Oppenheim, Moritz N.

Oppenheim, Moritz Nathan. Juwelier. Stifter. * 15.9.1848 Ffm., † 9.6.1933 Ffm.
Entstammte einer seit dem frühen 17. Jahrhundert in Ffm. nachgewiesenen jüdischen Familie.
O. war Seniorchef des 1832 gegründeten Juwelen-Großhandelsgeschäfts „Nathan Marcus Oppenheim Nachfolger“.
Den Naturwissenschaften zugeneigt, war O. langjähriges Vorstandsmitglied der Polytechnischen Gesellschaft und Mitglied des Physikalischen Vereins. 1908 stiftete er das Fernrohr für die Sternwarte des Physikalischen Vereins. Ein mit diesem Fernrohr entdeckter Himmelskörper wurde ihm zu Ehren „Mauritius“ benannt. Die von ihm und seiner Frau Katharina, geb. Edle von Kuffner (1862-1933), errichtete „Katharina und Moritz O.’sche Stiftung“ war ein bedeutender Beitrag zur Ffter Universitätsgründung im Jahr 1914. Die Stiftung galt einem Lehrstuhl für theoretische Physik, den in direkter Folge die späteren Nobelpreisträger Max von Laue und Max Born innehatten.
Das O.’sche Haus im Reuterweg, das auch eine bedeutende Kunstsammlung beherbergte, war zeitweilig ein Zentrum des Ffter Musiklebens. Katharina O., die als Pianistin einen guten Ruf hatte, gab in ihrem Haus zahlreiche Musikveranstaltungen, an denen neben ihrer Klavierlehrerin Clara Schumann auch Johannes Brahms und später Paul Hindemith mitwirkten. Zur Erinnerung an Clara Schumann beauftragten die O.s 1896 bei Friedrich Hausmann eine marmorne Porträtbüste, die später im Kleinen Saal des Saalbaus aufgestellt wurde (Büste kriegszerstört 1944, Bronzeabguss in der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst aufgestellt 1958).
Für seine Verdienste als Förderer von Wissenschaft und Kunst wurde O. anlässlich seines 80. Geburtstags 1928 mit der Ehrenplakette der Stadt Ffm. ausgezeichnet.
Die kommende Entrechtung im Nationalsozialismus erkennend, nahmen sich Moritz und Katharina O. am 9.6.1933 das Leben.

Artikel aus: Frankfurter Biographie 2 (1996), S. 111, verfasst von: Reinhard Frost.
Dieser Artikel wurde noch nicht abschließend für das Frankfurter Personenlexikon überarbeitet.
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Lexika: Bibliographie zur Geschichte der Ffter Juden 1781-1945. Hg. v. der Kommission zur Erforschung der Geschichte der Ffter Juden. Bearb. v. Hans-Otto Schembs mit Verwendung der Vorarbeiten von Ernst Loewy u. Rosel Andernacht. Ffm. 1978.Bibliogr. z. Gesch. d. Ffter Juden, S. 551.
Literatur:
                        
Arnsberg, Paul: Die Geschichte der Ffter Juden seit der Französischen Revolution. Hg. v. Kuratorium für Jüdische Geschichte e. V., Ffm. Bearb. u. vollendet durch Hans-Otto Schembs. 3 Bde. Darmstadt 1983.Arnsberg: Gesch. d. Ffter Juden 1983, Bd. III, S. 336. | Bauer, Thomas: „Mit lebhaftem Bedauern und aufrichtigem Dank“. Der Mitteldeutsche Kunstgewerbe-Verein in der Zeit des Nationalsozialismus. Ffm. 2016.Bauer: Mitteldt. Kunstgewerbe-Verein in der Zeit d. NS 2016, S. 7f., 12/14. | Schembs, Hans-Otto: Jüdische Mäzene und Stifter in Ffm. Hg. v. d. Moses Jachiel Kirchheim’schen Stiftung. Mit einer Einführung von Hilmar Hoffmann. Ffm. [Copyright 2007].Schembs: Jüd. Mäzene u. Stifter 2007, S. 101f.
Quellen: ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).ISG, S2/391.
Internet: Ffm. 1933-1945, Internetportal zur Geschichte der Stadt Ffm. im Nationalsozialismus, ein Projekt des ISG im Auftrag des Dezernats für Kultur und Freizeit der Stadt Ffm. https://www.frankfurt1933-1945.de/nc/beitraege/show/1/thematik/einzelschicksale/artikel/katharina-und-moritz-nathan-oppenheim/
Hinweis: Artikel von Jürgen Steen: Katharina und Moritz Nathan Oppenheim, 2.9.2005.
Ffm. 1933-1945, 14.5.2019.


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Empfohlene Zitierweise: Frost, Reinhard: Oppenheim, Moritz N. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), http://frankfurter-personenlexikon.de/node/702

Stand des Artikels: 16.8.1994