Olenschlager, Familie

Auch: Oleysläger, Ohlenschlager.
Der Ffter Ursprung der späteren Fischer-, Händler- und Bankiersfamilie geht vermutlich entweder auf den 1317 verstorbenen Johannes Oleyer oder den 1341 aus Oberursel zugewanderten Wortwin Oleyer zurück. Seit dem 16. Jahrhundert gehörten die O. zu den angesehenen Sachsenhäuser Fischerfamilien, die ihr Wohnquartier in der Löhergasse und Dreikönigstraße unweit der alten Oleymühle hatten. Mit Kaspar O. als Vertreter der Fischerzunft gelangte 1585 das erste Familienmitglied in den Rat der Stadt. Im 18. Jahrhundert gehörten die mittlerweile ins Geldgeschäft eingestiegenen O. zu den wohlhabendsten Ffter Familien und nahmen eine ähnliche gesellschaftliche Stellung ein wie nach ihnen die Familie Bethmann. Seit 1776 hatte die Familie O. ihren Wohn- und Firmensitz in den Häusern zum Bären und Goldnen Berg am Roßmarkt/Ecke Junghofstraße. Nach wirtschaftlichen Verlusten und kostspieligen Prozessen wurde das Bankunternehmen 1780 aufgelöst.

Artikel aus: Frankfurter Biographie 2 (1996), S. 106f., verfasst von: Reinhard Frost.
Dieser Artikel wurde noch nicht abschließend für das Frankfurter Personenlexikon überarbeitet.

Literatur:
                        
Alt-Fft. Vierteljahrschrift für seine Geschichte und Kunst. Hg. v. Rudolf Jung u. Bernard Müller im Auftr. des Vereins für Geschichte und Altertumskunde, des Vereins für das Historische Museum u. der Numismatischen Gesellschaft. Ffm. 1909-13/14. Zunächst einmalige Fortsetzung des Titels: Ein Heimatbuch aus dem Maingau. Auf Veranlassung des Vereins für Geschichte und Altertumskunde, des Vereins für das Historische Museum u. der Numismatischen Gesellschaft zu Ffm. hg. v. Bernard Müller. Ffm. 1917. Spätere Neuauflage des Titels: Geschichtliche Zeitschrift für Fft. und seine Umgebung. Hg. v. Heinrich Voelcker u. Otto Ruppersberg. Ffm. 1928-30.Alt-Fft. 1 (1928), H. 7, S. 101-103. | Dietz, Alexander: Ffter Handelsgeschichte. 4 Bde. Ffm. 1910-25, Neudr. 1970-74.Dietz: Handelsgesch. IV.1, S. 370-378.
Quellen: ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).ISG, S2/11.917.
2 herausragende Vertreter der Familie in Ffm.

Olenschlager, Johann Daniel (von)

Olenschlager, Johann Daniel (seit 1747: von). Dr. jur. Jurist. Politiker. ~ 19.11.1711 Ffm., † 28.2.1778 Ffm.
Sohn von Johann Nicolaus O.
Jurastudium in Leipzig und Straßburg. Seit 1738 als Anwalt in Ffm. tätig.
1748 in den Rat gewählt. 1761 Jüngerer, 1771 Älterer Bürgermeister.
Verfasser zahlreicher historischer und rechtshistorischer Schriften, u. a. eines Kommentars zur Goldenen Bulle. Korrespondenz mit Reichshofrat Heinrich Christian von Senckenberg.
Porträt (Ölgemälde, Johann Georg Ziesenis zugeschrieben, um 1758/60) im Besitz des Ffter Goethe-Museums.
1742 hatte sich O. mit der späteren Schriftstellerin und Pietistin Susanna Katharina von Klettenberg verlobt. In Goethes „Bekenntnissen einer schönen Seele“ (6. Buch von „Wilhelm Meisters Lehrjahre“, 1795/96) wurde die Person O.s zum Vorbild für den „Narziß“. Nach Auflösung der Verlobung (1747) heiratete O. die Tochter des Juristen und Rechtshistorikers Johann Philipp Orth.

Literatur:
                        
Maisak, Petra/Kölsch, Gerhard: Ffter Goethe-Museum. Die Gemälde. „... denn was wäre die Welt ohne Kunst?“ Bestandskatalog. Hg. v. Freien Deutschen Hochstift. Ffm. 2011.Maisak/Kölsch: Gemäldekat. d. Ffter Goethe-Museums 2011, S. 349/351.

Olenschlager, Johann Nicolaus

Olenschlager, Johann Nicolaus. Handelsmann. Bankier. ~ 20.3.1656 Ffm., ▭ 17.10.1718 Ffm.
Vater von Johann Daniel (von) O.
1685 etablierte O. am Alten Markt ein Spezereien-, Kommissions- und Speditionsgeschäft unter der Firma „Johann Nicolaus Olenschlager & Co.“. Dadurch bald zu Wohlstand gelangt, verlegte er sich in seinen letzten Lebensjahren vornehmlich auf das Geldgeschäft. Das von ihm begründete Bankhaus genoss in ganz Europa einen guten Ruf, beschränkte sich auf das reine Wechselgeschäft und arbeitete nur mit eigenem Kapital.
Seinem in der Geschäftsführung nachfolgenden Sohn Johann Konrad konnte O. bei seinem Tod ein Geschäftsvermögen von 120.000 Gulden hinterlassen.


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Empfohlene Zitierweise: Frost, Reinhard: Olenschlager, Familie. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), http://frankfurter-personenlexikon.de/node/664
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Stand des Artikels: 20.4.1994