Baumeister, Willi

Willi Baumeister

Willi Baumeister im Atelier der Ffter Kunstgewerbeschule
Fotografie eines unbekannten Fotografen (um 1928; im Archiv Baumeister im Kunstmuseum Stuttgart).

© nach der Creative-Commons-Lizenz CC BY-NC-SA 3.0 Germany Willi Baumeister Stiftung (Inv.-Nr. ab-f-003-003-sw).
Baumeister, Friedrich Wilhelm, gen. Willi. Prof. Maler, Grafiker und Bühnenbildner. Diese Angaben konnten anhand von Dokumenten zweifelsfrei bestätigt werden.* 22.1.1889 Stuttgart, Diese Angaben konnten anhand von Dokumenten zweifelsfrei bestätigt werden.† 31.8.1955 Stuttgart.
Sohn des Hofkaminfegermeisters Wilhelm B. (1847-1931) und dessen Ehefrau Anna, geb. Schuler (1861-1945). Zwei Geschwister: Klara (später verh. Oelkrug, 1883-1963) und Hans B. (1887-1942). Verheiratet (seit 1926) mit Margarete, gen. Margrit, Oehm (1898-1978). Zwei Töchter: Krista (später verh. Gutbrod, 1928-1995) und Felicitas B. (* 1933).
Von 1905 bis 1907 Ausbildung zum Dekorationsmaler. Zeitgleich 1905 Eintritt in die Königliche (später: Württembergische) Akademie der bildenden Künste in Stuttgart, die er bis 1920 besuchte. Studium der Malerei bei Robert Poetzelberger (1856-1930), Gustav Igler (1842-1938), Adolf Hölzel (1853-1934) und Heinrich Altherr (1878-1947); außerdem Privatunterricht bei Josef Kerschensteiner (1864-1936). Bekanntschaft und lebenslange Freundschaft mit Oskar Schlemmer (1888-1943), Otto Meyer-Amden (1885-1933) und Ida Kerkovius (1879-1970). Unterbrechung des Studiums u. a. durch Militärdienst (1907-08) und Einsatz im Ersten Weltkrieg (1914-18). 1911 erster Parisaufenthalt mit zweimonatigem Studium am Cercle International des Beaux-Arts. 1912 erfolgreiche Teilnahme an einer Gruppenausstellung in der Züricher Galerie Neupert. Daraufhin einjähriger Studienaufenthalt in Amden in der Schweiz. 1913 Teilnahme am „Ersten Deutschen Herbstsalon“ der Berliner Galerie „Der Sturm“. In den 1920er Jahren zahlreiche Ausstellungsbeteiligungen und Einzelausstellungen, u. a. in Berlin, Dresden, Stuttgart, Ffm., Düsseldorf, Hannover sowie in Paris, Bordeaux, Amsterdam, Zürich, New York, Moskau, Saratow und Leningrad. B. hielt sich mehrfach in Paris auf, dem damaligen internationalen Zentrum der Avantgarde, etwa auf Einladung von Le Corbusier 1924 und nach der Heirat mit der künstlerisch tätigen Margarete, gen. Margrit, Oehm 1926. Das Paar lebte einige Monate in Paris. Bekanntschaft mit Fernand Léger (1881-1955) sowie mit Piet Mondrian (1872-1944), Robert Delaunay (1885-1941), Sonia Delaunay-Terk (1885-1979), Hans Arp (1886-1966) und Sophie Taeuber-Arp (1889-1943). B. erfuhr große Anerkennung in der französischen Kunstszene, doch der wirtschaftliche Erfolg blieb aus.
Schon früh beschäftigte sich B. auch mit dem neuen Bühnenbild seiner Zeit. Seine Theaterentwürfe, die ebenso wie seine Malerei eine Entwicklung hin zur Abstraktion zeigten, waren geprägt von der Reduktion auf wenige Formen und einer starken Farbwirkung, um einen neuen Bühnenraum zu erzeugen. Ab 1919 entwarf B. Bühnenbild und Kostüme für Theaterstücke und eine Oper. In seiner Ffter Zeit schuf er 1931 das Bühnenbild für Milhauds Oper „Der befreite Theseus“ in einer Inszenierung des Südwestdeutschen Rundfunks in Ffm., die im Großen Sendesaal des Funkhauses in der Eschersheimer Landstraße aufgeführt und aufgenommen wurde. Ebenfalls im Ffter Sender wurde, vermutlich vor 1933, Goldonis Komödie „Harlekin, Diener zweier Herren“ mit Dekorationen von B. gespielt. Außerdem platzierte B. ein Probenfoto seines 1927 entstandenen Bühnenbilds für „Das Klagelied“ auf dem Cover der Monatszeitschrift „die neue stadt“ vom Februar 1933.
