Stiebel, Salomon Friedrich

„Feldwebel Bär“.

Salomon Friedrich Stiebel

Salomon Friedrich Stiebel
Fotografie (im Archiv der SGN als Depositum im ISG).

© Institut für Stadtgeschichte, Ffm. (Sign. ISG_V176_03659).
Stiebel, Salomon (auch: Salomo) Friedrich. Deckname während der Teilnahme an den Befreiungskriegen: Bär. Ursprüngl. Vorname: Salomo(n), zusätzlicher Taufname seit 1828: Friedrich. Herzoglich Nassauischer Geheimer Hofrat. Dr. med. Arzt. Diese Angaben konnten anhand von Dokumenten zweifelsfrei bestätigt werden.* 20.4.1792 Ffm., Diese Angaben konnten anhand von Dokumenten zweifelsfrei bestätigt werden.† 20.5.1868 Ffm.
Sohn des Handelsmanns Beer Joseph S. (1761-1838) und dessen Ehefrau Charlotte, geb. Lemle. Verheiratet (seit 1818) mit Röschen (Taufname seit 1828: Julie Henriette Rosa) Ochs (angeblich 1791 oder 1794 bis 1874). Zwei Kinder: Sophie Pauline (zusätzlicher Taufname seit 1828: Julie, seit 1839 verh. Zimmern, 1819-1904) und Friedrich Julius, gen. Fritz, S. (1824-1902).
S. wurde als Sohn armer Eltern in der Judengasse geboren. Nachdem ihr Wohnhaus bei der französischen Belagerung der Stadt im Juli 1796 abgebrannt war, zog die Familie in die Gelnhäuser Gasse außerhalb des Ghettos. Bis zu seinem achten Lebensjahr erhielt S. keine schulische Ausbildung: Das einzige Buch, das er besaß, war eine hebräische Bibel, die er zu lesen und mündlich ins Deutsche zu übersetzen gelehrt wurde. Dann lernte er bei dem Sprachlehrer Johann Valentin Meidinger Deutsch lesen und schreiben. Auf den Antrieb von Nachbarn, die das Talent und die Wissbegier des Jungen bemerkt hatten, schickten die Eltern ihn auf das städtische Gymnasium. Vor allem in den letzten Jahren seiner Schulzeit, unterrichtet und motiviert u. a. von Matthiae, Schlosser und insbesondere von Grotefend, wurde er regelmäßig mit Preisen bedacht und fiel durch seine poetische Begabung auf.
Im Frühjahr 1810 begann S. ein Studium der Philologie in Heidelberg, wechselte aufgrund der Beschäftigung mit philosophischen Fragen und der Lektüre des Hippokrates aber noch vor Ende des ersten Semesters zur Medizin. Er blieb bis 1811 in Heidelberg, wo er Anatomie und Physiologie wie wohl auch Chemie, Physik, Mineralogie und – nach eigenen Angaben – „Encyclopädie“ (als Gesamtheit der Wissenschaften im Sinne einer allgemeinen Bildung) hörte, und setzte das Medizinstudium von 1811 bis 1813 in Berlin fort. Die bürgerliche Gleichstellung der Juden (1811) und die Gründung einer Universität (1812) im Großherzogtum Fft. unter Dalberg ließen ihn vorübergehend an eine akademische Laufbahn denken. Bald schloss sich S. in Berlin jedoch der studentischen Freiheitsbewegung an. Unter dem Decknamen „Bär“, den er zum Schutz seiner Eltern im noch unter französischer Herrschaft stehenden Fft. wählte, nahm S. 1813/14 an den Befreiungskriegen teil, zunächst als Jäger des Lützow’schen Freikorps, in dem er zum Feldwebel aufstieg, später als Bataillonsarzt in der Königlich Preußischen Armee. Nachdem Theodor Körner am 26.8.1813 bei einem Gefecht im Forst von Rosenow bei Gadebusch gefallen war, führte S. dessen Leichenzug an; zu den Kameraden, die dem Dichter das Grab unter einer Eiche in Wöbbelin gruben, gehörte Wilhelm Heinrich Ackermann, der, wohl nicht zuletzt wegen seiner Freundschaft zu S., später (seit 1819) als Lehrer in Ffm. lebte. Angesichts des bevorstehenden Friedens von Paris nahm S. am 22.5.1814 seinen Abschied von der Armee.
