Merian, Künstler- und Verlegerfamilie

Die Ffter Familie M. geht zurück auf Matthäus M. d. Ä., der 1617 die Ffter Bürgertochter Maria Magdalena de Bry (1598-1645) heiratete, 1624 den schwiegerväterlichen Verlag übernahm und zwei Jahre darauf das Bürgerrecht erhielt. Der Verlag der Familie wurde 1727 aufgelöst, angeblich nachdem der Ehemann der letzten Betreiberin Charlotte Maria M. (1691-1729), der Königlich Preußische Hofarchitekt Eosander von Göthe, durch seine Verschwendungssucht den Bankrott herbeigeführt hatte. Bereits ein Jahr zuvor hatte ein Brand einen großen Teil des M.’schen Verlagsgebäudes vernichtet. 1734 erschien unter der Verlagsbezeichnung „Carl Gustav M.s Erben” ein letzter Band des von Matthäus M. d. Ä. begonnenen „Theatrum Europaeum”; wer sich hinter dieser Bezeichnung verbarg, ist jedoch nicht überliefert.
Mit dem Maler Carl Matthäus M. (1705-1770), einem Urenkel von Matthäus M. d. Ä., starb der Ffter Zweig der Familie aus.
M.straße, M.platz und M.schule, eine Grundschule, im Nordend.

Artikel aus: Frankfurter Biographie 2 (1996), S. 35, verfasst von: Birgit Weyel.
Dieser Artikel wurde noch nicht abschließend für das Frankfurter Personenlexikon überarbeitet.

Literatur:
                        
Alvensleben, Kurt von: Die Bartel’sche Chronik. 1973.Genealogie der Familie Merian. In: Alvensleben: Die Bartel’sche Chronik 1973.
Quellen: Brauer, Adalbert: Große Buch- und Kunstverleger an Rhein und Main. Xerokopie. Ffm. 1968.Brauer: Buch- u. Kunstverleger an Rhein u. Main 1968. | ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).ISG, S2/463.

GND: 136157769 (Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek).
5 herausragende Vertreter der Familie in Ffm.

Merian, Caspar

Merian, Caspar. Kupferstecher und Verleger. * 13.2.1627 Ffm., † 12.4.1686 Schloss Waltha bei Wieuwerd/Westfriesland.
Sohn von Matthäus M. d. Ä. und dessen erster Ehefrau Maria Magdalena, geb. de Bry (1598-1645). Bruder von Matthäus M. d. J. Halbbruder von Maria Sibylla M.
Schüler und Mitarbeiter des Vaters. Zeitweilig in Paris und Nürnberg tätig. Nach dem Tod von Matthäus M. d. Ä. übernahm M. gemeinsam mit seinem Bruder Matthäus M. d. J. den Verlag und führte das Werk des Vaters fort. Auf ärztliches Anraten übersiedelte M. 1672 nach Wertheim. 1677 ging er nach Westfriesland, wo er bis zu seinem Tod bei der Sekte der Labadisten, einer radikalen protestantischen Glaubensgemeinschaft, lebte.

Merian, Johann Matthäus von

Merian, Johann Matthäus von. Kurmainzischer Geheimrat. Maler. Verleger. * 13.12.1659 Ffm., † 4.5.1716 Ffm.
Sohn von Matthäus M. d. J.
Schüler des Vaters. Vielbeschäftigter Porträtmaler. Führte das väterliche Geschäft nach dessen Tod weiter. Da ohne eigene Erben, vermachte M. den Verlag seiner Nichte Charlotte Maria M. (1691-1729).

Quellen: ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).ISG, S2/11.536.

Merian, Maria Sibylla

Erste deutsche Insektenforscherin.
Maria Sibylla Merian im 32. Lebensjahr

Maria Sibylla Merian
Ölporträt, ihrem Stiefvater Jacob Marrel zugeschrieben (1679; im Besitz des Kunstmuseums Basel, Inv. 436).

© Bilddaten gemeinfrei – Kunstmuseum Basel, Sammlung Online, URL: http://sammlungonline.kunstmuseumbasel.ch/eMuseumPlus?service=ExternalInterface&module=collection&objectId=2935 (abgerufen am 13.6.2019).
Maria Sibylla Merian

Maria Sibylla Merian
Stich von Johann Michael Zell (im Besitz der UB Ffm.).

© Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg Ffm. (Porträtsammlung Holzhausen, Nr. 443, URN: urn:nbn:de:hebis:30:2-313062).
Merian, Maria Sibylla, verh. Graff. Malerin, Kupferstecherin und Naturforscherin. * 2.4.1647 Ffm., † 13.1.1717 Amsterdam.
Tochter des Kupferstechers Matthäus M. d. Ä. und dessen zweiter Ehefrau Johanna (Catharina) Sibylla, geb. Heim (um 1620 bis 1690). Im Jahr nach dem Tod des Vaters heiratete die Mutter 1651 Jacob Marrel (auch: Marrell, Morell; 1614-1681), einen Stilllebenmaler flämischer Herkunft, der u. a. bei Georg Flegel in Ffm. in die Lehre gegangen war.
Angeregt durch die künstlerische Atmosphäre im Atelier des Stiefvaters, fing Maria Sibylla früh zu zeichnen an. Als Elfjährige erhielt sie einen eigenen Arbeitsplatz in der stiefväterlichen Werkstatt, wo sie von Marrel selbst und insbesondere von einem seiner Schüler, dem Blumenmaler Abraham Mignon, im Zeichnen und Kupferstechen unterrichtet wurde. Aufgrund der Arbeiten des Stiefvaters, der in seinen Stillleben auch Insekten abbildete, begann sie schon als Kind, sich für diese Tiere zu interessieren. Seit etwa 1660 züchtete sie Seidenraupen, beobachtete den Vorgang der Metamorphose über die Puppe zum Falter und hielt das Geschaute in Wort und Bild fest. Im Mai 1665 heiratete M. den Nürnberger Architekturmaler Johann Andreas Graff, einen anderen Schüler ihres Stiefvaters, der zunächst weiterhin in dessen Werkstatt mitarbeitete. Graff duldete die Insektensammlung und -forschung seiner Frau, da er wohl Maria Sibyllas Mädchennamen als unschätzbares Kapital für seine künftige eigene Werkstatt ansah. 1668 wurde dem Ehepaar die erste Tochter, Johanna Helena (später verh. Herolt, † nach 1717), geboren.
Zwei Jahre später übersiedelte die Familie nach Nürnberg, wo Graff seine Werkstatt begründete. Um zum Lebensunterhalt beizutragen, betrieb Maria Sibylla einen Farbenhandel, nahm Aufträge für Stoffmalereien an und führte eine Stick- und Malschule für Töchter und Damen aus der besseren Gesellschaft, die sie scherzhaft ihre „Jungfern-Company“ nannte. Als Vorlagensammlung für ihre Schülerinnen gab sie ein Buch mit 36 Blumendarstellungen zum Nachzeichnen und -sticken heraus, das in drei Lieferungen („Florum Fasciculus Primus“, „Florum Fasciculus Alter“ und „Florum Fasciculus Tertius“) 1675, 1677 und 1680 sowie als Neuausgabe aller Teile unter dem Titel „Neues Blumenbuch“ 1680 im Verlag ihres Mannes erschien. Aber auch ihre autodidaktischen Studien der Insektenwelt setzte Maria Sibylla fort. Kurz nach der Geburt ihrer zweiten Tochter, Dorothea Maria Henriette (später in 1. Ehe verh. Hendriks, in 2. Ehe verh. Gsell, 1678-1743), begann sie Latein zu lernen, um die einschlägigen naturwissenschaftlichen Abhandlungen verstehen zu können. Ihre eigenen Forschungsergebnisse veröffentlichte sie ab 1679 in ihrem Insektenbuch „Der Raupen wunderbare Verwandelung und sonderbare Blumennahrung” (1. Teil: Nürnberg, 1679; 2. Teil: Ffm., 1683; 3. Teil: Amsterdam, 1717 posthum), das M. als geniale malende Naturwissenschaftlerin ausweist.
1681, als der Stiefvater Jacob Marrel starb, kehrte Maria Sibylla mit ihren Töchtern zu ihrer Mutter nach Ffm. zurück. In der Ehe mit Graff, der ihr nach Ffm. folgte, kriselte es. Im Sommer 1685 verließ Maria Sibylla endgültig ihren Mann und zog mit der Mutter und den Töchtern zu ihrem Halbbruder Caspar M., der in einer Labadistengemeinde, einer radikal-urchristlichen Sekte, auf Schloss Waltha (nach dem Niederländ. auch: Walta) bei Wieuwerd im holländischen Westfriesland lebte. Maria Sibylla schloss sich der labadistischen Kommune an, setzte ihre Studien von Pflanzen und Insekten fort und unterwies ihre Töchter im Malen und in der Naturbeobachtung. Ein Mitglied der Besitzerfamilie von Schloss Waltha, Cornelis van Aerssen van Sommelsdijck (1637-1688), war Gouverneur in der niederländischen Kolonie Surinam und, selbst Anhänger der Labadisten, förderte die Aussendung von Missionsgruppen der Sekte dorthin, so dass sich erste Kontakte Maria Sibyllas zu diesem fernen Land ergaben: Nach der Rückkehr auf Schloss Waltha berichteten die Missionare nicht nur von der fantastischen Flora und Fauna des tropischen Regenwalds, sondern brachten auch präparierte Falter und Pflanzen von dort mit, deren wunderbarer Anblick bei Maria Sibylla den Wunsch geweckt haben soll, selbst nach Surinam zu reisen und dort zu forschen.
