Neuerscheinungen vom 10. Januar 2023

Einleitung: 

Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

hier und heute wünsche ich Ihnen allen noch ein glückliches und gesundes Neues Jahr, das Sie hoffentlich gut begonnen haben. Der erste Artikel des Monats im Frankfurter Personenlexikon 2023 setzt unsere Fotografenserie mit einem aktuellen Beitrag fort.

Artikel des Monats Januar 2023:
Kennedy und die Nitribitt

Er fotografierte mehr als vier Jahrzehnte lang die Stadt, ihre Stars und ihre Sternchen: Kurt Weiner. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam der gelernte Fotokaufmann aus Danzig eher zufällig nach Frankfurt. Er fand zunächst eine Anstellung bei einem Fotogeschäft in der Kaiserstraße und unternahm nach Ladenschluss mit einer geliehenen Kleinbildkamera fotografische Streifzüge durch die zerstörte Stadt. Bald erschienen erste Aufnahmen von ihm in der Frankfurter Rundschau, durch den Kontakt mit dem Fotografen Fritz Christian, dem er zuarbeitete. Seit 1953 fester Redaktionsfotograf der FR, hielt Weiner bis zu seiner Pensionierung 1986 das Geschehen und die Menschen in der Mainmetropole fotografisch fest. Seit 1962 fotografierte er auch für das Stadtarchiv, das heutige Institut für Stadtgeschichte, an dem damals mit dem Aufbau einer systematischen Stadtbilddokumentation begonnen wurde.
Bekannt wurde der Fotograf für seine eindrucksvollen Porträts prominenter Frankfurtbesucher wie John F. Kennedy und Alfred Hitchcock. Von Kurt Weiner stammen aber auch so ikonische Frankfurter Fotografien wie das letzte Bild der Nitribitt kurz vor ihrer Ermordung 1957 und die Momentaufnahme von Daniel Cohn-Bendit beim Durchbrechen einer Polizeiabsperrung 1968. In den 1980er Jahren bildete der Fotojournalist Wallmanns „neues Frankfurt“ mit der Alten Oper und dem Museumsufer als zentralen Motiven ab. Kurt Weiner starb 2016 im Alter von 95 Jahren. Seine Frankfurter Ansichten in rund 100.000 Negativen hatte er bereits 1998 an das Institut für Stadtgeschichte abgegeben, wo sie heute einen der wichtigsten Fotobestände für die Nachkriegszeit in Frankfurt darstellen.
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Schluss: 

Zugleich mit diesem Artikel erscheint noch ein zweiter Beitrag in der Fotografenserie des Frankfurter Personenlexikons. Der Protagonist Friedrich Weisbrod lebte jedoch fast genau 100 Jahre vor seinem Berufsgenossen Kurt Weiner und begann seine Fotografenkarriere somit in der „Kinderzeit“ der Fotografie in Frankfurt. Erstmals bot Weisbrod seine „photographischen Porträts“ 1849 in einer Anzeige im Frankfurter Intelligenz-Blatt an.
Die im vorigen Monat begonnene Reihe der vergessenen Künstlerinnen, begleitend zur derzeitigen Ausstellung im Jüdischen Museum, wird diesmal mit der Frankfurter Expressionistin Rosy Lilienfeld fortgesetzt. Fast in Vergessenheit geriet auch die Pianistin und Malerin Maria Proelss, die ein anderer Artikel in diesem Monat vorstellt. In den späten 1920er Jahren war Maria Proelss mit der von ihr gegründeten „Frankfurter Kammermusikgemeinde“ im Musikleben der Stadt präsent. Sie und ihre Lebensgefährtin, die Geigerin Hanni Rocco, verkehrten in Frankfurter Intellektuellenkreisen, und Theodor W. Adorno hat Maria Proelss sogar drei seiner Klavierstücke gewidmet. Ein drittes Frankfurter Frauenporträt des 20. Jahrhunderts bringt der grundlegend überarbeitete und ergänzte Beitrag über Emma Neuhoff-Oppenheimer, die in den Zwanzigerjahren als Spring- und Dressurreiterin äußerst erfolgreich war. Damit erscheint endlich wieder einmal ein Beitrag zur Frankfurter Sportgeschichte, worum wir uns auf vielfachen Wunsch aus Leserkreisen stets gern bemühen.

Wie immer haben die Autorinnen und Autoren aller Artikel nicht die Arbeit wissenschaftlicher Recherche gescheut und oft bisher ungenutzte Quellen für ihre Beiträge erschlossen. So können Sie, liebe Leserinnen und Leser, in unseren Frankfurter Biographien wieder allerhand Neues aus der Geschichte erfahren.

Eine spannende Lektüre wünscht Ihnen
Sabine Hock
Chefredakteurin des Frankfurter Personenlexikons

P. S. Die nächste Artikellieferung erscheint am 10. Februar 2023.