Sohn des Architekten
Franz von H. (1842-1924) und dessen erster Ehefrau Anna
Susanna, geb. Gioth (1845-1897). Brüder: Wilhelm, gen. Willy, von H. (1867-1935), Ingenieur; Gottfried von H. (1868-1921), Maler. Verheiratet in erster Ehe (von etwa 1900 bis spätestens 1918) mit Maria Josefa Henriette Elisabetha
Anna (auch:
Anna Josefa Maria) von H., geb. Raab (1875-1930), in zweiter Ehe (seit 1918) mit
Elisabeth Gertraude von H., geb. Elbert, gesch. Kunert (1875-1944). Tochter aus erster Ehe:
Wilhelmine Franziska Anna von H. (1901-?).
Von 1894 bis 1895 Schüler am Städelschen Kunstinstitut. Dort erster Unterricht im Bau- und Fachzeichnen, u. a. bei Wilhelm Manchot (1844-1912). Anschließend Architekturstudium an den Technischen Hochschulen in Darmstadt (1895-97) und München (1898-99). Erste berufliche Tätigkeit im Architekturbüro von Hermann Billing (1867-1946) in Karlsruhe. Reisen nach Italien, Paris und Brüssel. Seit 1902 Architekt in Ffm., zunächst im Büro seines Vaters
Franz von H. Beginn der Zusammenarbeit mit dem ebenfalls dort beschäftigten Architekten
Franz Heberer. Später (wahrscheinlich ab 1913) eigenes Architekturbüro in Ffm. am Untermainkai 1; vermutlich übernahm H. spätestens 1915 (zusätzlich) das väterliche Büro. Zeitweise war er mit
Franz Heberer assoziiert (namentlich unter der Firma „von Hoven & Heberer“ lt. Adr. 1916-18, weiterhin mit einer gemeinsamen Büroadresse lt. Adr. 1919-23 und 1925-30). Wohl nach seiner zweiten Heirat 1918 übersiedelte H. nach Darmstadt, wo er seitdem lebte. Er blieb aber zunächst in dem gemeinsam mit
Heberer genutzten Ffter Büro am Untermainkai tätig, auch wenn er zu Beginn der 1920er Jahre aus gesundheitlichen Gründen zumindest zeitweise aussetzen musste. Nominell schied H. erst 1930 endgültig aus dem Ffter Büro aus.
Mitglied des Bunds Deutscher Architekten BDA. Seit 1905 Mitglied der Ffter Künstlergesellschaft. Mitglied des Ffter Architekten- und Ingenieur-Vereins.
Wichtigste Bauten von H. in Ffm.: Neubau der Alten Brücke (mit
Franz Heberer und Carl F. W. Leonhardt, 1914-26; stark verändert erhalten) und Erweiterungsbau (Gartenflügel) des Städelschen Kunstinstituts (mit
Franz Heberer, 1. und 3. Preis im Wettbewerb 1912, Bauausführung 1915-21; verändert erhalten). Die Zusammenarbeit von H. und
Heberer, anfänglich im Architekturbüro von
Franz von H., hatte bereits ab 1910 zu einigen gemeinsamen Wettbewerbsteilnahmen geführt. Im Wettbewerb zum Neubau der Alten Brücke in Ffm. erhielten H. und
Heberer 1911 unter 24 eingegangenen Entwürfen den ersten Preis, der mit 4.000 Mark dotiert war. Nach dem Erstellen des endgültigen Gesamtplans in Zusammenarbeit mit dem zweiten Preisträger Carl F. W. Leonhardt (1881-1918) und dem städtischen Tiefbauamt wurde der Brückenneubau Ende 1913 von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen und ab 1914 ausgeführt. Die Bauleitung übernahmen H. und
Heberer, zunächst unter Mitarbeit von Carl F. W. Leonhardt (der jedoch im Ersten Weltkrieg fiel); aus gesundheitlichen Gründen musste sich H. ab 1920 aus dem Projekt zurückziehen, so dass die Bauleitung seitdem allein bei seinem Partner
Franz Heberer lag. Aufgrund von Witterungseinflüssen (wie der Überschwemmung der Baustelle, 1915) und Zeitumständen (infolge von Erstem Weltkrieg, Inflation und wirtschaftlicher Depression) zogen sich die Bauarbeiten über zwölf (statt der ursprünglich veranschlagten zweieinhalb) Jahre hin. Am 15.8.1926 wurde die neue Alte Brücke feierlich eingeweiht. Das Brückenbauwerk nach dem Gesamtplan von H.,
Heberer und Leonhardt blieb allerdings unvollendet, da die vorgesehenen Aufbauten, insbesondere das „Brückenhaus“ (mit einem Restaurant und einem Vereinsheim für den Rudersport) und die Inseltreppenanlage an der Maininsel, aus Kostengründen nicht zur Ausführung kamen.
Weitere Bauten von H.: Wohnhaus (als eigener Wohnsitz) in der Steinlestraße 36 in Ffm.-Sachsenhausen (1905; in geringen Resten erhalten, aber weitestgehend durch Neubau ersetzt), Villa Franz Pyhrr in Freiburg/Breisgau (1906; erhalten), Villa Zacharias in Königstein/Taunus (1908; erhalten), Familiensitz Weißer Berg in (Neuwied-)Niederbieber (Gesamtanlage mit drei Villen und Pförtnerhaus, errichtet für die Direktoren des Eisenwerks Rasselstein; mit
Franz Heberer, um 1912; erhalten) u. a.
Weitere Wettbewerbsentwürfe von H.: Genesungsstätte Hohenwald des Ffter Hospitals zum heiligen Geist bei Kronberg/Taunus (mit
Franz Heberer, 1910), Gestaltung des Rüdesheimer Platzes für Berlin-Wilmersdorf (mit dem Gartenarchitekten Heinrich Berg, 1911; ausgezeichnet mit dem 1. Preis, stark verändert ausgeführt), Erweiterungsbau der Nassauischen Landesbank für Wiesbaden (mit
Franz Heberer, 1914), Treppenverbindung und Terrassenanlage zwischen der Zeppelinallee und der Ginnheimer Landstraße (auf der Ginnheimer Höhe) unter Bebauung angrenzender Grundstücke mit Wohnhäusern für Ffm. (mit
Franz Heberer, 1914; ausgezeichnet mit dem 1. und dem 2. Preis) u. a.
Verfasser der (unveröffentlichten) Betrachtung „Spaziergänge durch Welt und Leben“ (um 1937; Typoskript im ISG) mit Gedanken zu seiner Lebensphilosophie unter autobiographischen Anklängen.
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