Als sich die Kommune auf Schloss Waltha allmählich aufzulösen begann, zog Maria Sibylla mit ihren Töchtern 1691 nach Amsterdam. Bereits mit dem Tod der Mutter im Jahr zuvor hatte sie die letzten Brücken nach Deutschland abgebrochen und ihr Ffter Bürgerrecht aufgekündigt. Seit der Scheidung 1692 trugen sie und die Kinder ihren Mädchennamen M. Systematisch betrieb Maria Sibylla in Amsterdam ihre Insektenstudien weiter, übte sich in der Kunst des Präparierens und fand Kontakte zu renommierten Naturwissenschaftlern wie dem Botaniker Caspar Commelin (auch: Commelijn; 1668-1731) und dem Erfinder Antonie van Leeuwenhoek (1632-1723), der sie den Umgang mit dem von ihm gebauten Mikroskop lehrte. Auch durch die Heirat (Juli 1692) ihrer Tochter Johanna Helena mit dem Überseekaufmann Jacob Hendrik Herolt (1660-nach 1717), der Handel mit Surinam trieb, knüpfte sie immer engere Verbindungen zu ihrem Traumland.
Im Frühsommer 1699 trat M. mit finanzieller Unterstützung der Stadt Amsterdam die Reise nach Surinam an. Die 52-Jährige reiste allein, ohne männlichen Schutz, nur in Begleitung ihrer 21-jährigen Tochter Dorothea Maria, was zu damaliger Zeit ungeheuerlich und einzigartig für eine Frau war. Nach dreimonatiger Fahrt auf einem holländischen Segelschiff kamen die beiden Frauen im frühen Herbst 1699 in Surinam an. Fast zwei Jahre lang lebten und arbeiteten M. und ihre töchterliche Assistentin dort. Sie wohnten in einem kleinen Holzhaus in der Nähe der Hauptstadt Paramaribo, von wo aus sie ihre Exkursionen in den tropischen Regenwald unternahmen. M. studierte die Flora und Fauna des Landes, sammelte und zeichnete Pflanzen, Insekten und kleine Reptilien. Sie hatte Kontakt zu den indianischen Ureinwohnern und zu den afrikanischen Sklaven und informierte sich über deren Sitten und Bräuche sowie deren Nutzung der heimischen Pflanzen als Heilkräuter oder als Gifte und Hypnotika. Da sich M. mit einer tropischen Krankheit, wahrscheinlich Malaria, infiziert hatte, mussten die beiden Frauen bereits 1701, früher als geplant, nach Holland zurückkehren. Gleich nach ihrer Ankunft in Amsterdam im September 1701 ließ der Bürgermeister ihre aufgezeichneten und mitgebrachten Naturschätze aus Surinam im Stadthaus zur Schau stellen.
Trotz ihrer Krankheit begann M. sofort mit der wissenschaftlichen Auswertung ihrer Reise. Sie vollendete die Darstellung der surinamischen Insekten- und Pflanzenwelt auf Pergament mit naturwissenschaftlicher Exaktheit und ließ sie auf 60 Tafeln in Kupfer stechen. Einige der Tafeln, die sie mit ausführlichen Erläuterungen (in lateinischer und holländischer Sprache) zu den dargestellten Pflanzen und Tieren, zum Teil aber auch zu den Lebensgewohnheiten der Indianer versah, kolorierte sie mit ihren Töchtern. 1705 erschien ihr Surinambuch, „Metamorphosis Insectorum Surinamensium“, das weltweit Aufsehen erregte. Die dadurch berühmt gewordene „Merianin“ erhielt daraufhin auch einmal Besuch aus ihrer Vaterstadt: 1709 kaufte der gelehrte Bibliophile Zacharias Conrad von Uffenbach bei ihr das Raupen- und das Surinambuch und fand sie als eine „gar muntere und sehr höfliche manierliche Frau“, die trotz ihres Alters noch „gar fleissig“ sei. Sogar der russische Zar Peter der Große erwarb, nur wenige Tage vor ihrem Tod 1717, zahlreiche Zeichnungen von ihr. Zusammen mit ihrer Tochter Dorothea Maria hatte M. zuletzt, sofern es ihr körperlicher Zustand nach einem Schlaganfall 1715/16 noch erlaubte, am dritten Teil ihres Raupenbuchs gearbeitet, dessen Erscheinen im März 1717 sie jedoch nicht mehr erlebte.