B. gilt heute als einer der bedeutendsten Typografen der Neuen Sachlichkeit. 1927 nahm er den Auftrag, typografische Arbeiten für die Werkbund-Ausstellung „Die Wohnung“ in Stuttgart auszuführen, an. Für den Deutschen Werkbund hatte er bereits Anfang der 1920er Jahre Typografien angefertigt. Nun kehrte B. nach Stuttgart zurück und arbeitete an der international bedeutenden Ausstellung mit, deren wichtigster Beitrag die Errichtung der Weißenhofsiedlung war. B. entwickelte Plakate, Postkarten, Kataloge, Briefmarken und das Wegeleitsystem; außerdem wurden in den beiden von Le Corbusier (mit Pierre Jeanneret) entworfenen Häusern Gemälde von B. ausgestellt.
Aufgrund des Erfolgs seiner typografischen Arbeiten erhielt B. einen Ruf nach Ffm., an die städtische Kunstgewerbeschule, die, im Rahmen des umfassenden Reformprogramms für ein „Neues Fft.“ unter Ludwig Landmann, seit 1923 unter der Leitung von Fritz Wichert neu konzipiert worden war. Anlässlich von B.s Amtseinführung im April 1928 wurde dessen künstlerisches Werk ausführlich in der Zeitschrift „Das Neue Fft.“ vorgestellt. An der Kunstgewerbeschule wirkte B. von April 1928 bis März 1933 als Leiter der Klasse für Gebrauchsgrafik, Typografie und Buchgestaltung, seit November 1928 mit dem Titel Professor. Außer dem eigenen Unterricht oblag B., gemeinsam mit den Fachlehrern Philipp Albinus, Wilhelm Biering und Ernst Rehbein, die künstlerische Verantwortung für die Werkstätten Satz, Druck und Buchbinden. Zusätzlich unterrichtete er in den Abteilungen Weberei, Modeklasse und Stoffdruck. Neben der Tätigkeit an der Kunstgewerbeschule gab B. privaten Malunterricht und arbeitete er als Typograf für städtische Auftraggeber und Ffter Firmen, z. B. „Hartmann & Braun“.
Im Dezember 1928 Geburt der Tochter Krista. Die kleine Familie lebte im Fuchshohl 26 in der von Ernst May im Stil des Neuen Bauens errichteten Siedlung Höhenblick in Ffm.-Ginnheim. Ein guter Freund B.s war der Goldschmied und Designer Hans Warnecke, der von 1925 bis 1930 in Ffm. an der Kunstgewerbeschule lehrte und zeitweise bei der Familie B. in Ginnheim wohnte. Warnecke wurde der Patenonkel von B.s 1933 geborener Tochter Felicitas. Später, in der Nachkriegszeit, sollten B. und Warnecke wieder Kollegen werden, in Stuttgart, wo sie beide an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste unterrichteten.
Anfang 1929 wurde im Ffter Kunstgewerbemuseum die Ausstellung „Der Stuhl“ veranstaltet; über den etwa 100 verschiedenen Stühlen hingen neben Arbeiten von Piet Mondrian, Fernand Léger und Juan Gris auch Werke von B. Im selben Jahr (1929) erhielt B. einen Ruf an das Bauhaus in Dessau, den er jedoch nicht annahm. Er entschied sich, in Ffm. zu bleiben, obwohl seine Kunst dort bereits erste Ablehnungen erfuhr. Im November 1929 fand in der Ffter Galerie Flechtheim & Kahnweiler eine Einzelausstellung B.s statt. Der Generaldirektor der Ffter Museen, Georg Swarzenski, kaufte das dort ausgestellte „Atelierbild III“ Ende 1929 für die Stadt Ffm. Der Ankauf löste eine polemisch geführte Diskussion in der Ffter Presse aus. Das „Atelierbild III“ wurde 1937 bei der NS-Aktion „Entartete Kunst“ beschlagnahmt und ist bis heute verschollen.
Ab 1930 unterrichtete B. an der Kunstgewerbeschule zusätzlich Weberei und Fotografie. Eine seiner bekanntesten Schülerinnen war die spätere Fotografin Marta Hoepffner (1912-2000), die von 1929 bis 1933 bei B. studierte und auch für die Zeitschrift „Das Neue Fft.“ fotografierte (vgl. Hoepffners Erinnerungen an ihre Studienzeit unter: https://www.willi-baumeister.org/de/content/marta-hoepffner-mein-studium-der-frankfurter-kunstschule, abgerufen am 25.9.2019).
