Frankenstein, Familie von

Familienwappen Frankenstein

Wappen der Familie von Frankenstein
Darstellung aus dem Scheibler’schen Wappenbuch (um 1450-80).
© CC BY-NC-SA 4.0 Bayerische Staatsbibliothek, München (Scheibler’sches Wappenbuch, Cod. icon. 312c, S. 210, URN: urn:nbn:de:bvb:12-bsb00007174-3).

Freiherren von und zu Frankenstein (auch: Franckenstein). Seit der Erhebung der Familie in den Reichsfreiherrnstand durch Kaiser Leopold I. 1670: Reichsfreiherren von und zu Fran(c)kenstein.
Als Ahnherr der Familie gilt Wiknand von Luetzelbach, der erstmals 1160 urkundlich erwähnt wurde. Dessen Nachkommen erbauten um 1200 die Burg Breuberg im Odenwald, nach der sie sich in der Folge benannten. Ab 1239 verlagerte sich der Schwerpunkt der Familie in die Wetterau, wo sie durch drei Generationen das Amt des Landvogts innehatte. Konrad II. Reiz von Breuburg erbaute vermutlich vor 1250 die Burg Frankenstein am Rande des Odenwalds und benannte sich nach ihr. Er wurde Begründer der reichsunmittelbaren Herrschaft Frankenstein.
Erste Verbindung nach Ffm. durch Wenzel von F. (um 1420 bis 1486), Prior der Dominikaner in Ffm. Erst als Erben der Familie von Cleen (aus Oberkleen/Niederkleen/Cleeberg, heute Ortsteile von Langgöns) ließen sich die Frankensteiner dauerhaft in Ffm. nieder. Nach dem Tod des Franz von Cleen 1521 trat Hans von F., Ehemann von dessen einziger Tochter und Erbin Irmel von Cleen, die Erbschaft des Schwiegervaters an. Er wurde 1522 von Kaiser Karl V. und vom Bartholomäusstift mit den Reichs- bzw. Kirchenlehen derer von Cleen belehnt. Zu diesen Lehen gehörten auch umfangreiche Rechte und Besitzungen in Ffm. Die von Cleen wiederum waren Erben der Ritter von Sachsenhausen, ehemaliger Reichsministerialen, die als Stadtschultheißen große Bedeutung für Ffm. erlangt hatten und mit dem Tod von Rudolf von Sachsenhausen 1426 ausgestorben waren.
Gegen Ende des 16. Jahrhunderts errichtete die Familie von F. einen Stadthof in Ffm., den Frankensteiner Hof in Sachsenhausen, der hinfort als Mittelpunkt ihrer Besitzungen zwischen Odenwald und Wetterau diente. 1616 wurde der Bau des Stadthofs vollendet. Das einflügelige Gebäude mit hohem Renaissance-Treppenturm im Westen, einem großen dreigeschossigen Ziergiebel in der Mitte nach Süden und einem kleinen Treppenturm im Osten war unmittelbar benachbart zum Deutschherrenhof, mit dem zusammen er eine Front zum Main hin bildete. Da die Familie von F. auch nach der Reformation katholisch geblieben war, wurde der Frankensteiner Hof der nicht ihrer Jurisdiktion unterstehenden reichsunmittelbaren Adelsfamilie zum Pfahl im Fleisch der lutherischen Reichsstadt. Immer wieder kam es zu Auseinandersetzungen und Prozessen mit der Stadt.