Nach einem kurzen Zwischenaufenthalt in Ffm. ging S. im Juni 1814 nach Göttingen, wo er sein Medizinstudium am 3.5.1815 mit der Promotion abschloss. Seine Dissertation „De Limnaei stagnalis anatome“ (Über die Anatomie der Teichhornschnecke) hatte einen naturphilosophischen Ansatz: Er untersuchte die Teichhornschnecke und damit ein Tier, das natürlicherweise (und nicht krankheitsbedingt) Schleim absondert, um daraus medizinische Rückschlüsse auf das Zustandekommen der Schleimabsonderung bei Katarrhen ziehen zu können. Dieser Weg führte nicht weiter. Statt dessen beobachtete S. bei seinen empirischen Forschungen mit einem primitiven Mikroskop wesentliche Erscheinungen der Entwicklungsgeschichte: Er erkannte, dass die Entwicklung („Urform der Bildung“) im tierischen Organismus vom Zellkern (den er „Bläschen“ nannte) ausgeht, und beschrieb erstmals die Teilung des Dotters. Die Ergebnisse seiner in lateinischer Sprache abgefassten Dissertation stellte er kurz darauf auch in der renommierten Fachzeitschrift „Deutsches Archiv für die Physiologie“ vor, zunächst in einer Kurzfassung (1815), dann in einem ausführlicheren Aufsatz (1816). Das Angebot einer Assistentenstelle durch seinen Universitätslehrer Karl Himly (1772-1837) lehnte er jedoch ab.
S. kehrte in seine Heimatstadt Ffm. zurück, wo er auf Senatsbeschluss vom 20.7.1815 als Arzt rezipiert wurde. Seinem Antrag auf die Erteilung des israelitischen Bürgerrechts wurde jedoch nicht stattgegeben. Auf Empfehlung seines Göttinger Professors Himly wandte er sich an den Ffter Arzt Seligmann Joseph Oppenheimer, in dessen Praxis er künftig mitarbeitete. Außerdem erhielt er den Posten des dritten Arztes am Israelitischen Krankenhaus, wo er für Chirurgie und Augenheilkunde zuständig war, zunächst allerdings ohne Besoldung, wenn auch mit der Zusage, zu gegebener Zeit die Stelle des Hospitalarztes erlangen zu können. Als Oppenheimer infolge einer Typhusinfektion bei einer Epidemie im Sommer 1817 starb, übernahm S. dessen Praxis. Im selben Jahr wurde er zudem als Leiter der chirurgischen Abteilung am Israelitischen Krankenhaus fest angestellt.
Am 22.11.1817 war S. – als einziger Jude unter den 32 Stiftungsmitgliedern – an der Gründung der Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft beteiligt. Künftig war er intensiv in der Gesellschaft wissenschaftlich tätig, der er später zeitweise (1843/44, 1847/48 und 1855/56) als Direktor vorstand. Schon während seiner Studienzeit hatte sich S. mit Amphibien beschäftigt, und seine sorgfältigen Präparate hatte er bald nach seiner Rückkehr nach Ffm. der Dr. Senckenbergischen Stiftung zur Präsentation in deren Naturalienkabinett vermacht. Als Mitglied der SNG bearbeitete er die Abteilung der Amphibien und verzeichnete die „Petrefakten“ (Fossilien) im Senckenbergischen Museum; zudem ordnete und katalogisierte er gemeinsam mit seinen Freunden Adolph Schmidt(-Heyder) und Theodor Friedleben (1781-1859) die Sammlung der Conchylien neu, die dadurch ausstellungsreif wurde. Neben seiner ausgedehnten ärztlichen und naturwissenschaftlichen Tätigkeit verfasste S. weiterhin fachliche Aufsätze und Rezensionen. 1823 erschien sein Büchlein „Kleine Beiträge zur Heilwissenschaft“, eine Sammlung von Aufsätzen aufgrund der Erfahrungen aus seiner praktischen ärztlichen Tätigkeit, die der befreundete Schriftsteller Ludwig Börne mit einer positiven Rezension bedachte. Im überregionalen Kollegenkreis bekannt wurde S. durch seine Stellungnahme gegen eine Schrift des Bonner Philosophen und Mediziners Karl Joseph Hieronymus Windischmann (1775-1839), der unter Verknüpfung von Medizin und Mystizismus behauptete, dass die Heilung von Krankheiten nur durch den christlichen Glauben und das Gebet möglich sei. Dem widersprach S. durch Veröffentlichungen in „Rust’s kritischem Repertorium“ (1824-26) und in einem Vortrag „Mysterium und Mystizismus“ vor den Mitgliedern der Ffter Johannesloge (1825).