M. gilt als Begründerin und Wegbereiterin der modernen deutschen Insektenkunde. Ihr, einer naturwissenschaftlichen Autodidaktin, gelang es, den Erkenntnisstand der Naturwissenschaften bedeutend zu erweitern. Die Insektendarstellungen der M. halten freilich nicht nur naturwissenschaftlichen, sondern auch künstlerischen Kriterien stand. In ihren ausgewogenen Bildkompositionen stellte sie nicht einzelne Insekten dar, sondern die Natur als Prozess und Zusammenhang, als Einheit. Dazu getrieben wurde sie von ihrem Forscherdrang und dem Wunsch, das Wunderwerk der göttlichen Schöpfung zu preisen.
Aquarelle und Kupferstiche von M. im Besitz des Städel Museums und des HMF sowie im Bestand der Senckenbergischen Bibliothek in der UB Ffm. Erstausgaben des Raupenbuchs und des Surinambuchs im Besitz der UB Ffm.
Kupferstichporträt (von Jacob Houbraken, um 1717, nach einem Bildnis von Georg Gsell, um 1715/16) im HMF. Marmorbüste (von Jules Constant Destreez, gestiftet von Baronin James von Rothschild, 1886; im Zweiten Weltkrieg zerstört) im Treppenhaus der alten Stadtbibliothek am Obermaintor.
Ein großer Teil von M.s Insekten- und insbesondere Schmetterlingssammlung (mit den von ihr selbst in Surinam angefertigten Präparaten) kam aus dem Besitz des Ffter Bankiers Johann Christian Gerning und dessen Sohn Johann Isaac von Gerning 1829 nach Wiesbaden zur Gründung des dortigen Naturhistorischen Museums; nach Restaurierung der Sammlung Gerning konnten kürzlich aufgrund von Forschungen von Joos van de Plas erstmals einzelne Präparate näher bestimmt und M. zugeordnet werden (Publikation der Ergebnisse anlässlich der Wiedereröffnung der Dauerausstellungen des Museums Wiesbaden, 2013; Präsentation der Sammlungsstücke in einer Kabinettausstellung im Museum Wiesbaden zu M.s 300. Todestag, 2017).
1987 Briefmarke der Deutschen Bundespost mit M.s Porträt in der Reihe „Frauen der deutschen Geschichte”. Von 1992 bis zur Einführung des Euros 2002 Porträt M.s auf dem Fünfhundertmarkschein. Zum 350. Geburtstag 1997/98 Gedächtnisausstellung „Maria Sibylla Merian. Künstlerin und Naturforscherin zwischen Fft. und Surinam“ im HMF, anschließend im Teylers Museum in Haarlem. Seit 2003 Raum für „Maria Sibylla M. und die Ffter Naturalienkabinette des 18. Jahrhunderts“ in der Dauerausstellung des Naturmuseums Senckenberg; dort eine Porträtbüste M.s (von Georg Hüter, 2003). 2003 Ausstellung mit Bildern aus dem „Raupenbuch“ von M. aus der Graphischen Sammlung im Städel. 2014 Gründung der „Maria Sibylla Merian Society“ in Amsterdam zur weiteren Erforschung von M.s Leben und Werk. Zum 300. Todestag 2017/18 Ausstellung „Maria Sibylla Merian und die Tradition des Blumenbildes“ im Kuperstichkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin, anschließend im Städel Museum in Ffm. Zum 300. Todestag 2017 Ausstellung des städtischen Amts für Kommunikation und Stadtmarketing (in Zusammenarbeit mit der Stiftergemeinschaft Justinuskirche, dem Porzellanmuseum Fft. und der Höchster Porzellan-Manufaktur) mit Pflanzen aus M.s Darstellungen im Garten sowie Motiven von M. auf Bildern und Höchster Porzellan im Antoniterturm der Justinuskirche in Ffm.-Höchst.
Seit Juni 2017 Maria Sibylla M.-Haus, Sitz des Senckenberg Biodiversität- und Klima- Forschungszentrums (SBiK-F; Gebäude des früheren Universitätsinstituts für Pharmazie und Lebensmittelchemie, erbaut von Ferdinand Kramer, 1954-57), in der Georg-Voigt-Straße 14-16 in Ffm. Das seit 2017 im Bau befindliche Blüten- und Schmetterlingshaus im Palmengarten, das voraussichtlich im Herbst 2018 eröffnet wird, soll ebenfalls nach M. benannt werden. Maria Sibylla M.-Preis für bildende Künstlerinnen, verliehen von 1994 bis 2009 vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst. Maria Sibylla M.-Preis für Wissenschaftlerinnen, verliehen von 1998 bis 2005 vom Essener Kolleg für Geschlechterforschung an der Universität Duisburg-Essen. Akademische Damenverbindung Meriana, gegründet 2007 in Ffm.
Zum Andenken an M. gab der schwedische Naturforscher Karl von Linné, der die moderne Nomenklatur der Biologie begründete, einer Motte den Namen „Tinea Merianella“. Inzwischen wurde auch ein Krater auf der Venus nach M. benannt.

