Valckenborch, Lucas van

Valckenborch, Lucas van. Maler. * vor 1535 Löwen, ▭ 2.2.1597 Ffm.
Bruder von Martin van V. (I).
1560 Mitglied der Malergilde in Mecheln. 1566 flüchtete der Protestant V., gemeinsam mit seinem Bruder Martin, über Lüttich nach Aachen. In der Folgezeit war er im Dienst des Erzherzogs Matthias von Österreich als Kammermaler in den Niederlanden und seit 1582 in Linz tätig. 1592 oder 1593 zog der kränkelnde V. nach Ffm. (wo sein Bruder sich bereits 1586 niedergelassen hatte), nicht zuletzt, um sich in den nahegelegenen Bädern zu kurieren. V. blieb bis zu seinem Tod in Ffm.; dank der Fürsprache von Erzherzog Matthias erhielt er 1594 das Ffter Bürgerrecht. V.s Arbeiten, vorwiegend sehr sorgfältig gemalte, kleinformatige Landschaften, seit den 1590er Jahren auch großformatige Jahreszeiten-Zyklen, Ansichten von Festgesellschaften, Markt- und Gartenstücke sowie Wanddekorationen, stehen in der Tradition Brueghels und Pateniers und fanden in Ffm. regen Absatz. Seine naturhaften Darstellungen weisen ihn als einen Erneuerer in der Landschaftsmalerei aus. Eine 1596 entstandene „Landschaft mit Heilquelle” stellt möglicherweise eines der von ihm besuchten Taunusbäder dar. In V.s Ffter Malerwerkstatt arbeiteten, neben Familienmitgliedern, mehrere Spezialisten an Genredarstellungen. Noch vor seiner Ffter Zeit hatte V. die Bekanntschaft mit dem Maler Georg Flegel gemacht. In Ffm. schufen die beiden Maler – Flegel war ebenfalls in V.s Werkstatt tätig und ihm auch freundschaftlich eng verbunden – eine Reihe von Gemeinschaftsarbeiten. Auf den jungen Adam Elsheimer übten V.s Gemälde nachhaltigen Einfluss aus.
V.s Oeuvre umfasst rund 100 nachgewiesene Gemälde. Im Städel befindet sich u. a. seine 1593 in Ffm. entstandene „Ansicht von Linz an der Donau”.
1596 ließ V. seinen Sohn Martin van V. (II) nach Ffm. kommen, der noch im gleichen Jahr das Ffter Bürgerrecht erhielt, die Stadt jedoch nach einem Sittenskandal kurz nach dem Tod des Vaters wieder verließ und bald darauf in Wien starb.

Artikel aus: Frankfurter Biographie 2 (1996), S. 498, verfasst von: Reinhard Frost.
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Lexika: Thieme, Ulrich/Becker, Felix: Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. 37 Bde. Leipzig 1907-50.Thieme/Becker 34 (1940), S. 49f. | Zülch, Walther Karl: Ffter Künstler 1223-1700. Ffm. 1935, unveränderter Nachdr. 1967.Zülch, S. 372f.
Literatur:
                        
May, Ulrike/Wettengl, Kurt: Georg Flegel 1566-1638. Stilleben. Begleitheft zur Ausstellung des HMF (...). Ffm. 1993.May/Wettengl: Georg Flegel 1993, Abschnitt 2.
Quellen: ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).ISG, S2/9.886.

GND: 118935593 (Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek).
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© 2021 Frankfurter Bürgerstiftung und bei dem Autor/den Autoren
Empfohlene Zitierweise: Frost, Reinhard: Valckenborch, Lucas van. Artikel aus der Frankfurter Biographie (1994/96) in: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/1572

Stand des Artikels: 16.6.1995