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Braunfels, Ludwig

Braunfels, Ludwig (eigentl.: Lazarus). Königlich Spanischer Konsul. Dr. jur. et phil. Jurist. Dichter und Übersetzer. Diese Angaben konnten anhand von Dokumenten zweifelsfrei bestätigt werden.* 22.4.1810 Ffm., Diese Angaben konnten anhand von Dokumenten zweifelsfrei bestätigt werden.† 26.9.1885 Ffm.
Schüler des Philanthropins und später des Ffter Gymnasiums. Nach dem Studium der Philosophie und Philologie in Heidelberg kehrte B. zunächst nach Ffm. zurück und war journalistisch tätig. Dann wurde er Redakteur der Rhein- und Mosel-Zeitung in Koblenz (bis zu deren Verbot 1837). Seit 1838 Studium der Rechtswissenschaften in Bonn. 1840 ließ sich B. als Rechtsanwalt in Ffm. nieder. Bekannt als Verteidiger in Presse- und Finanzprozessen. Rechtskonsulent des Bankhauses Erlanger Söhne. Justitiar der Metallgesellschaft.
Daneben war B. als Dichter und Übersetzer tätig. 1840 wurde sein Trauerspiel „Agnes“ [d. i. Agnes Bernauer] zweimal in Ffm. aufgeführt (erstmals komplett ediert 1928). 1852 heiratete B. die wohlhabende Witwe Fanny Hochstädter, geb. Scheyer (1806-1865). Dadurch war auch eine finanzielle Basis geschaffen, um seinen literarischen Neigungen nachgehen zu können. Zeitweise Theaterkritiker für die ab 1855 erscheinende ästhetische Wochenschrift „Ffter Museum“. Mitbegründer und einer der ersten Mitinhaber (1859-66) der Neuen Ffter Zeitung (Ffter Handelszeitung), der späteren FZ. Zeitweise Mitarbeiter dieser Zeitung als politischer Redakteur. B. vertrat die FZ vor Gericht in mehreren Presseprozessen, u. a. in dem Prozess gegen den Reichstagsabgeordneten Karl Braun, in dem B. erfolgreich die Exzesse der Preußen bei der Besetzung Fft.s im Juli 1866 anprangerte. Später schrieb B. gelegentlich Feuilletonbeiträge für die FZ unter Sonnemann, meist Rezensionen wissenschaftlicher Literatur.
Als Mitglied der Fortschrittspartei gehörte B. der Verfassunggebenden Versammlung (1848-49) und der Gesetzgebenden Versammlung (1858-66) in Ffm. an. Mitglied des Montagskränzchens.
Mitglied der Ffter Künstlervereinigung „Gesellschaft der Tutti Frutti“. B. war einer der Initiatoren der Deutschen Schillerstiftung (gegründet 1859) und gehörte dem Verwaltungsrat dieser Stiftung an. 1865 wurde er als Vertreter der Ffter Schillerstiftung nach Weimar gesandt. Mitglied des Freien Deutschen Hochstifts. Gegner der „deutschtümelnden“ Kreise um Otto Volger. Volger sah B., der 1835 vom Judentum zum Protestantismus konvertiert war, als den Wortführer der „spezifisch semitisch-literarischen Kreise“.
Verfasste zahlreiche Übersetzungen spanischer und französischer Literatur ins Deutsche (u. a. „Dramen aus und nach dem Spanischen“, 1856) und eine Übertragung des Nibelungenliedes ins Neuhochdeutsche sowie die Landschaftsschilderung „Die Mainufer und ihre nächsten Umgebungen“ (illustriert von Fritz Bamberger).
Große Verdienste auf dem Gebiet der romanischen Philologie. Hauptwerk: kritische Ausgabe und Übersetzung des „Don Quijote“ von Cervantes, wovon B. aber wegen des großen Arbeitsaufwands nur den 1. Teil vollenden konnte. Die fertiggestellte Übersetzung des „Don Quijote“ ohne Kommentar (1883) ist noch heute von großer Bedeutung für die Romanistik. Die für seine Arbeit am „Don Quijote“ von B. angelegte und katalogisierte Spezialbibliothek ging nach B.s Tod in den Besitz der Staatsbibliothek Berlin über.
Für seine Verdienste um die Popularisierung der spanischen Literatur in Deutschland wurde B. von der spanischen Regierung zum spanischen Konsul in Ffm. ernannt.
Sein Adoptivsohn Otto B. gründete im Gedenken an den Stiefvater eine Dr. Ludwig B.-Stiftung, aus deren Mitteln eine Bibliothek für neuere Sprachen an der Akademie für Sozial- und Handelswissenschaften ausgestattet wurde. Außerdem gab Otto B. anlässlich des 100. Geburtstags seines Stiefvaters 1910 einen Band mit Gedichten von B. heraus.

