Scheidt, Robert vom

Scheidt, Robert, gen. Bobby, vom. Opernsänger. * 16.4.1881 Barmen, † 5.4.1964 Ffm.
Sohn eines Restaurateurs und einer Oratoriensängerin. Bruder der Sopranistin Selma vom Sch. (1874-1959), die Kammersängerin in Weimar war, und des Baritons Julius vom Sch. (1877-1948), der an den Opernhäusern von Köln, Berlin und Hamburg wirkte.
Abgebrochene Lehre als Koch im Domhotel in Köln. Schauspielengagements als „jugendlicher Komiker” in Essen und Köln, daneben Gesangstudium am Kölner Konservatorium. 1897 Debüt als Bass-Buffo am Kölner Opernhaus. Seit 1903 Engagement in Hamburg, wo er sich zum Heldenbariton entwickelte. Von Robert Volkner verpflichtet, gehörte Sch. von 1912 bis zu seinem Bühnenabschied 1940 zum Ensemble der Ffter Oper. Er war eine der besten, vielseitigsten und beliebtesten Kräfte des Hauses. Sein Repertoire reichte von den großen Wagner- und Verdi-Partien bis hin zur Spieloper und Operette. In Ffm. begegnete Sch. Richard Strauss und wurde dessen bevorzugter Ochs von Lerchenau („Rosenkavalier”). Er wirkte in Uraufführungen von Schreker (als Tamare in „Die Gezeichneten”, 1918, und als Vogt im „Schatzgräber”, 1920) und Egk („Die Zaubergeige”, 1935) mit. Seine größten Triumphe aber feierte der stimmgewaltige Heldenbariton, der seit 1904 bei den Bayreuther Festspielen auftrat, auch in Ffm. in Wagner-Partien. Schon bevor er hierher kam, galt Sch. als einer der besten deutschen Hans-Sachs-Darsteller. Dies blieb weiterhin seine populärste Rolle, so dass sein Freund Joachim Ringelnatz 1924 dichtete: „Hans Sächse hat es weit und breit/ bisher nur zwei gegeben:/ den Schuster und den Bob vom Scheidt/ Der eine starb vor einiger Zeit,/ der andere, der soll leben!” Anlässlich seines 40. Bühnenjubiläums 1937, das zugleich sein 25. Ffter Bühnenjubiläum war, wurde noch einmal eine Festaufführung der „Meistersinger” mit Sch. in seiner Glanzrolle gegeben. Gegen Ende seiner Karriere wandte sich Sch. sonst aber wieder mehr der Schauspielerei im komischen Fach zu, u. a. als Frosch in der Felsenstein-Inszenierung der „Fledermaus” von 1935.
Mitglied der „Schlaraffia Francofurta”. Anhänger des Fußballsports.
1956 Ehrenmitglied der Städtischen Bühnen Ffm. 1961 Goethe-Plakette des Landes Hessen. Silberne Ehrennadel der „Eintracht”.

Artikel aus: Frankfurter Biographie 2 (1996), S. 269f., verfasst von: Sabine Hock.
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Lexika: Kosch, Wilhelm: Deutsches Theaterlexikon. Biographisches und bibliographisches Handbuch. Fortgef. v. Ingrid Bigler-Marschall. 7 Bde. Klagenfurt, ab 4 (1998) Bern/München, ab 5 (2004) Zürich, ab 7 (2012) Berlin 1953-2012. Bisher 6 Nachtragsbände (bis Sr). Berlin 2013-18.Kosch: Theater. | Kutsch, K. J./Riemens, Leo: Unvergängliche Stimmen. Sängerlexikon. Bern/München 1975, 2. Aufl. 1982.Kutsch/Riemens.
Literatur:
                        
Deutsches Bühnen-Jahrbuch. Hg. v. d. Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger. Berlin, später Hamburg 1915-heute.Dt. Bühnen-Jb. 1962, S. 63. | Ffter Theater-Almanach. Ffm. [1832]/1843-1951 (mit Erscheinungslücken).Ffter Theater-Almanach 21 (1937/38), S. 50. | Reimann, Hans: Das Buch von Fft., Mainz, Wiesbaden. München 1930. (Was nicht im Baedeker steht 9).Reimann: Was nicht im Baedeker steht 1930, S. 157.
Quellen: ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).ISG, S2/2.388.

GND: 117194069 (Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek).
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© 2021 Frankfurter Bürgerstiftung und bei dem Autor/den Autoren
Empfohlene Zitierweise: Hock, Sabine: Scheidt, Robert vom. Artikel aus der Frankfurter Biographie (1994/96) in: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), http://frankfurter-personenlexikon.de/node/1031

Stand des Artikels: 15.3.1995