Nach dem Einzug der schwedischen Truppen unter König Gustav Adolf in Ffm. 1631 nahm deren Kommandant, Oberst Vitzthum von Eckstädt, den Frankensteiner Hof zu seinem Hauptquartier, nachdem die Familie gerade erst ihr Archiv und ihre Kleinodien aus Ockstadt dorthin in Sicherheit gebracht hatte. Beides wurde von den Schweden als Beute genommen, wobei das Archiv gegen Lösegeld zurückerworben werden konnte. 1633 wurde der Hof bei der Explosion der Pulvermühle in Sachsenhausen beschädigt.
Nach langen Konflikten mit den Territorialherrn, den Landgrafen von Hessen in Darmstadt, verkaufte die Familie 1662 die Herrschaft Frankenstein an Hessen-Darmstadt und erwarb die Herrschaft Ullstadt/Mittelfranken von den Freiherrn von Seckendorff. Nunmehr gab es zwei Linien: die rheinische mit Ockstadt und die fränkische mit Ullstadt als Sitz. Der Hof in Ffm. wurde beibehalten, diente aber nicht mehr als Familiensitz, sondern als Wirtschaftshof für die zahlreichen in und um Ffm. gelegenen Besitzungen und Lehen. 1689 flüchtete sich Johann Carl von F. (1610-1691), Fürstbischof von Worms, nach der Besetzung und Zerstörung von Worms durch französische Truppen im Pfälzischen Erbfolgekrieg in den Frankensteiner Hof. Er starb in Ffm. und ist im Dom begraben; das barocke Epitaph ist im Dom erhalten (heute an der Nordwand des Langhauses).
1831 verkaufte Johann Friedrich Carl von F. (1745-1832), ehemals Großherzoglich-Fft.ischer Hofmarschall und Gesandter des Großherzogtums in München, den Frankensteiner Hof an die Stadt Ffm. Der Kaufpreis betrug 95.000 Gulden. Zum Hof gehörten 140 Morgen Land allein in Sachsenhausen, in der Ffter Gemarkung insgesamt 1.396 Morgen, darunter zahlreiche Weingärten. Der Verkäufer behielt das Ffter Bürgerrecht. Die Stadt wandelte das Gebäude in Kleinwohnungen um, wobei das Innere vollständig zerstört wurde, nutzte es als Kaserne, für die Schutzpolizei und die Arbeitsvermittlung. Der Hof wurde bei Luftangriffen 1944 beschädigt und 1955 zugunsten der Jugendherberge ganz niedergelegt.
Wichtige Vertreter der Familie von F. außerhalb Fft.s waren: Rudolf von und zu F. (1523-1560), Bischof von Speyer; Johann Philipp Anton Freiherr von und zu F. (1695-1753), Fürstbischof von Bamberg; Georg Eugen Heinrich Arbogast Freiherr von und zu F. (1825-1890), Politiker, der, seit 1873 Vorsitzender der Zentrumspartei im Reichstag, in zähen Verhandlungen mit Bismarck die „Frankensteinische Klausel“ bei der Aufteilung von Zöllen und Steuern zwischen Reich und Ländern erkämpfte.
Das Familienwappen zeigt in Gold ein schräggestelltes rotes Axteisen mit quergestellter rechteckiger Stielöffnung. Den Helm mit rot-goldenen Decken ziert ein mit einem ebensolchen Axteisen bezeichneter offener Flug.
Das Familienarchiv befindet sich im Besitz der Familie in Schloss Ullstadt.
Frankensteiner Straße und Frankensteiner Platz in Sachsenhausen.