Am 15.7.1818 hatte S. seine Jugendliebe, die jüdische Kaufmannstochter Röschen Ochs, geheiratet. Röschen war eine von mindestens fünf Töchtern des Seidenhändlers Amschel Samuel Ochs (1757-1831). In ihrem Elternhaus zur silbernen Kanne in der Judengasse verkehrten Jeanette Wohl und Ludwig Börne, die sich dort 1816/17 kennenlernten; da Börne offenbar auch den Schwestern Ochs sehr zugetan war, hatte der junge S. einst dessen häufige Besuche im Hause Ochs gar nicht so gern gesehen. Das Ehepaar S., das zunächst in der Töngesgasse 46, dann Hinter der Schönen Aussicht 42a und schließlich (seit 1829) im Schönborner Hof in der Töngesgasse 30 wohnte, führte ein gastliches Haus. Zum sonntäglichen Mittagstisch mit anschließendem Austausch im Gespräch kamen etwa die Arztkollegen Adolph Schmidt(-Heyder), Johann Georg Varrentrapp, Heinrich Hoffmann, Georg Friedrich Melber und Harald Bagge, die Pfarrer Anton Kirchner, Johann Christoph Spieß und Friedrich Carl Schröder (1825-1909), die Lehrer Michael Creizenach und Johann Daniel Hechtel (1808-1870), der Maler Alfred Rethel, der Bildhauer Eduard Schmidt von der Launitz und der dichtende Architekt Friedrich Maximilian Hessemer sowie gelegentlich durchreisende Freunde, u. a. die seinerzeit berühmten Mediziner Johann Lukas Schönlein (1793-1864) und Johann Friedrich Dieffenbach (1792-1847) und der Schriftsteller Karl Gutzkow; auch Heine soll bei S. zu Gast gewesen sein. Während des Vorparlaments und der Nationalversammlung 1848/49, deren Verhandlungen der national gesinnte Arzt – oft direkt vor Ort in der Paulskirche – aufmerksam verfolgte, saßen zahlreiche Abgeordnete sonntags am Mittagstisch bei S., u. a. Ernst Moritz Arndt, Ernst August Braun (1783-1859), Johann Gottfried Eisenmann (1795-1867), Johann Gustav Heckscher (1797-1865), Johann Jacoby (1805-1877), Friedrich Ludwig Jahn, Carl Vogt und Carl Theodor Welcker (1790-1869), von denen viele Kameraden aus der Zeit der Befreiungskriege 1813/14 waren.
Das Vorbild von Ludwig Börne und der Einfluss von Anton Kirchner dürften das Ehepaar S. in der Entscheidung bestärkt haben, sich und seine Kinder evangelisch taufen zu lassen. Seit durch einen Senatsbeschluss 1824 bestimmt worden war, dass die in Ffm. zugelassenen Ärzte grundsätzlich Bürger jeder Konfession behandeln durften, konnte ein Glaubenswechsel keine Folgen für S.s Tätigkeit in der Leitung des Israelitischen Krankenhauses mehr haben. Am 25.11.1826 ließen die Eltern S. zunächst nur ihren zweijährigen Sohn Friedrich Julius von Pfarrer Karl Christian Becker in Hausen taufen; seine Paten waren Wilhelm Heinrich Ackermann und Johann Michael Mappes, also ein Freund und ein Arztkollege des Vaters. Ein gutes Jahr später, am 20.1.1828, wurden Salomon S., seine Frau Röschen und die achtjährige Tochter Sophie von Pfarrer Anton Kirchner in dessen Pfarrhaus in der Schlesinger Gasse getauft; von ihren Paten aus der befreundeten Familie Daems erhielten sie ihre (zusätzlichen) Taufnamen: Salomon Friedrich, Julie Henriette Rosa und Sophie Pauline Julie. Nun konnte S., der inzwischen (1825) das israelitische Bürgerrecht in Ffm. erworben hatte, am 18.8.1828 den Bürgereid schwören, womit er und seine Familie künftig die vollen bürgerlichen Rechte in der Freien Stadt Ffm. genossen.
