Strauss, Richard

Strauss, Richard. Dr. h. c. Komponist. Dirigent. * 11.6.1864 München, † 8.9.1949 Garmisch.
1887 kam S. erstmals nach Ffm., wo er seine Sinfonie f-Moll in einem Museumskonzert dirigierte. Während der folgenden Jahre und Jahrzehnte wurden in den Freitags- und Sonntagskonzerten der Museums-Gesellschaft zahlreiche Werke S.’ aufgeführt. Als S. 1892 Interesse zeigte, als Kapellmeister an die Ffter Oper zu kommen, entschied sich die Leitung allerdings gegen ihn und für Ludwig Rottenberg. Dessen ungeachtet hielt sich S. immer wieder in Ffm. auf, um Museumskonzerte zu dirigieren. In Ffm. uraufgeführt wurden unter der persönlichen Leitung des Komponisten die S.’schen Tondichtungen „Also sprach Zarathustra“ (1896) und „Ein Heldenleben“ (1899); eine europäische Uraufführung der „Symphonia domestica“ folgte 1904 anlässlich des 40. Tonkünstlerfests in Ffm. Den Höhepunkt der S.-Rezeption in Ffm. bildeten die im Rahmen des „Sommers der Musik“ und der Ausstellung „Musik im Leben der Völker“ im August 1927 veranstalteten Richard-S.-Festspiele. Initiiert hatte sie der Opernintendant Clemens Krauß, der seit seiner Zeit als Dirigent an der Wiener Staatsoper in freundschaftlichem Kontakt mit S. stand und sich in Ffm. intensiv für dessen Bühnenschaffen einsetzte. Innerhalb einer Woche wurden im Ffter Opernhaus die Opern „Salome“, „Rosenkavalier“, „Elektra“, „Intermezzo“, „Ariadne auf Naxos“ und „Frau ohne Schatten“ aufgeführt, sämtlich vom Meister selbst dirigiert. In derselben Augustwoche eröffnete der Weinhändler Friedrich Nicolas Manskopf in seinem Musikhistorischen Museum am Untermainkai in Anwesenheit des Komponisten ein Richard-S.-Museum. Bei dem Festakt zum Ende des „Sommers der Musik“ dirigierte S. seine sinfonische Dichtung „Don Juan“, gespielt von einem Orchester aus Barcelona. Seinen letzten Aufenthalt in Ffm. hatte S. 1933, als er das Festkonzert zur 125-Jahr-Feier der Ffter Museums-Gesellschaft leitete.
Die Objekte des Richard-S.-Museums sind heute integriert in die Sammlung Manskopf in der UB Ffm.
1969 Ausstellung „Richard S. und Ffm.“ in der Musikbücherei der Ffter Volksbücherei. 2019 internationale Tagung „Die Frau ohne Schatten – Hugo von Hofmannsthals und Richard S.’ ‚Schmerzenskind’“ der Ffter Goethe-Universität, der Hofmannsthal-Gesellschaft und des Freien Deutschen Hochstifts im Ffter Goethe-Museum. Auf dieser Tagung 2019 Vorstellung des Projekts „Richard S. in der Sammlung Manskopf – eine virtuelle Ausstellung“ von Studierenden der Goethe-Universität.
Richard-S.-Allee in Sachsenhausen.

Artikel aus: Frankfurter Biographie 2 (1996), S. 447f., verfasst von: Birgit Weyel.
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Lexika: Spiess, Volker (Hg.): Berliner Biographisches Lexikon. 2., überarb. u. erw. Aufl. Berlin 2003.Berliner Biogr. Lex., S. 417. | Riemann Musiklexikon. Hg. v. Willibald Gurlitt und Carl Dahlhaus. Personenteil, 2 Bde. u. 2 Ergänzungsbde. Mainz 1959-79.Riemann: Musik.
Literatur:
                        
Abels, Norbert/Kersting-Meulemann, Ann/Wissmann, Friederike: Richard Strauss – (k)ein Heldenleben. Spuren des Komponisten in Ffm. Ffm. 2015. (Ffter Bibliotheksschriften 17).Abels/Kersting-Meulemann/Wissmann: Richard Strauss – (k)ein Heldenleben 2015. | Mohr, Albert Richard: Musikleben in Ffm. Ein Beitrag zur Musikgeschichte vom 11. bis zum 20. Jahrhundert. Ffm. 1976.Mohr: Musik 1976, S. 329ff.
Quellen: ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).ISG, S2/1.837. | ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S3 (mit Kleinschriften, bes. Zeitungsausschnitten, zur Ortsgeschichte).ISG, S3/T 3.322 („Musik im Leben der Völker“, „Sommer der Musik“, 1927).

GND: 11861911X (Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek).
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Empfohlene Zitierweise: Weyel, Birgit: Strauss, Richard. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), http://frankfurter-personenlexikon.de/node/1363

Stand des Artikels: 20.7.1995