Artikel aus: Frankfurter Personenlexikon, verfasst von Roman Fischer.

Lexika: Kneschke, Ernst Heinrich (Hg.): Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexicon. 9 Bde. Leipzig 1859-70, Nachdr. 1929-30.Kneschke: Dt. Adels-Lex. 3 (1861, Nachdr. 1929), S. 321. | Köbler, Gerhard: Historisches Lexikon der deutschen Länder. Die deutschen Territorien vom Mittelalter bis zur Gegenwart. München 1988, 8. Aufl. 2019.Köbler: Hist. Lex. d. dt. Länder 1988, 7. Aufl. 2007, S. 190. | Neue Deutsche Biographie. Hg. v. d. Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Bisher 27 Bde. (bis Wettiner). Berlin 1953-2020.Karl Otmar Freiherr von Aretin in: NDB 5 (1961), S. 329. | Richel, Arthur: Katalog der Abteilung Fft. [der Ffter Stadtbibliothek]. Bd. 2: Literatur zur Familien- und Personengeschichte. Ffm. 1929.Richel, S. 160. | Schrotzenberger, Robert: Francofurtensia. Aufzeichnungen zur Geschichte von Ffm. 2., vermehrte u. verbesserte Aufl. Ffm. 1884.Über Frankensteiner Hof, Frankensteiner Straße und Frankensteiner Platz: Schrotzenberger, S. 70.
Literatur:
                        