Von 1830 bis 1848 gehörte S. der Gesetzgebenden Versammlung der Stadt an. Er nahm an allen Sitzungen teil und arbeitete in zahlreichen Kommissionen mit. So gestaltete er etwa eine neue Medizinalordnung für Ffm. federführend mit. Als der Senat auf Veranlassung des Bundestags 1832 ein Gesetz vorlegte, das die Gründung und das Bestehen von Vereinen und Verbindungen politischer Art, Volksversammlungen zu politischen Zwecken, das Halten politischer Reden, das Veröffentlichen politischer Schriften und das Tragen von „Farben“ (Schwarz-Rot-Gold) verbieten sollte, stimmte S. in einer Minderheit von 15 Abgeordneten gegen das Gesetz, wofür er und seine Gesinnungsgenossen eine von 155 Ffter Bürgern unterschriebene Dankadresse erhielten. Nach dem gescheiterten Novemberaufstand in Polen nahm das Ehepaar S. 1832 auch einen polnischen Emigranten, den Hauptmann Blitzinski (auch: Blitzinsky), bei sich auf. Die Rolle S.s beim Ffter Wachensturm 1833 ist unklar. Wahrscheinlich dürfte er von den Revolutionsplänen gewusst haben. Den Abend des Attentats am 3.4.1833 verbrachte er jedoch mit seinem aus Zürich angereisten Freund Johann Lukas Schönlein im Theater oder, nach anderen Angaben, im Gasthof „Zum weißen Schwanen“. Schönlein soll den Attentatsplan zuerst an den Bundestag, dann an den Älteren Bürgermeister gemeldet haben, um dann mit S. auszugehen und dadurch – sich oder S.? – „ein ostensibeles Alibi“ zu schaffen. Nach dem Scheitern des Wachensturms verwandte sich S. bei den Bundestagsgesandten, die seine Patienten waren, für die gefangenen Wachenstürmer, um deren hartes Los zu mildern. Zudem setzte er sich bei dem französischen Gesandten Alleye de Cipray dafür ein, dass die nach dem Attentat oder aus der Haft Entflohenen nicht von Frankreich ausgeliefert würden. Auch bei anderer Gelegenheit sprach sich S. für einen menschenwürdigen Strafvollzug aus: In zwei Vorträgen vor der Gesetzgebenden Versammlung 1841 und 1843 lehnte er Pläne für den Neubau eines Gefängnisses nach dem empfohlenen pennsylvanischen System des Strafvollzugs in Einzelhaftzellen ab (vgl. die spätere Veröffentlichung u. d. T. „Strafmethoden sind keine Strafsysteme“, 1846). Für die Legislaturperiode ab 1848 ließ sich S. auf eigenen Wunsch nur als Suppleant (Ersatzmann) wählen und schied aus der Gesetzgebenden Versammlung aus. Dennoch befasste er sich weiterhin intensiv mit dem politischen Geschehen in seiner Heimatstadt. So veröffentlichte er 1849 „Einige Bedenken bei der neuen Verfassung“, worin er für die Einführung der bürgerlichen Gleichstellung und der unbedingten Gewaltenteilung eintrat; außerdem forderte er, einen Katalog der Grundrechte in der Ffter Verfassung zu installieren.
Seit den 1830er Jahren hatte S. den Kurort Soden näher kennengelernt, wo einmal um 1830 seine Frau und wohl im Sommer 1838 auch er für einige Wochen Erholung suchten; später arbeitete er als Kurarzt in den Sommermonaten dort. Er informierte sich über die Geschichte des Ortes und seiner Umgebung, studierte die geologischen Gegebenheiten im Quellgebiet, untersuchte die Eigenschaften und die Wirksamkeit der Sodener Mineralquellen, auch im Vergleich zum Ffter Grindbrünnchen und zum Weilbacher Wasser, und veröffentlichte schließlich die Broschüre „Soden und seine Heilquellen“ (1840). Mit dieser Schrift, die er einflussreichen Kollegen im In- und Ausland zukommen ließ, damit sie ihre prominenten Patienten nach Soden schickten, trug er wesentlich zur Förderung des Bade- und Kurbetriebs in dem nassauischen Ort bei. Außerdem bemühte er sich um eine bessere Fassung der Quellen, die Anlage von Spazierwegen, die Verbesserung der Straßen und insbesondere die Anbindung an die Eisenbahn (von Ffm. über Höchst nach Soden, ab 1847). Für seine Verdienste um die Entwicklung des Kurbades Soden wurde S. 1840 zum Herzoglich Nassauischen Geheimen Hofrat ernannt.
