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Pinner, Erna

Pinner, Erna Friederike Wilhelmine. Malerin und Buchillustratorin. Feuilletonistin und Schriftstellerin. Diese Angaben konnten anhand von Dokumenten zweifelsfrei bestätigt werden.* 27.1.1890 Ffm., † 16.4.1987 London.
Tochter des jüdischen Chirurgen Sanitätsrat Oskar P. (1856-1928).
Künstlerische Ausbildung an der Städelschule, später bei Lovis Corinth in Berlin und an der Académie Ranson in Paris. 1919 Mitglied der Darmstädter Sezession. Atelier in ihrem Elternhaus in der Bockenheimer Landstraße 72 (kriegszerstört). Begleitete den Schriftsteller Kasimir Edschmid, mit dem sie seit 1916 liiert war, als Buchillustratorin auf dessen Weltreisen, verfasste aber auch eigene Reiseberichte, u. a. „Eine Dame in Griechenland“ (1927) und „Ich reise durch die Welt“ (1931). Vor allem als Tierzeichnerin fand P. bald überregionale Beachtung. So gestaltete sie auch Plakate für den Ffter Zoo. Zahlreiche Ausstellungen, u. a. 1926 in der Ffter Galerie Kahnweiler. Bis zu ihrer Emigration nach England 1935 Mitarbeiterin der FZ. Seit 1947 britische Staatsbürgerin. In England baute P. ihren Ruf als Tierzeichnerin, auch auf naturwissenschaftlichem Gebiet, weiter aus.
Die von P. geschriebenen und illustrierten Bücher über Zoologie, Paläontologie und Anthropologie wurden in viele Sprachen übersetzt.
1959 Bundesverdienstkreuz I. Klasse.
Zwei Ölporträts (Ganzfigurenbildnis, 1910, und Porträt „Erna P. mit Hut“, 1922, beide von Jakob Nussbaum) in Privatbesitz.
Künstlerischer Nachlass im HMF. Buchmanuskripte, Reiseberichte und Zeichnungen im ISG.
2004 Ausstellung in Ffm. 2022/23 Ausstellung „Zurück ins Licht. Vier Künstlerinnen – Ihre Werke. Ihre Wege“ im Jüdischen Museum Fft. zur Erinnerung an Erna P., Ruth Cahn, Rosy Lilienfeld und Amalie Seckbach.
Erna-P.-Straße auf dem Riedberg.

Artikel aus: Frankfurter Biographie 2 (1996), S. 140, verfasst von: Reinhard Frost.
Dieser Artikel wurde noch nicht abschließend für das Frankfurter Personenlexikon überarbeitet.
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Lexika: Wall, Renate: Verbrannt, verboten, vergessen. Kleines Lexikon deutschsprachiger Schriftstellerinnen 1933 bis 1945. 2., durchges. Aufl. Köln 1989. (Kleine Bibliothek 510: Frauen).Wall: Schriftstellerinnen 1933-45, S. 149f.
Literatur:
                        
Arnsberg, Paul: Die Geschichte der Ffter Juden seit der Französischen Revolution. Hg. v. Kuratorium für Jüdische Geschichte e. V., Ffm. Bearb. u. vollendet durch Hans-Otto Schembs. 3 Bde. Darmstadt 1983.Arnsberg: Gesch. d. Ffter Juden 1983, Bd. III, S. 347. | Atlan, Eva Sabrina/Wenzel, Mirjam (Hg.): Rosy Lilienfeld, Amalie Seckbach, Erna Pinner, Ruth Cahn. Zurück ins Licht. Vier Künstlerinnen – Ihre Werke. Ihre Wege. Bielefeld/Berlin 2022.Atlan/Wenzel (Hg.): Zurück ins Licht 2022, bes. S. 113-145. | Kasper, Birgit/Schubert, Steffi: Nach Frauen benannt. 127 Straßen in Ffm. Hg. v. Frauenreferat der Stadt Ffm. Ffm. 2013.Kasper/Schubert: Nach Frauen benannt 2013, S. 48f. | Kunst im Exil in Großbritannien 1933-1945. Red.: Hartmut Krug u. Michael Nungesser. Berlin 1986.Kat. Kunst im Exil in Großbritannien 1986. | Müller [heute Müller-Proskar], Claudia C.: Jakob Nussbaum (1873-1936). Ein Ffter Maler im Spannungsfeld der Stilrichtungen. [Mit Werkverzeichnis auf beigefügter CD-ROM.] Ffm. 2002. (Studien zur Ffter Geschichte 47).Müller [heute Müller-Proskar]: Jakob Nussbaum 2002, S. 370f., Nr. G 235; S. 378f., Nr. G 336 (m. Abb. auf S. 276). | Netuschil, Claus K. (Hg.): Der weibliche Blick. Vergessene und verschollene Künstlerinnen in Darmstadt 1880-1930. [Katalog zur Ausstellung „Der Weibliche Blick. Vergessene und verschollene Künstlerinnen in Darmstadt 1880-1930“, 23. Juni 2013 bis 28. Februar 2014, veranstaltet von der Luise-Büchner-Gesellschaft e. V. und dem Kunst-Archiv Darmstadt e. V.] Darmstadt 2013.Netuschil (Hg.): Der weibliche Blick 2013. | Wenzel, Mirjam/Kößling, Sabine/Backhaus, Fritz (Hg.): Jüdisches Fft. Von der Aufklärung bis zur Gegenwart. Katalog zur Dauerausstellung des Jüdischen Museums Fft. München 2020.Wenzel/Kößling/Backhaus (Hg.): Jüd. Fft. 2020, S. 160; vgl. auch S. 60.
Quellen: ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).ISG, S2/1.534.
Internet: Ffter Frauenzimmer, Hg.: Historisches Museum Fft., Redaktion: Ursula Kern, Ffm. http://www.frankfurterfrauenzimmer.de/cp10-detail.html?bio=bi
Hinweis: Artikel über Erna Pinner von Ursula Kern, 2016.
Ffter Frauenzimmer, 16.12.2019.


GND: 119512920 (Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek).
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Empfohlene Zitierweise: Frost, Reinhard: Pinner, Erna. Artikel aus der Frankfurter Biographie (1994/96) in: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/767

Stand des Artikels: 17.11.1994