Battonn, Johann Georg: Oertliche Beschreibung der Stadt Ffm. Hg. v. Verein für Geschichte und Alterthumskunde zu Ffm. durch L[udwig] H[einrich] Euler. 7 Hefte (in 3 Bden.). Ffm. 1861-75.Battonn: Oertliche Beschreibung 7 (1875), S. 134-138. | Schloß Ullstadt. 1. Geschichte – Archiv – Bibliothek. Von Wilhelm Engel. 2. Baugeschichte – Kunstwerte. Von Max Hermann von Freeden. Scheinfeld 1949.Engel/Freeden: Schloß Ullstadt 1949. | Fischer, Roman: Findbuch zum Bestand Frankensteinische Lehenurkunden 1251-1812. Ffm. 1992. (Mitteilungen aus dem Ffter Stadtarchiv 12; Repertorien / Stadtarchiv Ffm. 656).Fischer: Frankensteinische Lehenurkunden 1992. | Friese, Alfred: Die Herren von Praunheim-Sachsenhausen. Erbschultheißen des Reiches in Ffm. Diss. (masch.). Bonn 1952.Friese: Die Herren von Praunheim-Sachsenhausen 1952. | Gatz, Erwin (Hg.): Die Bischöfe des Heiligen Römischen Reiches. 1448 bis 1648. Ein biographisches Lexikon. Unter Mitwirkung v. Clemens Brodkorb. Berlin 1996.Gatz (Hg.): Bischöfe 1448-1648, S. 189f. | Gatz, Erwin (Hg.): Die Bischöfe des Heiligen Römischen Reiches. 1648 bis 1803. Ein biographisches Lexikon. Unter Mitwirkung v. Stephan M. Janker. Berlin 1990.Gatz (Hg.): Bischöfe 1648-1803, S. 121f. | Geschichtsverein Eberstadt/Frankenstein (Hg.): Frankenstein. Lesebuch zur Geschichte. Eberstadt 2018.Geschichtsverein Eberstadt/Frankenstein (Hg.): Frankenstein 2018. | Geschichtsverein Eberstadt/Frankenstein (Hg.): Frankenstein. Lesebuch zur Geschichte. Eberstadt 2018.Kraft, Erich: Das Tagebuch Johann Carl von Frankenstein. Ein Dokument aus dem 30-jährigen Krieg. In: Geschichtsverein Eberstadt/Frankenstein (Hg.): Frankenstein 2018, S. 47-78. | Geschichtsverein Eberstadt/Frankenstein (Hg.): Frankenstein. Lesebuch zur Geschichte. Eberstadt 2018.Riemann, Elke: Das Grabmal Johann Carls im Ffter Dom. In: Geschichtsverein Eberstadt/Frankenstein (Hg.): Frankenstein 2018, S. 79-85. | Jahrbuch der Hessischen Kirchengeschichtlichen Vereinigung (KGV). Bisher 63 Jahrgänge. Darmstadt/Kassel 1949-2012.Fischer, Roman: Das Dominikanerkloster in Ffm. In: Jb. d. Hess. Kirchengeschichtl. Vereinigung 54 (2003), S. 53-70, bes. S. 58f. | Jürgensmeier, Friedhelm (Hg.): Das Bistum Worms. Von der Römerzeit bis zur Auflösung 1801. Würzburg 1997. (Beiträge zur Mainzer Kirchengeschichte 5).Jürgensmeier (Hg.): Das Bistum Worms 1997, S. 219-224. | Koch, Heinrich Hubert: Das Dominikanerkloster zu Ffm. 13. bis 16. Jahrhundert. Freiburg im Breisgau 1892.Koch: Dominikanerkloster 1892. | Powitz, Gerhardt: Die Handschriften des Dominikanerklosters und des Leonhardstifts in Ffm. Ffm. 1968. (Kataloge der Stadt- und Universitätsbibliothek Ffm. 2,1).Powitz: Handschriften d. Dominikanerklosters u. d. Leonhardstifts in Ffm. 1968. S. XXf. | Rack, Klaus-Dieter: Die Burg Friedberg im Alten Reich. Studien zu ihrer Verfassungs- und Sozialgeschichte zwischen dem 15. und 19. Jahrhundert. Darmstadt 1988.Rack: Burg Friedberg 1988. | Scheele, Walter: Burg Franckenstein. Ffm. 2001.Scheele: Burg Franckenstein 2001. | Weerth, Elsbeth de: Die Ausstattung des Ffter Domes. Hg. vom Bischöflichen Ordinariat des Bistums Limburg. Im Auftrag des Denkmalamtes der Stadt Ffm. bearb. (...). Ffm. 1999.Weerth: Ausstattung des Ffter Domes 1999, S. 132, Nr. G/4; S. 180f., Nr. H/12; S. 230-232, Nr. I/30; S. 264, Nr. e/9. | Weißgerber, Wolfgang: Die Herren von Frankenstein und ihre Frauen. Landschaften, Personen, Geschichten. Darmstadt 1975.Weißgerber: Die Herren von Frankenstein u. ihre Frauen 1975.
Quellen: ISG, Frankensteinische Lehenurkunden (Best. H.06.14), 1251-1829; dazu Rep. 656 (im Druck erschienen, 1992).ISG, Frankensteinische Lehenurkunden, 1251-1829. | ISG, Bestand Fremde Archivalien, 991-1799; dazu Rep. 298.ISG, Fremde Archivalien, S4m/61 (Frankensteinische Kellereirechnungen zu Ffm., 3 Bde.). | ISG, Prozessdruckschriften (Best. H.15.36), 1725-1829; dazu Archivdatenbank u. Rep. 525.ISG, Prozessdruckschriften 55. | ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).ISG, S2/3.499. | ISG, Verträge der Freien Stadt Fft. (Best. H.01.03), 1814-66; dazu Rep. 332.ISG, Verträge der Freien Stadt Fft., Nr. 65 u. 66.
Internet: Hessische Biografie, ein Kooperationsprojekt des Instituts für Personengeschichte in Bensheim und des Hessischen Landesamts für geschichtliche Landeskunde in Marburg zur Erstellung einer umfassenden personengeschichtlichen Dokumentation des Landes Hessen. https://www.lagis-hessen.de/pnd/118692828Hess. Biografie, 8.10.2021. | Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. https://de.wikipedia.org/wiki/Frankenstein_(oberrheinisches_Adelsgeschlecht)Wikipedia, 8.10.2021.

