Mettenheimer, Carl (von)

Mettenheimer, Carl Friedrich Christian (seit 1895: von). Geheimer Rat. Dr. med. Arzt. Naturforscher. Komponist. * 19.12.1824 Ffm., † 18.9.1898 Schwerin, begraben in Ffm.
M. entstammte einer alten Kaufmannsfamilie, die sich, ursprünglich in Worms beheimatet, Anfang des 18. Jahrhunderts in Ffm. niedergelassen hatte.
Besuch der Ffter Musterschule und des Gymnasiums. Frühes naturwissenschaftliches Interesse bei gleichzeitig musischen Neigungen. Ab 1843 Medizinstudium in Göttingen und Berlin. 1847 Promotion. 1849 ließ sich M. als praktischer Arzt in seiner Heimatstadt Ffm. nieder. Bald darauf trat er in die SNG ein, für die er in den folgenden Jahren anatomische und histologische Vorlesungen und Vorträge über die Naturgeschichte der wirbellosen Tiere hielt. 1853 regte M. die Gründung einer Kinderkrippe in Ffm. an, nachdem er eine solche Einrichtung auf einer Reise nach Paris kennengelernt hatte. 1857 gründete M. den Mikroskopischen Verein und initiierte eine pharmakologische Sektion des Ärztlichen Vereins, die u. a. die Wirkungsweise von Arzneien untersuchte. Ebenfalls seit 1857 war M. im Ffter Versorgungshaus beschäftigt. Auf den dortigen Erfahrungen basiert sein Buch über Greisenkrankheiten (1863). Zu M.s Patienten in Ffm. zählte u. a. der Philosoph Arthur Schopenhauer. M. engagierte sich auch im kirchlichen und kulturellen Leben der Stadt. Er wurde in den Kirchenvorstand der Peterskirche gewählt und war Vorstandsmitglied des Cäcilienvereins. 1861 wurde M. zum Leibarzt des Großherzogs von Mecklenburg-Schwerin berufen. In Schwerin und Rostock setzte er seine berufliche Karriere fort. Die politischen und kulturellen Entwicklungen in Ffm. verfolgte er weiter mit lebhaftem Interesse.
Viele medizinische Veröffentlichungen. Komposition von rund 150 Musikstücken.
Zahlreiche Orden und Auszeichnungen. 1895 wurde M. von Großherzog Franz III. von Mecklenburg-Schwerin in den erblichen Adelsstand erhoben.
Porträt (Kopie eines Bildnisses aus dem Jahr 1864; von Richard Fresenius, 1906) im Besitz der Dr. Senckenbergischen Stiftung.
Nachlass im ISG.
Aufschluss über das Leben dieses äußerst vielseitig begabten Mannes gibt die von seinem Sohn Heinrich von Mettenheim (1867-1944) verfasste Biographie (1940, Neuaufl. 1985). Auf Initiative der Senckenbergischen Bibliothek wurde 1985 eine Ausstellung über Carl von M. in der Stadt- und Universitätsbibliothek in Ffm. veranstaltet.

Artikel aus: Frankfurter Biographie 2 (1996), S. 46f., verfasst von: Reinhard Frost.
Dieser Artikel wurde noch nicht abschließend für das Frankfurter Personenlexikon überarbeitet.
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Lexika: Kallmorgen, Wilhelm: 700 Jahre Heilkunde in Ffm. Ffm. 1936.Kallmorgen, S. 353. | Kutz, Corinna: Die Porträtsammlung der Dr. Senckenbergischen Stiftung. Ffter Bildnisse aus fünf Jahrhunderten. Bestandsverzeichnis und Ausstellungskatalog. Ffm. 2000.Kutz: Senck. Portr., S. 126, Nr. 103.
Literatur:
                        
Burkhardt, Helmut: Carl von Mettenheimer 1824-1898. Lebensbild des Ffter Arztes. Ffm. 1985.Burkhardt: Carl von Mettenheimer 1985. | Mettenheim, Heinrich von: Carl von Mettenheimer (1824-1898). Werden, Wollen und Wirken eines alten Arztes in Briefen und Niederschriften. Nachdruck der Ausgabe von 1940. Ffm. 1985. (Ffter Lebensbilder 19).Mettenheim: Carl von Mettenheimer 1940/85.
Quellen: ISG, Bestand Nachlässe (S1).Nachlass: ISG, S1/273. | ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).ISG, S2/13.

GND: 118801058 (Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek).

© 2019 Frankfurter Bürgerstiftung und bei dem Autor/den Autoren
Empfohlene Zitierweise: Frost, Reinhard: Mettenheimer, Carl (von). In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), http://frankfurter-personenlexikon.de/node/513

Stand des Artikels: 25.5.1993