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Bolongaro(-Crevenna), Familie

Kaufmanns- und Fabrikantenfamilie.

Aus Stresa am Lago Maggiore stammende Unternehmerfamilie. Der Großkaufmann und Schnupftabakfabrikant Joseph Maria Markus B. ließ sich um 1735 in Ffm., 1771 in Höchst nieder. Da er kinderlos war, ging sein beträchtliches Vermögen nach seinem Tod 1779 an seinen Bruder Jakob Philipp B. über, der aber schon 1780 starb und das Vermögen an seine Töchter und Schwiegersöhne weitervererbte. Die Schwiegersöhne Jakob Philipp B.s, Peter Anton B.-Crevenna und Victor B.-Simonetta, führten das Tabaksunternehmen in Ffm. fort. Es bestand bis 1910. Die Linie B.-Simonetta ist ausgestorben; aus ihr ging der Zweig der B.-Borgnis im Piemont hervor. Die Linie der Familie B.-Crevenna setzt sich bis heute fort. Franz Joseph Anton B. († 1809), Sohn des Handelsmanns Joseph B. in Stresa, folgte den Vettern seines Vaters nach Deutschland und begründete eine weitere Linie der Familie B. in Ffm.
Das Familiengrab der Familie B.-Crevenna befindet sich in der Höchster Justinuskirche. Dort wurden Joseph Maria Markus B., seine Frau Anna Maria B., geb. d’Angelo († 1792), und seine Nichte Antonia Maria B.-Crevenna († 1784) sowie deren Sohn Peter Anton B.-Crevenna (1779-1805) und drei ihrer Enkel beigesetzt.
Familiennachlass im ISG. Ein Kautabaktopf der Kautabakfabrik Franz B. (aus Westerwälder Steinzeug, um 1900-10) befindet sich im Besitz des HMF.

Artikel aus: Frankfurter Biographie 1 (1994), S. 89, verfasst von: Sabine Hock.
Dieser Artikel wurde noch nicht abschließend für das Frankfurter Personenlexikon überarbeitet.

Lexika: Richel, Arthur: Katalog der Abteilung Fft. [der Ffter Stadtbibliothek]. Bd. 2: Literatur zur Familien- und Personengeschichte. Ffm. 1929.Richel, S. 63.
Literatur:
                        
Aura. Jahresgabe [des Historischen Museums Fft.; mit wechselndem Untertitel.] Bisher 17 Ausgaben. Ffm. 2005/06-2021/22.Stahl, Patricia: Kautabaktopf aus der Kautabakfabrik Franz Bolongaro. In: Aura 2016/17, S. 46.
Quellen: ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).ISG, S2/10.540 (Familie Bolongaro). | ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).ISG, S2/298 (Familie Bolongaro-Crevenna); darin: Stammbaum. | ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).ISG, S2/769 (Emmerich Bolongaro-Crevenna).

GND: 118661213 (Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek).
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4 herausragende Vertreter der Familie in Ffm.

Bolongaro, Joseph Maria Markus

Bauherr des Bolongaropalasts in Höchst.
Bolongaro, Joseph (eigentl.: Guiseppe) Maria Markus. Großkaufmann. Schnupftabakfabrikant. * 25.3.1712 Stresa/Lago Maggiore, † 29.5.1779 Höchst/Main (heute: Ffm.-Höchst).
B. besuchte als junger Mann wahrscheinlich alljährlich die Messen in Ffm. und Leipzig. 1734 bestellte die Amsterdamer Firma „Gebrüder Matthey“ die Brüder Franz Maria († 1754), Jakob Philipp († 1780) und Joseph Maria Markus B. zu ihren Vertretern in Deutschland mit Sitz in Ffm., wo die Firma ein Warenlager an Schnupftabak, Tee und Kaffee hatte. 1743 übernahmen die Brüder B. das Matthey’sche Unternehmen und bauten es zur bedeutendsten Tabakhandlung und Schnupftabakfabrik Europas aus. Während Jakob Philipp B. die Filiale in Amsterdam leitete, stand Joseph Maria Markus B. dem Ffter Geschäft vor. B. handelte außerdem mit Südweinen, Gewürzen und weiterhin mit Tee und Kaffee; daneben war er als Bankier tätig. Joseph Maria Markus B. erwarb das Haus zum Wölffchen in der Töngesgasse. Errichtete Zweigniederlassungen in Antwerpen, Leipzig und Würzburg. Seit 1737 bemühte sich B. um das Ffter Bürgerrecht, doch wurden seine Gesuche wegen seiner katholischen Konfession und seiner italienischen Herkunft durch den Rat abgelehnt. 1756 wurde B. nach persönlicher Intervention des Kaisers als Beisasse in Ffm. aufgenommen, aber mit einer beträchtlichen Sondersteuer „zum Schutz seiner persönlichen Sicherheit“ belegt. Nach weiteren Streitigkeiten mit dem Rat wollte er Ffm. verlassen, sich auf seine Besitzungen in Stresa zurückziehen und sein in Ffm. erworbenes Vermögen seinem Bruder Jakob Philipp B. und dessen Töchtern zukommen lassen. Da die Stadt in diesem Fall ein Zehntel seines Vermögens eingezogen hätte, entschloss sich B., nach Höchst zu übersiedeln, weil bei Umzug auf kurmainzisches Gebiet die Abgabe des Zehnten entfiel. Kurfürst Emmerich Joseph von Mainz (1707-1774), der bei Höchst eine nach ihm benannte Neustadt als Zentrum für die Industrie plante („Emmerichstadt“) und mit der Übersiedlung B.s dorthin gewisse wirtschaftliche Ziele verfolgte, genehmigte 1771 die Ansiedlung B.s in Höchst. B. wurde unentgeltlich Höchster Bürger, wurde als Patrizier angesehen und erhielt große Vorrechte (wie die Berechtigung zum Ankauf von Freigütern und Zollfreiheit). Zum Dank für diese freundliche Aufnahme stiftete B. dem Kurfürsten 10.000 Gulden, die z. T. zum Ausbau des Mainzer Doms verwendet wurden. Der Kurfürst förderte daraufhin den Bau des – ursprünglich als Geschäftshaus gedachten – Höchster B.palasts (erbaut 1772-75).
B. wurde im Chor der Justinuskirche beigesetzt.
Die B.straße in Höchst ist nach ihm benannt.