GND: 118692828 (Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek).
2 herausragende Vertreter der Familie in Ffm.

Frankenstein, Johann(es) Carl von

Fürstbischof von Worms von 1683 bis 1691.
Johann Carl von Frankenstein

Johann Carl von Frankenstein
Porträtfigur auf seinem Epitaph im Langhaus des Ffter Doms.
Foto: Wolfgang Faust.

© Wolfgang Faust, Ffm. Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Dompfarrei St. Bartholomäus Ffm. und des Dezernats II (Finanzen, Beteiligungen, Kirchen) der Stadt Ffm.
Frankenstein (auch: Franckenstein), Johann(es) Carl (auch: Karl) Freiherr von und zu. Geistlicher. * 1610 Burg Frankenstein, Diese Angaben konnten anhand von Dokumenten zweifelsfrei bestätigt werden.† 29.9.1691 Ffm.
Stammte aus einer reichsritterschaftlichen Familie, die auf der gleichnamigen Burg in Eberstadt bei Darmstadt ansässig war.
Studierte 1629 in Köln und 1630 in Freiburg die Rechte, wurde 1630 Mainzer Kammerjunker, 1647 Kurfürstlich Mainzischer Rat zu Lohr und Forstmeister im Spessart. Erst spät schlug F. die geistliche Laufbahn ein: 1654 wurde er Domizellar, später Kapitular und Kustos in Worms. Daneben besaß er Kanonikate in den Ritterstiften St. Burkard in Würzburg, Wimpfen und Bleidenstadt. 1683 wurde er zum Bischof von Worms gewählt, jedoch, weil er nicht graduiert war, erst 1688 vom Papst bestätigt. Als am 31.5.1689 Worms im Pfälzischen Erbfolgekrieg durch französische Truppen niedergebrannt wurde, musste F. fliehen und wandte sich nach Ffm., wo er im Frankensteiner Hof in Sachsenhausen Zuflucht fand. (Das Wormser Domkapitel kam in Ffm. in den Räumen des Johanniterordens unter; auch der reichsstädtische Magistrat und viele Bürger hatten sich von Worms nach Ffm. geflüchtet.) Hier starb F. am 29.9.1691 und erhielt ein prachtvolles Grabdenkmal im Dom, ursprünglich im Südquerhaus, heute an der Nordwand des Langhauses. Das barocke Epitaph zeigt den Bischof als Porträtfigur in einer wohl sehr lebensnahen Darstellung: Tatsächlich war F. recht korpulent und ziemlich klein (nur knapp über 1,50 Meter), weshalb er Schuhe mit hohen Plateausohlen trug, wie 1991/93 entdeckte Funde im Bodengrab belegen. Laut seiner Grabinschrift hatte F. zwei von seinen Vorfahren gestiftete Altäre im Dom erneuern lassen, darunter 1678 den einst von Rudolf von Sachsenhausen gestifteten Bartholomäusaltar, von dem sich das Altarblatt mit einer Darstellung der Schindung des hl. Bartholomäus (von Oswald Onghers, 1670) erhalten hat (heute an der Westwand des nördlichen Seitenschiffs).
F.s Urgroßonkel Rudolf von F. (1523-1560) war Fürstbischof von Speyer (1552-60), sein Großneffe Johann Philipp Anton von F. (1695-1753) Fürstbischof von Bamberg (1746-53).

Lexika: Richel, Arthur: Katalog der Abteilung Fft. [der Ffter Stadtbibliothek]. Bd. 2: Literatur zur Familien- und Personengeschichte. Ffm. 1929.Richel, S. 160.
Literatur:
                        
Gatz, Erwin (Hg.): Die Bischöfe des Heiligen Römischen Reiches. 1648 bis 1803. Ein biographisches Lexikon. Unter Mitwirkung v. Stephan M. Janker. Berlin 1990.Gatz (Hg.): Bischöfe 1648-1803, S. 121f. | Jürgensmeier, Friedhelm (Hg.): Das Bistum Worms. Von der Römerzeit bis zur Auflösung 1801. Würzburg 1997. (Beiträge zur Mainzer Kirchengeschichte 5).Jürgensmeier (Hg.): Das Bistum Worms 1997, S. 219-224. | Weerth, Elsbeth de: Die Ausstattung des Ffter Domes. Hg. vom Bischöflichen Ordinariat des Bistums Limburg. Im Auftrag des Denkmalamtes der Stadt Ffm. bearb. (...). Ffm. 1999.Weerth: Ausstattung des Ffter Domes 1999, S. 132, Nr. G/4; S. 180f., Nr. H/12; S. 230-232, Nr. I/30; S. 264, Nr. e/9.
Internet: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Karl_von_und_zu_Franckenstein_(Bischof)Wikipedia, 9.3.2018.

