Neuerscheinungen vom 10. April 2019

Einleitung: 

Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

in der Frankfurter Oper hängt der Himmel voller Geigen. Das ist ganz wörtlich zu nehmen, und es sind auch ein paar Celli, Hörner, Harfen und andere Musikinstrumente dabei – im Bühnenbild der aktuellen Inszenierung von Franz Schrekers „Der ferne Klang“. Das Werk erzählt die dramatische Geschichte des Opernkomponisten Fritz, der sein Leben lang dem ersehnten Klang nachjagt, den er jedoch erst im Sterben zu hören glaubt. Kurz zuvor ist in der Oper seine Oper „Die Harfe“ erfolglos uraufgeführt worden. Beim Komponieren mag der Weg vom Fritz zum Franz (oder umgekehrt) nicht so weit gewesen sein. Doch dem realen Komponisten schien seine Oper, uraufgeführt 1912 in Frankfurt, zunächst mehr Glück zu verheißen, wie im diesmaligen Artikel des Monats nachzulesen ist.

Artikel des Monats April 2019:
Der erste Klang im Frankfurter Opernhaus

Vier seiner neun Opern wurden in Frankfurt uraufgeführt: Franz Schreker. Der in Wien lebende Komponist reüssierte 1912 mit seinem Werk „Der ferne Klang“, das erstmals im Frankfurter Opernhaus auf die Bühne kam. Über Nacht wurde der 34-Jährige zu einem der berühmtesten und meistbeachteten Opernkomponisten seiner Zeit. In den nächsten Jahren brachte die Frankfurter Oper auch seine Werke „Das Spielwerk und die Prinzessin“ (1913), „Die Gezeichneten“ (1918) und „Der Schatzgräber“ (1920) in Uraufführung heraus. Die Oper „Der Schatzgräber“, die Schreker der Stadt Frankfurt widmete, wurde zum Sensationserfolg. Für seine späteren Opern, nicht mehr in Frankfurt uraufgeführt, standen die Sterne nicht so günstig. Nicht nur in Berlin, wo Schreker seit 1920 die Musikhochschule leitete, wurde er bald wegen seiner jüdischen Herkunft und der angeblichen „Dekadenz“ seiner Werke angefeindet.
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Schluss: 

Die Neuinszenierung von Schrekers „Der ferne Klang“, die am 31. März Premiere hatte, hat die Oper Frankfurt dem kürzlich verstorbenen Dirigenten Michael Gielen gewidmet, der von 1977 bis 1987 Generalmusikdirektor der Oper und Leiter der Museumskonzerte in Frankfurt war. In seiner Ära hat Gielen mit einer spektakulären Produktion von „Die Gezeichneten“ in der Regie von Hans Neuenfels 1979 wesentlich zur Renaissance von Schrekers Werk beigetragen. Im Frankfurter Personenlexikon ist ein Artikel über Michael Gielen vorgesehen.

Ob und wann ein neuer Artikel im Frankfurter Personenlexikon veröffentlicht wird, hängt jedoch von vielen verschiedenen Faktoren ab. Zuvor ist sorgfältige und oft aufwendige Arbeit im Streben nach Historical Correctness zu leisten: von der Recherche in den Quellen über das kritische Prüfen der Fakten und das Ringen um Formulierungen bis hin zum Anpassen an die redaktionell vorgegebene Form. Oft steckt der Teufel im Detail, und so ist manchmal ein „kleiner“ Artikel viel arbeitsintensiver als ein „großer“. Von all den Mühen ist nichts mehr zu merken, wenn ein Artikel online erscheint. Und so soll es auch sein.
Wenn ich hier dennoch von der – durchaus erfüllenden – Arbeit erzähle, die hinter jedem Beitrag im Frankfurter Personenlexikon steckt, so geschieht das nur, um Sie, liebe Leserinnen und Leser, um Verständnis und etwas Geduld bitten zu können. Ich kann Ihre Fragen und Wünsche nach neuen Artikeln verstehen. Wir arbeiten unablässig am weiteren Ausbau des Artikelbestands im Frankfurter Personenlexikon, und wenn Ihr Wunschartikel den Aufnahmekriterien genügt, so wird er sicher erscheinen. Bitte, geben Sie ihm und uns nur etwas Zeit, damit Sie den gewünschten Beitrag auch in der gewohnten Qualität im Frankfurter Personenlexikon finden können werden. Derweil mögen Ihnen vielleicht die etwa 475 anderen Artikel, die bereits im Frankfurter Personenlexikon enthalten sind, die Wartezeit etwas verkürzen.

Allen Leserinnen und Lesern einen bunten Frühling und schöne Ostertage wünscht
Sabine Hock
Chefredakteurin des Frankfurter Personenlexikons

P. S. Die nächste Artikellieferung erscheint am 10. Mai 2019.