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Asch, Bruno

Stadtkämmerer in Ffm. von 1925 bis 1931.

Asch, Bruno. Kommunalpolitiker. Diese Angaben konnten anhand von Dokumenten zweifelsfrei bestätigt werden.* 23.7.1890 Wollstein/Posen, Diese Angaben konnten anhand von Dokumenten zweifelsfrei bestätigt werden.† 16.5.1940 Amsterdam.
Als Vertreter der USPD bzw. SPD seit 1920 Stadtrat in Höchst am Main. Seit 1922 Bürgermeister von Höchst. Da Höchst in der entmilitarisierten Zone lag und damit unter französischem Besatzungsrecht stand, musste A. als Bürgermeister die Konflikte mit den französischen Behörden infolge des „Ruhrkampfes“ austragen. Er warnte die Besatzungsmacht öffentlich, dass scharfe Unterdrückungsmaßnahmen Gewaltaktionen herausforderten. Kurz darauf verübten unbekannte Täter einen Anschlag auf die Bahnlinie Höchst – Zeilsheim, für den die Besatzungsbehörden A. als Bürgermeister zur politischen Verantwortung zogen. Am 27.6.1923 wurde A. von französischen Militärs verhaftet und einen Monat später durch ein französisches Kriegsgericht zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. Gerade durch diese Maßnahmen der französischen Besatzungsmacht gewann der inhaftierte Bürgermeister an Popularität. Nach seiner Haftentlassung im Oktober 1923 wurde A. für einige Zeit aus Höchst ausgewiesen. Neben seiner kommunalpolitischen Tätigkeit publizistische Arbeit, u. a. Fachveröffentlichungen zur Finanz- und Kommunalpolitik. Freier Mitarbeiter der FZ. 1925 auf Vorschlag der SPD-Fraktion von der Ffter Stadtverordnetenversammlung zum Stadtkämmerer gewählt. Enger Mitarbeiter von Oberbürgermeister Landmann. Indem A. geeignete Finanzierungsmöglichkeiten für das kommunalpolitische Programm Landmanns entwickelte, trug er wesentlich zur wirtschaftlichen Modernisierung und städtebaulichen Umgestaltung der Stadt („Das Neue Fft.“) bei. Bemüht um die Ausweitung des städtischen Kreditvolumens, wollte A. möglichst langfristige Kreditaufnahmen in amerikanischen Dollars erreichen. Deswegen 1926 Reise in die USA, wo er eine Zwei-Millionen-Dollar-Anleihe abschließen konnte. 1927 scheiterte sein Plan einer weiteren Dollar-Anleihe durch den Einspruch der Deutschen Reichsbank. Neben Adenauer und Landmann führte A. 1927 den Köln-Ffter Kohlenfelderkauf durch.
1931 verließ A. Ffm., um die Berufung zum Finanzdezernenten der Stadt Berlin anzunehmen. 1933 emigrierte er über Paris nach Amsterdam, wo er zusammen mit Walter Loeb, seinem politischen Weggefährten aus der Ffter SPD, eine Vermögensverwaltungsgesellschaft führte. 1938 wurde ihm die deutsche Staatsbürgerschaft aberkannt. Nach dem Einmarsch deutscher Truppen in Holland 1940 nahm er sich in Amsterdam das Leben.
In Anerkennung seiner großen finanzpolitischen Begabung wurde A. anlässlich seines Abschieds von Ffm. 1931 die Ehrenplakette der Stadt überreicht.
Porträt (von Jakob Nussbaum, 1930) im Jüdischen Museum Ffm.
Gedenktafel (1994) am Bolongaropalast in Höchst.
Bruno-A.-Anlage in Höchst.

Artikel aus: Frankfurter Biographie 1 (1994), S. 31, verfasst von: Sabine Hock.
Dieser Artikel wurde noch nicht abschließend für das Frankfurter Personenlexikon überarbeitet.
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Lexika: Schiebler, Gerhard: Jüdische Stiftungen in Ffm. Stiftungen, Schenkungen, Organisationen und Vereine mit Kurzbiographien jüdischer Bürger (...). Hg. v. Arno Lustiger im Auftrag der M. J. Kirchheim’schen Stiftung in Ffm. Ffm. 1988, Nachdr. Sigmaringen 1994.Dieter Rebentisch in: Schiebler, S. 298-306.
Literatur:
                        
Archiv für Fft.s Geschichte und Kunst. Bisher 78 Bde. Ffm. 1839-2019.Gerd Kuhn in: AFGK 75 (2016): Akteure des Neuen Fft., S. 74-76. | Arnsberg, Paul: Die Geschichte der Ffter Juden seit der Französischen Revolution. Hg. v. Kuratorium für Jüdische Geschichte e. V., Ffm. Bearb. u. vollendet durch Hans-Otto Schembs. 3 Bde. Darmstadt 1983.Arnsberg: Gesch. d. Ffter Juden 1983, Bd. III, S. 25-27. | Beier, Gerhard: Arbeiterbewegung in Hessen. Zur Geschichte der hessischen Arbeiterbewegung durch 150 Jahre (1834-1984). Ffm. 1984. (Die Hessen-Bibliothek im Insel Verlag).Beier: Arbeiterbewegung 1984, S. 362. | Krohn, Helga: Bruno Asch. Sozialist. Kommunalpolitiker. Deutscher Jude. 1890-1940. Ffm. 2015.Krohn: Bruno Asch 2015. | Müller [heute Müller-Proskar], Claudia C.: Jakob Nussbaum (1873-1936). Ein Ffter Maler im Spannungsfeld der Stilrichtungen. [Mit Werkverzeichnis auf beigefügter CD-ROM.] Ffm. 2002. (Studien zur Ffter Geschichte 47).Müller [heute Müller-Proskar]: Jakob Nussbaum 2002, S. 389f., Nr. G 419 (m. Abb. auf S. 277). | Wenzel, Mirjam/Kößling, Sabine/Backhaus, Fritz (Hg.): Jüdisches Fft. Von der Aufklärung bis zur Gegenwart. Katalog zur Dauerausstellung des Jüdischen Museums Fft. München 2020.Wenzel/Kößling/Backhaus (Hg.): Jüd. Fft. 2020, S. 208.
Quellen: Der Wink für Haus und Werk in Bild und Wort. [Untertitel ab Februar/März 1928: Das Magazin der Hausfrau.] Hg.: Ffter Gasgesellschaft, Ffter Kohlen- und Koks-GmbH, Vereinigte Installationsgeschäfte Ffter Gasgesellschaft und Karl Winterstein GmbH. 36 Nummern. Ffm. 1925-28.Der Wink, Nr. 4, Dez. 1925, S. 4 (mit Porträtfoto). | Ffter Rundschau. Ffm. 1945-heute.Rebentisch, Dieter: Bruno Asch – Weggefährte Ludwig Landmanns. In: FR, 4.9.1987, S. 16. | ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).ISG, S2/7.234.

GND: 116354003 (Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek).

© 2022 Frankfurter Bürgerstiftung und bei dem Autor/den Autoren
Empfohlene Zitierweise: Hock, Sabine: Asch, Bruno. Artikel aus der Frankfurter Biographie (1994/96) in: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/667

Stand des Artikels: 18.7.1986