Tochter von Johann Jacob Mettingh (auch: Metting; ?-1718), Doktor beider Rechte, Hochgräflich Isenburg-Marienbornischer Regierungsrat in Bergheim, und dessen Ehefrau Margaretha (auch: Margretha, Margareta, Margarethe) Elisabetha (auch: Elisabeth), geb. Schütz (1681-1744). Geschwister: Johann Jacob (seit 1776: von) Mettingh, Besitzer des reichsritterschaftlichen Guts Lindenthal in der Wetterau; Menco Henrich (auch: Heinrich; seit 1766: von) Mettingh (1711-1774), Hofrat verschiedener Fürsten; Remigius (auch: Remy) Gerhard (auch: Gerhardt) Mettingh, Capitain (Hauptmann). Enkelin des Juristen und pietistischen Separatisten
Johann Jacob Schütz (1640-1690). Verheiratet (seit 1744) mit dem Arzt
Johann Christian S. (1707-1772). Ein Kind: Erhard Jacob S. (27.6.1747-7.10.1747).
Catharina Rebecca Mettingh entstammte einer gebildeten Beamtenfamilie. Mütterlicherseits reichten ihre familiären Wurzeln in das protestantische Milieu der frühen pietistischen Bewegung in Ffm. zurück. Catharina Rebecca erhielt Unterricht in der evangelisch-reformierten Glaubenslehre, aber auch in den für Mädchen gehobenen Standes damals üblichen Fächern wie Haushaltung, Sprachen und Musik. Offenbar zog sie mit der früh verwitweten Mutter Margaretha Elisabetha Mettingh in deren Geburtsstadt Ffm., wo sie die Mutter bis zu deren Tod im Juli 1744 umsorgte.
Am 17.12.1744 heiratete Catharina Rebecca Mettingh in einer Haustrauung den Ffter Arzt und Witwer
Johann Christian S. Catharina Rebecca war eine Freundin seiner kürzlich verstorbenen Ehefrau
Johanna Rebecca S. gewesen. Da
Johanna Rebecca S. Vorahnungen zu ihrem frühen Tod gehabt hatte, die sich bewahrheiten sollten, hatte sie ihrem Ehemann einmal ihre Freundin Catharina Rebecca Mettingh für eine zweite Ehe nach ihrem Tod vorgeschlagen. Wohl auch zur Versorgung seiner Tochter Anna Margareta S. (1743-1745) aus erster Ehe hatte sich
Johann Christian S. für diese zweite Heirat direkt nach dem obligatorischen Trauerjahr entschlossen. Christian Fende (auch: Fenda; 1651-1746), der Kaiserliche Rat, Notar und pietistische Schriftsteller, der bereits seine verstorbene Enkelin
Johanna Rebecca und
Johann Christian S. zusammengebracht hatte, schien in der Vermittlung involviert gewesen zu sein und unterzeichnete den Ehevertrag mit. Christian Fende war nicht nur mit
Johann Christian S. befreundet, sondern auch ein Weggefährte von Catharina Rebeccas Großvater gewesen, dem Juristen und Separatisten
Johann Jacob Schütz, einer prägenden Gestalt des Ffter Pietismus.
Nach der Heirat bezog Catharina Rebecca S. das Elternhaus ihres Mannes, das Haus zu den drei kleinen Hasen in der Hasengasse (später Lit. H 173, dann Nr. 3) in Ffm. Sie kümmerte sich um die verbliebene Tochter Anna Margareta aus
Johann Christian S.s erster Ehe und den Haushalt. Doch lediglich ein halbes Jahr später, im Juli 1745, erlag die Stieftochter den Folgen einer tuberkulösen Hirnhautentzündung.
Im darauffolgenden Herbst 1746 wurde Catharina Rebecca S. schwanger. Während der Schwangerschaft, die nicht ohne Komplikationen verlief, wurde sie von ihrem Ehemann ärztlich betreut. Sie litt unter den von ihm beobachteten Symptomen wie „brennender Hitze“ und „trockenem Husten“, die auf ein sich verschärfendes Lungenleiden hinwiesen, höchstwahrscheinlich Tuberkulose.
Am 27.6.1747 brachte Catharina Rebecca S. einen Sohn zur Welt, der zwei Tage später auf die Namen Erhard Jacob getauft wurde. Doch bereits nach dreieinhalb Monaten, am 7.10.1747, starb der Säugling, vermutlich infolge einer tuberkulösen Infektion, die er sich bei der Mutter zugezogen hatte. Auch Catharina Rebecca S. erlag am 11.12.1747, nur einige Wochen nach dem Tod ihres Kindes, ihrer Krankheit.
Als Ausdruck der Trauer und zur Wahrung des Andenkens ließ der erneut verwitwete
Johann Christian S. posthum Porträts seiner beiden Ehefrauen
Johanna Rebecca und Catharina Rebecca S., seiner Tochter und seines Sohns anfertigen. Die Gemälde wurden von den Ffter Malern Anton Sturm,
Franz Lippold und Justus Juncker 1744/45 und 1747 geschaffen und im Wohnzimmer des Senckenbergischen Hauses zu den drei kleinen Hasen in der Hasengasse aufgehängt. Das von
Johann Christian S. beauftragte Ölporträt, das Catharina Rebecca S. zeigt (gemalt von Justus Juncker, 1747), befindet sich heute im Besitz der Dr. Senckenbergischen Stiftung.
Abseits von Trauer und Krankheit war das Glück des Ehepaars S. auch durch familiäre Streitigkeiten getrübt gewesen, die sich nach Catharina Rebeccas Tod noch zuspitzten. Vor ihrer Heirat hatte Catharina Rebecca S. ein elterliches Erbe, Barvermögen und das Haus samt Mobilien ihrer Mutter, erhalten. Ihr jüngster Bruder Remigius Gerhard Mettingh war kurz vor dem Tod der Mutter 1744 enterbt worden und focht das entsprechende Testament der Mutter vor dem Reichskammergericht an, jedoch ohne Erfolg. In einer „friedfertigen Renunciation“ (Verzichtserklärung) überließ Catharina Rebecca S. ihrem Bruder trotzdem die Hälfte des Hauses und der Möbel.
Das verbleibende mütterliche Erbe von Catharina Rebecca S. ging dann nach ihrem Tod 1747 an ihren Ehemann
Johann Christian S. über. Am Tag nach ihrem Tod begann ein langwieriger Rechtsstreit, erneut eingeleitet von Catharina Rebeccas Bruder Remigius Gerhard Mettingh. Als „Leibes-Erbe” beklagte er, dass er „gegenwärtig keine Kraft über die Hinterlassenschaft” habe. Zudem stellte er „Rechtmäßigkeit und Anspruch in Frage”, die
Johann Christian S. auf das nachgelassene Vermögen seiner Ehefrau habe, da das Paar nur so kurze Zeit verheiratet gewesen war und es keine überlebenden Kinder aus der Ehe gab. Erneut hatte Remigius Gerhard Mettingh keinen Erfolg mit dem Rechtsstreit, und das Erbe blieb bei
Johann Christian S.Das Erbe von Catharina Rebecca S. trug später auch zu dem Kapital der von
Johann Christian S. errichteten „Dr. Senckenbergischen Stiftung“ bei, die bis heute besteht und fortwirkt.
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