Valckenborch, Malerfamilie van

Nachname auch eingedeutscht: von Falckenburg.
Die aus Brabant stammende Familie ließ sich Ende des 16. Jahrhunderts in Ffm. nieder. Die V. wirkten über vier Generationen als Maler und Goldschmiede in Ffm. Mit Johann Jakob von Falckenburg (1625-1675) erlosch die männliche Linie der Familie in Ffm.

Artikel aus: Frankfurter Biographie 2 (1996), S. 497, verfasst von: Reinhard Frost.
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Quellen: ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).ISG, S2/429.

GND: 118764012 (Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek).
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4 herausragende Vertreter der Familie in Ffm.

Valckenborch, Friedrich van

Valckenborch, Friedrich (auch: Frederik) van. Maler. * um 1570 Antwerpen, † 23. oder 28.8.1623 Nürnberg.
Sohn von Martin van V. (I).
Kam 1586 mit der Familie nach Ffm. Als Maler in Rom (ab 1590) und Wien (ab 1594). Erhielt 1597 das Ffter Bürgerrecht. In Ffm. stattete V. 1600 die Sakristei der Deutschordenskirche in Sachsenhausen mit Wandfresken aus. Bereits 1602 siedelte er nach Nürnberg über. 1607 hielt sich V. für ein halbes Jahr nochmals in Ffm. auf. Erzherzog Maximilian von Österreich hatte ihn beauftragt, Dürers berühmtes Altarbild „Himmelfahrt und Krönung Mariä” aus dem Ffter Dominikanerkloster zu kopieren. Da V. nicht gestattet wurde, die Tafeln abzunehmen, musste ein Gerüst über dem Altar gebaut werden, auf dem der Künstler arbeitete. Darüber hinaus sammelte V. Dürers Briefe an den Ffter Patrizier Jakob Heller, den Auftraggeber des Altarbilds. 1612 malte V. für den Nürnberger Rat den architektonischen Entwurf der Ehrenpforte, durch die der frisch gekrönte Kaiser Matthias nach seiner Rückkehr aus Ffm. zog.

Lexika: Thieme, Ulrich/Becker, Felix: Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. 37 Bde. Leipzig 1907-50.Thieme/Becker 34 (1940), S. 50-52. | Zülch, Walther Karl: Ffter Künstler 1223-1700. Ffm. 1935, unveränderter Nachdr. 1967.Zülch, S. 426f.
Quellen: ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).ISG, S2/429 (Familie van Valckenborch).

Valckenborch, Lucas van

Valckenborch, Lucas van. Maler. * vor 1535 Löwen, ▭ 2.2.1597 Ffm.
Bruder von Martin van V. (I).
1560 Mitglied der Malergilde in Mecheln. 1566 flüchtete der Protestant V., gemeinsam mit seinem Bruder Martin, über Lüttich nach Aachen. In der Folgezeit war er im Dienst des Erzherzogs Matthias von Österreich als Kammermaler in den Niederlanden und seit 1582 in Linz tätig. 1592 oder 1593 zog der kränkelnde V. nach Ffm. (wo sein Bruder sich bereits 1586 niedergelassen hatte), nicht zuletzt, um sich in den nahegelegenen Bädern zu kurieren. V. blieb bis zu seinem Tod in Ffm.; dank der Fürsprache von Erzherzog Matthias erhielt er 1594 das Ffter Bürgerrecht. V.s Arbeiten, vorwiegend sehr sorgfältig gemalte, kleinformatige Landschaften, seit den 1590er Jahren auch großformatige Jahreszeiten-Zyklen, Ansichten von Festgesellschaften, Markt- und Gartenstücke sowie Wanddekorationen, stehen in der Tradition Brueghels und Pateniers und fanden in Ffm. regen Absatz. Seine naturhaften Darstellungen weisen ihn als einen Erneuerer in der Landschaftsmalerei aus. Eine 1596 entstandene „Landschaft mit Heilquelle” stellt möglicherweise eines der von ihm besuchten Taunusbäder dar. In V.s Ffter Malerwerkstatt arbeiteten, neben Familienmitgliedern, mehrere Spezialisten an Genredarstellungen. Noch vor seiner Ffter Zeit hatte V. die Bekanntschaft mit dem Maler Georg Flegel gemacht. In Ffm. schufen die beiden Maler – Flegel war ebenfalls in V.s Werkstatt tätig und ihm auch freundschaftlich eng verbunden – eine Reihe von Gemeinschaftsarbeiten. Auf den jungen Adam Elsheimer übten V.s Gemälde nachhaltigen Einfluss aus.
V.s Oeuvre umfasst rund 100 nachgewiesene Gemälde. Im Städel befindet sich u. a. seine 1593 in Ffm. entstandene „Ansicht von Linz an der Donau”.
1596 ließ V. seinen Sohn Martin van V. (II) nach Ffm. kommen, der noch im gleichen Jahr das Ffter Bürgerrecht erhielt, die Stadt jedoch nach einem Sittenskandal kurz nach dem Tod des Vaters wieder verließ und bald darauf in Wien starb.