Lexika: Allgemeine Deutsche Biographie. Hg. durch die Historische Commission bei der Königlichen Akademie der Wissenschaften. 56 Bde. München/Leipzig 1875-1912.Joseph Eduard Wessely in: ADB 21 (1885), S. 425-427 (unter Merian, Familie). | Gwinner, Philipp Friedrich: Kunst und Künstler in Ffm. vom 13. Jahrhundert bis zur Eröffnung des Städel’schen Kunstinstituts. Ffm. 1862. Ergänzungsbd. Ffm. 1867.Gwinner, S. 168-176. | Heyden, Eduard: Gallerie berühmter und merkwürdiger Ffter. Ffm. 1861.Heyden, S. 48-51. | Kallmorgen, Wilhelm: 700 Jahre Heilkunde in Ffm. Ffm. 1936.Kallmorgen, S. 352f. | Neue Deutsche Biographie. Hg. v. d. Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Bisher 26 Bde. (bis Vocke). Berlin 1953-2016.Lucas Wüthrich in: NDB 17 (1994), S. 138f. | Richel, Arthur: Katalog der Abteilung Fft. [der Ffter Stadtbibliothek]. Bd. 2: Literatur zur Familien- und Personengeschichte. Ffm. 1929.Richel, S. 199 (unter Graaf). | Schrotzenberger, Robert: Francofurtensia. Aufzeichnungen zur Geschichte von Ffm. Ffm. 1884.Schrotzenberger, S. 164. | Thieme, Ulrich/Becker, Felix: Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. 37 Bde. Leipzig 1907-50.Thieme/Becker 24 (1930), S. 413. | Zülch, Walther Karl: Ffter Künstler 1223-1700. Ffm. 1935, unveränderter Nachdr. 1967.Zülch, S. 568f.
Literatur:
                        