In seiner ärztlichen Praxis in Ffm. hatte S. bald Patientinnen und Patienten aus bekannten und einflussreichen Ffter Familien gewonnen, u. a. Gudula, Amschel Mayer und Adelheid von Rothschild (die Ehefrau von Carl Mayer von Rothschild), worüber Maria Belli-Gontard (die selbst Patientin des Hofrats war) in ihren Lebenserinnerungen berichtet. Als Hausarzt der Familie Brentano verkehrte S. auch im Salon der kunstsinnigen Antonia Brentano. Börne suchte oft, manchmal auch brieflich aus der Ferne, den ärztlichen Rat des Freundes. Schopenhauer soll den Doktor gelegentlich sogar bestellt haben, wenn er keinerlei Beschwerden hatte – weil er sich mit ihm unterhalten wollte. Als einer der ersten erkannte und förderte S. das Talent des jungen Schriftstellers Friedrich Stoltze, den er und später auch sein Sohn nicht nur in gesundheitlichen Fragen berieten. Aus der ärztlichen Verbindung zu den Familien Enoch und Jacques Reiß ergaben sich private Beziehungen: Der Sohn Fritz S. heiratete 1853 in die Familie Reiß ein. Auch einige Bundestagsgesandte mit ihren Familien gehörten zu S.s Patienten, u. a. Bernhard Ernst von Bülow (1815-1879), der dem Hofrat aus Dankbarkeit für die Genesung seines Sohnes Bernhard von B. (1849-1929, des späteren Reichskanzlers) 1856 einen Pokal schenkte. Für S.s medizinische Kompetenz spricht insbesondere, dass er häufig von Kollegen konsultiert wurde. So gehörte der Ffter praktische Arzt und Geburtshelfer Theobald Christ zu seinen Patienten, den er wegen eines Rückenmarksleidens mit fortschreitender Lähmung ärztlich betreute.
In seinem Testament von 1835 bestimmte Theobald Christ seinen Grundbesitz und sein Vermögen im Wert von rund 150.000 Gulden zur Errichtung eines Krankenhauses für Kinder von vier bis zwölf Jahren und, soweit möglich, einer Entbindungsanstalt für arme Bürgersfrauen. Die Stiftung trat mit Christs Tod 1841 in Kraft. Zum ersten Leiter der Stiftungsadministration und Hospitalarzt hatte noch der Gründer selbst testamentarisch seinen Arzt und Freund Salomon Friedrich S. eingesetzt. Unverzüglich widmete sich der Hofrat dem Aufbau eines Kinderkrankenhauses gemäß dem Willen des Stifters. Bereits in der konstituierenden Sitzung der Administration am 27.9.1841 wurde er auf eine Studienreise zur Besichtigung bereits bestehender und zweckmäßiger Kinderkrankenhäuser in Berlin, Dresden, Prag, Wien und Paris geschickt, worüber er der Administration im Januar 1842 berichtete. Der Baugrund für das projektierte Kinderhospital an der Hanauer Landstraße wurde durch den Erwerb weiterer Grundstücke arrondiert, u. a. um einen Garten aus dem Besitz der Philipp Heinrich Fleck’schen Stiftung (1843). S. übernahm die Planung des Neubaus und die Überwachung der Bauausführung, wobei der eigentliche Bau mit der Grundsteinlegung am 14.8.1843 begann. Am 14.1.1845 wurde das „Dr. Christ’sche Kinderhospital“, zunächst mit 50 Betten, eröffnet. Von der Eröffnung 1845 bis 1853 leitete S. als Hospitalarzt das Kinderkrankenhaus, wofür er ein jährliches Honorar von 150 Gulden erhielt. Mit der Erweiterung um die bereits vom Stifter gewünschte Entbindungsanstalt 1853 übergab S. die Leitung der Klinik an seinen Sohn Fritz S., der sich 1847/48 als praktischer Arzt, Chirurg und Geburtshelfer in Ffm. niedergelassen hatte und seit 1850 als Assistenzarzt im Kinderkrankenhaus tätig war. Der Hofrat blieb jedoch bis zu seinem Tod der Vorsitzende der Stiftungsadministration. Er kam weiterhin fast täglich ins „Spitälchen“, kümmerte sich vor allem um die weitere Entwicklung und Finanzierung der Anstalt und verfasste die Jahresberichte, in denen er nicht nur um Spenden warb, sondern auch Beiträge zur Gesundheitspflege veröffentlichte, die sich an Eltern und andere interessierte Laien richteten. Der Ausbildung junger Mediziner in der Kinderheilkunde dagegen galten die Vorlesungen, die er in der Klinik bald nach deren Eröffnung anbot (vgl. die Veröffentlichung „Klinische Vorträge im Ffter Kinder-Krankenhause“, 1846, u. a. mit 13 Beiträgen von S.) und bis in seine letzten Lebensjahre beibehielt (etwa mit eigenen Vorlesungen über „Crouparten und die Laryngospasmen“, 1857/58, und über „Scharlach und seine Bekämpfung“, 1861). Seine Stelle als leitender Arzt der chirurgischen Abteilung am Israelitischen Krankenhaus gab S. 1857 auf; er blieb aber konsultierender Arzt (Belegarzt) an dieser Anstalt.