Artikel aus: Frankfurter Biographie 1 (1994), S. 98f., verfasst von: Sabine Hock.
Dieser Artikel wurde noch nicht abschließend für das Frankfurter Personenlexikon überarbeitet.
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Lexika: Allgemeine Deutsche Biographie. Hg. durch die Historische Commission bei der Königlichen Akademie der Wissenschaften. 56 Bde. München/Leipzig 1875-1912.Veit Valentin in: ADB 47 (1903), S. 209-211. | Lengemann, Jochen: MdL Hessen 1808-1996. Biographischer Index. Hg. im Auftrag d. Hessischen Landtags. Mitarbeit: Andrea Mitteldorf und Roland Schmidt. Marburg 1996. [Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen 48,7; Politische und Parlamentarische Geschichte des Landes Hessen (vormals Vorgeschichte und Geschichte des Parlamentarismus in Hessen) 14].Lengemann: MdL, S. 86. | Neue Deutsche Biographie. Hg. v. d. Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Bisher 27 Bde. (bis Wettiner). Berlin 1953-2020.Hans Rheinfelder in: NDB 2 (1955), S. 559f. | Schrotzenberger, Robert: Francofurtensia. Aufzeichnungen zur Geschichte von Ffm. 2., vermehrte u. verbesserte Aufl. Ffm. 1884.Schrotzenberger, S. 31.
Literatur:
                        
Arnsberg, Paul: Die Geschichte der Ffter Juden seit der Französischen Revolution. Hg. v. Kuratorium für Jüdische Geschichte e. V., Ffm. Bearb. u. vollendet durch Hans-Otto Schembs. 3 Bde. Darmstadt 1983.Arnsberg: Gesch. d. Ffter Juden 1983, Bd. III, S. 56-59. | Estelmann, Frank/Zegowitz, Bernd (Hg.): Literaturwissenschaften in Ffm. 1914-1945. Göttingen [Copyright 2017]. (Schriftenreihe des Ffter Universitätsarchivs 7). Estelmann, Frank: „Mainfahrt mit Don Quijote“. Die Ffter Romanistik in den Cervantes-Lektüren von Heinrich Morf, Matthias Friedwagner, Hellmuth Petriconi, Helmut A. Hatzfeld und Erhard Lommatzsch (1901-1947). In: Estelmann/Zegowitz (Hg.): Literaturwissenschaften in Ffm. 2017, S. 126f. | Seng, Joachim: Goethe-Enthusiasmus und Bürgersinn. Das Freie Deutsche Hochstift – Ffter Goethe-Museum 1881-1960. Göttingen 2009.Seng: Freies Deutsches Hochstift 2009.
Quellen: ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).ISG, S2/383.

GND: 116424907 (Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek).
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Die hier genannten Verweise wurden mit Hilfe des frei verfügbaren Datendienstes http://beacon.findbuch.de (Thomas Berger) erstellt.


© 2022 Frankfurter Bürgerstiftung und bei dem Autor/den Autoren
Empfohlene Zitierweise: Hock, Sabine: Braunfels, Ludwig. Artikel aus der Frankfurter Biographie (1994/96) in: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/1858

Stand des Artikels: 13.5.1987