Archiv für Fft.s Geschichte und Kunst. Bisher 73 Bde. Ffm. 1839-2012.Wettengl, Kurt: Maria Sibylla Merian – Künstlerin, Naturforscherin, Weltreisende. In: AFGK 77 (2017): Ffter Frauengeschichte(n), S. 29-44. | Beuys, Barbara: Maria Sibylla Merian. Künstlerin, Forscherin, Geschäftsfrau. Berlin 2016, 2. Aufl. 2017. (insel taschenbuch 4480).Beuys: Maria Sibylla Merian 2016. | Bromberger, Barbara/Mausbach, Katja: Frauen und Fft. Spuren vergessener Geschichte. An Stelle eines Vorwortes: Ulrike Holler. 2., erw. Aufl. Ffm. 1997.Bromberger/Mausbach: Frauen u. Fft. 1997, S. 18f. | Ebrard, Friedrich Clemens: Die Stadtbibliothek in Ffm. Im Auftrage der städtischen Behörden aus Anlaß der Vollendung des Erweiterungsbaues hg. (...). Ffm. 1896.Zur Büste im Treppenhaus der alten Stadtbibliothek: Ebrard: Stadtbibliothek 1896, S. 96, 111. | Hauschild, Stephanie: Eine Blumenmalerin sollt’ ich sein. Künstlerinnen von Maria Sibylla Merian bis Georgia O’Keefe. Ostfildern [Copyright 2016].Hauschild: Künstlerinnen 2016, S. 53-65. | Heym, Heinrich: Lebenslinien. Schicksale aus einer alten Stadt. 3 Folgen. Ffm. 1965-68.Heym, Heinrich: Maria Sibylla Merian. Ihr Zauberwort hieß Surinam. In: Heym: Lebenslinien I (1965), S. 40-45. | Kern, Ursula (Hg.): Blickwechsel. Ffter Frauenzimmer um 1800. Historisches Museum, Ffm. Ffm. 2007.Kern (Hg.): Blickwechsel 2007, S. 145f., 152. | Kerner, Charlotte: Seidenraupe, Dschungelblüte. Die Lebensgeschichte der Maria Sibylla Merian. 2. Aufl. Weinheim/Basel 1988.Kerner: Seidenraupe, Dschungelblüte 1988. | Kries, Renate von: Maria Sibylla Merian – Künstlerin und Forscherin. Die „Metamorphosis Insectorum Surinamensium“ aus kunsthistorischer und biologischer Sicht. Petersberg [2017]. (Studien zur internationalen Architektur- und Kunstgeschichte 154).Kries: Maria Sibylla Merian 2017. | Lerp, Hannes/Geller-Grimm, Fritz: Die Sammlung von Maria Sibylla Merian im Museum Wiesbaden. Hg. v. Museum Wiesbaden. Wiesbaden 2017.Lerp/Geller-Grimm: Die Sammlung von Maria Sibylla Merian im Museum Wiesbaden 2017. | Leweke, Wendelin: Berühmte Ffter. 57 Begegnungen mit der Geschichte. Mit einem Vorwort von Wolfgang Klötzer. Ffm. 1988.Leweke: Ffter 1988, S. 64-67. | Merian, Maria Sibylla: Das Insektenbuch / Metamorphosis insectorum Surinamensium. Begleittext von Helmut Deckert. Übertragung des niederländischen Textes von Gerhard Worgt. Ffm./Leipzig 1991.Merian: Insektenbuch 1991. | Merian, Maria Sibylla: Leningrader Aquarelle. Hg. v. Ernst Ullmann u. a. 2 Bde. Leipzig 1974.Merian: Leningrader Aquarelle 1974. | Merian, Maria Sibylla: Metamorphosis insectorum Surinamensium / Die Verwandlung der surinamischen Insekten. 1705. Hg. v. Marieke van Delft u. Hans Mulder. Darmstadt 2017.Merian: Metamorphosis insectorum Surinamensium 2017. | Merian, Maria Sibylla: Neues Blumenbuch. Mit einem Nachwort von Helmut Deckert. 2. Aufl. Leipzig 2014. (Insel-Bücherei 2004).Merian: Neues Blumenbuch 2014. | Nürnberger Altstadtberichte. Hg.: Altstadtfreunde Nürnberg e. V. Bisher 41 Jahrgänge. Nürnberg 1976-2016.Lölhöffel, Margot: Maria Sibylla Merianin und Johann Andreas Graff. Gemeinsames und Trennendes. In: Nürnberger Altstadtberichte 40 (2015), S. 37-76 (Erster Teil); 41 (2016), S. 65-116 (Zweiter Teil). | Paquet, Alfons: Die Ffterin. Ffm. 1947, Neuaufl. 1970.Paquet: Die Ffterin 1947, Neuaufl. 1970, Abb. Nr. 11 m. Erläuterungen auf S. 112f.; vgl. auch S. 14. | Pfister-Burkhalter, Margarete: Maria Sibylla Merian. Leben und Werk 1647-1717. Basel 1980.Pfister-Burkhalter: Maria Sibylla Merian 1980. | Pinien, Palmen, Pomeranzen. Exotische Gartenwelten in FrankfurtRheinMain. Ffm. 2012. (Hier ist es schön! KulturLandschaft FrankfurtRheinMain).Wettengl, Kurt: Die Erforschung des Unbekannten und Exotischen. Maria Sibylla Merian als Künstlerin und Naturforscherin. In: Pinien, Palmen, Pomeranzen 2012, S. 92-101. | Roth, Michael/Bushart, Magdalena/Sonnabend, Martin (Hg.): Maria Sibylla Merian und die Tradition des Blumenbildes von der Renaissance bis zur Romantik. Unter Mitarb. v. Catalina Heroven. München 2017.Roth u. a. (Hg.): Maria Sibylla Merian u. die Tradition d. Blumenbildes 2017. | Rücker, Elisabeth: Maria Sibylla Merian 1647-1717. Nürnberg 1967.Rücker: Maria Sibylla Merian 1967. | Sarkowicz, Hans (Hg.): Die großen Ffter. Nach einer Sendereihe des Hessischen Rundfunks. 2. Aufl. Ffm./Leipzig 1994.Albus, Anita: Blumen und Insekten. Die Grillen der Maria Sibylla Merian. In: Sarkowicz (Hg.): Die großen Ffter 1994, S. 40-48; vgl. auch S. 278f. | Schmidt-Loske, Katharina: Die Tierwelt der Maria Sibylla Merian (1647-1717). Arten, Beschreibungen und Illustrationen. Marburg 2007.Schmidt-Loske: Die Tierwelt der Maria Sibylla Merian 2007. | Wettengl, Kurt (Hg.): Maria Sibylla Merian. Künstlerin und Naturforscherin 1647-1717. Ostfildern 1997, Reprint 2013.Wettengl (Hg.): Maria Sibylla Merian. Künstlerin und Naturforscherin 1997. | Wettengl, Kurt: Von der Naturgeschichte zur Naturwissenschaft. Maria Sibylla Merian und die Ffter Naturalienkabinette des 18. Jahrhunderts. Stuttgart 2003. (Kleine Senckenberg-Reihe 46).Wettengl: Maria Sibylla Merian u. die Ffter Naturalienkabinette d. 18. Jh.s 2003.
Quellen: ISG, Kirchen- bzw. Standesbücher: Heiratsbücher, Ffm., 1533-1848/1849-1935.ISG, Kirchen- bzw. Standesbücher: Heiratsbuch 5 (1658-77), Bl. 104r, Heiratseintrag von Johann Andreas Graff und Maria Sibylla Merian vom 16.5.1665. | ISG, Kirchen- bzw. Standesbücher: Tauf- bzw. Geburtsbücher, Ffm., 1533-1850/1851-1906.ISG, Kirchen- bzw. Standesbücher: Tauf-/Geburtsbuch 10 (1642-47), Bl. 292v, Taufeintrag von Maria Sibylla Merian vom 4.4.1647. | ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).ISG, S2/996.
Internet: Hessische Biografie, ein Kooperationsprojekt des Instituts für Personengeschichte in Bensheim und des Hessischen Landesamts für geschichtliche Landeskunde in Marburg zur Erstellung einer umfassenden personengeschichtlichen Dokumentation des Landes Hessen. http://www.lagis-hessen.de/pnd/118581082Hess. Biografie, 10.7.2017. | Historisches Lexikon der Schweiz, Bern. http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D19097.php
Hinweis: Artikel von Lucas Wüthrich.
Hist. Lex. d. Schweiz, 10.7.2017.
| Joachim von Sandrart: Teutsche Academie der Bau-, Bild- und Mahlerey-Künste, Nürnberg 1675/79/80, wissenschaftlich kommentierte Online-Edition, hg. v. Thomas Kirchner, Alessandro Nova, Carsten Blüm, Anna Schreurs u. Thorsten Wübbena, ein Projekt der Herzog August Bibliothek, Wolfenbüttel, 2008-12. http://ta.sandrart.net/-person-2990Sandrart.net, 14.7.2017. | SIKART Lexikon zur Kunst in der Schweiz, Hg.: Schweizerisches Institut für Kunstwissenschaft (SIK-ISEA), Zürich und Lausanne. http://www.sikart.ch/KuenstlerInnen.aspx?id=4022932SIKART, 10.7.2017. | Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. https://de.wikipedia.org/wiki/Maria_Sibylla_MerianWikipedia, 10.7.2017.

