Prestel, Johann Gottlieb Amadeus

Prestel, Johann Gottlieb Amadeus. Maler. Zeichner. Kupferstecher. ~ 18.1.1739 (Bad) Grönenbach/Allgäu, † 5.10.1808 Ffm.
Der Sohn eines Schreiners fand durch das Bemalen selbstgezimmerter Särge zur Malkunst. Er blieb auch in der Folge als Maler weitgehend Autodidakt. Nach längerem Italienaufenthalt zog P. 1769 nach Nürnberg, wo er 1773 Maria Catharina Höll heiratete. 1783 siedelte er mit seiner Familie nach Ffm. über. Hier baute er sich mit Hilfe des Malers Christian Georg Schütz d. Ä. und des Kunsthistorikers Heinrich Sebastian Hüsgen eine neue künstlerische Existenz durch Eröffnung eines Ateliers und Kunstverlags auf. Obwohl gerade seine Stiche großen Absatz fanden, gelangte der geschäftsuntüchtige P. nicht zu Wohlstand. Zu seinen Schülern zählte der spätere Landschaftsmaler Anton Radl.
P. machte sich vor allem als Porträtmaler und Kupferstecher sowie durch seine Handzeichnungen einen Namen. Besondere Kunstfertigkeit entwickelte er im Kopieren von Gemälden alter Meister. Sein Werkkatalog umfasste mehr als 600 Gemälde, Stiche und Zeichnungen. Zuletzt arbeitete er an einem Entwurf für ein Altargemälde in der Leonhardskirche, das jedoch nicht mehr zur Ausführung kam.
P. wurde von seinen Zeitgenossen als äußerst selbstbezogener und unzugänglicher Mensch beschrieben. Seine Frau hatte sich bereits 1786 von ihm getrennt. Zu den Kinder aus der Ehe gehörten Christian Erdmann Gottlieb P. und Ursula Magdalena Reinheimer, geb. P.

Artikel aus: Frankfurter Biographie 2 (1996), S. 153, verfasst von: Reinhard Frost.
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Lexika: Gwinner, Philipp Friedrich: Kunst und Künstler in Ffm. vom 13. Jahrhundert bis zur Eröffnung des Städel’schen Kunstinstituts. Ffm. 1862. Ergänzungsbd. Ffm. 1867.Gwinner, S. 366-372.
Quellen: ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).ISG, S2/1.479.

GND: 103084053 (Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek).
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Empfohlene Zitierweise: Frost, Reinhard: Prestel, Johann Gottlieb Amadeus. Artikel aus der Frankfurter Biographie (1994/96) in: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), http://frankfurter-personenlexikon.de/node/794

Stand des Artikels: 14.12.1994