaterialien (1859-62) in der UB Ffm.

Lexika: Allgemeine Deutsche Biographie. Hg. durch die Historische Commission bei der Königlichen Akademie der Wissenschaften. 56 Bde. München/Leipzig 1875-1912.Hermann Dechent in: ADB 46 (1902), S. 10f. | Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Begr. u. hg. v. Friedrich Wilhelm Bautz. Fortgeführt von Traugott Bautz. Bisher 37 Bde. Herzberg 1975-2016.Biographisch-Bibliographisches Kirchenlex. 1 (1975), Sp. 165. | Moeller, Bernd/Jahn, Bruno (Hg.): Deutsche Biographische Enzyklopädie der Theologie und der Kirchen (DBETh). Zwei Bände. München 2005, Reprint 2011.DBETh 1 (2005), S. 42. | Rödel, Volker: Die Ffter Stadtteil-Friedhöfe. Hg. v. Denkmalamt der Stadt Ffm. u. d. Ffter Denkmalforum in Zusammenarb. m. d. Landesamt für Denkmalpflege in Hessen. Supplementband zur Denkmaltopographie Stadt Ffm. Ffm. [Copyright 2007]. (Beiträge zum Denkmalschutz in Ffm., Bd. 16; / Teil der Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland). Denkmaltop. Stadtteilfriedhöfe, S. 165. | Kallmorgen, Wilhelm: 700 Jahre Heilkunde in Ffm. Ffm. 1936.Kallmorgen, S. 207. | Neue Deutsche Biographie. Hg. v. d. Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Bisher 26 Bde. (bis Vocke). Berlin 1953-2016.Karl Demeter in: NDB 1 (1953), S. 280. | Richel, Arthur: Katalog der Abteilung Fft. [der Ffter Stadtbibliothek]. Bd. 2: Literatur zur Familien- und Personengeschichte. Ffm. 1929.Richel, S. 9. | Schrotzenberger, Robert: Francofurtensia. Aufzeichnungen zur Geschichte von Ffm. Ffm. 1884.Schrotzenberger, S. 6.
Literatur:
                        
Dietz, Alexander: Geschichte der Familie Andreae, Ffter Zweig. Ffm. 1923. Dietz: Geschichte der Familie Andreae 1923, S. 211-214. | Geschichte der Handelskammer zu Ffm. 1707-1908. Beiträge zur Ffter Handelsgeschichte. Ffm. 1908.Über den Vater Johann Carl Andreae (1789-1843): Gesch. d. Handelskammer 1908, S. 1063. | Kiefer, Karl: Stammtafeln zur Geschichte der Familie Andreae, Ffter Zweig. Ffm. 1923.Kiefer: Stammtafeln zur Gesch. d. Familie Andreae 1923, Tafel VIIIb.
Quellen: Ffter Allgemeine Zeitung. Ffm. 1949-heute.Münster, Nikolaus: „Bring uns Pauline nicht ins Haus“. Ein Ffter Kapitel im Leben des Nibelungen-Übersetzers Karl Simrock. In: FAZ, 22.8.1986. | ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).ISG, S2/1.914.
Internet: Hessische Biografie, ein Kooperationsprojekt des Instituts für Personengeschichte in Bensheim und des Hessischen Landesamts für geschichtliche Landeskunde in Marburg zur Erstellung einer umfassenden personengeschichtlichen Dokumentation des Landes Hessen. http://www.lagis-hessen.de/pnd/124496806Hess. Biografie, 6.3.2017. | Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. https://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_Victor_AndreaeWikipedia, 6.3.2017.