An der Gestaltung der internationalen Zeitschrift „Das Neue Frankfurt“, die Stadtbaurat Ernst May 1926 gegründet hatte, war B. maßgeblich beteiligt. Ziel der programmatischen Zeitschrift war es, das Neue Bauen, Wohnen und Leben populär zu machen. Ab dem Oktoberheft 1930 übernahm B. die vorher von Hans Leistikow und (ab 1927) Grete Leistikow geleistete Gestaltung der Zeitschrift, deren Layout er komplett neu erstellte. Die letzte Nummer von „Das Neue Fft.“ kam für die Monate November/Dezember 1931 heraus; die ab 1932 erscheinende Folgezeitschrift „die neue stadt“, deren Gestaltung zeitweise von B. (etwa für die Typografie der Titelblätter) mitverantwortet wurde, musste im März 1933 eingestellt werden.
Anfang der 1930er Jahre lernte B. den seit 1929 an der Ffter Universität lehrenden Kulturhistoriker Hans Mühlestein (1887-1966) kennen. B.s großes Interesse für vorgeschichtliche Kunst verstärkte sich. Im Februar 1931 fand eine Doppelausstellung von Adolf Loos (1870-1933) und B. im Ffter Kunstverein statt, wofür B. das Plakat gestaltete. Wieder gab es negative Reaktionen auf B.s Kunst in der Ffter Presse. Im selben Jahr beteiligte sich B. mit zwei Arbeiten an der Ausstellung „Vom Abbild zum Sinnbild“ im Städelschen Kunstinstitut; auch für diese Ausstellung entwarf B. das Plakat. 1932 nahm B. an drei weiteren Ausstellungen in Ffm. teil, u. a. an der vom „bund das neue frankfurt“ organisierten Schau „Abstrakte Kunst“.
Im Februar 1933, kurz nach der nationalsozialistischen Machtübernahme, erschien erneut ein diffamierender Zeitungsartikel, worin B. in der Überschrift als „November-Verbrecher in der angewandten Kunst“ bezeichnet wurde (vgl. B.s Tagebuch, 22.2.1933). B. verklagte daraufhin das Ffter Volksblatt wegen Verletzung des Urheberrechts, da die Zeitung eines seiner Gemälde ohne Genehmigung abgebildet hatte, und bekam die Reproduktion nachträglich vergütet. Außerdem wurde eine Erwiderung in Form von einem Interview von B. mit seinen Schülern veröffentlicht, das jedoch entstellt wiedergegeben war. Nochmals versuchten B.s Schüler, wiederum erfolglos, eine Gegendarstellung. Auch richteten sie eine Schrift zugunsten von B. an den neuen Oberbürgermeister Krebs (Original der Bittschrift im ISG). Ende März 1933, nach der Beurlaubung Wicherts, wurde B. jedoch durch eine schriftliche Mitteilung von dem nunmehrigen kommissarischen Direktor der Kunstgewerbeschule, dem Goldschmied Karl B. Berthold (1889-1975), entlassen. B. notierte am 31.3.1933 in sein Tagebuch: „Damit schliesst das Kapitel ‚Frankfurt’. Der Vertrag war ohnehin zu Ende. (...) Der Vertrag auf weitere 5 Jahre lag zur Unterschrift in Berlin [Wort ‚Berlin’ gestrichen und mit Bleistift ergänzt: oder Wiesbaden]. (...) Ich war nie politisch tätig. (Soll ich etwas gegen die Entlassung unternehmen? Nein. – ) Es geht gegen meine ‚bolschewistische’ Kunst. Sie ist in Geistesfreiheit entstanden. Was soll daran bolschewistisch sein? Vieles wird auf ‚bolsch(ewistisch) u. jüdisch’ charakterisiert. Was von den Inferioren nicht alsbald begriffen wird, soll nun stranguliert werden?“ (Zit. nach dem online einsehbaren Original unter: https://issuu.com/archivbaumeister/docs/w.baumeister-tagebuch-1_raw, abgerufen am 9.3.2020.) Er erhielt eine Frist von acht Tagen zur Räumung des Ateliers. Am 7.4.1933 kehrte B. nach Stuttgart zurück.