Hofrat S. starb im Alter von 76 Jahren 1868 an einer Lungenentzündung. Bei dem Trauerzug zu seiner Beerdigung auf dem Hauptfriedhof waren die Straßen dicht gesäumt von so vielen Menschen, die damit ihre Anteilnahme zeigen wollten und „ihren Kindern erzählten, was der Mann für sie gethan, dessen irdische Hülle da hinaus getragen werde“, dass der Sohn Fritz S. in seinem Nachruf stolz notieren konnte, einen solchen Zug habe Ffm. seit dem Begräbnis von Simon Moritz von Bethmann nicht gesehen. [Vgl. Fritz Stiebel in: Bericht über Dr. Christ’s Kinder-Krankenhaus und Entbindungs-Anstalt 25 (1868), S. 13f.]
Seit 1817 arbeitendes Mitglied, von 1845 bis 1850 auswärtiger Direktor, schließlich seit 1865 Ehrenmitglied der Wetterauischen Gesellschaft für die gesamte Naturwissenschaft. Seit 1819 Mitglied der Loge zur aufgehenden Morgenröthe, deren Meister vom Stuhl er erstmals 1825 war. Seit 1829 korrespondierendes Mitglied, seit 1865 Ehrenmitglied der Gesellschaft für Natur- und Heilkunde in Dresden und der Medizin-Chirurgischen Gesellschaft „Hufflandia“ in Berlin. Mitglied des von Maximilian Reinganum in Ffm. 1832 gegründeten Mittwochskollegs. Seit 1837 korrespondierendes Mitglied des Vereins für Heilkunde in Preußen. Mitbegründer (1840) und Mitglied des „Comités zur Ausführung des Denkmals der Erfindung der Buchdruckerkunst“ zur Spendensammlung für das Ffter Gutenberg-Denkmal (von Eduard Schmidt von der Launitz, vollendet 1858). Seit 1840 Mitglied des Vereins für Naturkunde im Herzogtum Nassau und der Heidelberger Gesellschaft für Naturwissenschaft und Medizin. Seit 1841 Ehrenmitglied des Nassauischen Vereins für Altertumskunde und Geschichtsforschung in Wiesbaden. Seit 1841 Mitglied der Hamburgischen Medizinischen Gesellschaft. Seit 1842 Mitglied der Kaiserlichen und Königlichen Gesellschaft der Ärzte in Wien. Gründungsmitglied (1845) des Ärztlichen Vereins in Ffm., im Jahr 1848 als dessen Zweiter Vorsitzender und Schriftführer, dann 1849 als Erster Vorsitzender. Seit etwa 1845 korrespondierendes Mitglied, seit 1865 Ehrenmitglied des Offenbacher Vereins für Naturkunde und des Vereins Großherzoglich-Badischer Medizinalbeamter und Ärzte zur Förderung der Staatsarzneikunde. Seit 1846 korrespondierendes Mitglied der Rheinischen Naturforschenden Gesellschaft in Mainz. Seit 1849 Ehrenmitglied im Verein Deutscher Ärzte und Naturforscher in Paris. Seit 1849 ordentliches Mitglied des Entomologischen Vereins zu Stettin. Mitglied in der Naturforschenden Gesellschaft in Leipzig und in der Oberhessischen Gesellschaft für Natur und Heilkunde. Förderer der Einrichtung von Gedenkstätten für Theodor Körner im Ffter Stadtwald und an dessen Grab in Wöbbelin anlässlich von Körners 50. Todestag 1863; S. soll in seinen letzten Lebensjahren jährlich an Körners Todestag frühmorgens in den Stadtwald gefahren sein, um an dem Gedenkstein bei der Körnereiche nahe der Oberschweinstiege einen Immortellenkranz niederzulegen.
Mitbegründer der ersten Kinderkrippen in Ffm. Bereits 1851 hatte S. im jährlichen „Bericht über Dr. Christ’s Kinder-Krankenhaus“ eine „Aufforderung zur Errichtung einer Säuglingszuflucht (Crêche)“ veröffentlicht, und er gründete vorab (1852) ein ärztliches Komitee, das mit der Frage der medizinischen Betreuung von Krippenkindern befasst war. Die erste Kinderkrippe wurde 1853 in der Seilerstraße 19 in der Innenstadt eröffnet und musste infolge des Verkaufs des Hauses bereits 1864 wieder schließen, während eine zweite Krippe, die 1862 in Sachsenhausen eingerichtet worden war, fortbestand.
