Meidinger, Familie

Ursprünglich aus Augsburg stammende Familie. Der Salzburger Zweig der M. musste Anfang des 18. Jahrhunderts auswandern. Ein Teil der Emigrierten siedelte sich in Thüringen an. Den Ffter Zweig begründete der von dort aus zugewanderte Schneidermeister Johann Michael M. (1713-1780).

Artikel aus: Frankfurter Biographie 2 (1996), S. 24, verfasst von: Reinhard Frost.
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Lexika: Neue Deutsche Biographie. Hg. v. d. Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Bisher 26 Bde. (bis Vocke). Berlin 1953-2016.Franz Lerner in: NDB 16 (1990), S. 638.
Quellen: ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).ISG, S2/14.253.

GND: 1186638044 (Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek).
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    3 herausragende Vertreter der Familie in Ffm.

    Meidinger, Heinrich

    Meidinger, Heinrich. Prof. Dr. Physiker. * 29.1.1831 Ffm., † 11.10.1905 Karlsruhe.
    Sohn des Niederräder Pfarrers Johannes M. (1799-1843) und dessen Ehefrau Antoinette, geb. Buff (1807-1844). Enkel von Johann Valentin M. M.s Großtante mütterlicherseits war Lotte Buff, verh. Kestner (1753-1828), die Freundin Goethes in Wetzlar, die der Dichter in seinem Briefroman „Die Leiden des jungen Werthers“ (1774) verewigt hat.
    Bis 1849 Schüler des Ffter Gymnasiums. Dann naturwissenschaftliches Studium. 1853 Promotion. 1857 Habilitation. 1859 konstruierte M. die nach ihm benannte konstante galvanische Batterie. 1864 Berufung in den Vorstand der Karlsruher Landesgewerbehalle. 1869 Übernahme einer Professur für technische Physik an der Technischen Hochschule Karlsruhe.

    Lexika: Neue Deutsche Biographie. Hg. v. d. Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Bisher 26 Bde. (bis Vocke). Berlin 1953-2016.Frieder Schmidt in: NDB 16 (1990), S. 639.
    Quellen: ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).ISG, S2/6.780.

    Meidinger, Johann Heinrich

    Meidinger, Johann Heinrich. Geograf. Statistiker. Fachschriftsteller. * 23.11.1792 Ffm., † 21.5.1867 Ffm.
    Sohn von Johann Valentin M. Bruder des Buchhändlers Johann Valentin M. jun. (1797-1851), des Schwiegervaters von Karl Gutzkow, dessen liberal-demokratische Vorstellungen M. in der Zeit des Vormärz teilte.
    Kaufmannslehre im Ffter Wechselgeschäft Chiron-Sarasin, später in Aachen und Paris. Als Kaufmann unternahm M. zahlreiche Reisen, vor allem nach Großbritannien und Irland. Dadurch angeregt, beschäftigte er sich intensiv mit Geografie, Staatsaufbau und Sprachgeschichte dieser Länder („Das britische Reich in Europa“, 1851). Seine volkswirtschaftlich-statistischen Untersuchungen wurden auch in englischen Fachzeitschriften publiziert, wo sie ein positives Echo fanden. Größtes Interesse brachte M. für die Verbesserung der inneren Verwaltung seiner Heimatstadt Ffm. auf, wobei er von seinen zahlreichen Aufenthalten im Ausland profitierte. Er veröffentlichte die Abhandlung „Fft.s gemeinnützige Anstalten“ (2 Bde., 1845/56), die als Standardwerk der Ffter Statistik gilt. M. trat aber auch als Kritiker veralteter Strukturen in Ffm. hervor, u. a. mit dem Aufsatz „Über die Gebrechen der Ffter Verfassung“ (1831).
    Obgleich des Öfteren zur Übernahme einer Senatorenstelle gedrängt, gehörte M. nur kurz, 1848 als Mitglied der Gesetzgebenden Versammlung, einer Ffter politischen Körperschaft an. Den Anschluss an Preußen grundsätzlich befürwortend, verurteilte M. jedoch die gewaltsame Form der Einverleibung im Juli 1866.

    Literatur:
                            
    Gutzkow, Karl: Die schöneren Stunden. Rückblicke. Stuttgart 1869.Lebensbeschreibung in: Gutzkow: Die schöneren Stunden 1869, S. 241-253.
    Quellen: ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).ISG, S2/6.311.

    Meidinger, Johann Valentin

    Meidinger, Johann Valentin. Sprachlehrer. Fachschriftsteller. * 1.5.1756 Ffm., † 17.12.1822 Ffm.
    M. bekleidete zunächst eine Hauslehrerstelle in Neuwied am Rhein. Die dort ansässigen Refugiés weckten sein Interesse für die französische Sprache. Nach einer von ihm selbst entwickelten Methode verfasste M. eine französische Grammatik. Sein Manuskript fand jedoch bei den Ffter Verlegern keine Abnehmer. Von Freunden finanziell unterstützt, entschloss sich M. – der mittlerweile in Ffm. eine Sprachschule eröffnet hatte – 1783, seine „Practische Grammatik der französischen Sprache“ im Selbstverlag herauszugeben. Nach anfänglich spärlichem Verkauf steigerte sich der Absatz seit 1789 beträchtlich (37 Auflagen bis 1857). M. verfasste daraufhin weitere Französischlehrbücher und auch eine italienische Grammatik. Bis zum Jahre 1811 waren rund eine halbe Million Exemplare seiner Lehrbücher und Grammatiken verkauft. Einerseits begünstigten die Französische Revolution und vor allem die nachfolgenden französischen Besatzungen in Ffm. und Deutschland den Absatz der M.’schen Lehrbücher. Andererseits zeichnete sich M.s Lehrmethode durch große Anschaulichkeit aus.
    Die Anekdotensammlung, die M. seiner Grammatik als Stoff zu Übersetzungen beigegeben hatte, war so populär, dass sich die Bezeichnung „Meidingern“ für die überflüssige Wiederholung eines Allgemeinplatzes im Sprachschatz des 19. Jahrhunderts einbürgerte.

    Lexika: Allgemeine Deutsche Biographie. Hg. durch die Historische Commission bei der Königlichen Akademie der Wissenschaften. 56 Bde. München/Leipzig 1875-1912.W. Stricker in: ADB 21 (1885), S. 189. | Meyers Großes Konversations-Lexikon. Ein Nachschlagewerk des allgemeinen Wissens. 6., gänzlich neubearb. u. verm. Aufl. Leipzig/Wien 1905-09.Meyers Großes Konversations-Lex. 1905-09, Bd. 13 (1906), S. 550.
    Quellen: ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).ISG, S2/8.168.

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    Empfohlene Zitierweise: Frost, Reinhard: Meidinger, Familie. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), http://frankfurter-personenlexikon.de/node/472
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    Stand des Artikels: 21.4.1993