Seitdem Leben in der inneren Emigration. In der NS-Zeit schuf B. trotz 1941 verhängtem Mal- und Ausstellungsverbot zahlreiche Werke. Bis 1939 noch Ausstellungen in Mailand, Rom, Basel, London, Paris. 1938 Beteiligung an der Exilausstellung „Twentieth Century German Art“ in London, die sich als Antwort auf die „Entartete-Kunst“-Ausstellung der NS-Regierung verstand. Von 1937 bis 1944 arbeitete B. für die Lackfabrik von Kurt Herberts (1901-1989) in Wuppertal. 1943 kriegsbedingter Umzug von Stuttgart nach Urach; dort entstanden ein Großteil seines zeichnerischen Werks, vor allem die Illustrationen zu „Gilgamesch“, und das Manuskript seines Buchs „Das Unbekannte in der Kunst“, das 1947 publiziert wurde. Kurz vor Kriegsende Flucht der Familie an den Bodensee. Im September 1945 Rückkehr nach Stuttgart.
Im März 1946 wurde B. an die Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart berufen. Neben der Professur und zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland (u. a. bei der Biennale in Venedig) entwarf B. auch wieder erfolgreich Bühnenbilder, u. a. für die Stuttgarter Aufführung des Balletts „Liebeszauber“ von Manuel de Falla in Stuttgart (1947), womit er auf dem Cover des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ abgebildet war. 1949 zeigte Hanna Bekker vom Rath im Ffter Kunstkabinett mit der Ausstellung „Willi Baumeister, Paul Fontaine, Heinrich Wildemann“ erstmals seit 1933 wieder Werke B.s in Ffm. 1951 richtete Bekker vom Rath in ihrem Kabinett B. eine Einzelausstellung aus. Weiterhin wurden Werke von B. in Ffm. 1954 in der 4. Ausstellung des Deutschen Künstlerbunds gezeigt.
In der Nachkriegszeit galt B. als der wichtigste Vertreter der gegenstandslosen Kunst in Westdeutschland. Bereits 1949 wurde B. eine Einzelausstellung in Paris ausgerichtet (in der Galerie Jeanne Bucher, ab 3.12.1949); im selben Jahr wurde B.s Gemälde „Jour heureux“ als Freundschaftsgeschenk von der Bundesrepublik Deutschland an Frankreich übergeben (heute im Centre Pompidou in Paris). 1950 nahm B. am ersten „Darmstädter Gespräch“, damals als begleitendes Symposium zu der Ausstellung „Das Menschenbild in unserer Zeit“ in Darmstadt veranstaltet, teil. Es stellte einen Höhepunkt in der Auseinandersetzung um das Ungegenständliche in der modernen Kunst der Nachkriegszeit dar, insbesondere durch die polarisierenden Positionen des Kunsthistorikers Hans Sedlmayr (1896-1984) und des Künstlers B. 1955 war B. auf der ersten documenta in Kassel vertreten, während deren Laufzeit er überraschend starb.
Seit 1919 Mitglied der 1918 gegründeten Berliner Novembergruppe. 1919 Mitbegründer und bis 1921 Mitglied der Üecht-Gruppe in Stuttgart. Seit 1927 Mitglied des „rings neuer werbegestalter“. Seit 1929 Mitglied der seit 1928 bestehenden Ffter Oktobergruppe. Seit 1930 Mitglied der im Vorjahr gegründeten Künstlervereinigung „Cercle et Carré“. Seit 1931 Mitglied der daraus hervorgegangenen Künstlergruppe „Abstraction – Création“ in Paris. 1933 Mitglied im „Deutschen Künstlerbund“. 1949 Gründungsmitglied der „Gruppe der Gegenstandslosen“ (seit 1950: Gruppe ZEN 49). Von 1950 bis 1954 Vorstand des „Deutschen Künstlerbunds 1950“; Austritt wegen Kontroverse über gegenstandsfreie Kunst. Mitglied des Deutschen Werkbunds.
B.s Werke befinden sich heute weltweit in Museen und Privatsammlungen. Das Städel Museum in Ffm. besitzt zwei Gemälde („Geometrische Schwebeformen“, 1925, und „Heitere Landschaft IV“, 1949) und eine Zeichnung („Sportler in Ruhe“, 1929) von B.
Eine autobiographische Selbstdarstellung von B. erschien in der Sonntagsbeilage der Stuttgarter Zeitung vom 21.9.1946; außerdem brachte B. kurz vor seinem Tod 1955 einen kurzen Lebenslauf zu Papier (beides online einsehbar unter: https://www.willi-baumeister.org/node/202, abgerufen am 9.3.2020).