Weitere Schriften: „Carditidis et pericarditidis acutae (...)“ (Gratulationsschrift für Samuel Thomas Soemmerring, 1828), „Epistola gratulatoria remediorum emetticorum laudem continenti“ (Über die Brechmittel; Gratulationsschrift für Mathias Wilhelm de Neufville, 1834), „Von dem rechten Gebrauche des Arztes für Gesunde und Kranke“ (gewidmet an Johann Conrad Varrentrapp, 1840), „Die Grundformen der Infusorien in den Heilquellen nebst allgemeinen Bemerkungen über die Entwicklung derselben“ (1841), „Der Doktortitel und das Wo und Wie der Grundrechte in Bezug auf Ausbildung zum ärztlichen Beruf“ (1849), „Rachitis und Osteomalacie“ (Beitrag zu dem „Handbuch der Speziellen Pathologie und Therapie“, 1854), „Über die Gebietsgrenzen der Naturwissenschaften“ (an Carl Vogt und Rudolph Wagner, 1855), „Rickets, Rhachitis oder Rachitis, Tabes pectorea, articuli duplicati, Zwiewuchs, Englische Krankheit u. s. w. Vollständige Abhandlung der Krankheitsarten und der Behandlung“ (gewidmet an Rudolf Virchow, 1863) und „Des alten Dr. Stiebel Jubeldissertation für Ärzte, Erzieher und Kinderpfleger“ (zum 50. Doktorjubiläum, 1865) sowie wissenschaftliche Aufsätze in medizinischen Fachzeitschriften, u. a. in Meckels „Deutschem Archiv für die Physiologie“ (1815-23) und „Rust’s Magazin für Heilkunde“ (1824-1827), und Rezensionen in „Rust’s Kritischem Repertorium“ (1824-26). Ausgewählte Beiträge in den Jahresberichten „über Dr. Christ’s Kinder-Krankenhaus“: „Das Lager der Kinder“ (1854), „Skizzen zur Gehirndiätetik der Säuglinge“ (über den Umgang mit Säuglingen und Kleinkindern, 1855), „Ein Hauptgrund des unsymmetrischen Rückens“ (1856), „[Die richtigen Schuhe]“ (1857), „Die armen Kostkinder“ (1858), „Ueber das Verhalten bei hitzigen Ausschlagskrankheiten der Kinder“ (1860), „Anklage wegen der verkommenen Kinder, die im Hospital sterben“ (1860), „Märchen und Erzählungen als Alimente für gemütliche Entwicklung während der ersten Lebensjahre“ (1862), „Volkserziehung zum Zwecke der allgemeinen Wehrhaftigkeit“ (1863), „Rathschläge für angehende Kinderärzte“ („Ueber die nothwendige Befreundung des Arztes mit dem gesunden Kinde und dessen Pflege“, 1864), „Warum die Säuglinge schreien“ (1864), „Wanderungen in der freien Natur zur Kräftigung und Bildung der Jugend“ (1867) und „Einführung von Schwimmfreischulen für wenig bemittelte weibliche Jugend“.
Auch war S. ein eifriger Gelegenheitsdichter und Hobbyschriftsteller („Die singende und leuchtende Moschee“, Legende aus der Zeit der Kreuzzüge, 1857, u. a.). Zu besonderen Anlässen schrieb er Festgedichte (zu den Feiern von Ffter Bürgern zu Goethes Geburtstag auf dem Oberforsthaus, um 1829/30, zum „Freiwilligenfest“ anlässlich des 25. Jahrestags der Befreiungskriege in Ffm., 1838, zur Enthüllung des Goethedenkmals, 1844, u. a.) und hielt offizielle Festreden (bei den Ffter Feierlichkeiten zum 50. Jahrestag der Völkerschlacht bei Leipzig, 1863, und zur Einweihung des ersten eigenen Gebäudes der Senckenbergischen Bibliothek anlässlich des 50-jährigen Bestehens der SNG, 1867); außerdem verfasste er seinerzeit gern gesungene Lieder, oft zu den Versammlungen der ärztlichen Vereine und Vereinigungen, denen er angehörte [etwa zu den Festkommersen anlässlich der Versammlungen des Vereins Mittelrheinischer Ärzte in Ffm., 1859 („Lied von der Arzenei“ oder „Von der Freiheit der Kunst“) und 1860 („Vaterländisches Lied“), und zur 41. Versammlung der Deutschen Naturforscher und Ärzte in Ffm., 1867 („Zur Weihe des Tages“)].
Außerdem veröffentlichte S. die autobiographischen „Bruchstücke aus dem Kriegsleben des Feldwebels Bär“ (in dem Band „Erinnerungen aus den deutschen Befreiungskriegen 1813 und 1814“, mit Wilhelm Heinrich Ackermann, 1847).
