Kracauer, Isidor

Kracauer (eigentl.: Krakauer), Isidor. Prof. Dr. phil. Lehrer. Historiker. * 16.10.1852 Sagan/Schlesien, Diese Angaben konnten anhand von Dokumenten zweifelsfrei bestätigt werden.† 26.4.1923 Ffm.
Besuch des Gymnasiums in Sagan und Breslau. Von 1870 bis 1874 Studium der klassischen Philologie, Geschichtswissenschaft, Geografie und Germanistik in Breslau, abgeschlossen mit der Promotion (1874) und der Lehramtsprüfung (1875). Von 1875 bis 1919 Lehrer für Geschichte, Deutsch und Erdkunde am Philanthropin in Ffm., zunächst als Probekandidat, seit 1880 als festangestellter Lehrer und zuletzt als Oberlehrer. Von 1885 bis 1917 ehrenamtlicher Leiter der „Julius und Amalie Flersheim’schen Stiftung“, eines dem Philanthropin angegliederten Internats zur Erziehung jüdischer Waisenknaben. Seine Frau Hedwig, geb. Oppenheimer (auch: Oppenheim; 1862-1942), unterstützte ihn bei der Leitung des Internats.
K. befasste sich intensiv mit der Ffter Geschichte, insbesondere mit der Geschichte der Ffter Juden. Vorstandsmitglied des Ffter Vereins für Geschichte und Altertumskunde.
Zahlreiche Fachveröffentlichungen, u. a. im „Archiv für Fft.s Geschichte und Kunst“, worin er sich ausführlich mit der Ffter Geschichte im 18. Jahrhundert, zur Zeit der Französischen Revolution und am Ende des alten Reichs, auseinandersetzte. In diesen Zusammenhang gehört auch seine Studie über das Militärwesen der Reichsstadt Ffm. im 18. Jahrhundert (1920). Aus seinen zahlreichen Arbeiten zur Geschichte der Ffter Juden gingen schließlich K.s Hauptwerke hervor: das „Urkundenbuch zur Geschichte der Juden in Ffm. 1150-1400“ (2 Teile, 1911/14) und die „Geschichte der Juden in Ffm. [1150-1824]“ (2 Bde., durchgesehen von Hedwig K., 1925/27 posthum).
Onkel von Siegfried K., der in seiner Kindheit und Jugend gern und oft Gast im geselligen Haus von Isidor K. und dessen Frau war. Er porträtierte den Onkel in seinem autobiographischen Roman „Ginster“ (1928).
K.straße in Praunheim.

Artikel aus: Frankfurter Biographie 1 (1994), S. 421, verfasst von: Sabine Hock.
Dieser Artikel wurde noch nicht abschließend für das Frankfurter Personenlexikon überarbeitet.
Array
(
    [de] => Array
        (
            [0] => Array
                (
                    [value] => literfasst
                )

        )

)

Lexika: Bibliographie zur Geschichte der Ffter Juden 1781-1945. Hg. v. der Kommission zur Erforschung der Geschichte der Ffter Juden. Bearb. v. Hans-Otto Schembs mit Verwendung der Vorarbeiten von Ernst Loewy u. Rosel Andernacht. Ffm. 1978.Bibliogr. z. Gesch. d. Ffter Juden, S. 514. | Heuer, Renate (Bearb.): Bibliographia Judaica. Verzeichnis jüdischer Autoren deutscher Sprache. 4 Bde. Zunächst (für die Erstausgabe von Bd. 1) München, dann (für alle Bände) Ffm./New York 1981/82-96.Heuer: Bibliographia Judaica 1 (1981), S. 223. | Herlitz, Georg/Kirschner, Bruno: Jüdisches Lexikon. Ein enzyklopädisches Handbuch des jüdischen Wissens. 4 Bde. Berlin 1927-30.JL 3 (1929), Sp. 877. | Lexikon deutsch-jüdischer Autoren. Hg. v. Archiv Bibliographia Judaica. Redaktionelle Leitung: Renate Heuer. 21 Bde. München, dann (ab Bd. 17) Berlin 1992-2013.Lex. dt.-jüd. Autoren 14 (2006), S. 254-259. | Richel, Arthur: Katalog der Abteilung Fft. [der Ffter Stadtbibliothek]. Bd. 2: Literatur zur Familien- und Personengeschichte. Ffm. 1929.Richel, S. 321. | Schiebler, Gerhard: Jüdische Stiftungen in Ffm. Stiftungen, Schenkungen, Organisationen und Vereine mit Kurzbiographien jüdischer Bürger (...). Hg. v. Arno Lustiger im Auftrag der M. J. Kirchheim’schen Stiftung in Ffm. Ffm. 1988, Nachdr. Sigmaringen 1994.Zur Julius und Amalie Flersheim’schen Stiftung: Schiebler, S. 14f.
Literatur:
                        
Archiv für Fft.s Geschichte und Kunst. Bisher 78 Bde. Ffm. 1839-2019.Nekrolog von Julius Cahn in: AFGK IV,2 (1929), S. 6-9. | Arnsberg, Paul: Die Geschichte der Ffter Juden seit der Französischen Revolution. Hg. v. Kuratorium für Jüdische Geschichte e. V., Ffm. Bearb. u. vollendet durch Hans-Otto Schembs. 3 Bde. Darmstadt 1983.Arnsberg: Gesch. d. Ffter Juden 1983, Bd. III, S. 254. | Belke, Ingrid/Renz, Irina (Bearb.): Siegfried Kracauer. 1889-1966. Marbach 1989. [Marbacher Magazin 47 (1988)].Belke/Renz (Bearb.): Siegfried Kracauer 1988. | Baerwald, Hermann/Adler, Salo: Festschrift zur Jahrhundertfeier der Realschule der Israelitischen Gemeinde (Philanthropin) zu Ffm. 1804-1904. Ffm. 1904.FS Philanthropin 1904, S. 189. | Das Philanthropin zu Ffm. Dokumente und Erinnerungen. Bearbeitung: Albert Hirsch, Dietrich Andernacht. Redaktion: Kommission zur Erforschung der Geschichte der Ffter Juden. Ffm. 1964.Hirsch/Andernacht (Bearb.): Philanthropin 1964.
Quellen: ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).ISG, S2/3.846.
Internet: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. https://de.wikipedia.org/wiki/Isidor_KracauerWikipedia, 28.7.2021.

GND: 137743726 (Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek).

© 2021 Frankfurter Bürgerstiftung und bei dem Autor/den Autoren
Empfohlene Zitierweise: Hock, Sabine: Kracauer, Isidor. Artikel aus der Frankfurter Biographie (1994/96) in: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/2977

Stand des Artikels: 26.7.1990