Bethmann-Hollweg, Johann Jacob

Bethmann-Hollweg, Johann Jacob (auch: Johann Jakob). Eigentl. Nachname (bis etwa 1780): Hollweg. Bankier. Diese Angaben konnten anhand von Dokumenten zweifelsfrei bestätigt werden.~ 7.1.1748 Ffm., Diese Angaben konnten anhand von Dokumenten zweifelsfrei bestätigt werden.† 21.1.1808 Ffm.
Sohn des Ffter Kaufmanns Johann Abraham Hollweg (1698-1762) und dessen Ehefrau Anna Elisabetha, geb. Bengerath.
Gründete 1774 zusammen mit Christian Friedrich Laué die Kattunhandlung „Hollweg & Laué“ in Ffm. Heiratete 1780 Susanna Elisabeth B. (1763-1831), die ältere Schwester von Simon Moritz B., und nahm den Namen seiner Frau an, zunächst in der Form „Bethmann gen. Hollweg“, später (vor allem unter den Nachkommen) als Doppelname „Bethmann-Hollweg“. 1781 trat B.-H. als Teilhaber in das Bankhaus Gebrüder B. ein. Wegen seiner Geschäftserfahrung wurde er von seinem 20 Jahre jüngeren Schwager hochgeschätzt.
Mitglied des Bürgerausschusses.
Von 1797 bis 1799 Senior der Niederländischen Gemeinde Augsburger Confession.
Sein Stadthaus hatte B.-H. im Großen Hirschgraben (Nr. 11-13), zwischen dem Gontard’schen Weißen Hirsch und Goethes Elternhaus. Um 1800 besaß er kurzzeitig (wahrscheinlich nur 1801-02) das frühere Bassompierre’sche Landgut vor Oberrad, das dann von dem Bankier Heinrich Mülhens und dessen Frau als Sommersitz erworben wurde (heute Philosophisch-Theologische Hochschule und Park Sankt Georgen, Offenbacher Landstraße 224).
Auf der Suche nach einem Hauslehrer für seine beiden Söhne traf B.-H. 1795 in Gotha den Geografen Carl Ritter, den er daraufhin ab 1796 an der Universität Halle zum Erzieher ausbilden ließ. Von 1798 bis 1819 diente Ritter als Erzieher und später Reisebegleiter („Hofmeister“) für die beiden Söhne B.-H.s, zu denen sich noch Detmar Wilhelm Soemmerring, der Sohn des Anatomen, gesellte, zunächst in Ffm., seit 1811 auf Reisen und schließlich seit 1813 in Göttingen, wo Moritz August B.-H. und Detmar Wilhelm Soemmerring die Universität bezogen hatten. Der älteste Sohn, Johann Philipp B.-H. (1791-1812), starb auf der Bildungsreise in Florenz; zu seiner Erinnerung entstand ab 1813 von der Hand Bertel Thorvaldsens das dreiteilige Epitaph für die Gruftenhalle des Hauptfriedhofs, das zwischen 1830 und 1832 dort angebracht wurde und sich heute im Original im Ffter Liebieghaus befindet. Der jüngere Sohn, Moritz August (von) B.-H., löste sich von der Finanzwelt. Dagegen brachten die Schwestern Anna Elisabeth (1781-1850) und Margarethe (auch: Margaretha) Louise B.-H. (1793-1831) ihre Ehemänner Joachim Andreas Grunelius und Johann Georg Konrad von Saint George als Teilhaber (1801-23 bzw. 1811-32) in das Bankhaus Gebrüder B. ein.

Artikel aus: Frankfurter Biographie 1 (1994), S. 65f., verfasst von: Wolfgang Klötzer.
Dieser Artikel wurde noch nicht abschließend für das Frankfurter Personenlexikon überarbeitet.
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Literatur:
                        
Bethmann, Johann Philipp Frh. von (Hg.): Bankiers sind auch Menschen. 225 Jahre Bankhaus Gebrüder Bethmann. Texte von Heinrich Heym, Wolfgang Klötzer und Wilhelm Treue. Ffm. [1973].Wolfgang Klötzer in: Bethmann (Hg.): Bankiers sind auch Menschen 1973, S. 104-107.

GND: 135655390 (Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek).

© 2021 Frankfurter Bürgerstiftung und bei dem Autor/den Autoren
Empfohlene Zitierweise: Klötzer, Wolfgang: Bethmann-Hollweg, Johann Jacob. Artikel aus der Frankfurter Biographie (1994/96) in: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/2272

Stand des Artikels: 30.9.1994