Neeb, Heinrich Adam

Neeb, Heinrich Adam. Chorleiter. Komponist. * 11.12.1805 Lich, † 17.1.1878 Ffm.
Sohn des Organisten der Stadtkirche in Lich.
Nach verschiedenen Anstellungen als Chorleiter, Organist und Musiklehrer in Friedberg, Worms und Büdingen kam N. 1831 nach Ffm., um sich bei dem Pianisten Aloys Schmitt weiter auszubilden. Seinen Wohnsitz nahm er in Bornheim. Ab 1836 dirigierte er die „Ffter Liedertafel“ und übernahm später auch die Leitung des Gesangvereins „Teutonia“. 1838 organisierte N. das erste Deutsche Sängerfest in Ffm. 1865 gründete er den „N.schen Männerchor“, den er bis zur Erkrankung an einem Nervenleiden 1874 leitete. Als Chordirigent gehörte N. zu den wesentlichen Förderern des Männerchorwesens in Deutschland.
In seinem Testament vermachte N. den Großteil seines Vermögens zur Gründung einer Stiftung zur Unterstützung hilfsbedürftiger Künstler. Das vom Freien Deutschen Hochstift verwaltete Stiftungskapital ging jedoch während der Inflation verloren. Ehrenmitglied des Freien Deutschen Hochstifts.
N. komponierte eine große Zahl von Männerchorwerken, über 100 Lieder, Balladen, Klavierstücke und Kantaten, die allerdings weitgehend vergessen sind, zu seinen Lebzeiten jedoch häufig aufgeführt wurden. Sein Spätwerk ist verschollen. Daneben vertonte N. vier Opern, die im Ffter Schauspielhaus aufgeführt wurden: „Dominico Baldi“ (1841), „Der Cid“ (1843), „Thomas Arielle“ (1843), „Der schwarze Jäger“ (1846). Zu letzterem Werk hatte Friedrich Stoltze das Libretto geschrieben, mit dem N. befreundet war und dessen politische Auffassungen er teilte. Musikgeschichtlich zählte N. – neben Wilhelm Speyer, Ferdinand Hiller, Georg Vollweider, Hans Georg Nägli u. a. – zur „Ffter Schule“. Die meisten von N.s (insgesamt eher konservativen) Werken waren im „Volkston“ gehalten.
Ölporträt (von Georg Heinrich Strauch, 1844) im Besitz des Ffter Goethe-Museums.
Grabstätte, ursprünglich mit einem heute nicht mehr vorhandenen bronzenen Porträtmedaillon auf dem Grabstein, auf dem Ffter Hauptfriedhof (Gewann J 755).
Der größte Teil des künstlerischen Nachlasses von N. befindet sich im Besitz des Ffter „N.er-Schuler-Chors“ (heutiger Name des von N. gegründeten Chors).
1986 Ausstellung im Stoltze-Museum zur Erinnerung an den Chorleiter und Komponisten.
N.straße in Bornheim.

Artikel aus: Frankfurter Biographie 2 (1996), S. 87f., verfasst von: Reinhard Frost.
Dieser Artikel wurde noch nicht abschließend für das Frankfurter Personenlexikon überarbeitet.
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Literatur:
                        
Bartel, Helmut: Heinrich Adam Neeb. Ein Beitrag zur Musikgeschichte Fft.s. Ffm. 1993. (Europäische Hochschulschriften, Reihe 36, Bd. 97).Bartel: Heinrich Adam Neeb 1993. | Maisak, Petra/Kölsch, Gerhard: Ffter Goethe-Museum. Die Gemälde. „... denn was wäre die Welt ohne Kunst?“ Bestandskatalog. Hg. v. Freien Deutschen Hochstift. Ffm. 2011.Maisak/Kölsch: Gemäldekat. d. Ffter Goethe-Museums 2011, S. 288.
Quellen: ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).ISG, S2/1.758.

GND: 119117991 (Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek).

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Empfohlene Zitierweise: Frost, Reinhard: Neeb, Heinrich Adam. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), http://frankfurter-personenlexikon.de/node/609

Stand des Artikels: 19.11.1993