Frankenstein, Wenzel von

Frankenstein (auch: Franckenstein), Wenzel (auch: Wenzeslaus) von. Prof. Dr. theol. Dominikanermönch. Theologe. Prediger. * möglicherweise um 1420, † 21.10.1486 Ffm.
Trat in den Konvent der Ffter Dominikaner ein und wurde zum Studium nach Köln entsandt. 1450 Promotion zum Dr. theol. Anschließend lehrte Wenzel von F. in Köln als Professor für Theologie. Er war 1452, 1458 und 1460 Prior des Dominikanerklosters in Ffm. Während seiner Zeit als Vorsteher nahm er 1458 die St. Sebastians-Bruderschaft (eine Bruderschaft von Schießgesellen vor der Bornheimer Pforte) mit eigener Kapelle und eigenem Altar in die Dominikanerkirche auf. 1461 Aufenthalt in Colmar und Mainz. 1462 Regens im Kölner Generalstudium des Dominikanerordens. Von 1464 bis 1466 Beichtvater im Straßburger Dominikanerinnenkloster St. Nikolaus. 1466 erscheint Wenzel von F. in Ulm, 1471 und 1473 erneut in Straßburg und Ffm. 1474 führte er zusammen mit Johannes Wilnau im Auftrag der Ordensleitung die Reform des Ffter Dominikanerklosters zur Observanz (d. h. zur strengeren Befolgung der Ordensregel) durch und wurde erster Prior des reformierten Klosters. Von 1474 bis 1478 amtierte er als Generalvikar der Provinz Teutonia. 1484 war er wieder in Ffm. als Lektor.
Wenzel von F. erlangte namentlich als Prediger Berühmtheit: Bei der Totenmesse für den Ffter Schöffen Johann Rorbach am 25.10.1459 predigte er so ergreifend, dass er und seine Zuhörer weinen mussten.

Lexika: Richel, Arthur: Katalog der Abteilung Fft. [der Ffter Stadtbibliothek]. Bd. 2: Literatur zur Familien- und Personengeschichte. Ffm. 1929.Richel, S. 160.
Literatur:
                        
Ffter Chroniken und annalistische Aufzeichnungen des Mittelalters. Bearb. v. Richard Froning. Ffm. 1884. (Quellen zur Ffter Geschichte 1).Bericht über das Begräbnis von Johann Rorbach in Bernhard Rorbachs „Stirps Rorbach“: Froning: Ffter Chroniken des Mittelalters 1884, S. 168-170, bes. S. 170. | Jahrbuch der Hessischen Kirchengeschichtlichen Vereinigung (KGV). Bisher 63 Jahrgänge. Darmstadt/Kassel 1949-2012.Fischer, Roman: Das Dominikanerkloster in Ffm. In: Jb. d. Hess. Kirchengeschichtl. Vereinigung 54 (2003), S. 53-70, bes. S. 58f. | Koch, Heinrich Hubert: Das Dominikanerkloster zu Ffm. 13. bis 16. Jahrhundert. Freiburg im Breisgau 1892.Koch: Dominikanerkloster 1892. | Powitz, Gerhardt: Die Handschriften des Dominikanerklosters und des Leonhardstifts in Ffm. Ffm. 1968. (Kataloge der Stadt- und Universitätsbibliothek Ffm. 2,1).Powitz: Handschriften d. Dominikanerklosters u. d. Leonhardstifts in Ffm. 1968, S. XXf., 314.
Quellen: ISG, Dominikanerkloster: Bücher (Best. H.13.14), 15.-18. Jh.; dazu Rep. 202.Jacquin, Franciscus: Chronik des Ffter Dominikanerklosters. Bd. 1. ISG, Dominikanerkloster: Bücher 16. | ISG, Dominikanerkloster: Urkunden und Akten (Best. H.13.15), 1229-1779; dazu Rep. 200 u. 201. ISG, Dominikanerkloster: Urkunden u. Akten.

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Empfohlene Zitierweise: Fischer, Roman: Frankenstein, Familie von. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/10402
Die Autorenangabe bezieht sich auf den Artikel über die Familie. Die Angaben zu Autoren der hier ebenfalls dargestellten Personenartikel finden Sie, indem Sie auf die Namen der einzelnen Personen klicken.

Stand des Artikels: 9.10.2021
Erstmals erschienen in Monatslieferung: 10.2021.