Mori, Gustav

Mori, Gustav. Schriftgießer. Fachschriftsteller. Sammler. * 2.6.1872 Ffm., † 22.7.1950 Neu-Isenburg.
Aufgewachsen in der Ffter Altstadt. Besuch der Battonnschule. Buchdruckerlehre. Danach Militärzeit und Wanderjahre. Von 1903 bis 1908 Schriftgießer und Drucker bei der Firma Minjon. Von 1908 bis zum Eintritt in den Ruhestand Abteilungsleiter der Schriftgießerei Stempel. Als Mitbegründer der „Typographischen Gesellschaft Ffm.“ (1903) befasste sich M. intensiv mit der Rekonstruktion alter Druckverfahren. 1913 reproduzierte er eine Seite der ersten Gutenberg-Bibel.
Seine Bedeutung erlangte M. als Erforscher der Geschichte des Buchdrucks, insbesondere von deren Frühzeit. Außerdem galt er als profunder Kenner der Ffter Buchdruckgeschichte. Daneben entfaltete M. eine rege Sammeltätigkeit. Er besaß mehr als 200 originale Schriftproben des 15. bis 20. Jahrhunderts verschiedener deutscher Schriftgießereien, 2.000 Titelblätter und Druckersignete, 1.000 Initialen sowie umfangreiche Fachliteratur. 1936 erwarb M. Teile des Nachlasses der Egenolff-Luther’schen Schriftgießerei. 1940 eröffnete er im Haus zum Alten Frosch (Falkengasse/Ecke Kaffeegasse) ein Schriftgießereimuseum, dem er seine Sammlung eingliederte. Diese konnte vor der Zerstörung des Hauses 1944 in Sicherheit gebracht werden und wurde später dem Mainzer Gutenbergmuseum übergeben.
1916 trat M. der Gutenberggesellschaft bei, deren Vorstand er von 1921 bis 1949 angehörte.
Zwischen 1905 und 1940 veröffentlichte M. rund 60 Beiträge zur Geschichte des Schriftgusses; bereits während seiner Gesellenzeit hatte er einen Vortrag über Gutenberg gehalten. Seine Arbeiten zur Ffter Buchdruckgeschichte, u. a. „Die Schriftgießerei Benjamin Krebs Nachfahren in Ffm.“ (1916), „Ffter Urkundenbuch zur Frühgeschichte des Buchdrucks“ (1920), „Die Egenolff-Lutherische Schriftgießerei in Ffm. und ihre geschäftlichen Verbindungen mit den Vereinigten Staaten von Nordamerika“ (1926), heben Ffm. besonders als Stadt der Schriftgießerei hervor.
Auf Anregung des Ffter Vereins für Geschichte und Landeskunde, für den er Vorträge und Führungen veranstaltet hatte, erhielt M. 1947 die Goetheplakette der Stadt Ffm.
Nachlass im ISG.

Artikel aus: Frankfurter Biographie 2 (1996), S. 65f., verfasst von: Reinhard Frost.
Dieser Artikel wurde noch nicht abschließend für das Frankfurter Personenlexikon überarbeitet.
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Literatur:
                        
Lübbecke, Fried: Fünfhundert Jahre Buch und Druck in Ffm. Ffm. 1948.Lübbecke: Buch u. Druck 1948, S. 5-10.
Quellen: ISG, Bestand Nachlässe (S1).Nachlass: ISG, S1/152; dazu Rep. 739 (Findbuch von Tobias Picard, 1993). | ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).ISG, S2/987.

GND: 119511185 (Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek).

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Empfohlene Zitierweise: Frost, Reinhard: Mori, Gustav. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), http://frankfurter-personenlexikon.de/node/557

Stand des Artikels: 16.8.1993