Weber-Andreae, Eduard

Weber-Andreae (bis 1920: Weber), Eduard. Kaufmann. Diese Angaben konnten anhand von Dokumenten zweifelsfrei bestätigt werden.* 23.2.1876 Duisburg, Diese Angaben konnten anhand von Dokumenten zweifelsfrei bestätigt werden.† 26.10.1943 Ffm.
Verheiratet (seit 1906) mit Helene Emma Andreae (1884-1970), der Tochter des Bankiers Rudolf Victor (auch: Viktor) Andreae(-Majer; 1853-1929), Teilhaber der Bankfirma J. Maggi-Minoprio, und dessen Ehefrau Cäcilie Charlotte, geb. Majer (1857-1942). Kinder: Helmuth Ernst Viktor Adolf W.(-A.; 1909-1994), Maler, Grafiker und Illustrator; Herbert W.(-A.); Lily Helene Charlotte Marie W.(-A.; 1916-2006), verheiratet (seit 1939) mit Felix Prentzel, dem späteren Vorstandsvorsitzenden der Degussa.
Schulbesuch in Duisburg. Kaufmännische Lehre in Hamburg. Verkaufstätigkeit in England, Indien und Peru. 1904 Eintritt in die Verkaufsabteilung der Chemischen Fabrik Griesheim-Elektron, wo er u. a. die Markteinführung der Naphthol-AS-Farbstoffe aus der 1905 erworbenen Anilinfabrik K. Oehler in Offenbach förderte. Enger Mitarbeiter von Theodor Plieninger. Seit 1905 Prokurist, dann seit 1910 stellvertretendes Vorstandsmitglied und Gesamtverkaufsleiter, schließlich seit 1915 ordentliches Vorstandsmitglied der Chemischen Fabrik Griesheim-Elektron. Von 1926 bis 1943 ordentliches Vorstandsmitglied der IG Farben. Dort Leiter der Verkaufsgemeinschaft (VG) Chemikalien sowie Vorsitzender im Chemikalien-Ausschuss, Mitglied im Arbeitsausschuss und im 1928 neu gebildeten Kaufmännischen Ausschuss des Vorstands. Verdient um das weltweite Chemikaliengeschäft der IG Farben.
Zahlreiche Aufsichtsratsmandate, u. a. bei der Deutschen Edelsteingesellschaft (als Vorsitzender), der AG für Chemische Industrie Schalke, der AG für Stickstoffdünger Knapsack, bei Kalle und Dynamit Nobel Preßburg. Mitglied im Arbeitsauschuss des Vereins zur Wahrung der Interessen der chemischen Industrie Deutschlands und im Industriellen Ausschuss für den Geschäftsverkehr mit den übrigen Wirtschaftszweigen der Reichsgruppe Industrie.
Erster Vorsitzender der Ffter Rudergesellschaft Germania.
Familiengrabstätte auf dem Ffter Hauptfriedhof (Gewann A 286).
Die Angaben zur Karriere von W.-A. im internationalen Chemikalienhandel bei der Chemischen Fabrik Griesheim-Elektron bzw. nach der Fusion ab 1926 bei der IG Farben richten sich weitgehend nach der Kurzbiographie von Jens Ulrich Heine (Heine: IG Farben, S. 150-152, Nr. V 77). Es sind bisher keine detaillierten biographischen Forschungen und Darstellungen von W.-A.s Tätigkeit und Rolle bei der IG Farben, auch in der NS-Zeit, bekannt.

Lexika: Heine, Jens Ulrich: Verstand und Schicksal. Die Männer der I. G. Farbenindustrie A. G. (1925-1945) in 161 Kurzbiographien. Weinheim/New York/Basel/Cambridge 1990.Heine: IG Farben, S. 150-152, Nr. V 77.
Literatur:
                        
Die bildenden Künstler in Ffm. Hg. v. d. Stadt Ffm., Dezernat für Kultur und Freizeit, Amt für Wissenschaft und Kunst. Bearb. v. Kurt Lotz u. Rudi Seitz. Ffm. 1982, 2. Aufl. 1989.Kurzbiographie des Sohnes Helmuth Weber-Andreae in: Die bildenden Künstler in Ffm. 1982; 1989. | Dietz, Alexander: Geschichte der Familie Andreae, Ffter Zweig. Ffm. 1923. Zur Verbindung mit der Familie Andreae: Dietz: Geschichte der Familie Andreae 1923, S. 210. | Kiefer, Karl: Stammtafeln zur Geschichte der Familie Andreae, Ffter Zweig. Ffm. 1923.Kiefer: Stammtafeln zur Gesch. d. Familie Andreae 1923, Tafel VIIIa.
Quellen: ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).ISG, S2/14.043. | Frdl. Mitteilungen an d. Verf.Zur Familiengrabstätte auf dem Ffter Hauptfriedhof: Mitteilungen von Dieter Georg, Ffm., per E-Mail vom 15.4.2019.

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Empfohlene Zitierweise: Hock, Sabine: Andreae, Familie. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), http://frankfurter-personenlexikon.de/node/401
Die Autorenangabe bezieht sich auf den Artikel über die Familie. Die Angaben zu Autoren der hier ebenfalls dargestellten Personenartikel finden Sie, indem Sie auf die Namen der einzelnen Personen klicken.

Stand des Artikels: 16.10.2019
Erstmals erschienen in Monatslieferung: 01.2019.