Lexika: Renkhoff, Otto: Nassauische Biographie. Kurzbiographien aus 13 Jahrhunderten. Wiesbaden 1985, 2., überarb. Aufl. 1992. (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Nassau XXXIX).NB 1985, S. 34f., Nr. 212; 1992, S. 67f., Nr. 383. | Schrotzenberger, Robert: Francofurtensia. Aufzeichnungen zur Geschichte von Ffm. 2., vermehrte u. verbesserte Aufl. Ffm. 1884.Schrotzenberger, S. 27.
Quellen: ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).ISG, S2/1.218.

Bolongaro, Carl

Bolongaro, Carl Matthäus Maria. Kaufmann. Wohltäter. Diese Angaben konnten anhand von Dokumenten zweifelsfrei bestätigt werden.* 23.4.1826 Ffm., † 29.4.1909 Ffm.
Aus der von Franz Joseph Anton B. († 1809) in Ffm. begründeten Linie der Familie. Sohn von Joseph Anton Franz B. (1796-1862) und dessen Ehefrau Helene (auch: Helena) Maria Franziska, geb. Borgnis (1803-1890).
Förderer gemeinnütziger Bestrebungen, vor allem der Waisenfürsorge. Von 1865 bis 1909 Mitglied im Pflegamt der Waisenhausstiftung, seit 1884 als Senior. Vorstandsvorsitzender des Clementinenstifts. Vorstandsmitglied der Jügel-Stiftung, der Guaita-Stiftung und des Armenvereins. Mitbegründer des Vereins für Ferienkolonien. Gründer des „Vereins für die Idiotenanstalt zu Idstein“.

Quellen: ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).ISG, S2/1.944.

Bolongaro-Crevenna, Hubertus

Bolongaro-Crevenna, Hubertus. Dr. rer. pol. Kunsthistoriker. * 4.11.1903 Saarbrücken, † 25.12.1978 Schönau am Königssee.
Erforschte die Geschichte der Familie B.-Crevenna.

Bolongaro-Crevenna, Peter Anton

Bolongaro-Crevenna, Peter Anton. Eigentl.: Pietro Antonio Crevenna. Kaufmann. Fabrikant. * 1735/36 oder Anfang der 1740er Jahre Mailand, † 8.10.1792 Rom.
Verheiratet (seit 1768) mit Antonia Maria B.-Crevenna, geb. B. († 1784), der Tochter von Jakob Philipp B. und Nichte von Joseph Maria Markus B. Seine Frau und deren Schwester Anna Maria B.-Simonetta hatten über ihren Vater das gesamte Vermögen von Joseph Maria Markus B. geerbt.
Die Schwäger Peter Anton (B.-)Crevenna und Victor (B.-)Simonetta führten Handelshaus und Fabrik zunächst gemeinsam weiter. Sie überließen die Geschäfte in Höchst dem Prokuristen Bertina und übersiedelten nach Ffm., wo sie 1783 das Bürgerrecht erwarben. B.-Simonetta bewohnte das Stammhaus zum Wölffchen, B.-Crevenna das ebenfalls in der Töngesgasse gelegene Haus zum Goldenen Engel. Durch Auszahlung seines Schwagers B.-Simonetta wurde B.-Crevenna 1784 Alleininhaber der Schnupftabakfabrik, deren Teilhaber er schon seit 1771 war.
B.-Crevenna besaß ein Kunstkabinett und eine beachtliche Bibliothek, die er aber versteigern lassen musste, da er sich auf gewagte Spekulationen in Holland und Frankreich eingelassen und damit große Verluste erlitten hatte.
Wegen dieser Verluste musste nach seinem Tod auch ein Nachlasskonkurs eingeleitet werden, obwohl sein Unternehmen florierte. Seine sechs Söhne führten die Geschäfte in Amsterdam und Ffm. weiter. Das Unternehmen erlosch 1910 mit dem Tod von Karl Alfred B.-Crevenna (1838-1910).

Quellen: ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).ISG, S2/1.217.

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Empfohlene Zitierweise: Hock, Sabine: Bolongaro(-Crevenna), Familie. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/2505
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Stand des Artikels: 27.3.1987