1930 Württembergischer Staatspreis für das Gemälde „Linienfigur“. 1951 Erster Preis der 1. Biennale von São Paulo. 1955 Gustav-Klimt-Ehrung der Wiener Secession für sein Lebenswerk.
Festschrift zum 65. Geburtstag („Willi Baumeister zum 65. Geburtstag von seinen Freunden“, mit Beiträgen von Wilhelm F. Arntz und Will Grohmann erschienen zur Ausstellung von B. im Württembergischen Kunstverein in Stuttgart, 23.1.-21.2.1954, 2. veränderte Aufl. mit Beiträgen von Michel Seuphor und Will Grohmann erschienen zur Ausstellung von B. in der Galerie Jeanne Bucher in Paris, 13.4.-8.5.1954).
Nach B.s Tod verwalteten die Töchter Krista Gutbrod, geb. B., und Felicitas B. gemeinsam mit ihrer Mutter Margrit B. den Nachlass des Künstlers. 2005 übergab die Familie B. zahlreiche Werke und den gesamten schriftlichen Nachlass von B. als Dauerleihgabe an die Stadt Stuttgart.
Der schriftliche Nachlass B.s befindet sich seitdem im Archiv Baumeister im Kunstmuseum Stuttgart. Er umfasst zahlreiche, z. T. noch unpublizierte Manuskripte, B.s Tagebücher von 1928 bis 1955 (online einsehbar unter: https://www.willi-baumeister.org/de/content/willi-baumeister-tagebücher-1928-bis-1955, Stand: 9.3.2020), ca. 6.500 Autographen von und an B., Presseartikel ab 1910, ca. 10.000 Fotos (Werkfotos und biographische Fotos) sowie eine Literatursammlung von und über B. Das Archiv besitzt außerdem 165 Gemälde, 1.400 Zeichnungen, 240 Druckgrafiken, zahlreiche typografische Arbeiten, Bühnenbildentwürfe, Skizzenbücher und Textilien von B.
1972 Ausstellung „Willi Baumeister: Zeichnungen und Gouachen“ im Städelschen Kunstinstitut in Ffm. 1990 Ausstellung „Willi Baumeister. Typographie und Reklamegestaltung“ des Deutschen Werkbunds in Ffm. Zum 50. Todestag 2005 Ausstellung „Willi Baumeister 1889-1955. Die Ffter Jahre 1928-1933“ im Museum Giersch in Ffm.

Artikel aus: Frankfurter Personenlexikon, verfasst von Cristjane Mohringer.
Artikel in: Frankfurter Biographie 1 (1994), S. 46, verfasst von: Sabine Hock.

Lexika: Vollmer, Hans: Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler des XX. Jahrhunderts. 6 Bde. Leipzig 1953-62.Vollmer 1 (1953), S. 136; 5 (1961), S. 278.
Literatur:
                        
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Quellen: ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).ISG, S2/863.
Internet: Hessische Biografie, ein Kooperationsprojekt des Instituts für Personengeschichte in Bensheim und des Hessischen Landesamts für geschichtliche Landeskunde in Marburg zur Erstellung einer umfassenden personengeschichtlichen Dokumentation des Landes Hessen. https://www.lagis-hessen.de/pnd/118507559Hess. Biografie, 9.3.2020. | LEO-BW, Landeskundliches Informationssystem Baden-Württemberg, hg. v. Landesarchiv Baden-Württemberg, Stuttgart. https://www.leo-bw.de/web/guest/detail/-/Detail/details/PERSON/kgl_biographien/118507559/Baumeister+Willi+eigentlich+Friedrich+WilhelmLEO-BW, 9.3.2020. | Internetseiten der Willi Baumeister Stiftung, Stuttgart, zu Leben und Werk von Margarete, gen. Margrit, Oehm, verh. Baumeister. https://www.margarete-oehm.org/Margarete Oehm, 9.3.2020. | Internetpräsenz des Städel Museums, Ffm. https://sammlung.staedelmuseum.de/de/person/baumeister-williStädel, 9.3.2020. | Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. https://de.wikipedia.org/wiki/Willi_BaumeisterWikipedia, 9.3.2020. | Internetseiten der Willi Baumeister Stiftung, Stuttgart, zu Leben und Werk von Willi Baumeister. https://www.willi-baumeister.org/deWilli Baumeister, 9.3.2020.

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Empfohlene Zitierweise: Mohringer, Cristjane: Baumeister, Willi. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), http://frankfurter-personenlexikon.de/node/1429

Stand des Artikels: 13.3.2020
Erstmals erschienen in Monatslieferung: 03.2020.