Merian, Matthäus, gen. d. Ä.

Schöpfer des „Merianplans“ von Ffm. (1628).
Merian, Matthäus, gen. d. Ä. Kupferstecher und Verleger. * 21.11.1593 Basel, † 19.6.1650 Langenschwalbach (heute: Bad Schwalbach), begraben auf dem Peterskirchhof in Ffm.
Aufgewachsen in der elterlichen Sägemühle in Basel, ging M. 1609/10 in Zürich in die Lehre bei dem Maler und Kupferstecher Dietrich Meyer (1572-1658). 1611 Beginn der Gesellenwanderung. Straßburg, Nancy, Paris. 1615 zurück in Basel. Großer Plan der Stadt Basel im Auftrag des Rats. Wegen der dort herrschenden Pest musste M. auf eine geplante Italienreise (1616) verzichten. Über Augsburg, Nürnberg, Stuttgart wanderte er daraufhin vermutlich in die Niederlande. Ende 1616 gelangte er nach Oppenheim am Rhein, wo er Beschäftigung fand als Illustrator von Reisebeschreibungen und anderen Werken, die bei Johann Theodor de Bry verlegt wurden. Das Hauptgeschäft des de Bry’schen Verlags, der seit 1588 in Ffm. angesiedelt war, war 1609 wegen konfessionell bedingter Schwierigkeiten nach Oppenheim verlegt worden. Am 17.2.1617 heiratete M. in Oppenheim de Brys Tochter Maria Magdalena (1598-1645) und arbeitete weiter für den Schwiegervater. 1620 löste sich M. von de Bry und ging mit seiner Frau und dem ersten Kind zurück nach Basel, wo er eine eigene kleine Werkstatt gründete. Erst nach dem Tod des Schwiegervaters verließ M. Ende 1623 Basel, um auf Bitten seiner Schwiegermutter, die wieder nach Ffm. zurückgekehrt war, zusammen mit dem Schwager Wilhelm (eigentl.: William) Fitzer (1600-1671) aus London den Verlag in Ffm. weiterzuführen. 1624 Beisassenrecht, 1626 Bürgerrecht. Im selben Jahr Trennung von Fitzer, der Verlag trug von nun an M.s Namen.
1628 fertigte M. auf insgesamt vier Platten einen großen Plan Fft.s aus der Vogelschau an. Nach eigenen Angaben hatte er dafür die Stadt selbst vermessen, anschließend gezeichnet und gestochen. Den Plan widmete er dem Rat der Stadt Ffm. als Dank für das ihm verliehene Bürgerrecht. Zwischen 1626 und 1650 verlegte M. über 90 Titel zu den unterschiedlichsten Sachgebieten, auch literarische Werke, dazu zahlreiche Einzelblätter. Viele der Bücher versah M. mit Illustrationen und Titelblättern.
Von 1642 bis 1654 erschien sein Hauptwerk, die „Topographia Germaniae”, eine einzigartige Sammlung von Städte- und Landschaftsansichten aus Deutschland und der Schweiz. Von zahlreichen Mitarbeitern in allen Teilen des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation wurde M. mit Skizzen und Informationen zu diesem umfassenden Werk versorgt. Die meisten Radierungen dafür fertigte M. selbst an. In den unvergleichlich präzisen und detailtreuen Ansichten wurden die Städte in ihrem Zustand vor dem Beginn des Dreißigjährigen Krieges und seinen Zerstörungen festgehalten. Für viele Orte ist der M.stich die früheste erhaltene historische Ansicht. Bis zu M.s Tod erschienen elf Bände, fünf weitere wurden von M.s Söhnen Matthäus d. J. und Caspar vollendet. Caspar M. edierte darüber hinaus drei Bände über Frankreich, die Erben M.s fügten weitere Bände über Griechenland, Rom und Italien hinzu. Schon zu M.s Lebzeiten erwies sich die „Topographia” als durchschlagender buchhändlerischer Erfolg.
Das zweite Hauptwerk M.s, das „Theatrum Europaeum”, bereits 1635 begonnen, stellt die politischen Ereignisse des großen Krieges seit 1617 in Wort und Bild dar. Auch hierfür fertigte M. zahlreiche Kupfer selbst an, die Texte ließ er von verschiedenen Historikern verfassen. Bis zu seinem Tod erschienen fünf Bände, den Abschluss fand das „Theatrum” erst im Jahr 1738 mit dem 21. Band. Weitere bedeutende, von M. verlegte bzw. illustrierte Werke sind die Gottfried’sche Chronik (illustrierte Weltchronik in 8 Quartbänden, 1629-34), die Bilder-Bibel (Zetznerverlag Straßburg, 1630, erst 1704 posthum mit den Originalplatten im Merianverlag verlegt), die „Archontologia Cosmica” (Übersetzung eines französischen geografisch-politischen Handbuchs mit Städtebildern und Landkarten, 1638) und der „Basler Totentanz” (angesichts der Erwartung seines eigenen Todes mit 1620/21 für einen Basler Drucker radierten Kupferplatten neu ediert, 1649). Die Bücher des M.’schen Verlags wurden auf der Ffter Buchmesse vertrieben und fanden in ganz Europa Verbreitung.
Verheiratet in erster Ehe (seit 1617) mit Maria Magdalena de Bry (1598-1645), in zweiter Ehe (seit 1646) mit Johanna (Catharina) Sibylla Heim (um 1620 bis 1690). Acht Kinder aus erster Ehe, u. a. Matthäus M. d. J. und Caspar M., sowie zwei Kinder aus zweiter Ehe, u. a. Maria Sibylla M.
Ein Exemplar vom Erstdruck des Fft.-Plans von 1628 sowie die mehrfach überarbeiteten Kupferplatten im HMF. Andere Arbeiten im Graphischen Kabinett des Städelschen Kunstinstituts, in der UB Ffm. sowie in der Senckenbergischen Bibliothek.
Standbild (von Franz Krüger, 1893; kriegszerstört 1944) auf dem Magazinflügel der alten Stadtbibliothek am Obermaintor. Standbild (von Heinrich Petry, vor 1904) im Osthof des Neuen Rathauses.