Lexika: Thieme, Ulrich/Becker, Felix: Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. 37 Bde. Leipzig 1907-50.Thieme/Becker 34 (1940), S. 49f. | Zülch, Walther Karl: Ffter Künstler 1223-1700. Ffm. 1935, unveränderter Nachdr. 1967.Zülch, S. 372f.
Literatur:
                        
May, Ulrike/Wettengl, Kurt: Georg Flegel 1566-1638. Stilleben. Begleitheft zur Ausstellung des HMF (...). Ffm. 1993.May/Wettengl: Georg Flegel 1993, Abschnitt 2.
Quellen: ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).ISG, S2/9.886.

Valckenborch (I), Martin van

Valckenborch (I), Martin van. Maler. * 1535 Löwen, ▭ 27.1.1612 Ffm.
Bruder von Lucas van V. Vater von Friedrich van V. und Martin van V. (III).
1559 Mitglied der Malergilde in Mecheln. Flüchtete 1566 mit seinem Bruder Lucas van V. nach Aachen. Später in Antwerpen, nochmals in Aachen und in Köln. 1586 ließ sich V. als erster Vertreter der Familie in Ffm. nieder (Bürgereid am 7.6.1586).
Seine Arbeiten (Landschaften, Stillleben und biblische Szenen) stehen qualitativ unter den Werken seines Bruders, von denen sie überdies stilistisch stark abhängig sind.

Lexika: Thieme, Ulrich/Becker, Felix: Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. 37 Bde. Leipzig 1907-50.Thieme/Becker 34 (1940), S. 50. | Zülch, Walther Karl: Ffter Künstler 1223-1700. Ffm. 1935, unveränderter Nachdr. 1967.Zülch, S. 359-361.

Valckenborch (III), Martin van

Valckenborch (III), Martin van. Maler. * um 1585 Aachen, † 5.9.1635 Ffm.
Sohn von Martin van V. (I).
Kurz vor der Übersiedlung seines Vaters nach Ffm. geboren, erhielt V. seine künstlerische Ausbildung in Ffm. und Italien, wo er 1602 in Venedig von Lucas Kilian (1579-1637) porträtiert wurde. Gemeinsame Jahre mit Adam Elsheimer in Rom sind wahrscheinlich. Rückkehr nach Ffm. und Heirat (1609) mit der wohlhabenden Kaufmannstochter Maria van Ninhofen. Im Großen Hirschgraben neben dem Zimmerhof führte V. einen vornehmen Haushalt. Seine beiden Töchter Abigail und Barbara betrieben gewerblich eine Bildstickerei. In den Fettmilch-Aufstand verwickelt, musste V. nach Niederschlagung der Revolte eine beträchtliche Geldbuße entrichten. 1635 starb er an der Pest.
V. wandte sich als erster Vertreter der Familie der Porträtmalerei zu. Mehr als 50 Bildnisse werden ihm zugerechnet, darunter zahlreiche Miniaturen auf „Contrefaitbüchslein” genannten silbernen Dosen. Für die Wahlstube (das spätere Kurfürstenzimmer) im Römer malte V. 1633 den „Triumphzug des Sesostris oder Historie von vier Königen, die am Wagen ziehen”.

Lexika: Thieme, Ulrich/Becker, Felix: Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. 37 Bde. Leipzig 1907-50.Thieme/Becker 34 (1940), S. 50. | Zülch, Walther Karl: Ffter Künstler 1223-1700. Ffm. 1935, unveränderter Nachdr. 1967.Zülch, S. 488-490.

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Empfohlene Zitierweise: Frost, Reinhard: Valckenborch, Malerfamilie van. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/1570
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Stand des Artikels: 16.6.1995