Reiß, Jacques

Reiß, Isaak Anton, gen. Jacques. Geheimer Kommerzienrat. Kaufmann. Bankier. Kommunalpolitiker. * 3.3.1807 Ffm., † 17.3.1887 Ffm.
Sohn des jüdischen Seidenhändlers Israel Elias R. Jacques R. konvertierte später (1850) zum Protestantismus.
Schulzeit in Ffm. Von 1823 bis 1826 kaufmännische Lehre im väterlichen Betrieb. Anschließend Tätigkeit als Commis im In- und Ausland. 1831 Erwerb des israelitischen Bürgerrechts. Seit 1834 Teilhaber der Firma „Gebrüder Reiß“. Etwa ab 1860 war R. Alleinhaber des Geschäfts, das er dann von einer Warenhandlung in ein Bankhaus umwandelte.
Von 1850 bis 1863 (mit Unterbrechungen) Mitglied der Gesetzgebenden Versammlung der Freien Stadt Ffm. Von 1854 bis 1866 Mitglied der Ständigen Bürgerrepräsentation.
Daneben hatte R. eine Fülle von (Ehren-)Ämtern im Ffter Kultur- und Wirtschaftsleben inne, u. a. ab 1842 Vorstandsmitglied, später Vorsitzender der Israelitischen Gemeinde, 1849 Mitglied im Bürgerverein, Gründungsmitglied des „Ffter Volksboten“, ab 1851 Vorstandsmitglied des Ffter „Museums“ (der späteren Museums-Gesellschaft), Mitglied im „Institut zur Förderung der Sittlichkeit unter der dienenden Klasse“, von 1855 bis 1857 Vorstandsmitglied des Pestalozzivereins, von 1857 bis 1887 Mitglied, später Verwaltungsratsvorsitzender der Ffter Bank, von 1859 bis 1866 Mitglied der Handelskammer Ffm. und des Börsenvorstands, von 1862 bis 1887 Mitglied im Evangelischen Gemeindevorstand. Durch eine Schenkung von 2.000 Gulden förderte R. 1858 den Aufbau der Dr. Christ’schen Entbindungsanstalt, die dank der Mühlen’schen Stiftung seit 1853 dem Dr. Christ’schen Kinderhospital angegliedert war.
Von dem Ffter Architekten Heinrich Burnitz ließ sich R. eine Villa in Kronberg im Taunus erbauen, die er als Sommersitz bewohnte. 1864 wurde er zum Ehrenbürger von Kronberg ernannt. Als Vorsitzender im Verwaltungsrat der Kronberger Eisenbahngesellschaft war er der wesentliche Initiator und Finanzier des Baus der Streckenverbindung Kronberg-Rödelheim, die von 1872 bis 1874 ausgeführt wurde.

Artikel aus: Frankfurter Biographie 2 (1996), S. 188, verfasst von: Reinhard Frost.
Dieser Artikel wurde noch nicht abschließend für das Frankfurter Personenlexikon überarbeitet.
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Literatur:
                        
Geschichte der Handelskammer zu Ffm. 1707-1908. Beiträge zur Ffter Handelsgeschichte. Hg. v. der Handelskammer zu Ffm. Ffm. 1908.Gesch. d. Handelskammer 1908, S. 1069.
Quellen: ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).ISG, S2/8.029.

GND: 1199583952 (Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek).
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Empfohlene Zitierweise: Frost, Reinhard: Reiß, Jacques. Artikel aus der Frankfurter Biographie (1994/96) in: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), http://frankfurter-personenlexikon.de/node/875

Stand des Artikels: 14.2.1995