Reichard, Johann Jacob

Reichard, Johann Jacob. Dr. med. Arzt. Botaniker. * 7.8.1743 Ffm., † 21.1.1782 Ffm.
Sohn des Ffter Bürgerkapitäns und Schönfärbers Johann Valentin R.
Besuch des Ffter Gymnasiums. Studium der Medizin, Philosophie und Naturwissenschaften in Göttingen. 1768 Promotion. Anschließend Niederlassung als praktischer Arzt in Ffm. Zugleich begann R. mit der systematischen botanischen Erforschung der Flora im Raum Ffm. 1772 und 1778 gab er bei Brönner die zweibändige „Flora Moeno-Francofurtana“ heraus. Dieses Werk ist die älteste Gesamtdarstellung der Ffter Pflanzenwelt. (Johann Christian Senckenbergs Ffter Botanik existierte zwar zu diesem Zeitpunkt schon, wurde aber erst 1941 veröffentlicht.) Nach dem Unfalltod Senckenbergs wurde R. im April 1773 zum ersten Stiftsarzt der Dr. Senckenbergischen Stiftung bestellt. In dieser Eigenschaft betreute er u. a. die Stiftsbibliothek, hatte die Aufsicht über die Stiftsgebäude, den Botanischen Garten, das Gewächshaus und das chemische Labor. Er verfasste das erste Pflanzenverzeichnis des Botanischen Gartens, hielt botanische Vorlesungen und war Herausgeber des 1780 von ihm gegründeten „Medizinischen Wochenblatts“. Nach der Eröffnung des Senckenbergischen Bürgerhospitals 1779 übernahm R. als erster Hospitalarzt auch wieder mehr medizinische Pflichten. Unheilbar lungenkrank, setzte er im Dezember 1781 sein Testament auf, worin er seine Privatbibliothek, sein Herbar und eine Summe von 4.000 Gulden zum Erwerb botanischer Werke der Dr. Senckenbergischen Stiftung vermachte.
Porträt (von Isaac Juncker, 1779) im Besitz der Dr. Senckenbergischen Stiftung.

Artikel aus: Frankfurter Biographie 2 (1996), S. 178, verfasst von: Reinhard Frost.
Dieser Artikel wurde noch nicht abschließend für das Frankfurter Personenlexikon überarbeitet.
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Lexika: Allgemeine Deutsche Biographie. Hg. durch die Historische Commission bei der Königlichen Akademie der Wissenschaften. 56 Bde. München/Leipzig 1875-1912.M. Möbius in: ADB 53 (1907), S. 267f. | Kallmorgen, Wilhelm: 700 Jahre Heilkunde in Ffm. Ffm. 1936.Kallmorgen, S. 379. | Kutz, Corinna: Die Porträtsammlung der Dr. Senckenbergischen Stiftung. Ffter Bildnisse aus fünf Jahrhunderten. Bestandsverzeichnis und Ausstellungskatalog. Ffm. 2000.Kutz: Senck. Portr., S. 26, 33, 63f. u. S. 116, Nr. 48.
Literatur:
                        
Jahrbücher des Nassauischen Vereins für Naturkunde. Bisher 140 Bände. Wiesbaden 1844-2019.Conert, Hans Joachim: Johann Jakob Reichard und die Flora von Ffm. In: Jb. d. Nassauischen Vereins für Naturkunde 104 (1979), S. 6-23.
Quellen: ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).ISG, S2/618.

GND: 121783871 (Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek).

© 2020 Frankfurter Bürgerstiftung und bei dem Autor/den Autoren
Empfohlene Zitierweise: Frost, Reinhard: Reichard, Johann Jacob. Artikel aus der Frankfurter Biographie (1994/96) in: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), http://frankfurter-personenlexikon.de/node/850

Stand des Artikels: 24.1.1995