Prehn, Johann Valentin

Prehn, Johann Valentin. Konditormeister. Kunstsammler. ~ 4.9.1749 Ffm., † 5.9.1821 Ffm.
Der gelernte Zuckerbäcker führte eine Konditorei gegenüber dem Roten Haus auf der Zeil. Bereits mit 15 Jahren schuf er eine vielbeachtete Zuckerskulptur anlässlich der Kaiserkrönung Josephs II. Seine Kreationen dienten sogar als Vorbilder für die Modelleure der Porzellanmanufakturen.
P.s Bedeutung beruht aber vor allem auf seiner Sammlertätigkeit, die er – selbst dilettierender Maler – schon in jungen Jahren begann. Die P.’sche Gemäldesammlung, das sogenannte „Kleine Gemäldekabinett“, umfasste schließlich rund 1.000 Werke, insbesondere Miniaturen, die P. äußerst dicht gehängt in seinem Kabinett auf der Zeil unterbrachte. Viele dieser Gemälde waren Kopien im Stile alter Meister (etwa nach Rembrandt, Rubens und Tintoretto), die im Format oft erheblich von den Originalen abwichen und von kunsthistorisch geringerer Bedeutung sind. Doch beherbergte die Sammlung auch einige wertvolle Stücke, etwa das berühmte „Paradiesgärtlein“ eines oberrheinischen Meisters aus dem dem 15. Jahrhundert (heute im Städel). Daneben fanden sich in der Sammlung eine Reihe von Werken Ffter Künstler wie Nothnagel, Schütz, Seekatz und Trautmann. Die Bilderrahmen fertigte der Konditor P. teilweise selbst aus Zuckerguss und Pflanzensäften und verlieh ihnen einen holzfarbenen Anstrich.
P.s Privatgalerie fand bei der gehobenen Ffter Bürgerschaft reges Interesse. Der Ffter Maler Carl Morgenstern bildete die Raumwirkung des P.’schen Kabinetts 1829 in einem Aquarell ab. P.s Sohn Ernst Friedrich Carl (1781-1834) bewahrte und vermehrte die Sammlung nach dem Tod seines Vaters. 1839 wurde sie der Stadt Ffm. vermacht und befindet sich seit 1878 im HMF.
Sammlerraum für Johann Valentin P. in der 2012 eröffneten Dauerausstellung „Ffter Sammler und Stifter“ des HMF.

Artikel aus: Frankfurter Biographie 2 (1996), S. 150f., verfasst von: Reinhard Frost.
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Literatur:
                        
Aura. Jahresgabe [des Historischen Museums Fft.; mit wechselndem Untertitel.] Bisher 15 Ausgaben. Ffm. 2005/06-2019/20.Aura 2019/20, S. 39. | Ffter Sammler und Stifter. Eine Dauerausstellung des HMF (...). Ffm. 2012. (Schriften des HMF 32).Ellinghaus, Julia/Cilleßen, Wolfgang P.: Bilder-Akademie. Das Gemäldekabinett des Konditormeisters Johann Valentin Prehn (1749-1821). In: Ffter Sammler u. Stifter 2012, S. 73-97. | Höffner, Corinna: Ffter Privatsammlungen. Stifter und Bestände, Eigenart und Umfang. Typoskript. Ffm. 1992.Höffner: Ffter Privatsammlungen 1992, S. 73-92.
Quellen: ISG, Dokumentationsmappe in der Sammlung S2 (mit Kleinschriften, Zeitungsausschnitten und Nekrologen zu einzelnen Personen und Familien).ISG, S2/1.236.

GND: 122950240 (Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek).

© 2020 Frankfurter Bürgerstiftung und bei dem Autor/den Autoren
Empfohlene Zitierweise: Frost, Reinhard: Prehn, Johann Valentin. Artikel aus der Frankfurter Biographie (1994/96) in: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), http://frankfurter-personenlexikon.de/node/788

Stand des Artikels: 2.12.1994