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Simon, Gustav

Gustav Simon
Gustav Simon
Fotografie (aus: ISG, Materialsammlung Ute Daub, Sign. S6b/131, Nr. 8).
© unbekannt. Der/die Fotograf/in ist auf der Bildvorlage nicht genannt. Die Vorlage trägt auch keine anderen Copyrightangaben.
Simon, Gustav Hermann. Dr. med. Kinderarzt. Diese Angaben konnten anhand von Dokumenten zweifelsfrei bestätigt werden.* 20.6.1884 Ffm., † 1955 Montevideo.
Sohn des Kaufmanns Alfred S. und dessen Ehefrau Maria Pauline, geb. Nickelsberg.
Studium der Medizin in München, Heidelberg und Freiburg. 1907 Promotion mit einer Dissertation „Über Pseudoparalyse“ und 1908 Approbation in Freiburg. Assistenzarztzeit an Kinderkliniken in München, Ffm. und Wien. Niederlassung seit November 1911 als Kinderarzt und seit 1914 auch als praktischer Arzt in Ffm. Von März 1915 bis Dezember 1918 freiwilliger Kriegsdienst als Arzt im Ersten Weltkrieg; ausgezeichnet mit dem Eisernen Kreuz I. Klasse. Rückkehr nach Ffm. und Weiterführung seiner Praxis. Als Belegarzt am Clementine-Kinderhospital wurde S., ebenso wie seinem Kollegen Hugo Hochschild (1893-1982), bereits im Jahr der nationalsozialistischen „Machtübernahme“ 1933 aufgrund seiner jüdischen Herkunft gekündigt, obwohl er als ehemaliger „Frontkämpfer“ nach gültigem Recht des NS-Staats noch von einer Entlassung ausgenommen gewesen wäre. Zum 30.9.1936 gab S. seine Ffter Praxis in der Fellnerstraße 11 im südlichen Westend auf, um nach Uruguay zu emigrieren. Da er dort keine ärztliche Zulassung erhielt, arbeitete er unentgeltlich am Krankenhaus Pereira Rossell in Montevideo.
Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Kinderheilkunde (bis zum Austritt am 13.1.1934).
Auf der Gedenktafel (1998) am Clementine Kinderhospital „zur Erinnerung an die jungen Patienten und die Ärzte dieses Krankenhauses, die in der Zeit des Nationalsozialismus Opfer von Euthanasie-Verbrechen oder der Judenverfolgung wurden“, ist auch der Name von Gustav S. genannt.

Artikel aus: Frankfurter Personenlexikon, verfasst von Sabine Hock.

Lexika: Kallmorgen, Wilhelm: Siebenhundert Jahre Heilkunde in Ffm. Ffm. 1936. (Veröffentlichungen der Historischen Kommission der Stadt Ffm. XI).Kallmorgen, S. 414.
Literatur:
                        
Full of talent and grace. Clementine von Rothschild 1845-1865. Zum 125-jährigen Bestehen des Clementine Kinderhospitals. Hg. v. Vorstand der Clementine Kinderhospital – Dr. Christ’schen Stiftung. Konzept und Red.: Barbara Reschke. Ffm. 2000, 2. Aufl. 2011.Clementine von Rothschild 2011, S. 107. | Drexler-Gormann, Birgit: Jüdische Ärzte in Ffm. 1933-1945. Isolation, Vertreibung, Ermordung. Ffm. 2009.Drexler-Gormann: Jüd. Ärzte in Ffm. 2009, S. 136 (unter Angabe eines falschen Geburtsdatums). | Festschrift zum 150-jährigen Jubiläum des Clementine Kinderhospitals – Dr. Christ’sche Stiftung. 1845-1995. Hg.: Clementine Kinderhospital – Dr. Christ’sche Stiftung. Redaktion: Roland Wönne. Text: Otto Hövels, Ute Daub, Jürgen Dippell. [Ffm.] 1995.FS Clementine Kinderhospital 1995, S. 109, 142.
Quellen: Adressbuch der Stadt Ffm., 1832-2003.Adr. 1935, T. I, S. 668.
Internet: Onlineangebot der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e. V. (DGKJ), Berlin. https://www.dgkj.de/die-gesellschaft/geschichte/juedische-kinderaerztinnen-und-aerzte-1933-1945/suchergebnis-der-datenbank?tx_dgkjpaediatristsnsera_searchpaediastrists%5Baction%5D=show&tx_dgkjpaediatristsnsera_searchpaediastrists%5Bcontroller%5D=PaediatristNSEra&tx_dgkjpaediatristsnsera_searchpaediastrists%5BpaediatristNSEra%5D=1962&cHash=106b0adcc643003f77b23163daf94102
Hinweis: Eintrag in der Datenbank „Jüdische Kinderärztinnen und -ärzte 1933-1945“.
Dt. Gesellschaft f. Kinder- u. Jugendmedizin, 10.1.2022.


© 2022 Frankfurter Bürgerstiftung und bei dem Autor/den Autoren
Empfohlene Zitierweise: Hock, Sabine: Simon, Gustav. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/5846

Stand des Artikels: 10.1.2022
Erstmals erschienen in Monatslieferung: 01.2022.