Literatur:
                        
Ebrard, Friedrich Clemens: Die Stadtbibliothek in Ffm. Im Auftrage der städtischen Behörden aus Anlaß der Vollendung des Erweiterungsbaues hg. (...). Ffm. 1896.Ebrard: Stadtbibliothek 1896, S. 110. | Heym, Heinrich: Lebenslinien. Schicksale aus einer alten Stadt. 3 Folgen. Ffm. 1965-68.Heym, Heinrich: Matthäus Merian. Eine Welt auf Kupfer gerettet. In: Heym: Lebenslinien III (1968), S. 27-34. | Matthaeus Merian des Aelteren Catalog zu Ausstellungen im Museum für Kunsthandwerk Frankfurt am Mayn (...) in die teutsche Sprach gebracht durch Wilhelm Bingsohn, Ulrike Fuß [u. a.]. Ffm. 1993.Matthaeus Merian des Aelteren Catalog 1993. | Sarkowicz, Hans (Hg.): Die großen Ffter. Nach einer Sendereihe des Hessischen Rundfunks. 2. Aufl. Ffm./Leipzig 1994.Prechtl, Michael M.: Aussichten – Ansichten. Matthäus Merian. In: Sarkowicz (Hg.): Die großen Ffter 1994, S. 32-39; vgl. auch S. 279. | Schnack, Friedrich: Durch viele Tore ging sein Schritt. Leben und Bilder des Matthäus Merian. 1.-4. Tsd. Hamburg 1968.Schnack: Matthäus Merian 1968.
Quellen: ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).ISG, S2/17.

Merian, Matthäus, gen. d. J.

Merian, Matthäus, gen. d. J. Maler. Kupferstecher. Verleger. * 25.3.1621 Basel, † 15.2.1687 Ffm.
Sohn von Matthäus M. d. Ä. und dessen erster Ehefrau Maria Magdalena, geb. de Bry (1598-1645). Bruder von Caspar M. Halbbruder von Maria Sibylla M.
Schüler von Joachim von Sandrart in Ffm. Sandrart nahm ihn 1637 mit nach Amsterdam. 1639 bei van Dyck in London. 1641 in Paris, 1642 zurück in Ffm. Von 1643 bis 1647 in Italien, 1647 in Nürnberg, wo er Bildnisse einiger Teilnehmer des Friedenskongresses anfertigte. Politischer Agent und Vertreter mehrerer Fürsten. 1648 in Diensten des Generals von Wrangel. Vielbeschäftigter, erfolgreicher Porträtist. Leopold I. ließ sich während seines Aufenthalts zur Kaiserkrönung in Ffm. 1658 von M. malen. Daraufhin folgten viele Fürsten dem Beispiel des Kaisers. Bald wurde M. von Leopold I. nach Wien bestellt, um ein Bildnis vom Kaiser hoch zu Pferde anzufertigen. M. malte auch Kirchenbilder (z. B. zwei Altarblätter für den Bamberger Dom). Nach dem Tod von Matthäus M. d. Ä. 1650 übernahm M. zusammen mit seinem Bruder Caspar M. den Verlag und führte das Werk des Vaters fort, besonders die Herausgabe weiterer Bände der „Topographia” und des „Theatrum Europaeum”. Bis auf die großen, vom Vater begonnenen Reihenwerke kam die Buchproduktion des Verlags jedoch fast gänzlich zum Erliegen.
Ein Altarbild (mit einer Darstellung der Auferstehung Christi) aus der Ffter Barfüßerkirche und zwei Porträts von M.s Hand im HMF.

Quellen: ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).ISG, S2/1.191.

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Empfohlene Zitierweise: Weyel, Birgit: Merian, Künstler- und Verlegerfamilie. In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), http://frankfurter-personenlexikon.de/node/497
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Stand des Artikels: 17.11.1994