1863 Kriegsdenkmünze für 1813/14 und Erinnerungs-Kriegs-Denkmünze für Combattanten, verliehen durch den preußischen König. 1865 Ritterkreuz des Militär- und Zivilverdienstordens des Herzogs von Nassau, Ritterkreuz I. Klasse des Königlich-Bayrischen Verdienstordens vom heiligen Michael und Königlich-Preußischer Kronenorden 3. Klasse.
Porträt (von Moritz Oppenheim, 1828) im Besitz des HMF. Porträtlithografie (von Conrad l’Allemand, 1831). Porträtgemälde (von Bernhard Schlösser, 1835; zuletzt in der Sammlung von Heinrich S., aus dessen Nachlass versteigert 1929, Verbleib unbekannt). Pastellporträt (von Nicolai Friedmann, um 1850) im Besitz der Landesärztekammer Hessen in Ffm. Porträtbüste im Clementine Kinderhospital in Ffm.
Ehrengrabstätte (mit einem Porträtmedaillon von Johannes Dielmann, 1869) auf dem Ffter Hauptfriedhof (Gewann E an der Mauer 417).
Familiennachlass, darin u. a. persönliche Papiere sowie Briefe, Aufzeichnungen und Gedichte von Salomon Friedrich S., im ISG.
Anlässlich des 50. Doktorjubiläums von S. hatte die SNG eine Gabe von 2.000 Gulden bei Vereinen und Freunden des Gefeierten im Inland und Ausland gesammelt. Zur Feier des Tages, am 3.5.1865, überreichte Creizenach im Namen des Ffter Frauenvereins dem Jubilar einen kunstvoll gestalteten Pokal aus Silber und Elfenbein mit vergoldeter Kuppa und vergoldetem Deckel (heute im Besitz des HMF), entworfen von dem Bildhauer Eduard Schmidt von der Launitz und geschaffen von einem Ffter Goldschmied. Der Pokal enthielt die Ehrengabe der SNG in Golddukaten. In seiner Dankesrede verkündete S., dass die großzügige Spende zu einem Stiftungskapital werden sollte, aus dessen Zinserträgen alle vier Jahre ein Preis für die beste Arbeit auf dem Gebiet der Entwicklungsgeschichte oder der Kinderkrankheiten zu vergeben sei. Dieser „Stiebel-Preis“ wurde durch die SNG gemeinsam mit der Dr. Senckenbergischen Stiftung und dem Ffter Ärztlichen Verein von 1870 bis 1910 regelmäßig verliehen. Nach einer Unterbrechung infolge von Erstem Weltkrieg und Inflation konnte der Preis dank einer testamentarischen Zustiftung von 4.000 Mark durch Carl Friedrich S. (1854-1929), den Enkel des Stifters und letzten Namensträger der engeren Familie, ab 1932 wieder vergeben werden. In der NS-Zeit wurde allerdings der Name des Preises „arisiert“: Er wurde 1936 und 1940 als „Preis für wissenschaftliche Forschung aus dem Jahr 1866“, 1944 als „Dr. Theobald Christ-Preis“ vergeben. Nach dem Zweiten Weltkrieg erhielt der S.-Preis zwar seinen Namen zurück, wurde aber nicht mehr verliehen. Auf Beschluss der Administration der Dr. Senckenbergischen Stiftung vom 8.10.1974 wurde der Preis offiziell eingestellt; das restliche Kapital der zur Preisvergabe dienenden Dr. Stiebel-Stiftung fiel an die Dr. Senckenbergische Stiftung.

Artikel aus: Frankfurter Personenlexikon, verfasst von Sabine Hock.
Artikel in: Frankfurter Biographie 2 (1996), S. 436f., verfasst von: Birgit Weyel.

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Internet: Jüdische Pflegegeschichte/Jewish Nursing History – Biographien und Institutionen in Ffm., Forschungsprojekt der Historischen Sondersammlung Soziale Arbeit und Pflege an der Bibliothek und dem Fachbereich Soziale Arbeit und Gesundheit, Studiengang Pflege, Fachhochschule – University of Applied Sciences, Ffm. https://www.juedische-pflegegeschichte.de/recherche/?dataId=92940813063715&opener=131724511929199&id=131724555879435&sid=e3acbb631151a3b697398ee03207aa48
Hinweis: Eintrag zu Salomon Friedrich Stiebel.
Jüd. Pflegegeschichte, 1.10.2020.


GND: 117244538 (Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek).

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Empfohlene Zitierweise: Hock, Sabine: Stiebel, Salomon Friedrich. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), http://frankfurter-personenlexikon.de/node/1346

Stand des Artikels: 8.9.2020
Erstmals erschienen in Monatslieferung: 08.2020.