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Weiss von Limburg, Familie

Ffter Patrizierfamilie.

Ursprüngl. Name: Weiss. Auch: Wyße, Wisse, Wize, Albus, Weiss von Limpurg.
Die Familie kam aus Limburg an der Lahn. Erste Vertreter in Ffm. waren um die Wende des 13. zum 14. Jahrhundert Werner W. († 1309) und sein Neffe Rulmann W. († 1341). Von ihnen stammen alle Ffter W. ab. Mitglieder der Familie, die hauptsächlich Groß- und Fernhandel mit Limburger Tuchen trieb, nahmen zu allen Zeiten führende Stellungen in der Ffter Stadtpolitik ein. Zwischen 1323 und 1631 stellte die Familie allein fünfzigmal den Bürgermeister der Stadt. In der Patriziergesellschaft Alten-Limpurg waren die W. 1406 die am stärksten vertretene Familie. (Der Name der Patriziergesellschaft leitete sich vom Haus Limpurg auf dem Römerberg ab, in dem die Gesellschaft von 1405 bis 1486 tagte.) Der Ffter Zweig der Familie W. starb 1656 im Mannesstamm, 1689 mit der letzten Namensträgerin aus.

Artikel aus: Frankfurter Biographie 2 (1996), S. 547, verfasst von: Birgit Weyel.
Dieser Artikel wurde noch nicht abschließend für das Frankfurter Personenlexikon überarbeitet.

Lexika: Körner, Hans: Ffter Patrizier. Historisch-Genealogisches Handbuch der Adeligen Ganerbschaft des Hauses Alten-Limpurg zu Ffm. München 1971.Körner: Ffter Patrizier 1971, S. 29-35.
Literatur:
                        
Hessische Familienkunde. Hg. v. d. Arbeitsgemeinschaft der familienkundlichen Gesellschaften in Hessen. Bisher 44 Bde. Bensheim/Neustadt/Aisch, später (2009) Reichelsheim, dann (ab 2010) Insingen 1948-2021.Heinz F. Friederichs in: Hess. Familienkunde 4 (1957-59), Sp. 225-236, 305-308, 449-456.
Quellen: ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).ISG, S2/431.

GND: 1172005729 (Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek).
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    2 herausragende Vertreter der Familie in Ffm.

    Weiss von Limburg, Katharina

    „Scheffers Kreinchen“.
    Weiss von Limburg, Katharina, geb. von Ostheim, in 1. Ehe verh. Comenz, gen. „Scheffers Kreinchen“. Chronistin. * um 1460, † 28.9.1548 Ffm.
    Verheiratet in zweiter Ehe (seit 1508) mit Hert W. v. L.
    Katharina erhielt eine damals für eine Frau ungewöhnliche Ausbildung, sprach und schrieb Latein und war sehr am politischen Geschehen interessiert.
    W. v. L. verfasste einen mit Fortsetzungen versehenen Auszug aus der Limburger Chronik zu den Jahren 1524 bis 1546, den sie „Historia varia ad res Francofurtenses Spectantia” betitelte. In dieser Chronik berichtet sie vor allem über die bewegte kirchliche Entwicklung in Ffm., der sie als Anhängerin des katholischen Glaubens missbilligend gegenüberstand. Neben den direkten Folgen der Reformation in Ffm. (wie der Auflösung von Klöstern) schildert sie die politischen Auswirkungen von deren Einführung. Darüber hinaus nennt sie die Namen der jeweiligen Bürgermeister, informiert über Ernten, Preise und epidemisch auftretende Krankheiten, Ereignisse wie Hinrichtungen und Brände in der Stadt wie auch über Hochzeiten oder Todesfälle in ihrem Bekanntenkreis.

    Literatur:
                            
    Ffter Chroniken und annalistische Aufzeichnungen der Reformationszeit. Nebst einer Darstellung der Ffter Belagerung von 1552. Bearb. v. Rudolf Jung. Ffm. 1888. (Quellen zur Ffter Geschichte 2).Chronik der Katharina Weiss von Limburg, genannt Scheffers Kreinchen. Abdruck in: Jung: Ffter Chroniken d. Reformationszeit 1888, S. 279-296.
    Quellen: ISG, Fichard: Ffter Geschlechtergeschichte (Best. S4l), 347 Faszikel mit Materialsammlungen über die bedeutendsten Familien der Stadt, [ca. 13. Jh.] bis ca. 1810.ISG, Fichard.

    Weiss von Limburg, Konrad

    Weiss von Limburg, Konrad. Dichter. ~ 10.10.1536 Ffm., ▭ 17.9.1575 Ffm.
    Sohn von Georg W. v. L. (1506-1551) und dessen Ehefrau Margaretha, geb. vom Rhein († 1541).
    1560 Bürgerrecht der Stadt Ffm. Untypisch für seine Familie und die Mitglieder seines Standes, bekleidete Konrad W. v. L. niemals ein kommunales Amt, sondern widmete sich allein den Künsten und Wissenschaften. Sein Haus war ein Treffpunkt der Ffter Gelehrten und späten Humanisten, und von einem Zeitgenossen wurde er „poeta et vir doctus” genannt. Aegydius Periander, ein niederländischer Religionsflüchtling, fand in Konrads Haus freundliche Aufnahme. Aus Dankbarkeit widmete Periander seinem Gastgeber 1567 seine bei Feyerabend erschienene „Germania”, eine Sammlung von Lobgedichten auf die berühmtesten Gelehrten seiner Zeit, unter die er Konrad W. v. L. an erster Stelle aufnahm.
    Konrad W. v. L. verfasste die lateinischen Tetrastichen, die vierzeiligen Untertitel, zu den von Virgil Solis in Holz geschnittenen, von Sigmund Feyerabend 1560 verlegten Abbildungen aus der biblischen Geschichte.

    Lexika: Allgemeine Deutsche Biographie. Hg. durch die Historische Commission bei der Königlichen Akademie der Wissenschaften. 56 Bde. München/Leipzig 1875-1912.Rudolf Jung in: ADB 41 (1896), S. 584f.
    Quellen: ISG, Fichard: Ffter Geschlechtergeschichte (Best. S4l), 347 Faszikel mit Materialsammlungen über die bedeutendsten Familien der Stadt, [ca. 13. Jh.] bis ca. 1810.ISG, Fichard.

    © 2022 Frankfurter Bürgerstiftung und bei dem Autor/den Autoren
    Empfohlene Zitierweise: Weyel, Birgit: Weiss von Limburg, Familie. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/1707
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    Stand des Artikels: 9.6.1995